Sich des Geschmackes erfreuende Keftedes und in allerlei Variation hinzugefügt Dieses und Jenes, um zu erreichen einmal auch Bifteki und dann den Grad der Lockerheit samt aromatisch-verführerischer Sanftheit (hey — weitgehend gelungen und sooo einfach)

bifteki mit schafskaese und zucchini
Bifteki — an den Schafskäsestückchen zu erkennen (sehr klein ;-) )

Die erneute Ausprobierung stand schon länger mal wieder an, Hackfleischgerichte sind ja nicht so häufig anzutreffen bei uns, andere können das aus jahrelanger Übung resultierend dann in perfekterweise abgestimmter Handhabung der Zutaten.
Nun war neulich der Wunsch groß doch einmal die typischen griechischen Keftedes zu machen, ist schon ein paar Tage her und war die Beilage zu dem famosen Zucchini-Kartoffel-Wildkräutern aus dem Backofen, aber da die Hitzeansammlung heute Gnade walten lässt und auch etwas handfestere Speisung zur Abwechselung nicht das schlechteste wären ;-) nun das Rezept, was eingeholt wurde von einer Originalquelle, also mithin für allerbeste Geschmacksintensität zu bürgen weiß.

sauerteigbrot muss hinzu
Sauerteigbrot — unverzeihlich wenn nicht mit dabei

Allererste Voraussetzung sind natürlich die guten Zutaten, Fleisch aus Industriehaltung wässert nur und schmeckt nicht, klar, beim Hackfleisch fällt das dann besonders auf, leider ist in Berlin selbst das Biofleisch nicht immer das, was als gut gelten sollte, muss also vorher ausprobiert werden. Ganz wichtig ist dann noch das Sauerteigbrot, das unbedingt mit hinein gehört, am besten Roggen vom Biobackhaus.

Damit die Keftedes auch schön saftig bleiben werden einfach noch Zucchini und Kräuter mit hinzugefügt und für ein paar Exemplare, die größeren, noch Schafskäse, schmeckt super und erfreut ob der mal etwas anderen Füllung.

zucchini und zwiebeln sanft geduenstet
Zucchini und Zwiebel schon mal lecker angedünstet

Zutaten noch mal auf einen Blick:

1 Kilo gutes Hackfleisch (Rind, nicht zu viel Fettanteil)
halbes altes Brot so 500 Gramm und 3 Tage alt, Sauerteig! (ev. etwas mehr, wenn die Rinde abgeschnitten wird)
1 große Zucchini, am besten die hellgrüne Sorte
3-4 Eier
4-5 weiße Zwiebeln oder zwei Gemüsezwiebeln (ein Teil bleibt roh)
Petersilie
Olivenöl
Salz, Pfeffer (gemessen: 30 Sekunden Mahlung ;-),
Cumin 2 Teelöffel (ca, je nach Intensität),
Rigani, 1 Teelöffel,
Würzminze 1-2 Esslöffel (auch frisch/extra, dann mehr),

und optional
Mineralwasser oder Soda
Schafskäse
Knoblauch

gutes oek fleisch und petersilie auch vom stiel
Von der Petersilie am besten auch die zarten Stiele

Zubereitung:

Zucchini und Zwiebeln in kleine Stückchen schneiden, einen Teil der Zwiebeln beiseite stellen, die kommen später so hinzu, und dann in einer Pfanne anbraten/andünsten in Olivenöl. Derweil das Sauerteigbrot einweichen und dann, wenn es weich, aber nicht zu weich ;-) ist vorsichtig ausdrücken, es sollte nicht zu viel Wasser drinbleiben aber auch nicht so zerkrümmeln, dass es nicht mehr möglich ist dasselbige herauszubekommen.

Dann das Hackfleisch die Eier (je nach Größe 3-4) die kleingeschnittene Petersilie (auch die zarten Stiele), das Brot und die Zucchini-Zwiebel-Mischung vermengen, Gewürze hinzu, wenn es zu „weich“ oder „flüssig“ ist, ev. noch mehr Brot oder alternativ etwas Haferflocken. Dann eventuell noch ein kleiner Schuss gutes Olivenöl und noch extra kleine rohe Zwiebelstückchen hinzu für den etwas knackigeren Genuss, die werden natürlich auch noch weicher, so ein bißchen Frische ist aber trotzdem gut erschmeckbar.

keftedes mit kartoffel zucchini wildkraeutern
Als Beilage optmal verwendbar

Lockerer wird die Masse, wenn ein Schuss Mineralwasser oder ein bißchen Soda-Pulver hinzugegeben wird, haben wir natürlich vergessen, muss aber wie das Ergebnis zeigt auch nicht unbedingt sein.

Dann geht es an das Formen, etwas länglicher wäre klassisch, ist aber eigentlich egal, flacher sollte es sein damit alles gut durchgebraten wird. Tipp: Um eine gleichmäßigere Struktur zu erreichen können einfach die Hände nassgemacht werden, das Formen ist dann ein Kinderspiel und in der Pfanne kann dann die „Frikadelle“ auch noch plattgedrückt werden.

Erste Probierung ist dringend angeraten für den Bratvorgang. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen (Grillpfannen eigenen sich auch super) und schon mal zwei Probe-Hackbällchen braten, Temperatur eher niedrig ansiedeln — es soll ja schließlich außen nicht zu schwarz werden. Stimmen die gewürzlichen Zugaben? Nachwürzen dann dringend angeraten :-b

Je nach Wunsch kann auch noch Schafskäse hinzukommen, kleingedrückt oder als Stückchen, alles ist möglich und saftiger und würziger wird es auch, etwas größer sollten die Hackteilchen dann sein, das heißt dann in Griechenland Bifteki.

griechische keftedes
Griechische Keftedes — was wird zart-locker-saftig-formidabel mehr begehrt

Die ersten Keftedes waren bei uns von der Konsistenz her noch etwas zu weich, was aber daran lag, dass das Brot einfach zu alt war und auf Grund der darob eintretenden Zerkrümmelung das Wasser nicht mehr richtig ausgedrückt werden konnte, eine Brotschleuder hätte hier vielleicht Abhilfe schaffen können :D und sonstige dem entgegenwirkende Zutaten waren leider nicht mehr vorrätig, ging dann aber so.

Haben schon mal sehr gut geschmeckt, die Feinwürzung war aber noch nicht (die Ansprüche, die Ansprüche) perfekt abgestimmt, das wird beim nächsten Mal noch optimiert, wahrscheinlich war das Hackfleisch schuld ;-) Verspeist mit zusätzlich gereichten Schafskäse und das Glück stellt sich ein.


10 Antworten auf “Sich des Geschmackes erfreuende Keftedes und in allerlei Variation hinzugefügt Dieses und Jenes, um zu erreichen einmal auch Bifteki und dann den Grad der Lockerheit samt aromatisch-verführerischer Sanftheit (hey — weitgehend gelungen und sooo einfach)”


  1. Gravatar Icon 1 Barbara 13. Juli 2010 um 18:11 Uhr

    Brotschleudern sind sowieso das wichtigste Küchenutensil – oftmals unterschätzt. [-x

    :d

    Das könnte ich bei der Hitze auch essen, lecker. Gab’s bei uns schon lange nicht mehr. Letzte Woche haben wir die ägyptische Version geübt: http://barbaras-reisen.blogspot.com/2010/07/agyptischer-kochkurs.html

    o:-)

  2. Gravatar Icon 2 Barbara 13. Juli 2010 um 18:13 Uhr

    Version von Keftedes meine ich. ;-)

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 14. Juli 2010 um 2:03 Uhr

    @Barbara
    Und die hellgrünen Zuchini nicht mit verarbeitet :o

  4. Gravatar Icon 4 lamiacucina 14. Juli 2010 um 7:20 Uhr

    Ist der Griffwechsel mitgemessen bei der 30 Sekunden dauernden Pfeffermahlung ?

  5. Gravatar Icon 5 Kormoranflug 14. Juli 2010 um 14:41 Uhr

    Lammhackfleisch vom „Türkischen Fleischer“ könnte das Problem des richtigen Hack´s lösen.
    Warum so viele Eier? Die Fotos sind sehr urig anzusehen.

  6. Gravatar Icon 6 Barbara 14. Juli 2010 um 15:08 Uhr

    Leider nicht, die gab’s dann abends beim gemischten Gemüse. :)>-

  7. Gravatar Icon 7 kulinariakatastrophalia 14. Juli 2010 um 22:27 Uhr

    @lamiacucina
    Selbstredend können wir die Pfeffermühle solange ohne weitere ausholende Handbewegung bedienen dank des in die Mitte der Küche zu stellenden Herdes, der ein paar mal umlaufen nur bestes von der Handhabung verkünden kann :-?

    @Kormoranflug
    Mit Lamm können die auch gemacht werden oder halb Rindfeisch halb Lamm, ist Geschmackssache. Die türkischen Läden bieten leider oftmals das Hackfleisch mit zuviel Fettanteil an, das passt dann geschmacklich und verarbeitungstechnisch nicht immer.
    Die Eier müssen sein, weil ja ziemlich viel Öl und Wasser in der Mischung drin sind.

    @Barbara
    Immerhin! ;)

  8. Gravatar Icon 8 Wolf 15. Juli 2010 um 11:50 Uhr

    Rigani kenn ich gar nicht?!

  9. Gravatar Icon 9 kulinariakatastrophalia 15. Juli 2010 um 21:40 Uhr

    @Wolf
    Das ist griechischer Oregano, der schmeckt wesentlich würziger und besser als der herkömmliche; Hauptvorkommen in Griechenland, Albanien, Mazedonien und der Türkei. Das geschmackliche Wunder benötigt allerdings sehr viel Wärme zur Entfaltung der aromatischen Inhaltsstoffe (weshalb ein Anbau in Mitteleuropa meist scheitert hinsichtlich der Qualität).

  10. Gravatar Icon 10 Wolf 16. Juli 2010 um 23:10 Uhr

    Hast Du da eine Quelle?

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