Das Leben kann so schön sein — Netzperlen wiedergefunden und überhaupt… dazu Fisch

Wenn Resteverwertung angesagt ist, muss auch noch irgendetwas hinzugefügt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Ergänzungen durchaus angebracht sind bei kulinarischer Nichteintönigkeit:

Massen von nicht dokumentierten Zucchiniwürfelchen mit Zwiebeln aus einer Olivenölminzriganipeffersalzsoße waren noch unters WG-Volk zu bringen. Also rasch Wels angebraten, mit Resten von Weißwein und Frühlingszwiebeln ergänzt und nach etwas Einziehkochzeit dann eben diese Gemüse-Reste hinzu und noch etwas Zitronenschalenabrieb.

Dazu dicke Spagetti — famos wettertauglich und schnell :-)

wels aus weinzitronenzucchinizwiebelsud
Fisch aus Pfannenhaltung

Dann mal wieder auf eine alte Netzperle gestoßen — das ist ja das Schöne am Internet :D Da existiert eine Zeitschrift, genauer ein „Magazin zum Jugendmedienworkshop im Deutschen Bundestag 2008. Junge Journalisten schreiben zum Thema Demokratie. In Kooperation mit dem Deutschen Bundestag, der Bundeszentrale für politische Bildung und natürlich der Jugendpresse Deutschland“.

Überraschenderweise schreiben im Magazin sogar Journalistinnen, zumindest angehende, wäre nach der Ankündigung nicht vermutet worden. Die Latte ist auch gleich ganz hoch gelegt, neben Artikeln über den fussballspielenden damaligen Kriegsminister Jung („Nach getaner Arbeit wechselt Verteidigungsminister Jung in den Angriff“) wird noch mit Sensationen geglänzt, das kleine 1×1 der Boulevardpresse sozusagen — nämlich einem echten „Aussteiger“ aus der Antifa, jahah, so was muss es auch geben

fisch zucchini dicke nudeln
Fisch, Zucchini und Nudel vertragen sich immer

Adrian (der Name ist selbstverständlich geändert!) war mal Mitglied der Antifa, die Antifa, das ist quasi so eine große Familie — alter Hut kennen wir aus den Mafia-Filmen: „Innerhalb der Organisation herrschte ein starker Zusammenhalt, es gab keinen Verrat. Wir waren wie eine große Familie“ und wenn die dann antifaschistisch tätig wird, dann muss es gleich etwas formeller zugehen (wir befinden uns ja schließlich in Deutschland):
Du musst Mitglied sein. Ein vermummtes Gesicht ist Pflicht und du musst auch bestimmte Farben tragen: Schwarz und Rot“ — passend dazu die Bebilderung auf S. 9 [pdf] des Werkes, dabei vergessen die obligatorische Tätowierung und stets mitzuführende Mateteeflasche zu erwähnen.

Das gilt selbstverständlich nicht für die geheime Führungsebene: „Es gibt einen festen Kern von etwa zehn Leuten, die sich aber nicht zeigen. Ich habe gehört, dass diese sich auch in der rechten Szene bewegen. Sie informieren andere Antifa-Aktivisten über die Aktionen, die von den Rechtsextremisten geplant werden, und organisieren Gegenschläge“.

Nicht dass das Trauerspiel jetzt ein Ende hätte, nein, ein bißchen Kampfgeist wird auch gezeigt: „Als Linker muss man vor allem tolerant sein und auch konservativere Einstellungen dulden. Bei der Antifa ist das aber nicht der Fall. Sie duldet keinen Widerspruch“.

ausschnitt orange laut 2008 S 9
Ausschnitt Politik Orange Winter 2008
Bunte Armringe sind natürlich ein kleiner Schnitzer — so wird das nie was mit der Antifa

Nur mal so eine kleine selbstverständlich völlig abwegige Vermutung, das ist jetzt natürlich so absurd, dass eigentlich die Absicht dies schon in Erwägung zu ziehen, noch abstruser ist, aber, liebe Autorin, wenn Du schon die eigenen Interviews selber verfasst, so bleib doch ein wenig realistischer, eine Antifagruppe ohne Streit über die politsche Ausrichtung und persönlichem Hichhack, das ist nun wirklich ein Perpetuum mobile.

Das kannst Du natürlich nicht wissen, du bist ja noch in den Anfängen der journalistischen Erkundungssuche und die erklärungshalber von einem Mitautor gebrachte Unterstützung ist da auch nicht wirklich eine Hilfe:

Antifa ist die Abkürzung von Antifaschistische Aktion“ und „Die meisten verbinden Linksradikalismus mit den traditionellen Krawallen in der Nacht zum ersten Mai und regelmäßigen Ausschreitungen bei Aufmärschen Rechtsradikaler. Diese werden vor allem von autonomen Gruppen wie der Militanten Gruppe (mg) oder der Antifa organisiert“.

Nur mal so nebenbei, wie Antifaschismus buchstabiert wird, weißt Du sicher, die dazugehörenden Abkürzungen verbunden mit Aktivitäten sind vielfältig und „Antifa“ — hey! so heißt auch die Zeitschrift der Vereinigung der Verfolgten des Nazisregimes, das lernst du auch noch und ach ja, die mg, die organisierte nun wirklich keine Ausschreitungen, die agierte eher im Geheimen, die Texte der mg allerdings, die hat u.a. das BKA verfasst, nur „so“ um mal zu erkunden, wie darauf reagiert wird.

[via blogsporttwitter]


1 Antwort auf “Das Leben kann so schön sein — Netzperlen wiedergefunden und überhaupt… dazu Fisch”


  1. Gravatar Icon 1 tobias kocht! 08. Juli 2010 um 14:36 Uhr

    Die Pasta dazu schmeckt sicher klasse. Ich bin ein großer Fisch Fan.

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