Sich fügsam machend obenauf und mittendrin Kräuter, Disteln und so Zeug zum Anfang gedünstet und zum Ende noch und noch gesteckt und dies noch während anderweitiger Tätigkeit, zuvor natürlich Kartoffelschälung und Zucchini-Schneidung sowie Olivenölschüttung

Da die Tomaten sich noch rar in geschmackvollen Umfange machen und die Bohnen, auf die Bolli genussvoll zugreift, noch ihr bescheidenes Dasein hierorts pflegen, aber dennoch die Lust auf gemüsige Kost, leckere zumal, sich zunehmend ihren Platz im Kochplan erkämpfte, wurde auf leckere Backofenkochkunst mit ganz simplen Zutaten gesetzt.

distel
Disteln entzücken

Die vergangene Blogabstinenz brachte nämlich dankenswerterweise auch säckeweise allerlei Kräuter mit sich, die nun raschestens der Zubereitung harren:
Wilder Fenchel klar, ein Muss für die gute Küche ;-) aber auch Borretschblatt und Lauchzwiebel sind dabei, sowie Blätter vom Schwarzen Senf und verschiedene Sorten Disteln, einjährige, zweijährige stachelige im noch stachellosen Zustand darunter, also alles was das Herz begehrt :-) In Aussicht gestellt war der Distelwuchs ja schon mal.

schwarzer senf blätter
Schwarzer Senf im Blattformat eignet sich ungemein

Zubereitung dann ruckzuck, Kartoffeln schälen und halbieren, Zucchini in etwas größere Stücke bringen, dann zusammen mit gutem Olivenöl in einer großen Backofenform in Verbindung bringen. Derweil die kleingeschnittenen Stiele der Blattpetersilie, des Wildfenchels und des Borretsch mit kleingeschnittener Gemüsezwiebel und roter Zwiebel und natürlich die Disteln in Olivenöl andünsten, Würzminze, Salz Pfeffer, etwas Rigani hinzu und dann nach ein paar Minuten mit in die Form.

Im Restöl noch rasch die Schwarzsenf-Blätter mit den weißen Teilen der Frühlingszwiebel andünsten, wirklich nur ganz kurz und dann ebenfalls noch ergänzen. Zudem ein bissl Wasser zugießen in die Form, am besten kochendes.

kartoffeln schwarzer senf blätter wilder fenchel borretsch zucchini
Wilder Fenchel kann selbstredend auch durch Dill ersetzt werden

Alles noch mal ordentlich verrühren und dann Borretschblätter, Frühlingszwiebelgrün, ruhig kleiner geschnitten, Wilden Fenchel und Minzblätter reinstecken, ordentlich salzen und frisch pfeffern, ein Schwubs Olivenöl eventuell und auf den Ofen, wenn die Form einen Deckel hat — super, wenn nicht dann Alufolie zweifach drüberschlagen und schon mal ankochen für circa 10-15 Minuten (je nach Stärke der Flammen), dann ab in den vorgeheizten Ofen (eher niedriger als höher, so Stufe 3-4 Gas) und nochmal 20 Minuten backen, dann Alufolie ab und noch ein etwas Wildfenchel (alternativ geht im Übrigen auch Dill) noch mit hinzu und fröhlich weiterbacken.

ofenkoestlichst
Zu Mittag waren die schön durchgezogenen Reste überaus willkommen

Schmeckt wunderbar nach Sommer und gerade lauwarm und auch kalt so richtig schön durchgezogen eine famose Speisung, die unter Formwahrung der Zucchini, die gleichwohl saftig und gebacken zugleich im Biss die allerschönste Seite zu zeigen weiß, und fenchelzart durchdrungener Kartoffel die Mode Wildkräuter nur zu beflügeln weiß.

Insbesondere die Disteln sind ja ein eher kulinarisch unentdecktes Pflänzlein, dabei lohnt sich die Zubereitung, alle Hobby-GärtnerInnen, die jahrein jahraus das zarte Gewächs mit Missachtung gestraft haben, werden nun eines besseren belehrt :D

Zutaten:

Kartoffeln
Zucchini
Wilder Fenchel (alternativ geht auch Dill)
Borretsch
Schwarze-Senf-Blätter
Disteln
Blattpetersilie
Gemüsezwiebel, rote Zwiebeln,
Frühlingszwiebeln,
Olivenöl
Minzblätter
Salz, Schwarzer Pfeffer, Würzminze, Rigani


8 Antworten auf “Sich fügsam machend obenauf und mittendrin Kräuter, Disteln und so Zeug zum Anfang gedünstet und zum Ende noch und noch gesteckt und dies noch während anderweitiger Tätigkeit, zuvor natürlich Kartoffelschälung und Zucchini-Schneidung sowie Olivenölschüttung”


  1. Gravatar Icon 1 Schnick Schnack Schnuck 29. Juni 2010 um 6:28 Uhr

    Mir wurde hier neulich deutscher Koriander angedreht. Der sah auch aus wie Dill. War leider lang nicht so aromatisch.

  2. Gravatar Icon 2 lamiacucina 29. Juni 2010 um 6:59 Uhr

    Kaum zu glauben, dass die tückischen Widerhäkchen der Disteln, die man auf dem Foto deutlich sieht, geniessbar sind.

  3. Gravatar Icon 3 Bolliskitchen 29. Juni 2010 um 7:17 Uhr

    so lässt sich das Warten doch verschönern!!!

  4. Gravatar Icon 4 kulinariakatastrophalia 29. Juni 2010 um 14:42 Uhr

    @Schnick Schnack Schnuck
    Das sind ja dann auch schon ausgewachsene Pflanzen. Ähnliches Aussehen gibt es ja auch bei Anis und Kümmel, Kümmel wäre auch ein Ersatz.

    @lamiacucina
    Gekocht zerfallen sie gefällig :-)

    @Bolli
    Eben, es kann sich nur noch um ein, zwie Wochen handeln, dann stehen hier rote, gelbe, grüne und scharze saftig-süße Exemplare zur Verarbeitung :-)

  5. Gravatar Icon 5 Jutta Lorbeerkrone 29. Juni 2010 um 16:25 Uhr

    Kaum zu fassen, dass man Disteln essen kann…aber denken kann man ja das gleiche von der cicoria (Wegwarte) und das ist italienisches Nationalgemuese :-)

  6. Gravatar Icon 6 kulinariakatastrophalia 29. Juni 2010 um 23:30 Uhr

    @Lorbeerkrone
    Es ruhen noch viele Geheimnisse am Wegesrand ;-)
    DEmnächst dann mehr Distel-Rezepte :)>-

  1. 1 Des Distels Geschick von nicht ungefährer unpiksend sich gebender Leckerheit (griechische Kost) « kulinaria katastrophalia Pingback am 02. Juli 2010 um 13:35 Uhr
  2. 2 Sich des Geschmackes erfreuende Keftedes und in allerlei Variation hinzugefügt Dieses und Jenes, um zu erreichen einmal auch Bifteki und dann den Grad der Lockerheit samt aromatisch-verführerischer Sanftheit (hey — weitgehend gelungen und sooo Pingback am 13. Juli 2010 um 17:01 Uhr
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