Herausgebrochen aus umwickelter Unterlage erweist sich das Ricotta-Eis durchaus als hartes üppiges Exemplar — ganz im Gegensatz zum Abend vorher war die cremige Konsistenz rückläufig was aber an geänderter Rezeptur durchaus gelegen haben könnte (denn rücksichtsvoll wurde diese geändert)

ricotta eis mit wassermelone
Wassermelone zur Zier

Der Reihe nach: Bei Lorbeerkrone ein schickes Eis aus Ricotta gesehen, dass heißt eigentlich kein richtiges Eis, aber sowas was auch ohne Gelenkentzündung mittels Schlagzeug oder einer nicht vorhandenen Eismaschine zu fabrizieren war. Zutaten waren auch fast alle da, einzig das anvisierte Pergamentpapier sollte durch Frischhaltefolie ersetzt werden.

Doch dann die erste Einschränkung, der Besuch erklärte schanger zu sein und rohe Eier nun auf gar keinen Fall essen zu können. Galant, dass die genussmousse-Nachbarschaft erröten würde, wurde flugs dem Wunsch entsprochen, schon ohne. dass der Nachwuchs keck blinzelt.

Eigelbe bringen sicher Festigkeit rein, ev. auch Geschmack (irgendwas haben sich Reinhardt Hess und Sabine Sälzer, die Autorinnen der „Echten italienischen Küche” sicher bei der Erfassung gedacht) — also irgendwie ersetzen, Joghurt, der gute gerührte Biojoghurt mit dem leckeren frischen Geschmack durfte ran, statt Marsala wie im Originalrezepte vorgesehen dann Rum, siebenjährigen cubanischen Rum, wenn schondennschon! :D

Joghurt mit Rum und Zucker verrührt, süppte natürlich klar, hmm, schnell Ricotta rein und sorgsam geriebene Biozitronenschale, ah schön cremig, mundet so schon wunderbar, etwas zu fest geschlagene Sahne noch vorsichtig untergerührt und festgestellt, dass der frische Joghurtgeschmack weg ist, also Joghurt nachschütten. Perfekt :-)

Ab in eine große Schüssel und beschlossen später ansehnliche Stücke herauszubrechen, nochmaliges Nachlesen führte zu einem Umdenken — also umdisponiert und in eine flache Form umgebettet.

ricotta joghurt eis zwischenprobe
Erste Erkundung — unten noch „cremig“ ;-)

Nach gefühlten zwei Stunden dann erste Erkundungen, untenherum ist es noch nicht gefroren, ansonsten fest und eher schneller auf der Zunge schmelzend, aber irgendwie kommt der Ricotta zu stark durch und etwas kristallisierte Elemente.
Schmeckt jetzt nicht so schlecht, aber die Bombe ist das nicht. Auf jeden Fall müssen frische Früchte ran, um der Üppigkeit des Eises etwas entgegenzuwirken.

Am nächsten Tage alles etwas fester und noch ricottiger — dafür dann mit Wassermelone.


8 Antworten auf “Herausgebrochen aus umwickelter Unterlage erweist sich das Ricotta-Eis durchaus als hartes üppiges Exemplar — ganz im Gegensatz zum Abend vorher war die cremige Konsistenz rückläufig was aber an geänderter Rezeptur durchaus gelegen haben könnte (denn rücksichtsvoll wurde diese geändert)”


  1. Gravatar Icon 1 Bolliskitchen 30. Juni 2010 um 6:51 Uhr

    kam mir bekannt vor, und schwups, da las ich es auch schon.

    Bei dem Wetter sollte man eh alles nur in geeister Form zu sich nehmen/////

  2. Gravatar Icon 2 lamiacucina 30. Juni 2010 um 8:59 Uhr

    Ricottaeis das nicht nach Ricotta schmeckte, wäre mir verdächtig.

  3. Gravatar Icon 3 Wolf 30. Juni 2010 um 13:10 Uhr

    Auf Schnee warten und da drin kühlen. Hat genau die richige Temperatur.

  4. Gravatar Icon 4 kulinariakatastrophalia 30. Juni 2010 um 20:01 Uhr

    @Bolli
    Eine kühles Stück Melone reicht auch schon ;-)

    @lamiacucina
    Das Frische des Joghurts wäre an Geschmacklichkeit nur unterstützend l-)

    @Wolf
    Wenn Schnee fällt ist die Eisnachfrage geringer:-?

  5. Gravatar Icon 5 tobias kocht! 01. Juli 2010 um 20:14 Uhr

    HAtte ich bei Jutta übersehen. Danke für den Hinweis.

  6. Gravatar Icon 6 Kormoranflug 01. Juli 2010 um 20:41 Uhr

    Wunderbar muss so ein Eis schmecken. Du musst viel Zeit haben zum Kochen oder Du arbeitest daran.

  7. Gravatar Icon 7 kulinariakatastrophalia 02. Juli 2010 um 12:10 Uhr

    @tobias
    So kann es gehen

    @Kormoranflug
    Der Geschmack traf nicht ganz die Erwartung (s.o.) Zeit zum Kochen muss immer sein! :)>-

  1. 1 Geradezu sich vergewissernd, dass Einbrüche sich als den Gewohnheiten doch durchaus ergeben zeigen, konnte sich auf verstecktes Gut bezogen werden « kulinaria katastrophalia Pingback am 06. August 2010 um 13:40 Uhr
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