Archiv für Juni 2010

Herausgebrochen aus umwickelter Unterlage erweist sich das Ricotta-Eis durchaus als hartes üppiges Exemplar — ganz im Gegensatz zum Abend vorher war die cremige Konsistenz rückläufig was aber an geänderter Rezeptur durchaus gelegen haben könnte (denn rücksichtsvoll wurde diese geändert)

ricotta eis mit wassermelone
Wassermelone zur Zier

Der Reihe nach: Bei Lorbeerkrone ein schickes Eis aus Ricotta gesehen, dass heißt eigentlich kein richtiges Eis, aber sowas was auch ohne Gelenkentzündung mittels Schlagzeug oder einer nicht vorhandenen Eismaschine zu fabrizieren war. Zutaten waren auch fast alle da, einzig das anvisierte Pergamentpapier sollte durch Frischhaltefolie ersetzt werden.

Doch dann die erste Einschränkung, der Besuch erklärte schanger zu sein und rohe Eier nun auf gar keinen Fall essen zu können. Galant, dass die genussmousse-Nachbarschaft erröten würde, wurde flugs dem Wunsch entsprochen, schon ohne. dass der Nachwuchs keck blinzelt.

Eigelbe bringen sicher Festigkeit rein, ev. auch Geschmack (irgendwas haben sich Reinhardt Hess und Sabine Sälzer, die Autorinnen der „Echten italienischen Küche” sicher bei der Erfassung gedacht) — also irgendwie ersetzen, Joghurt, der gute gerührte Biojoghurt mit dem leckeren frischen Geschmack durfte ran, statt Marsala wie im Originalrezepte vorgesehen dann Rum, siebenjährigen cubanischen Rum, wenn schondennschon! :D

Joghurt mit Rum und Zucker verrührt, süppte natürlich klar, hmm, schnell Ricotta rein und sorgsam geriebene Biozitronenschale, ah schön cremig, mundet so schon wunderbar, etwas zu fest geschlagene Sahne noch vorsichtig untergerührt und festgestellt, dass der frische Joghurtgeschmack weg ist, also Joghurt nachschütten. Perfekt :-)

Ab in eine große Schüssel und beschlossen später ansehnliche Stücke herauszubrechen, nochmaliges Nachlesen führte zu einem Umdenken — also umdisponiert und in eine flache Form umgebettet.

ricotta joghurt eis zwischenprobe
Erste Erkundung — unten noch „cremig“ ;-)

Nach gefühlten zwei Stunden dann erste Erkundungen, untenherum ist es noch nicht gefroren, ansonsten fest und eher schneller auf der Zunge schmelzend, aber irgendwie kommt der Ricotta zu stark durch und etwas kristallisierte Elemente.
Schmeckt jetzt nicht so schlecht, aber die Bombe ist das nicht. Auf jeden Fall müssen frische Früchte ran, um der Üppigkeit des Eises etwas entgegenzuwirken.

Am nächsten Tage alles etwas fester und noch ricottiger — dafür dann mit Wassermelone.

Sich fügsam machend obenauf und mittendrin Kräuter, Disteln und so Zeug zum Anfang gedünstet und zum Ende noch und noch gesteckt und dies noch während anderweitiger Tätigkeit, zuvor natürlich Kartoffelschälung und Zucchini-Schneidung sowie Olivenölschüttung

Da die Tomaten sich noch rar in geschmackvollen Umfange machen und die Bohnen, auf die Bolli genussvoll zugreift, noch ihr bescheidenes Dasein hierorts pflegen, aber dennoch die Lust auf gemüsige Kost, leckere zumal, sich zunehmend ihren Platz im Kochplan erkämpfte, wurde auf leckere Backofenkochkunst mit ganz simplen Zutaten gesetzt.

distel
Disteln entzücken

Die vergangene Blogabstinenz brachte nämlich dankenswerterweise auch säckeweise allerlei Kräuter mit sich, die nun raschestens der Zubereitung harren:
Wilder Fenchel klar, ein Muss für die gute Küche ;-) aber auch Borretschblatt und Lauchzwiebel sind dabei, sowie Blätter vom Schwarzen Senf und verschiedene Sorten Disteln, einjährige, zweijährige stachelige im noch stachellosen Zustand darunter, also alles was das Herz begehrt :-) In Aussicht gestellt war der Distelwuchs ja schon mal.

schwarzer senf blätter
Schwarzer Senf im Blattformat eignet sich ungemein

Zubereitung dann ruckzuck, Kartoffeln schälen und halbieren, Zucchini in etwas größere Stücke bringen, dann zusammen mit gutem Olivenöl in einer großen Backofenform in Verbindung bringen. Derweil die kleingeschnittenen Stiele der Blattpetersilie, des Wildfenchels und des Borretsch mit kleingeschnittener Gemüsezwiebel und roter Zwiebel und natürlich die Disteln in Olivenöl andünsten, Würzminze, Salz Pfeffer, etwas Rigani hinzu und dann nach ein paar Minuten mit in die Form.

Im Restöl noch rasch die Schwarzsenf-Blätter mit den weißen Teilen der Frühlingszwiebel andünsten, wirklich nur ganz kurz und dann ebenfalls noch ergänzen. Zudem ein bissl Wasser zugießen in die Form, am besten kochendes.

kartoffeln schwarzer senf blätter wilder fenchel borretsch zucchini
Wilder Fenchel kann selbstredend auch durch Dill ersetzt werden

Alles noch mal ordentlich verrühren und dann Borretschblätter, Frühlingszwiebelgrün, ruhig kleiner geschnitten, Wilden Fenchel und Minzblätter reinstecken, ordentlich salzen und frisch pfeffern, ein Schwubs Olivenöl eventuell und auf den Ofen, wenn die Form einen Deckel hat — super, wenn nicht dann Alufolie zweifach drüberschlagen und schon mal ankochen für circa 10-15 Minuten (je nach Stärke der Flammen), dann ab in den vorgeheizten Ofen (eher niedriger als höher, so Stufe 3-4 Gas) und nochmal 20 Minuten backen, dann Alufolie ab und noch ein etwas Wildfenchel (alternativ geht im Übrigen auch Dill) noch mit hinzu und fröhlich weiterbacken.

ofenkoestlichst
Zu Mittag waren die schön durchgezogenen Reste überaus willkommen

Schmeckt wunderbar nach Sommer und gerade lauwarm und auch kalt so richtig schön durchgezogen eine famose Speisung, die unter Formwahrung der Zucchini, die gleichwohl saftig und gebacken zugleich im Biss die allerschönste Seite zu zeigen weiß, und fenchelzart durchdrungener Kartoffel die Mode Wildkräuter nur zu beflügeln weiß.

Insbesondere die Disteln sind ja ein eher kulinarisch unentdecktes Pflänzlein, dabei lohnt sich die Zubereitung, alle Hobby-GärtnerInnen, die jahrein jahraus das zarte Gewächs mit Missachtung gestraft haben, werden nun eines besseren belehrt :D

Zutaten:

Kartoffeln
Zucchini
Wilder Fenchel (alternativ geht auch Dill)
Borretsch
Schwarze-Senf-Blätter
Disteln
Blattpetersilie
Gemüsezwiebel, rote Zwiebeln,
Frühlingszwiebeln,
Olivenöl
Minzblätter
Salz, Schwarzer Pfeffer, Würzminze, Rigani

Unumwunden lecker — fläderblomster und Frönung des Frühstücks

holunderblueten dolden
fläderblomster

Bevor die letzten Exemplare verschwunden sind muss ja auch mal wieder der Pflückung Hingabe gefrönt werden: fläderblomster in Teig kurz ausgebacken, wobei für das letztendliche Gelingen dann die Milch fehlte, aber das mundete auch so gut (wenngleich der Teig ein bisschen mehr Hitze vertragen hätte).

hollerkuechlein
Noch etwas ungebacken im oberen Teigsegment

Die Holunderblüten sind inzwischen ja in allen Blogs angekommen mit diversen Ausstattungsbesonderheiten, da darf ruhig nachgezügelt werden nach ein paar Tagen Abwesenheit ;-) und der leckere Geschmack der Blüten ist genau das Richtige für ein unumwunden als gefällig zu bezeichnendes Frühstück, deshalb gab es das auch gleich tellerweise. Die Akazienblüte wurde ja leider verpasst, aber nächstes Jahr wird das auch mal ausprobiert.

holunderblueten pfannkuchen fruehstueck

Durch Festigkeit sich kaum versprechend gebührlich an die erwünschte Konsistenz sich haltende Kaninchenleber — daher passend Fettuccine mit Verzierung

kaninchenleber mit fettuccine und oregano

Beim nächsten Mal wird wirklich nur noch ein ganzes Kaninchen gekauft und daraus dann die Leber für feinste Kost gewonnen.

Irgendwie gibt es in der letzten Zeit (mit leider sehr selten gewordenen Ausnahmen) nur noch allzu fest sich gerierende Ware.
Schon beim ersten Braten war klar, dass es zu fest würde, also nix mit zarter Zungenschmeichelei zu fluffigem Weißbrot in die köstliche Weinbratenriganisauce getunkt.

Also rasch mit Pfeffer und Rigani versehen sowie mit Weißwein abgelöscht während rasch Fettuccine gekocht wurden, am Schluss noch frischer Oregano mit rein und zusammen mit den Nudeln akzeptable schnelle Mittagskost.

Zur Freude des Tages dann Verzierung mit ebenjenem Oregano, welcher von Besuch beigesteuert worden war für unsere Kücheneinrichtung, geschmacklich so lalala, aber optisch olala ;-)

Fensterbankexperimente mit neuseeländischen Wegerich — delikaterweise nicht verspeisbar sowieso

heben strauch veronika
Heben in Eintracht — Fensterbankexperimente

Nachdem die Sonne aus den mitgebrachten Pflanzsetzlingen nun den ersten Schub neue Blätter so richtig herausgekitzelt hat, ist die Freude groß, auch bei den Blattläusen, die unerbittlich minütlich alles was nach Grün aussieht anfliegen, bekömmlich dürfte die Pflanze für die fiesen Dinger kaum sein, aber auszuschließen ist bekanntlich gar nichts bei den mutierten Läusen.

hebe salicifolia setzling
Eine von vielen Strauchveronika-Sorten

Bei den schönen Exemplaren handelt es sich um Heben, einem Wegerichgewächs (hebe salicifolia), welches zur Ausnahme mal nicht verspeisbar ist, sondern einfach nur schön blüht und das den ganzen Sommer bis in den Herbst und dann als immergrüner Strauch überwintert.

Mal schauen, ob das nicht auch im großen Blumenkübel funktioniert, dann gäbe es schöne weiß-lila Blüten, die zwar nach Sommerflieder aussehen, aber nicht so duften, eigentlich riechen die fast gar nicht. Außerdem hoffen wir , dass es überhaupt eine hebe salicifolia ist, jedenfalls standen die kleinen Triebe gleich neben der großen Ansammlung von Heben, wenn nicht, dann gibt es eine Überraschung :D

hebe salicifolia wegerich neuseeland strauchveronika
Die Hebe salicifolia bis zu 3 × 3 Metern bei guter Blattlausarmut

Da die Pflanze aus Neuseeland kommt verträgt sie außen nur so bis -20/-22 Grad mit Abdeckung der Wurzeln, bei besonderer Einpackungskunst bestimmt auch mehr.

Und demnächst dann — was ist eigentlich aus der Kartoffel geworden

Getragen von eifrig erkundbar sich darstellender Einkaufsunlust erwies sich das Ratatouille ohne die anvisierte Kartoffelsorte dann doch in Etappen als etwas sich dem nicht ganz so geeignet erweisenden Umstand, dem aber gekonnt durch Zerschnippelung größerer Ware gekontert werden konnte, was aber leider nicht die angewiesenen GemüsezerschnipplerInnen, die angehalten waren doch etwas größere Stücke, was wiederum leider nicht durchgehend — da bratend derweil — kontrolliert werden konnte, zu fertigen und dann doch eher schmalere Versionen herstellten, abhielt , sich zu beteiligen und so wurd es etwas unfester, aber da der Thymian nicht mehr die versproche Wirkkraft besaß und die wilden Fenchelkörner ohnehin vergessen waren, war das dann mittels des stärker zutage tretenden Agavendicksaftes doch formidabel — zumal gerade das beste aller Olivenöle ausgegangen war und nun auf Ersatz zurückgegriffen ward

Ok, es geht auch ohne Bamberger Hörnchen, aber mit ist schon besser, ansonsten war die Fertigung des leckeren Ratatouille dann doch ganz passabel, wenngleich eine etwas festere Struktur schon angenehmere Nuancen hätte aufweisen können.
Da die Ahnung, dass die Einkaufsperson nicht die richtigen Zwiebeln ordern würde, sich schon bei Bestellung zu einer wahrnehmbare Größe entwickelte, war dem Rechnung getragen worden mit der Orderung mehrerer Packungen kleiner weißer Exemplare am selbigen Tage. Die übergereichten Gemüsezwiebeln werden dann anderweitig zu höheren Ehren gereichen :p

ratatouille ohne fenchel
Ratatouille — ohne wilde Fenchelkörner und … siehe Titel

Beim nächsten Mal wird dann genau nach dieser hervorragenden Ratatouille-Variante vorgegangen, die dereinst so hervorragend zu munden wusste ;-)

Mittelgroß sich gebärende Scholle schlicht und klassisch ohne Nordseekrabbe leider aber nicht weiter schlimm da auch so gehend (kopfloses Aufgetische)

Da noch ein wenig Wildfenchel da war, wäre es schon chic gewesen, wenn sich dazu auch gleich eine Riesenscholle gezeigt hätte, die versteckte sich jedoch offensichtlich gut zusammen mit den ebenfalls ersatzweise anvisierten Nordseekrabben, sei es drum, dann halt schlicht eine mittelgroß sich gebende mehliert und zügig in Olivenöl-Sonnenblumenöl-Mischung gebraten.
Die Zitrone dann ein Muss, der Salat variabel, viel Feldsalat und rote Zwiebel

scholle gekoepft
Scholle fast komplett