Gedünstete Mohnblätter mit wilden Fenchelspitzen zu versüßen ist mitunter von Gelingen getragen bei Verwendung kleinster Mengen geernteter Löwenzahnwegerich-Blätter — und selbstredend Olivenöl und Schalotte und Frühlingszwiebel (alles kleingeschnippelt, außer dem Mohnblatt)

geduenstete mohnblaetter mit loewenzahnwegerich zwiebeln und wildfenchel
In Olivenöl gedünstete Kräuter sind unschlagbar

Eines der typischen griechischen Speisenrezepte bedient sich der überall in Scharen blühenden Blätter des Mohn, die Blätter werden meist mit anderen Kräutern wie wilden Fenchel gedünstet, mitunter aber auch gerne als Salat verkonsumiert, die Blüten können übrigens auch gegessen werden.
Und, der Frühling bringt die ersten Fenchelspitzen hervor, da darf das doch auch mal ausprobiert werden. Diesmal hatten wir eine Wildfenchelsorte, die etwas gröbere Blätter hat.

mohnblaetter
Mohnblätter sind einfach zu kultivieren

Dazu einfach noch auf die Suche gehen und noch ein paar Löwenzahnwegerichblätter hinzu (die heißen jetzt nicht so, sehen aber ähnlich aus), die Lauchzwiebeln sind frisch aus dem Erdboden gezerrt und schenkungshalber in die Hand gedrückt worden.

lauchzwiebelwurzeln
Nur echt mit ausreichend Erde

Die Zubereitung ist dann ganz einfach: Zur Unterstützung der geschmacklichen Breite werden einfach noch ein paar Schalotten in formschöne Achtel oder so ähnlich geschnippelt, die größeren wilden Fenchelstiele werden etwas kleiner geschnitten, die Spitzen dürfen gerne ein paar Zentimeter groß bleiben, die Lauchzwiebeln ereilt das gleiche Schicksal und die Mohnblätter und die kleineren Wegerich-Blätter dürfen so bleiben, die zerfallen beim Kochen schließlich schon genug, das Mohnblatt vor allem, das Wegerichblatt bleibt akkurat essbar.

schalotten geschnippelt
Schalottensechstel gehen auch

Ordentlich allerbestes Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und kleingehackte Dillstiele rein und herumrühren, den Rest an Blätter und filigranen Fenchelspitzen gleich danach, eifrig rühren und Pfeffern, Salzen dann noch zum Ende und nach ein paar Minuten ist eine leckere Speise auftischbar.

wilder fenchel grobblätterig
Wilder Fenchel weiß wie immer nur zu entzücken

Schmeckt sehr lecker frisch nach Sommer, die Mohnblätter sind etwas bitterer, aber eher in die dezente Richtung und werden durch den süßen Geschmack der Schalotten und Fenchelblätter gut aufgefangen während das gute Bio-Olivenöl die perfekte Grundlage bietet. Dazu am besten frisches Brot samt eingetunkten Olivenöl essen und der Tag ist gerettet.

mohnblaetter loewenzahnwegerich
Da ganz links sind Löwenzahnwegerichblätter zu sehen

Außerdem entdeckt: ein neuer veganer Rezepte-Blog auf blogsport und — so langsam wird es unheimlich — ein neuer Kochgruppentreff aus Hamburg, da tummeln sich doch sowieso schon so viele rum.


8 Antworten auf “Gedünstete Mohnblätter mit wilden Fenchelspitzen zu versüßen ist mitunter von Gelingen getragen bei Verwendung kleinster Mengen geernteter Löwenzahnwegerich-Blätter — und selbstredend Olivenöl und Schalotte und Frühlingszwiebel (alles kleingeschnippelt, außer dem Mohnblatt)”


  1. Gravatar Icon 1 Bolli 01. Juni 2010 um 9:20 Uhr

    wilder fenchel, das ist spitzenmässig!!!

  2. Gravatar Icon 2 Schnick Schnack Schnuck 01. Juni 2010 um 11:33 Uhr

    Echte, Mohn? Ich hätte ja noch genug davon im Garten, aber auf die Idee wär ich nicht gekommen.

  3. Gravatar Icon 3 tobias kocht! 02. Juni 2010 um 7:50 Uhr

    Da hab ich jetzt aber was dazugelernt. Danke.

  4. Gravatar Icon 4 kulinariakatastrophalia 02. Juni 2010 um 15:50 Uhr

    @Bolli
    :)>-

    @Schnick Schnack Schnuck
    Das Glück liegt vor der Tür! ;) Wir schicken zur Vervollständigung auch gerne ein paar wilde Fenchelsamen zu.

    @tobias
    Man lernt nie aus.

  5. Gravatar Icon 5 Kormoranflug 03. Juni 2010 um 17:22 Uhr

    Wo findest Du denn wilden Fenchel? Sicher in den Gärten Eden und den essbaren Landschaften des Paradieses. Mit dieser Gärtnerin/Köchin über die poetischen Wiesen streifen muß wunderbar sein.

  6. Gravatar Icon 6 Kormoranflug 03. Juni 2010 um 17:24 Uhr

    :d/:x

  7. Gravatar Icon 7 kulinariakatastrophalia 04. Juni 2010 um 0:16 Uhr

    @Kormoranflug
    Der hier war aus Gartenanbau, es gibt ihn in Berlin aber auch beispielsweise auf den Märkten an Bioständen zu kaufen, auf dem Boxhagener Platz z.Bsp. (da wo du deine Kaninchen orderst ;-) )

  1. 1 Fensterbankexperimente mit neuseeländischen Wegerich — delikaterweise nicht verspeisbar sowieso « kulinaria katastrophalia Pingback am 08. Juni 2010 um 14:38 Uhr
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