Ragoutant fabrizierender Zwischenstatus verheißt bei Betrachtung schon mal geheimste Wünsche, die auch dank nacheifernder Sequenzen sich als überaus ganzleichtknackig-charmant erwiesen — ganz im Gegensatz zu den Nespressionen

zwiebelnzweibelnzwiebeln
Zwiebeln wissen nur zu erfreuen!

Nach einem Kurzaufenthalt Anderenortes (Bericht folgt) war die bereits vorher sorgsam bereitgelegte Zutatensammlung hervorgeholt worden und zügig abgearbeitet worden. Die letzten Wochen waren ja voll von Chicorée und Zwiebeln in den Foodblogs, da kam genial lecker genau recht mit einem Chicorée-Kuchen, der in Abwandlung dieser grandiosen Kredenzung mitsamt einer Schmorversion von Bolli allerdings ohne Puderzucker und Fond nachgeeifert wurde.

Berge von Zwiebeln, roten Zwiebeln, grünen Frühlingszwiebeln, weißen Zwiebeln und ein zwei Schalotten wurden kleingeschnippelt in Olivenöl kurz angeschmurgelt und gewürzlich mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und Rigani versehen, sodann wurden Chicorée-Viertel/-Drittel stark angebraten und dann sanft in etwas Weißweinzusatz geschmort und danach mit Agavendicksaft versehen und weitergeschmort und dann noch etwas stärker mit Hitze in Berührung gebracht.

zwiebelyufka in zwischenstatur
Radicchioverwöhnte Bettung geschmorter süßlich-bitterer Aufalge mit cremiger Tendenz

In das gleiche Öl dann noch länglicher roter Radicchio, den ebenfalls mit etwas Agavendicksaft beträufelt, ah wunderbar leckerer Natur, der muss eindeutig wieder öfters auf den Tisch. Zwiebeln und Raddichio dann mit Thymian und Salz sowie Crème fraîche zusammengerührt und auf mit Olivenöl im Backofen in ca. 8 Minuten schön knusprig verteilten mehreren Lagen Yufkateig gebettet. Darob die geschmorbratenen Chicorée und noch mal für 15 Minuten in den Ofen.

Perfekt hätten auch noch Orangenzusätze gepasst, die derweil nicht gefertigt worden waren oder natürlich frischer Oregano — der passt wirklich geschmacklich perfekt dazu.

zwiebel chicorée auf yuka samt crème fraîche
Die einfache Backofenkost ist jederzeit hochwillkommen

Die Speisung kommt übrigens ohne fleischliche Zusätze aus, es schmeckt auch so überaus wie erwartungsvoll während der Zubereitung schon erahnt; allerdings bedeutet die Inanspruchnahme trauriger Tieraugen immer einen PR-Gewinn, das kann zur Zeit bei Greenpeace betrachtet werden, deren Video betreffend Nestlé macht zur Zeit ja die Runde und alle sind schwer empört über Regenwald-Affen-Abholzung.

Aufmerksamkeit, die sich merkwürdigerweise nicht an unsozialer Unternehmenpolitik des Konzerns bemisst — der betreibt seit etlichen Jahren Ausbeutung pur in aller Welt. Konkret sind z.Bsp. zur Zeit die Repression des Konzerns gegen Gewerkschaften in Russland und Indonesien bekannter. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft im Nestle Betrieb in Domodedovo (nahe Moskau), Sergej Strykov, ist im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt entlassen worden; in Pajang in Indonesien kämpfen die ArbeiterInnen gegen Hungerlöhne.


Arbeitskämpfe bei Nestle in Indonesien

Gegen die Nespressionen hat der Gewerkschaftszusammenschluss ILU (Vereinigte Lebensmittel-, Landwirtschafts- und HotelarbeitnehmerInnen), der in der BRD die Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten und die IG BAU angehören, zu weltweiten Aktionen aufgerufen:
Protestbriefe zur Unterstützung für die GewerkschafterInnen in Domodedovo und Panjang stehen zur Verfügung, um Nestle deutlich zu machen, dass gewerkschaftsfeindliches Verhalten nicht toleriert wird.


7 Antworten auf “Ragoutant fabrizierender Zwischenstatus verheißt bei Betrachtung schon mal geheimste Wünsche, die auch dank nacheifernder Sequenzen sich als überaus ganzleichtknackig-charmant erwiesen — ganz im Gegensatz zu den Nespressionen”


  1. Gravatar Icon 1 rike 24. März 2010 um 19:49 Uhr

    Sieht zum Reinbeißen aus. Wenn ich nur nicht so satt wäre… Agavendicksaft passt bestimmt toll dazu!!

  2. Gravatar Icon 2 kulinariakatastrophalia 24. März 2010 um 20:34 Uhr

    @rike
    Perfekt! :-)

  3. Gravatar Icon 3 tobias kocht! 25. März 2010 um 0:39 Uhr

    Da werde ich mich wohl mal auf die Suche nach Chicorée begeben.

  4. Gravatar Icon 4 Bolliskitchen 25. März 2010 um 7:18 Uhr

    Nespresso, ja ja. Die werden wohl auch ihre grosse Zeit hinter sich haben, in Paris schliessen die ersten Megatsores….

  5. Gravatar Icon 5 Schnick Schnack Schnuck 25. März 2010 um 7:54 Uhr

    Weniger Sahne, mehr Käse und die Orange ess ich einfach hinterher.

  6. Gravatar Icon 6 sammelhamster 25. März 2010 um 7:59 Uhr

    Teig nicht vorbacken geht auch, oder weicht er dann zu sehr durch?

  7. Gravatar Icon 7 kulinariakatastrophalia 25. März 2010 um 14:07 Uhr

    @tobias
    Dann schöne Suche

    @Bolli
    In den 80er Jahren brachen durch den Baby-Tötungsskandal in Indien ja die Umsätze massiv ein durch die weltweiten Proteste. Urwaldproteste tragen jetzt sicher bald wieder dazu bei (auf gemäßigter Basis).

    @Schnick Schnack Schnuck
    Ja, es war schon etwas fesit mit der Creme, aber Käse erwürgt den Radicchio.

    @sammelhamster
    Ach ne, das matscht wirklich zu sehr, zumindest mit dem verwendeten Fertigteig.

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