Durchaus und überaus fatale Büchersichtung mit Zeitaufwendungsangenehmlichkeiten und ein Haufen spannender Lektüre (mehr als gedacht)

Die noch bis zum 10. Juli von der Genussmousse-Crew eingeforderten Sommerlektürepräsentierungsempfehlungen haben zu einem ungeahnten zeitlichen Moment in der Suche geführt, bekanntermaßen bringt die Erkundung der Bücherregale so manches schon lange nicht mehr in Augenschein genommene Exemplar in Sichtweite und die Erfahrung mit sich, dass gelegentliche Entstaubungsmaßnahmen auch nicht das Schlechteste wären ;-)

Dann wird sich auch noch „festgelesen“ und dieses kleine Büchlein dort, das war damals weggelegt worden mit dem festen Vorsatz es alsbald zur Nachtlektüre zu genießen. Nun ja, wie das halt so ist :D

Und eine kleine Bitte sei noch vorweg gestellt, leider greift Werbung für den Online-Buch-Verkauf in den Blogs langsam um sich, verdient werden können damit allenfalls ein paar Cent, während die schönen kleinen Buchläden, die noch richtig beraten, durch die Online-Einkäufe kaputtgemacht werden.
Die abzusehende Folge, dass es dann bald nur noch von manipulierten Bestsellerlisten herstammende Bücher in den großen Ketten zu erwerben gibt, die sich schon jetzt den Wegfall der Buchpreisbindung herbeisehnen, ist so gruselig, dass das echt nicht sein muss. Verantwortung fängt beim Bücherkauf an. So auf geht es :-)

Satire, hochwertig

Schon mal präsentiert ist es auf jeden Fall wert auch hier vorweg genannt zu werden: Am Rubikon von André Müller sen. – Vorstellung des amüsant geschriebenen fabelhaften satirischen Werkes, der 68er-Roman schlechthin, dann genau HIER ;-)

André Müller sen. Am Rubikon – Die schaudervollen Vorkommnisse in der Kommune V

Verlag: VAT, 2008
ISBN 978-3-940884-03-9;
14,90 €

Die Tagebuchsektion I

approximate continuum comics trondheim reprodukt verlag ausschnitt

In Tagebüchern herum zu schnüffeln ist nur bei den Größen der Literaturweltgeschichte – und dies selbstredend nur aus wissenschaftlich Aspekten heraus – statthaft, das Werk will erschlossen, die Merkwürdigkeiten des Alltags verstanden und die Sehnsucht nach Bezugspunkten gestillt werden.

Lewis Trondheim ist zwar (nicht) weltberühmt, aber in Frankreich, dem Land des Comics, eine kleine Berühmtheit. Sein unerschütterlicher Ausstoß an Comicalben ( z. Bsp. Herrn Hases haarsträubende Abenteuer und – Hinweis: unsere Linkliste durchsuchen ;-) ) war zwar kurz unterbrochen, weil der Erfolgszuspruch ihn hinwegraffte, aber er gehört zu den Stars seiner Szene und ein bissl revolutioniert hat er sie auch, seine Zeichnungen und überbrodelnden Geschichten haben jene charmanten Anspielungen, die heutige intelligente „Bildgeschichten“ auszeichnen muss.

Approximate Continum Comics war als eine vierteljährlich erscheinende Heftserie in Frankreich konzipiert, die durch den Rhythmus (fertig werden! fertig werden!) die Story gewaltig beförderte; in Deutschland gesammelt im kleinen charmanten Berliner Reprodukt-Verlag erschienen, der den Platzhirsch Carlsen inzwischen im Austoß neuer Comics eigentlich verdrängt hat, also eigentlich schon „groß“ im bundesdeutsch-österreichisch-schweizerischen Vergleich ist.

approximate continuum comics lewis trondheim reprodukt

Die in schwarz-weiß gehaltenen Panele zeigen Trondheims Hader mit sich, seinen Künsterkollegen von der L´Association, einer Zeichnervereinigung (die sich im Buch dokumentiert zusammenfindet), seinen Ehrgeiz und das wiederholte Scheitern der aus sich heraus wachsenden Ungeheuerauseinandersetzungen. Kinder- und Erwachsenenträume, Urlaubsgeschichten und Sammelwut inklusive. Ein persönliches Werk, eine kleine Selbstfindung.

Auszug der ersten Seiten beim Verlag

Lewis Trondheim Approximate Continuum Comics

Verlag: Reprodukt, 1999,
dt. Übersetzung von Christine Raguenet u. Kai-Stefffen Schwarz,
ISBN 3-931377-16-16-4,
20 €

Homosexualität und Islam

Die einen schweigen das Buch, eine für den Buchmarkt aufgearbeitete wissenschaftliche Arbeit, beharrlich tot, die anderen sind begeistert. Es gehört was Literatur zum Thema Homosexualität und Islam betrifft zu der wichtigsten Arbeit der letzten Jahre.

Georg Klauda stößt mit Die Vertreibung aus dem Serail – Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt eine für viele ungeliebte Diskussion an. Das neue Feindbild der aufgeklärten Bevölkerungsteile ist der Islam, namentlich junge MigrantInnen, denen Zuschreibungen gelten, die zur Beweisführung herangezogen werden, dass es so was in Deutschland nicht gäbe.
Die dabei getätigte Projektion, die selbstverständlich außer acht lässt, dass diese Feindlichkeit ein ebenso fester Bestandteil deutscher Jugendkultur ist, sieht die Probleme nur in der Herkunft, und sei die auch noch so fernliegend.

die vertreibung aus dem serail georg klauda maennerschwarm verlag

Dem Autor gelingt es die dem Islam zugeschriebene Homosexualitätsfeindlichkeit und die damit einhergehende Legitimation des „Abendlandes“ zu dekonstruieren. Vor allem anhand von historischen Quellen und arabischer Literatur, deren Liebesgedichte immer wieder von gleichgeschlechtlicher Hinwendung zeugen, wird auch unter Bezugnahme zu aktuellen Diskussionen aufgezeigt, dass die Homosexualitätsfeindlichkeit ein Import aus Europa ist (besonders interessant die aufgezeigten Fälle strafrechtlicher Verfolgung aus mehreren Jahrhunderten), „das Resultat einer gewaltsamen Angleichung an die Denkformen ihrer ehemaligen Kolonialherren, die Homosexuelle im Prozess der Modernisierung erstmals identifiziert, benannt und zum Objekt staatlichen Handelns gemacht haben. Homophobie ist eine Erfindung des christlichen Westens, die im Zuge der Globalisierung in die entlegensten Winkel dieser Welt exportiert wird“.

die vertreibung aus dem serail kleiner finger abspreizend

Dass da Welten aufeinander prallen, zeigt amüsant die zitierte Schilderung von offensichtlich besonders aufgeklärten britschen Besatzungssoldaten in Afghanistan, die von händchenhaltenden küssenden Männern entsetzt waren, die sich ihnen näherten.

Die Untersuchung der Einflüsse des Kemalismus in der Türkei, der mit der Modernisierung auch eine Verurteilung der zu überwinden geglaubten Homosexualität mit sich brachte, gehört mit zu den interessantesten neue Betrachtungen erschließenden Teilen des Buches.

die vertreibung aus dem serail roter mund

Auch wenn nicht alle Thesen des Buches überzeugen, Liebesgedichte sind bspw. nur bedingt als Nachweis tauglich und die Foucault-Anhängerschaft und damit verbundene Defizite der Analyse (Stichworte „Postmoderne“, „Postkolonialismus“) leider unverkennbar sind, ist das Buch unumwunden lesenswert und gibt wichtige Anstöße für die Diskussion. Der Autor, der zur Zeit auch einige Lesereisen absolviert, kann mit gut Glück persönlich in Augenschein genommen werden.

Georg Klauda Die Vertreibung aus dem Serail – Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt

Verlag: Männerschwarm, 2008
ISBN 3-931402-46-0
16 €

Das historische Buch

Bei der Suche nach passender Lektüre wurde auf ein weitgehend unversehrtes Buchexemplar gestoßen und unschöne Erinnerungen kamen hoch ;-) . Dereinst wurde das im Übrigen fabelhafte Werk, zum Lesen weitergereicht und sogleich einmal ordentlich umgeknickt, um es angeblich besser lesen zu können; sprachlos und unter entsetzten Blicken verfolgend wurde der Person so langsam der Frevel beim Aufschauen bewusst und eilfertige Verklärungen der Notwendigkeit waren die Folge wie leider auch das anschließende Zerfleddern des Exemplars (früher waren Taschenbücher besser verklebt), kurz und gut – ein neues Buch lag irgendwann zufrieden auf dem Tisch :D und nun ist die Gelegenheit günstig es vorzustellen.

drei auf einen streich

Schließlich ist der Autor einer der ganz großen deutschen Literaten: Lion Feuchtwanger, seine historischen Romane gehören zweifelsohne zu dem Besten, was auf diesem Felde hervorgebracht wurde, nie langweilig, immer einen spannenden Stil pflegend, schafft er es, dass sich die LeserInnen in die ProtagonistInnen so richtig hinein versetzen können (einzig in seinem letzten Werk gelingt ihm dies nicht richtig). Gerade weil es keine leichte Lektüre ist, war den Büchern ein immenser Erfolg beschieden, Feuchtwanger in der Weimarer Republik zu verlegen hieß meistens Geld zu drucken ;-)

Der aus einer jüdischen Familie stammende Autor avancierte schnell zum Hassobjekt der Nazis, die er nicht zuletzt in seinem Werk Erfolg, um das es sich hier bei der Vorstellung handelt, so schön vorführt, dass er ganz nach oben auf der Verfolgungsliste rückte.
Schon Jahre bevor Hindenburg Hitler an die Macht brachte zeigte Feuchtwanger die Gefahren auf; glücklicherweise befand er sich im Januar 1933 auf Lesereise in den USA, sein Vermögen wurde beschlagnahmt und seine Bücher Opfer der Bücherverbrennungen.
Sein Exil in Frankreich und später in den USA blieb dauerhaft --erarbeitet auch in den weiteren Bänden der Trilogie Die Geschwister Oppermann (es existieren unterschiedliche Schreibvarianten) und Exil.

Nach der Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft war die Zeit nicht günstig für ihn. Im Westdeutschland wurde er geschnitten, in den USA von McCarthys Schergen bedrängt; seine Bücher beim Aufbau-Verlag verlegt, feierten nur im Osten weiter Erfolge (einige kleine politisch nicht genehme Beschreibungen, die dort erfolgten, sind inzwischen durch Verlegung der Urfassung beseitigt).

Das hatte auch seinen Grund im Werk Erfolg, die in den Anfängen der 20er Jahre spielende Handlung legt nicht nur die Machtgelüste der Nazis und der sie stützenden Großindustrie offen, sondern bringt ein beispielhaftes Sittenbild bayrischer Verhältnisse, die wie in all seinen Werken die Auseinandersetzung mit Moral, Religion und gesellschaftlicher Normen zum Thema hat.

lion feuchtwanger erfolg aufbau verlag

Die Geschichte, an der Feuchtwanger mehrere Jahre arbeitete, ist damals kein „richtiger“ historischer Roman gewesen wie etwa sein bekanntes Werk Jud Süß, welches etwa im Jüdischen Museum in Berlin übrigens von minder kompetenten AusstellungsmacherInnen als antisemitisches Buch ausgestellt wird (es wurde offensichtlich nie gelesen, der gleichnamige Hetzfilm Veit Harlans scheint auszureichen für die Einordnung, vermutlich stößt aber die Religionskritik Feuchtwangers auf wenig Gegenliebe), sondern ein zeitgenössischer. Gleichwohl verbleibt seine Methodik mittels historischer Darstellung zu spannenden Romanen zu gelangen.

Der Klappentext beschreibt die Rezensionen der damaligen Zeit, „Ein Buch des Hasses“ und die späterer Jahrzehnte, „Dokument der inneren Wahrheit, wie es aufwühlender, erschreckender und packender, heiterer und niederschmetternder kaum gedacht werden kann“.

Und da sich sicher so langsam die Ungeduld breit macht bezüglich des Inhaltes, sei dieser auch noch kurz mitgeteilt:
In Bayern werden die politischen Rollen neu verteilt, die Nazis halten ihre Versammlungen ab und in München wird dem Leiter der staatlichen Gemäldesammlung Krüger der Prozess gemacht, ein Meineid scheint der Anklage zu Grunde zu liegen. Es geht scheinbar um die Beziehung zu einer Frau, stattdessen spielt die Frage der Freiheit der Kunst und politische Gerechtigkeit die Hauptrolle. Ein Sittengemälde (nicht nur) bayrischer Verhältnisse und die diese tragenden Akteure. Wie gesagt, spannend zu lesen der Klassiker :-)

Lion Feuchtwanger, Erfolg

Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag, 2002
ISBN 3746656060
12,50 €

Sommerkrimi

Da zum Genuss von Literatur zwangsläufig auch immer Verlage gehören und diese – insofern nicht triviale Massenwerke aus dem Zaubersegment im Angebot stehen – den eingereichten Manuskripten der AutorInnen meist mit dem Gestus des Ablehnenden gegenüberstehen, war es schon lange mal an der Zeit sich ein wenig zu rächen.

Der Autor Wolfgang Bittner gehört mit über einer Million verkaufter Bücher zu den Erfolgreicheren seines Standes, hat mit den bekannten Rechtssprüche (neu erschienen bei Ossietzky) und dem Jugendroman Der Aufsteiger schon in den 70er Jahren nach seinem Ausstieg aus dem juristischen Milieu sich längst neben zahlreichen Zeitschriftenartikeln vor allem als Jugendbuchautor einen Namen gemacht. Kann es sich also leisten ein wenig den Habitus an zu kratzen ;-)

marmelsteins verwandlung wolfgang bittner kloepfer und meyer verlag

Ein Kriminalroman, das richtige für eine Sommerempfehlungsliste, ist Marmelsteins Verwandlung von W. Bittner, versehen mit bissigen Anspielungen und einer gehörigen Portion Reiselust, die von Zürich nach Kanada führt. Mit im Gepäck des Cheflektors eines großen Verlages die selbst genehmigte „Abfindung“, die nach diversen Querelen und intrigenhaft sich präsentierender Arbeitsgewohnheiten des Verlegers Morkamp v.a. zum Nachteil seiner AutorInnen, wohl verdient ist.

Der wiederum kann sich nicht so richtig durchringen die Veruntreuung anzugehen, da seine Vorarbeit auch nicht den Ruch des Legalen genießt. Nun, es wird alles anders als gedacht, mehr wird nicht verraten, denn der Roman ist auch eine kleine Liebesgeschichte, und sowieso nimmt alles eine andere Wendung und bei der Suche was hinter den fein gesetzten Anspielungen real sein könnte wird auf Gerüchte zurückgegriffen werden müssen. Pflicht für die Angehörigen des Standes, Kür als spannende mal etwas andere Sommerlektüre für den Liegestuhl.

Wolfgang Bittner Marmelsteins Verwandlung

Verlag: Klöpfer und Meyer, 1999
ISBN-10: 3-931402-46-0

Die Tagebuchsektion II

marjane satrapi persepolis edition moderne verlag

Der letzte Tipp schließlich ist sowohl einem Buch, als auch einem Film gewidmet.
Persepolis von Marjane Satrapi. Nach der gleichnamigen antiken persischen Stadt benannt greift die Autorin, die es leid war, ihr Herkunftsland immer im Zerrspiegel westlicher Vorurteile von MitteleuropäerInnen präsentiert zu bekommen, die wieder hochaktuelle Frage auf, wie die Lebenssituation der Menschen im Iran zustande kam, zeigt anhand ihrer Erfahrungen im ersten Band Eine Kindheit im Iran und im zweiten Band Jugendjahre ihre Lebensgeschichte, aufgezeichnet vom Sturz des Schah-Regime bis zur Verfolgung der fortschrittlichen Kräfte, es enthält die Erfahrungen und Wünsche, zeigt die Veränderungen im erzwungenen Asyl in Österreich, die Entfremdung und doch die Nähe zu sich selbst.

bücher zum rebellieren satrapi persepolis
Satrapi — eine Kindheit im Iran

Auf gelungen Weise lässt Satrapi, die eigentlich Illustratorin ist, das Mittel des Comic zur Erzählung ihrer Geschichte zu, sie erhält damit auch Zugang zu einer Darstellungsweise, die auch für Nicht-ganz-so-begeisterte-Comic-LerserInnen interessant ist.
Der kleine schweizerische Comic-Verlag Edition Moderne, der auch die Zeitschrift Strapazin herausgibt, hatte das Wagnis auf sich genommen in den weitgehend comicabstinenten deutschsprachigen Ländern das Buch in einer gebundenen Ausgabe herauszubringen. Ein Wagnis, welches mit der schönen Verfilmung (die im Gegensatz zu dem meisten anderen des Genre) eine perfekte Umsetzung des Buches ist, zu einem großen Erfolg wurde. Eine phantastische nur empfehlenswerte Erzählung – Buch und Film zusammen.


Trailer für den Film von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud

Marjane Satrapi Persepolis, Band 1 Eine Kindheit im Iran Band 2 Jugendjahre

Verlag: Edition Moderne
dt. Übersetzung: Stephan Pörtner
Band 1: »Eine Kindheit im Iran«, 2004
ISBN 3-907055-74-8
22 €
Taschenbuchausgabe für 9,95 €

Band 2: »Jugendjahre«, 2005
ISBN 3-907055-82-9
26 €


18 Antworten auf “Durchaus und überaus fatale Büchersichtung mit Zeitaufwendungsangenehmlichkeiten und ein Haufen spannender Lektüre (mehr als gedacht)”


  1. Gravatar Icon 1 rike 05. Juli 2009 um 21:50 Uhr

    Spannende Liste!! Wenn auch nicht unbedingt als leichte Kost am Strand geeignet, oder? Links zu entsprechenden Anbietern heißt ja auch nicht automatisch, dass dort die Bücher eingekauft werden. Ich liebe den kleinen Buchladen hier um die Ecke. Aber hin und wieder braucht man auch die Online-Version.

  2. Gravatar Icon 2 rosa 05. Juli 2009 um 22:22 Uhr

    Seufz, war erst neulich wieder beim ehemaligen Stamm-Karstadt am Hermannplatz, wo die dereinst gut sortierte Bücherecke durch einen seelenlosen Hugendubel ersetzt wurde.

    Interessante Büchertips, Persepolis kenne ich und die Empfehlung unterstütze ich hiermit wärmstens (und gleich ein Service-Announcement: Wer Persepolis mochte wird vielleicht auch mögen: Maus von Art Spiegelman; oder: Dykes to Watch Out For von Alison Bechdel).

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 05. Juli 2009 um 23:50 Uhr

    @rike
    Nicht ganz leicht, aber was für lange laue Sommernächte und durchlesene Morgengrauen ;-)

    Dass links zu Onlineanbietern nicht automatisch dazu führen, dass dort eingekauft wird, ist klar, aber darum geht es ja auch gar nicht. Gerade das schnell erreichbare Angebot (ein Klick) — und ein nicht geringer Teil der Internet-UserInnen tut dies ja auch — und schon fängt das Dilemma an.
    Und wirklich — warum wird ein Onlinehandel benötigt? Wofür? Fast jedes Buch ist heutzutage in jedem Buchladen bestellbar. Ein Anruf dort und am nächsten Tag kann es abgeholt werden. Das macht wirklich keinen großen Aufwand. Recherchiert werden kann bei libri und buchkatalog doch ohne weiteres falls Angaben zur Auflage benötigt werden.

    @rosa
    Auch schon gesehen. Neulich war in der FR ein schlecht recherchierter Artikel zu Karstadt am Hermannplatz, der beklagte, dass außer jenem Sortiment es keinen Buchladen um die Ecke gäbe — dabei ist eine Straße weiter bereits der nächste.
    Dykes to Watch Out For war mal kurz in die Hand genommen worden, aber irgendwie sprangen die Zeichnungen nicht so ganz über, aber da wird bei Gelegenheit noch mal intensiver geschmökert :-)

    Maus ist auch eine gute Empfehlung :-)

  4. Gravatar Icon 4 Bolliskitchen 06. Juli 2009 um 7:14 Uhr

    Ja ja, de Buchhandlungen müssen überleben….Hier in Frankreich darf Amazon nicht mehr mit kostenlosem Versand die Kunden anlocken, was ich sehr gut finde!Man sollte sich die Bücher bei Amazon anschauen ( noch besser bei den Verlagshäusern, jeder hat eh ne Webseite) und dann sollte man zum Buchhändler gehen und das Buch dort bestellen! Das ist meistens genauso schnell wie Amazon!

  5. Gravatar Icon 5 rike 06. Juli 2009 um 9:19 Uhr

    @ Kulinaria: Wer wochen- bzw. monatelang die Wohnung nicht verlassen kann, beginnt die Internet-Shops zu lieben. Leider weiß ich, wovon ich rede :(( Konnte froh sein, nicht in der Klinik zu liegen. Manchmal ist der Weg um die Ecke schon zu weit und das ist derartig frustrierend, das ist nicht in Worte zu fassen…
    Laufenderweise kaufe ich lieber in Läden, denn nicht nur der Buchhandel, auch die schönen kleinen Spieleläden, in denen die Verkäufer ihre Produkte auch kennen, sterben langsam aus. Da zahle ich lieber 2 Euro mehr und habe gleich noch die entsprechende Beratung dabei! Im Buchhandel ist es ja eh egal, denn der Preis ist ja fest.

  6. Gravatar Icon 6 Wolf 06. Juli 2009 um 12:45 Uhr

    Ich benutze Amazon eigentlich auch nur, um die ISBN-Nummer raus zu suchen :-) Das einzige Buch, das ich von Deiner Liste kenne, ist Erfolg. Sehr schön zu lesen, aber man muss die Hintermänner etwas kennen, da Feuchtwanger sie nicht mit ihren echten Namen benennt, also Hitler, v. Kahr, Quandt etc.

  7. Gravatar Icon 7 lavaterra 06. Juli 2009 um 22:04 Uhr

    Da ich zur Zeit ganz wenig zum Buch-Lesen komme, finde ich die Aktion von genussmousse super und die Lese-Anregungen sehr interessant. Außerdem gibt es hier schon wieder so viel zum Nachlesen für mich.

  8. Gravatar Icon 8 kulinariakatastrophalia 07. Juli 2009 um 2:19 Uhr

    @Bolli
    Das mit Amazon ist interessant — gilt das nur für die Werbung oder muss ein Versandpreis gezahlt werden?

    @rike
    Klar solche Situation sind unschön, aber das sind doch Ausnahmesituatioen (auch wenn es Dich jetzt leider getroffen hat).

    @Wolf
    Bonmot am Rande ist auch die Beschreibung Brechts, der nicht besonders gut wegkommt im Roman, jener, der damals noch nicht so bekannt war, hatte sich dereinst an Feuchtwanger ran gehängt, um groß raus zu kommen und erzählte dies auch freimütig weiter bis es auch zum Objekt der Begierde gelangte, der sich so ein wenig revanchierte :D

    @lavaterra
    Die Leselisten sind bald genauso lang wie die Nachkochlisten, da muss bald mal Struktur reingebracht werden damit nicht nur die neusten Rezepte und Bücher in Erinnerung bleiben :-?

  9. Gravatar Icon 9 Wolf 07. Juli 2009 um 11:08 Uhr

    Ach, das mit Brecht kannte ich nicht :-)

  10. Gravatar Icon 10 reibeisen 07. Juli 2009 um 20:54 Uhr

    vielen dank fürs mitmachen und die feinen lektüre-empfehlungen. bis auf die satrapi ist uns alles neu (auch von feuchtwanger haben wir bislang nur anderes gelesen). und: das mit dem festkleben vor dem bücherregal kennen wir. und befördern es. etwa, indem wir uns ab und an entscheiden, die sortierung umzuorganisieren. ein höchst vergnüglicher zeitvertreib!

  11. Gravatar Icon 11 Schnick Schnack Schnuck 08. Juli 2009 um 8:19 Uhr

    Der Rubikon liegt hier ja bereits auf dem Stapel. Bin schon sehr gespannt!

  12. Gravatar Icon 12 Food is just a 4-letter word 08. Juli 2009 um 9:55 Uhr

    Eine unglaublich spannende Auswahl – könnte glatt ich mitgenommen haben.
    Ein ziemlich interessanten Geschmack hast du da, ich würde gerne mal an deinem Bücherregal vorbei schlendern. ;)

  13. Gravatar Icon 13 kulinariakatastrophalia 09. Juli 2009 um 1:00 Uhr

    @Wolf
    Nochmal lesen ;)

    @reibeisen
    Regelmäßige Umorganisierungs-Sessions ^:)^

    @Schnick Schnack Schnuck
    Ah, schon gekauft :)

    @Food is just a 4-letter word
    Zur Zeit ist nicht viel mit Vorbeischlendern, es liegen noch zuviele Bücher davor @-)

  14. Gravatar Icon 14 Bolli 09. Juli 2009 um 15:59 Uhr

    ja, die haben hier einen Prozess verloren, weil sie damit geworben haben, alles umsonst zu verschicken. Die Buchhändler haben wegen unlauteren Wettbewerbes eine Klage eingereicht, und gewonnnen!

  1. 1 Montagsupdate « meta.blogsport Pingback am 06. Juli 2009 um 14:27 Uhr
  2. 2 Überfällige Präsentation aus doppelwickliger gut gelagerter Umlage und der Zucchini zweiter Stufenplan (nebenbei Rumspielerei) und polizeiliche Löschungsfragen « kulinaria katastrophalia Pingback am 07. August 2009 um 5:12 Uhr
  3. 3 Derweil — es stehen erkundungshalber einzuholende Erfahrungen an — die kurze Aussicht auf eine schon immer gestellte Frage « kulinaria katastrophalia Pingback am 15. August 2009 um 14:10 Uhr
  4. 4 Kurz sich vergegenwärtige blogobsolete Vorstellung, der auch sonst ab und an gehuldigt zu werden wünscht, und auch ansonsten zart umschlungene Köstlichkeit, einfach (wichtiger Tipp) « kulinaria katastrophalia Pingback am 18. Februar 2010 um 14:10 Uhr
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