Archiv für Juli 2009

Honigsonnenkontrollmilieu, das und die wahnwitzige eigentlich wie immer leicht umzusetzende feiertagsruhepoesie mit phantastisch magnetisierender eigener kulinaria-katastrophalia-Wortschöpfungskunst damit schön der Übung gehuldigt und nachbautätige Schiebehandlungen sich ergebenderweise zu offenbaren wissen (Beeren waren noch im Alten drin)

honigsonnenkontrollmilieu

Da des Letztens sich offenbarte, dass die alte Kühlgelegenheit sich für die allernotwendigsten Ingredienzen nicht mehr als ausreichende Platzofferte bot, war die Gelegenheit günstig ein supergroßes Teil, ein aus Umzugsgründen übriggebliebenes aus unrenovierten bald noch teurer an Yuppieschnösel (à la 2000 Eurofür die 3-zi.Whg. — das ist ja billig) vermieteten Wohnungen genau hierhin, in unsere schöne kulinaria katastrophalia-Küche, wo es noch richtig benötigt wird, zu transportieren.

Praktischerweise klebten da noch lauter kleine Wortmagneten dran, zwar mit einfacher Wortnadel in die Verkaufstüte gestrickt, aber trotzdem ganz spannend; was damit jetzt zur Erbauung übermüdeter Augen am Mittag zu legen ist, um die am Nachmittage aufstehende WG-Belegschaft zu erfreuen.

kaffee fuer lau und feiertagsruhepoesie
zeig wenig zitterangst wunderansicht gratis

Natürlich fehlen die wichtigsten Wörter, „schlunzig“ beispielsweise ward gar nicht gesichtet, „Himbeerumhüllungsbruchauch nicht, von „Zauber-Creme-Wölkchen“ ganz zu schweigen oder was sich sonst noch so schön macht im Formulierparadies.

blaue beeren auf weisser kalter unterlage in ringelschale
Immer gut — blaue Beeren auf weißer Grundlage in Ringelschalenambiente

Da muss also die eigene Magnetwand bedruckt, beklebt und verschnippelt werden, um noch phantastischere Möglichkeiten der frühmorgendlichen Schiebehandlungen zu kreieren, da könnten dann Wortbefehle gelegt werden — da waren nicht nur Erdbeeren drin im Alten, sondern auch noch blaue Beeren, iss die, heute noch, das würde da natürlich nicht so schnörkellos drin stehen, das würde sich sittsam mäandernd ;-) dann ungefähr so lesen:

Das.. ähh.. die, ne ..,. und schon fängt es an, es wird nur noch mittels Magnetsichtung vonstatten gehen können :D

kaffee glitzersitzeckentimemodul
Auch der Spieltrieb sollte nie unbeachtet sein Dasein pflegen

Nur welche schönsten Wörter auswählen, ein hartes Geschäft, zudem will auch die Schriftart sorgsam bedacht werden, eine länger zu bewerkstellende Aufgabe also, aber es wird dran gearbeitet :D Magnetfolien sind ja auch gar nicht so teuer, das dürfte doch auch ein lukratives Verkaufsgegenstandtütchen füllen oder gar als unwillkommenenes Geschenk, welches nicht versteckt und bei Bedarf wieder schnell hervorgeholt werden kann ;-) Sooo tolle Möglichkeiten sich das, höchstwahrscheinlich noch nicht für ganze Bands geeignete, eigene Honigsonnenkontrollmilieu zu erschaffen…

noch viel da
noch viel da — und baldenst noch vielviel mehr

Rotkohlsprossenpotpourri — von Kontakten auch in eigener Sache und vorauseilendem Gehorsam samt Internet-Sperren

Unser Bloganbietungssystem Blogsport bei dem bekanntlich viele Antifagruppen ihre Blogs haben, war heute für einige Stunden teilweise weg vom Netz. Grund war offensichtlich Spamvertising von Nazis der unmittelbar gegen den Antifa-Blog Rock gegen Rechts gerichtet war. Dieser berichtet von der Verwendung der emailadresse als gefälschtem Absender und diversen mit plumpen Sprüchen versehenen Spammails, um den Blog und Blogsport zu diskreditieren. Schon im Vorjahr hatte es von Neonazis Morddrohungen gegeben.

rotkohlsprossen erstrahlend

Die Blogsportblogs, die über den Anbieter Serverloft laufen, wurden in vorauseilendem Gehorsam durch Abschaltung der Server vom Netz genommen. Dies auch noch in Kenntnis, dass mit gefälschten Daten operiert wurde. Der von den Nazis erwünschte Effekt ist damit eingetreten.

Serverloft hielt es noch nicht mal für nötig Blogsport zuvor über diesen Eingriff zu informieren. Welche jetzt denkt Serverloft, da war doch was, die liegt richtig. Unangenehme Käufe über ebay (basic thinking) gehören zum Geschäftsmodell offensichtlich dazu.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch nochmal daran, dass es beständig Anfragen der Polizei und diverser LKAs an Blogsport bis hin zu Hausdurchsuchungen gibt. Inkriminiert werden beispielsweise gerne antifaschistische Fussballturniere.

Um Angriffspunkte, so absurd sie auch sind, auszuschließen wurde bis auf weiteres in allen Blogsport-Blogs das Kontaktformular abgeschaltet. Wir sind also nur noch per email erreichbar. Und wenn gar überhaupt gar nicht mehr, dann nur, weil Serverloft die private Internetsperre durchsetzt, da bedarf es überhaupt keiner staatlichen Einflussnahme mehr.
Aktuell sind heute früh (28.07.) immer noch der planet und die commentsammlung nicht mehr aktualisierbar. meta meint ja inkompetent da ja nachprüfbar ist, dass nichts von dem Blog versandt wurde — wir meinen:

So liebes Blogsport-Team — schreibt bittebitte eine fette Schadensersatzforderung an die dummen Kommerzheinis, die nach der Pfeife der Nazis tanzen.

Frittata-Kunde: Von Blüten das Herz, von der Pfanne die gute Kruste (versteckt) und vom Mangolde das Aroma — und außerdem lustige BKA-Referrer (bei anderen gesichtet)

frittata mangoldige zwiebel ei ricotta mischung mit leckeren braunen raendern
Frittata, köstlichst

Die hiesigen Mangoldpopulationen (woanders sind es Amselüberbleibsel) sind schwer in den Griff zu bekommen (wie auch leider der in Zeitnot untergegangene Beitrag zur Weinrallye), das Gemüse wird zur Zeit ja auf jedem Wochenmarktstand feilgeboten, als wenn bald das Ende kulinarischer Bedarfsbestandseinkäufe sich nähern würde. Da heißt es zuschlagen und dann kommt das Trara, was denn damit so anstellen sei.

abgewendete basilikumbluete
abgewendete Basilikumblüte

Frittierte Kost kann auch nicht jeden Tag aufgetischt werden, aber so ein bisschen wäre natürlich auch nicht schlecht. Bei genial lecker neulich über
Mangold-Frittata gestolpert und nun der Nachbau. Ein klein wenig abgeändert und eine köstliche nicht unansprechende Leichthartbraungebranntundsofortversteckzone kreiert (nicht im Bilde).

erster dimmerbratgang der mangold ei ricotta zwiebel mischung
Kurz vor der zweiten Pecorinoraspelung, zartschmelzender

Ansonsten überaus famos — und so geht es ganz einfach:

Zwiebeln rot und kleingehackt, samt Mangoldstil und feine zarte Blüte vom Basilikum, sodann gebraten in Olivenöl, salzen, pfeffern aus der Pfanne raus damit, Mangoldblatt geschnitten angebraten, hinzu dann fein versorgt mit Ei derer drei , Pecorino, raspelig und Ricotta einen Becher voll, und nicht vergessen einem Schwubs Olivenöle, angerührt zuvor das alles, famos gewürzt mit Blüten nochmals, braten 5 Minuten, mittlere Flamme, derweil Pecorino in die schon hart werdende Oberfläche raspelnd sich anschickend gleichfalls die Wendung zu vollziehen, Teller drauf und zack herum, braunknusperig auf den Punkt, auch 4 Minuten reichen dann, gar köstlich.

pfannenlastige frittata aus mangold ei ricotta zwiebel im anschnitt
Omelett im Anschnitt

Zur verlockenden Kost dann Aufregung im Blogsportwald, referrer, BKA-intern, auf und ab sichtend, nur ein Blog lacht sich ins Fäustchen, aber der ist auch von auswärts, real bleibt dieses.

Hunderte Zugriffe nicht davon dann, das entzückt das Herz, auch bei uns, denn mit viel Liebe beim Klicken sind unserer referers zur Zeit vor allem von einem Thema dominiert, es läßt sich unumwunden kundtun: sowas kommt von sowas

Wiederentdeckte Erdbeeren in wunderschöner weißer Pracht und das Bekenntnis eine Anschaffung als Option des Vornehmbaren ernsthaft in Betracht zu ziehen

wiederentdeckte erdbeeren in weisser pracht
Griffbereite Praktikabilität passé

Ah, dass draußen gelagerte Erdbeeren, jene lustige süßen Rotfrüchtchen, bisweilen in kühlerem Ambiente besser aufgehoben sind, ist eigentlich eine Binsenweisheit bei diesen Temperaturen.

Allerdings korrespondiert das nicht unbedingt mit den natürlichen Gegebenheiten der hiesigen Vorratshaltung. Die Kühlgelegenheit quillt immer über, allerlei Käsesorten aus aller Welt (na gut, aus vorwiegend südeuropäischen Ländern), diverse Gemüseeinkäufe, Pasten, Saucen, Oliven, Weinflaschen derer viele und was sich sonst noch so findet, muss einen Platz haben, aber bisweilen gestartete Expeditionen in das Innere zaubern immer noch neues hervor — der Eiß des Unachtsamen:

Eine schöne weiße Pracht, nicht unschön zu betrachten, gar flauschig schon und der Beschluss, dass nun ein größeres Modell her muss, schnellstens, Notstandbeseitigungsmaßnahme.

Von nicht ungefähr habhafter und daher sanfter Betulichkeit im Hinblick auf die Schütthaltung bedacht war es im zweiten Anlauf und dabei sogar mit einer interessanten Variation geglückt — buntes rotgelbgrünes Geschick

junger mangold leicht frittiert
Erste junge Mangoldblattkunst

Die glücklich sich schätzende Auberginenzeit macht sich hier immer mit reichlich Exemplaren bemerkbar, die sich zwar sehr schick machen auf dem Küchenregal oder wo sonst noch Platz für das Gewächs ist, bisweilen ist aber einfach die Handhabbarkeit im Kochglück etwas reduzierterer Natur.

Bei Spülkönig & Kitchenqueen war neulich so eine leckere Kreation aus Malaga zu sehen. Hauptbestandteile dabei waren Auberginen und Honig, Wein und Ausbackteig. Müsste sich machen lassen; feinfein, also ran, die Exemplare, zeigten auch schon leichte runzlige Schwächen außenrum.

aubergine in leichtem backteig mit honig-wein-mischung versehen
Natürlich mit reichlich Olivenöl versehene Tapaskost mit Honig-Wein-Sprengsel

Die Zubereitung ist etwas ausgefeilter, als die Auberginen bisweilen auf den Tisch kommen.

Die in Scheibenformat geschnittene Melanzani aus einer schönen dunkelvioletten Rundfrucht herstammend wurde gesalzen und gesalzen, was leider einmal zuviel des Guten war. Der Hinweis bei S&K , die Scheiben ordentlich abzuspülen, war wertvoll, ward aber nicht gemacht.

manchmal haben auch auberginen ein bewegendes innenleben
Manchmal haben auch Auberginen ein bewegendes Innenleben ;-)

Aber erst mal weiter im Kochvorgang. Derweil wurde nämlich schon mal der Ausbackteig angerührt. Ganz nach Rezept mit fast einer Flasche Bier, etwas Mehl, einem Ei (ist aber eigentlich nicht unbedingt nötig) und etwas Salz und vielen schönen Safranfäden. Kann auch bei gewünschter festerer Außenumrundungsstruktur mit mehr Mehl angerührt werden.

ausgebackenes junges mangoldblatt mit teigausformungen
Ausgebackene Spuren entzücken das jung Mangoldblatt

Die erste Bratung dann schön in Form und Farbe, der Eintauchteig war eher dünnflüssiger und beschenkte die runden Scheiben mit einem die Eierfrucht schon herauskommen lassenden leichten Behang.
Die erste Probeverkostung war dann eher der nicht so eingeübten Nichtverzückung gewidmet — total versalzen, Würg, da half auch nicht die aus Orangenblütenhonig-Malaga-Wein (es ward eine portugiesische Möglichkeit in Anspruch genommen) kreierte Übertröpflegelegenheit.
Uuhh, also schnell die restlichen Scheiben ganz, ganz brav abgespült um wenigstens die nächsten zwei Fuhren genießen zu können.
Das Resultat war dann auch wesentlich angenehmer als die Salzversion, irgendwie war da doppelt gesalzen worden :-( , naja die Rubrik Katastrophalia muss auch mal wieder gefüllt werden.

fluessiger safranfaden ausbackteig zu mangoldblatt
Safranfaden wissen durchgezogen sich gebenden Mangold neues Glück zu bescheren

Nicht ganz so passend war zu den gebratenen Auberginen die Honig-Wein-Mischung, war doch zu süß als alleinige Zugabe, mit etwas herberen Ahornsirup kommt das bestimmt besser oder im Zusammenspiel mit etlichen anderen Tapas.

Da vom angerührten Teige noch viel da war, wurde einfach mal ausprobiert da hindurchgezogene Mangoldblätter zu braten — Exzellent kann nur gesagt werden, da hinzu passt tröpfelnderweise die Sauce optimalst, sehr lecker in dieser Variation. Also wanderten auch noch der Rest der vielen bunten gelben, grünen und roten jungen Mangoldblätter (die gerne mit Stiel gebraten werden können — auch wenn einige das nicht glauben können) in die safranversetzte Ummantelungsflüssigkeit, die inzwischen durch die längere Ziehzeit noch gelber glänzte. Ganz überfamos lecker!

roter mangold leicht mit safran und so umbacken
Und weil es schön ist auch noch das rote Mangoldblatt :-)

Zutaten:

Auberginen, violett
Mangold, jung und bunt
Bier
Mehl
Ei
Salz
Olivenöl
Orangenblütenhonig
Malagawein (hier verwendet als Ersatz ein portugiesischer Likörwein)

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Kreisler! Frieden den Hütten — Krieg den Palästen!

Heut hat Georg Kreisler Geburtstag, den 87en — Herzlichen Glückwunsch! Eine Biographie mit verdorbenen Liedern gibt es auch in Restbeständen zu finden. Außerdem sind LETZTE LIEDER und Opern in Planung. Einfach mal auf der Homepage stöbern.

Der Satiriker und Kabarettist — der vielen eher durch die Punkband Die Kassierer bekannt ist, die seine Lieder coverten — hat mit seinem bissigen Humor bewiesen, dass Kabarett auch gern etwas mehr als den Lack abkratzen darf. Kreisler wurde 1922 in Wien geboren und floh wegen seiner jüdischen Herkunft aus Österreich in die USA.

Während des 2. Weltkrieges und während der Nürnberger Prozesse war als Übersetzer für die USA tätig. Engagements als Entertainer, u.a. Arbeit mit Chaplin in Hollywood waren weitere Stationen. Lieder komponieren sowieso (die erste Platte wurde eingemottet), Amerika war nicht reif für Kreisler, der in den 50ern nach Österreich zurückkehrte und mit Tauben im Park vergiften die Gemüter zu erhitzen wusste. Lebte fortan in Salzburg und Basel und erfreut hochaktuell noch immer.

Der Polizeipräsident hat den Gegner entlarvt, das hat Tradition in Berlin, sozialdemokratische Politik heißt seit dem 1. Weltkrieg schließlich Krieg nach Außen und Repression nach Innen befürworten und aktiv mitzugestalten.

Die Gegner sind die Linken, die es einfach nicht verstehen wollen, dass deutsche Soldaten im deutschen Protektorat Afghanistan und anderswo über alles herum maschieren eigentlich nur den Frieden sichern wollen, genauer die Freiheit, die schon zu seligen CDU-Regierungszeiten noch in den Verteidigungspolitischen Richtlinien für die Bundeswehr formuliert wurde: „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt“

Die Militarisierung des öffentlichen Raumes bedarf gerade bei Soldaten, die in Zinksärgen zurückgeschafft werden einer medialen Unterstützung, die eilfertige JournalistInnen jederzeit bereit sind zu erbringen. Das Ziel der Gehirnwäsche für die ach so aufgeklärte Bevölkerung ist schließlich die Freiheit, da darf auch gerne mal Kriegspropaganda gemacht werden. Wir sind schließlich so frei.

Am 20. Juli wird nicht etwa der Hundertausenden KommunistInnen und SozialdemokratInnen, AnarchistInnen und PazifistInnen, BürgerInnen die Juden versteckten oder Deserteuren der faschistischen Wehrmacht gedacht, die sich wehrten, Widerstand auch ganz alltäglichen leisteten, nein der Kriegsverbrecher Stauffenberg ist das Idealbild, der das Ansehen Deutschlands retten soll, Geschichtsklitterung, die Reaktionäre wie Monarchisten vereint, die erst agierten als ersichtlich wurde, dass der Krieg verloren ist.
Die Bundeswehr nimmt ausdrücklich auf ihrer Internetseite Bezug dazu: Der Krieg von Hitler nur „angezettelt“ ist da zu lesen, Reinwaschung der Akteure, die Manuskripte verfassten in denen es heißt: “ Die vom Nationalsozialismus zunächst vertretenen Ideen seien größtenteils richtig gewesen, nach der Machtergreifung jedoch in ihr Gegenteil verkehrt worden“.

geloebnix_Plakat_klein_2009
Die Demo wurde teilweise verboten

Und da Deutschland wieder in aller Welt Krieg (neudeutsch: friedenssichernde Maßnahmen) führt und sich nun das holen will, was Kolonialzeit und letzte Weltkriege nicht in der Lage waren zu sichern, muss es öffentliche Gelöbnisse geben, mit der die Zustimmung der Bevölkerung versichert werden soll.

Nur die kann in Berlin so gar keinen Gefallen an dem Kriegsspektakel (das 1 Million Euro an Kosten verrschlingen wird) finden. Es werden 1015 SoldatInnen aufmarschieren ( incl. Musikkorps, Ehrenkompanie, FeldjägerInnen usw.), 400 Angehörige des Wachbataillons legen ihr Gelöbnis ab. Dazu an die 3000 „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ sowie zahlreiche Ehrengäste. Ob die Witwen der letzten toten Soldaten geladen sind ist nicht bekannt.

Tausende von PolizistInnen werden also auch dieses Jahr dafür sorgen, dass Proteste dagegen auseinandergeprügelt werden. Zu Zeiten des Kaiserreichs und der Weimarer Republik fanden derartige Aufmärsche noch in den Kasernenmauern statt, erst in Zeiten der nationalsozialistischen Diktatur entsann man sich der öffentlichen patriotischen Bekundung.
Die Bundeswehr, die sich nicht nur durch Namenspatenschaften von Nazi-Kriegsverbrechern für ihre Kasernen, sondern auch durch positive Bezugnahme auf die faschistische Wehrmacht kundtat, tat sich dem gleich. Tradition verpflichtet schließlich.

kein frieden mit der nato

Und schon beginnt die mediale Hetze etwa gegen die Deutsche Friedensgesellschaft — Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, die dereinst von Bertha von Suttner gegründet wurde. Gegen das Gelöbnis, gegen die kriegsführende Armee zu sein, heißt Verbrechen zu begehn scheuen sich die Verantwortlichen nicht zu verkünden. Da sind sie ganz traditionell. Unter dem Vorwurf mussten auch schon Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky leiden.

Der Berliner Innensenator Körting (SPD), der die Urheber als „Verbrecher“ bezeichnet: „Es ist Schwachsinn zu sagen, man sei gegen Krieg, und deshalb führe man Krieg“ (Kurier 03.07.2009).

Krieg dem Kriege! Guerre à la Guerre! War against War! Oorlog aan den Oorlog! war der Titel des antimilitaristischen Buches von Ernst Friedrich, es ist die einzige Antwort die die Kriegshetzer verstehen. Dass dies heutzutage wieder verboten ist, ist kaum verwunderlich.

armee abschaffen

Da wird allenthalben Zivilcourage eingefordert, aber wenn es gegen die Armee geht die das Morden zum Handwerk gemacht hat, ist die Grenze bei den Freiheitsverteidigern schnell erreicht.

Inzwischen hat das Verwaltungsgericht Berlin das Verbot einer Protestdemonstration bestätigt, allenfalls am Potsdamer Platz dürfe ein wenig protestiert werden. Eine Entscheidung, die erkennen lässt, dass auch deutsche Richter, wenn es um das Ansehen der Armee geht, Gewehr bei Fuß stehen und auf die Versammlungsfreiheit spucken — zumal, wenn es um ein so wichtiges Ereignis geht.

Es ist ein Stück aus dem Tollhaus, eigentlich müsste gesagt werden Kottan ermittel! Aber Kreisler hat nun mal Geburtstag. So kann er nochmal rüberwinken nach Deutschland.

Zum Schluss auch noch für den Herrn Innensenator eine geschichtsträchtige Ankündigung eines nicht gerade unwichtigen und sich auf jedem Schullehrplan befindenden Autors (nur mal so als Nachhilfe):

„Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“
Georg Büchner

[edit: Auch das OVG Berlin-Brandenburg hat das Verbot der Protestdemonstration bestätigt. Dabei gestehen die entscheidenden Richter der Bundeswehr Grundrechte zu, weil sie im GG erwähnt wird; dass der Staat jedoch grundsätzlich keine solchen Rechte für sich — auch nicht für nicht notwendige öffentliche Gelöbnisse — in Anspruch nehmen kann interessiert sie nicht – vom Bundesverfassungsgericht anerkanntes versammlungstypisches Rufen sei der Armee nicht zuzumuten schreiben sie. Nun wird das BVerfG noch darüber befinden ob Versammlungsfreiheit in der BRD gestattet ist oder ob das deutsche Vaterland und seine heldenhafte Wehr über alles in der Welt steht]

[edit 2: Das BVerfG, das ansonsten bei jeder Nazidemo sofort reagiert und die Faschisten fast immer marschieren lässt (Stichwort: „Versammlungsfreiheit“ Art. 8 GG) hat sich heute entschieden keinen Beschluss zu fällen, es wird sich Zeit bis morgen gelassen, da kann die Entscheidung dem Militär nicht mehr weh tun.
Die Tagesschau liefert derweil in ihrer Berichterstattung Militärpropaganda ersten Ranges, unter kritischen Tönen aus dem Parlament versteht die ARD-Nachrichtensendung, dass die Soldaten zu wenig moralische Unterstützung aus der Gesellschaft bekämen, nicht etwa die Antikriegsposition der Linksparteifraktion — das Verbot der Demo wird im TV schlichtweg verschwiegen: „für ihren Protest mussten die Demonstranten zum Potsdamer Platz ausweichen“ heißt die Halbwahrheit im Bildzeitungslügenstil]

Die große Kunst des sanftmütig-wilden Herbeiführens griechischen Kaffees und Bildstreckenherumspielerei (dafür ist auch alles dabei) und die Wetterprognose für die nächsten Wochen (Zauberanleitung)

die grosse stunde wartet
Kaffeesatzschatz

Die Temperaturen passen, die Sonne zeigt sich einstimmend und die Jahreszeit ist zugeneigt — da muss einfach einfach Griechischer Kaffee auf den Tisch :-). Merkwürdigerweise auch noch nie die Zubereitung gezeigt, es gibt zwar unzählige Varianten im Netz, die herumschwirren, aber macht nichts, gibt es noch eine (und Tipps zu Varianten) und außerdem die meist verschwiegenen Zusammenhänge der Nachbereitung der kommenden Wettergestaltung, die dadurch beeinflußt wird, das weitere Leben sowieso ;-)

griechisches kaffeetoepfchen
griechisches Kaffeezubereitungsequipment

Zur Tat schreiten: Griechischen Kaffee aus Griechenland importieren, der am allerbesten frisch in den zahlreichen schönen kleinen Lädchen, die mit allerlei Schnuckzeugs gefüllt sind, gemahlen wird; die feine Struktur und der zarte verführerische Duft lässt zwar auf Hinzugabe vom Kakao schließen, ist aber mitnichten so, allein die Mahlmethode zaubert das Kaffeepulver herbei :-)

ein paar loeffel griechisches kaffeepulver
ein paar Löffel voll mit lecker duftend Kaffee sollten es schon sein

Originell aber wenig praktisch für den heimischen Herd sind die klitzekleinen meist kupfernen Kaffeetöpfchen mit dem langen Stiel, die gerne touristisch vermarktet werden und sich nur für geübte Hände im Winzportiönchenbevorzugen schicklich macht. Unsereins hat zwei etwas größere moderne Töpfchen, die auch für andere Kochmöglichkeiten geignet sind; einmal ein Topf bei welchem der Boden etwas dicker ist und es nicht so schnell anbrennt und ein normaler einfacher.

griechisches kaffeepulver mit etwas zucker
Zuckerzugabe, etwas (beliebig)

Die Menge der Hinzugabe des Caffee ist dann vom Geschmack abhängig, da kann herumprobiert werden bis es passend ist, im jahrelangen Gebrauch hat sich hier die Menge von 5-7 mehr oder minder gehäuften Teelöffeln als praktikabel gezeigt. Je nach Bedarf kann auch noch Zucker hinzu, in Griechenland bisweilen bis zur Hälfte, das ist uns aber zu süß, ist aber natürlich Geschmackssache ;-)

wasserkaffee anruehrung mit spiegelung
Erst wenig Wasser, anrühren, und dann noch mehr — praktisch dabei — das Fenster spiegelt sich

Dann wird mit etwas Wasser erst mal das Kaffeepulver (und ev. der Zucker) angerührt, sodann mit Wasser aufgießen, ein bißchen Platz sollte im Gefäß noch sein, das Getränk beliebt im Zubereitungsstadium noch ein wenig nach oben zu steigen und den Herd schön zu versauen (also so ungefähr jedes zweite Mal;-) )

Flamme oder kleine Herdplatte (es gibt auch extra elektrische Kleingeräte) erst mal auf groß stellen und noch kurz verrühren, wenn es wärmer geworden ist auf niedrige Stufe stellen und möglichst nicht weggehen (fällt schwer).

immer parat umruehr und schaum zurueckhaltloeffel
Der Umrührlöffel sollte immer parat liegen, um den Schaum bei der Tassenfüllung zurückzuhalten

Tja — und hier scheiden sich dann die Geister: Während die eine Fraktion das mehrmalige Aufkochen des hochkommenden Schaumes bevorzugt, reicht bei der anderen das einmalige, letztere hat natürlich recht.
Für TraditionalistInnen gibt es kleine Tassen — für Koffeinsüchtige größere, der in der Kanne verbleibende Rest kann aber später hinzugefügt werden (bettelnd zu erhaschende Nachschlagsmöglichkeit).

griechischer kaffee kurz vor dem ersten hochkochen
Griechischer Kaffee kurz vor dem Hochkochen, die nette helle Haube verschwindet später

Da der griechische Kaffee nicht gefiltert wird ist der Kaffeesatz da noch drin, deshalb muss sich der erst mal setzen, der etwa nachträgliche Wunsch nach einem Klecks Milch sollte, um ein Herumwirbeln und damit einhergehnden Schlammeffekt im Mund zu vermeiden, vorher in die Tasse gegeben werden.
Auch nachträgliche Zuckerwünsche der ob des doch anderen Geschmackes des griechischen Mokka nicht geübten Personen ist ein Riegel vorzuschieben.

griechischer mokka mit leckerem kaffeeschaum

Je nach Bedarf können während des Köchelns auch noch Gewürze wie den etwa im arabischen Raume sehr beliebten Kardamom oder Zimt dem Geschmack eine neue Note geben.

einmal umdrehen fuer die kaffeesatzleserei
1x Umdrehen für die Kaffeesatzleserei

Na — und das Wichtigste natürlich zum Schluss. Das Kaffeetässchen wird herumgedreht, die einen lesen im verbliebenen Rest in der Tasse, die anderen sehen im Untertassentellergeschick die Wahrheit versteckt.

variante no 1 tassenrestsatzleserei
Varinate No. 1

variante no 2 untertassenrestsatzleserei
Variante No. 2

Egal welche Methode bevorzugt wird, alles Wichtige an Informationen für das weitere Leben und vor allem wie das Wetter für die nächsten Wochen wird kann herausgelesen werden. Und siehe da, das Ergebnis ist perfekt und was soll lange um den erkalteten Brei herumgeredet werden — ihr seht schließlich selber wie das Wetter wird :D

Am allerbesten klappt die Vorhersage natürlich im Kafenion in Griechenland, wie der greek coffee auf griechisch dort bestellt wird (Wasser wird im Gegensatz zu manch mitteleuropäischem Café ganz selbstverständlich mit dazu serviert) steht dann in jedem Reisebüchlein, das für den Urlaub tunlichst angeschafft gehört. Und nun viel Spaß beim Nachköcheln :-)

mokka schaum
Ein Traum, Augen schließen und genießen — Ελληνικός καφές

Ofenkost des Sommers Hinwendung bisweilen und der Eignung für jede Lage anheimgestellt und etwas Zuviel, des Guten Hingabe

gemuese aus dem ofen reste des abends des morgens anschaulich
Es verbleibt nur wenig an Rest — dafür gekonnt durchgezogen

So langsam werden die Stände des Wochenmarktes immer voller, was mit Genugtuung und übereifriger Einkaufslust weidlich auszunutzen gewusst wird. Zeit also mal wieder für Gemüsekost aus dem Backofen, so einfach, dass nebenbei alles andere erledígt werden kann, was sich aber auch ansonsten schicklich einpasst.

Das ungefähre Rezept für die vielen Bohnen, gehälftelten Kartoffeln, diesmal riesengroßen Zucchinistücken, rote Paprika, Tomaten, Frühlingszwiebeln, weißen Zwiebeln und etlichen roten Zwiebeln, einigen frischen Minzblättern und selbstredend wilden Fenchels (alternativ wilder Fenchelsamen und frischer Dill) und sorgsam gehüteter Olivenölvorräte ist so einfach, dass der sommerlichen Verpflegung nichts im Wege steht.

Aufgrund eines kurzen Momentes der Unachtsamkeit auftretende leichte Verfärbungen wurden mit einem Schwubs zuviel des Guten an Wasser bedacht, welches sich nicht mehr rasch genug verköchelte, tat aber dem Geschmack auch nichts so richtig an, besser ist es natürlich etwas weggebackofneter und leicht angebackener. Schmeckt sommerlich gutestens :-)

formueberstehendes gemuese aus dem ofen kurz vorm reinstecken in denselbigen mit leicht schattenakrobatik
Beim Hochkantzuvielreinstecken die Ankokelmöglichkeit nicht außer Acht lassen ;-)

Dazu gab es Wein, der vom Besuch mitgebrachte war ein wenig gekippt, das macht nichts, der kommt dann ins nächste Essen rein, optimalste Verwertung :-).
Das Thema bei der 25. Weinrallye ist übrigens Wein in Literatur und Film, klingt gar nicht schlecht, da müsste sich doch was machen lassen. Bis zum 23. ist ja auch noch etwas Zeit…

Bündelweise kleingeschnippelt und mit 40-prozentig ausgezeichneter Ware versorgt — was wiederum passend zu allerlei kleinen Ovalen sich erwies (Anregung und Ausführung)

kraeuterbuendel
Vielerlei Kräuter, gebündelt

Das auf Markt erworbene Kräuterbündel war mit diversen frischen Kräutern versehen, identifizierte wurde der so wunderschön blühende Borretsch, der auch neben den verwendeten Blättern gleich ein paar verschlossene Blüten hatte, dafür schon blühenden Oregano und was das weitere weiße Blühende war, keine Ahnung mehr, schmeckte leicht herb; Dill natürlich auch, Pimpernelle und etwas Schnittlauch und ganz großartige Sauerampferblätter und noch irgendein Kraut.

kraeuterquark

Bei genial lecker dann Kräuterquark gesehen und spontan die diesbezügliche Anregung umgesetzt wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass reichlich Olivenöl den Weg in den 40%-Fettstufe Quark fand und der war so lecker cremig, dass ein bloßes Umrühren reichte. Dafür war aber auch alles bio und die roten kleinen Kartoffeln (alternativ sind natürlich auch Kartoffelbonbons möglich) dazu waren super lecker (mal wieder vergessen sich die Sorte zu merken). Eigentlich sollten noch Zwiebeln rein, was aber gar nicht mehr nötig, schmeckte so viel besser. Gab es schon lange nicht mehr und war erfrischend sättigend :-)