Archiv für Juni 2009

Gleich dreierlei sich genüsslich machende Köstlichkeiten — als da wären einmal Kaninchenschlegelweinsaucenauftischerei, zweimal wunderbar schlunzig durchgezogene Kartoffeln samt Weinrestkaninchensaucenriganigewürz und drittens stattliche Restverwertungeieinheiten in Olivenölweinsauce mit Kaninchenhauch und zur Erbauung dieser Zeilen auch noch cremige Verführungen mit Eiswürfelschüttung (auch dabei: auf verschiedenen Ebenen agierende Genusserfahrungen)

kaninchenschlegel ausgeruht in weinsauce mit zitrone und kartoffel und natuerlich rigani
Morgens verschlafen die Reste begutachten ist immer wieder ein Traum

Die Zeilen schreiben sich mit genüsslich aufgesogener Sonnenbestrahlung vom Tage bekanntlich dreimal so gut und um das sich irgendwie breit machende Urlaubsgefühl zu vervollständigen durfte es sich mit mehreren cremigen Verführungen, sehr zu empfehlen übrigens, an die Dokumentation gemacht werden.
Und — auch ganz schicklich — entferntes angenehmes Sommergewitterdonnergrollen sorgt für die passende Schreibatmosphäre.

Der Morgen bereits erfreute durch mal wieder wunderbar in einer Wein-Olivenöl-Zitronen-Rigani-Sauce durchgezogene Kartoffeln nebst einem übriggebliebenen Kaninchenschlegel; das tolle an dieser Spezialität ist die sich auf verschiedenen Zeitebenen bewegende Genusserfahrung:
Des Abends zuvor war alles schon ganz köstlich, das Kaninchen, das immer mehr in der kulinaria-katastrophalia-küche als Ersatz für Huhn fungiert, war schön zart und so wunderbar durchgezogen, dass Entzücken bei den Verkostungspersonen wie üblich in lauten Begeisterungsrufen sich kundtat, zumal die leckeren Kartoffeln wieder mal schlunzig die Contenance wahrend durchgezogen sich präsentierten.
Des darauffolgenden Tages in der relativen Frühe hingegen waren die Kartoffeln allerallerköstlichst durchgezogen, besser als am Vortage schmeckend, der Schlegel immer noch sehr gut, aber leider etwas zu fest geworden, macht sich da im Vergleich zum Abend davor also mit Abstrichen bemerkbar auf der Köstlichkeitsskala.

stattliche restverwertungeieinheiten in olivenoelweinsauce mit kaninchenhauch
Stattliche Restverwertungeieinheiten in Olivenoelweinsauce mit Kaninchenhauch auf Röstbrötchenhälften

Leider waren die Kartoffeln ruckzuck weg (das Restkanichen auch), was blieb war das Verlangen nach MEHR. Es waren auch noch genügend von den verwendeten köstliche Biokartoffeln vom Wochenmarkt vorhanden (Name der Sorte ist grad entfallen, wird nachgefragt). Also erneut halbierte Kartoffeln zu den Olivenölweinsaucenresten samt etwas Olivenölverstärkung hinzu und angebraten, gedreht und weiter angebraten und gedreht und noch weiter angebraten und mit Weißwein abgelöscht und mit einem Schwubbs vom Weine und Rigani- und Salzrieselung erneut versehen dann auf kleiner Stufe mit Deckel auf der Schmorpfanne weitergedämpft.

Da die Mutmaßung, dass das eine Stunde dauern würde wie am Abend so ungefähr auch zuvor, einzutreffen pflegte, wurde bereits vorher etwas von der leckeren Soße abgeschöpft und mit winzigen Spuren des zugrundegelegten Olivenöles wieder aufgefrischt, sodass sich eifrig brutzelnde Bioeier, deren Eigelb sich an den Rand verkroch (sind die jetzt alt?) bestens aufsaugen konnten und die alten gerösteten Brötchen vom Vorvortage (nach Würzung der Spiegeleier mit Rigani, Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffers) ergänzten. Sehr lecker und den Tag um weitere Köööstlich-Rufe bereichernd.

weinsaucenkartoffeln huebsch durchgezogen im zweiten durchgang
Zweitdurchgangstauglich famos

Die derweil fertigen Kartoffeln waren super gut, Würzung auch hier wie bei der Ursprungsköchelei mit Zitrone, weißem Pfeffer und Rigani, wobei die Zweitverwertung nicht ganz an die Ursprungsversion von morgens oder vom Abend zuvor heranreichte, aber weg waren sie im Nullkommanix ;-) — also kööööstlich!

Da es sich nun schickt zu schauen, was die anderen Food-Blogs sich stattdessen an den letzten Tagen an vermutungshalber weniger leckeren Sachen auf den Tisch gestellt haben :p ;-) darf getrost ein weiteres koffeinhaltiges Kaltgetränk gemacht werden, welches nippend und kopfschüttelnd die köstlichen Restspuren des Tages ausklingen lassend, allseits auch zum immer dunkler werdenden Himmel genehm ist.

waehrend des schreibens genossen zur untergehenden sonne also quasi urlaub
Dunkler werdende Abendgewitterwolken und griechisches Kaltgetränk eigenen sich trotzend hervorragend

Den frühen Morgen zu zelebrieren ist mit sorgsam verklebten Behältnissen nicht nur wahnsinnig entzückend, sondern auch begleitend zu erhören (zum Verträumen perfekt)

trauben ganz und sonstiges obst klein
Noch erwarten die Trauben kleine Schnittmengen

Es war zwar früh und deshalb nicht schlecht, dass alles gleich mitgebracht wurde was das Herz an Frühstücksdevotionalien so alles begehrt. Italienische Käsesorten machen sich dabei ganz hervorragend — zumal äußerst akkurate Klebetechnik ein weitgehendes Auslaufen der notwendigen Flüssigverpackung praktikabel in Erscheinung treten ließ. Die scharfe Salami harrt dabei noch in aromaversiegelter aber dafür durchsichtiger Verpackung, der Wein wurde gleich im Kühlschrank abgestellt und auch sonst war allseits Freude zu erhaschen.

mal wieder richtig fruestueck
Frühstücksvorbereitungen

In einer leckeren Wein-Olivensauce vom Abend zuvor konnte eine neue Lage halbierter Kartoffeln noch rasch gebraten werden (ein winzig kleiner Moment ließ kaum wahrnehmbare Anhaftungen zu, was sich geschmacklich passend erwies); Obst konnte frisch verschnippelt zur Verfügung gestellt werden, der seit einem Monat abgelaufene Biojoghurt war wie immer noch allerbestens zu genießen und Besuch war da und fuhr alsbald weiter zur Fusion, Musik tanken.

mozzarella di bufa
Kleine Kügelchen verkaufen sich mit kleinem Nachwuchs ersichtlich besser

Zuvor aber noch das neue Video des großartigen Fermin Muguruza angeschaut und beschlossen unbedingt die neue CD zu erwerben. Wunderbare Bildeinstellungen aus Berlin um den 1. Mai, von Orten, die hier fast jedeR kennt und natürlich sind unsere Lieblingstrattorien, die besten Vorort, zu sehen — Ezin Ihesi Berlin


Fermin Muguruza singt sich phantastischerweise durch die Stadt

Nachtvoller Wildsalat, blütenträchtiges Zusammenspiel und sicherlich ganz niedliche kleinen Raupen, die sich nimmersatt fraßen (zuvor)

nachtvoller wildsalat
Voller Nacht-Wildsalat-Teller

Der skeptische Blick angesichts zweier typischer Merkmale ließ auch angesichts des nächtens aufkommenden Bedürfnisses nach Salat eifrig das dies produzierende suchen vor der Verkostung.

Die kleine Raupe hatte es sich in der Wildsalat-Mischung, die auf dem Markt immer dekorativ mit allerlei Blüten bestreut wird, ersichtlich gut gehen lassen, zumindest scheint dieses rotgliedrige Blatt sich davon unbeindruckt zu zeigen; was das nun alles genau ist, das weiß die erntewillige Person am besten, ein paar Sachen konnten immerhin identifiziert werden, geschmeckt hat es auf jeden Fall sehr lecker mit Olivenöl und ein bißchen Salz, weitere Gewürze waren gar nicht vonnöten.

Dann festgestellt, dass es einen neuen Rezeptblog bei Blogsport über jüdisches veganes Essen gibt, der mit genau einem sagenhaften Rezeptschatz aufwarten kann, mit unveganen Zutaten ist bei der hedonistin, die jetzt leider schon länger nicht mehr bloggt, für die Nachbackerei gesorgt. Dort gibt es auch anschauliches Material, der erstere Blog kocht und bäckt offensichtlich nicht selbst.

Literarisch geht es bei der Genussmousse-Crew zu, die will endlich die Sonnenstrahlen ausnutzen und in der ansonsten schattenreichen Wohnregion, mit ordentlich Leseliteratur versorgt werden, um die zarten Augen nicht bei Kerzenlicht zu ruinieren; hier werden schon eifrig die Bücherregale einer näheren Betrachtung unterzogen, und unter den diversen Jahrgängen von Staub wird sich sicher das ein oder andere empfehlenswerte Buch finden ;-)

Verzauberung pur erweislich, feingliedrig und doch widerspenstig in der Formgebung sich gebende frische Knoblauchkräuter entzücken, versprechen delikatesten Einstieg in die famose Grillsaison (Rezept, Handlungsanleitung und Genusskredenzung dann auch gleich inclusive) und sowieso eignet sich alles so wunderbar zu so allerlei köstlich sich vorstellbarer auch sich nicht als Grillgut erweisender Unterlage

knoblauchkraeuter
Frische Knoblauchkräuter versprechen delikatesten Einstieg in die famose Grillsaison

Die griechische Küche ist bekanntlich den frischen Genüssen nicht abgeneigt, was sich auf vorzüglichste Weise mal wieder zeigte als es hieß, sich dem neu entsprossenen Grün zu widmen; dabei sind der wunderbare Dill und Kräusel-Petersilie (halb gekräuselte wäre auch nicht schlecht, gab es aber nicht) die Hauptzutaten für griechische Knoblauch-Kräuter, die allerdings nicht traditionell überliefert, sondern eine Neuschöpfung der 70er sind.

In Spanien z.Bsp. ist Dill fast gänzlich unbekannt, was sich als unpässlich herausstellt, insbesondere wenn die Zutat unerlässlich ist, erinnert an eine längst vergangene Suche: auf allen Märkten nichts gefunden, also ab in den nächsten Buchladen und erst mal nachschauen wie der spanische Name ist, eneldo, kennt trotzdem niemand, im Supermarkt dann aber doch noch eine getrocknete Würzvariante gefunden — welch ein kulinarischer Verlust.

Aber die glückliche Fügung lässt das zartgliedrige Gewächs hier an fast jedem Gemüsestand als erwerbbar präsentieren. Dazu kommt noch Knoblauch und Olivenöl und etwas Salz, mehr nicht.

Die Zusammenstellung ist dann das Geheimnis, die Stiele werden fast komplett weggeschnitten von der Petersilie, die übriggeblieben Röschen werden dann grob geschnitten, beim Dill dürfen es die harten und größeren Stiel-Bestandteile sein, die weichen müssen. Der Knoblauch wird fein gewürfelt, dann alles vermengen und mit einem Schuss Bio-Olivenöl versehen, salzen, warten und nach einiger Zeit nochmal etwas Öl und Salz eventuell, je nach Geschmack.

knoblauchkräuter anderentags halten also lange
Knoblauchkräuter halten anderentags liebenswürdigerweise auch noch

Passt vorzüglich zu Grillgut aller Art, in diesem Fall handelt es sich um Pfannengut, es regnet, aber ansonsten phänomenal gut, Fleisch braucht gar nicht gewürzt zu werden, Halloumi sowieso nicht, die frischen Knoblauchkräuter reichen vollkommen, ein vitaminreiches gesundes Grillgutergänzungsmittel sozusagen ;-)

Zutaten:

3/5 Teile Petersilie (am besten semi-krausel)
2/5 Teile Dill
2 Knoblauchzehen
Olivenöl, ein, zwei Schuss
Salz, etwas

Verfluchte sich wie gewöhnlich heranschleichende und unabdingbar aber dafür mit Ausdauer und die spaßbesetzt sich äußernde nachdem sie zuvor mit ganzer Größe hereinbrach und ungeahnte Beständigkeit in der Folge offenbarte Terminseligkeit was nun sich als Gelegenheit anbietet die nicht ungewöhnlich zu veranschaulichende Grünbestandsarchivilität vorzuführen die es sich schon reichlich bequem gemacht hatte was aber nun jahreszeitgemäß wieder an Aktualität gewonnen hat und so kommt es zur Frage was denn damit jetzt anzustellen sei (zackiges Platzhalterle ohne Punkt und Komma)

kann auch gegessen werden kleine distel

Mal so nachgefragt — was könnte aus diesem sanften Grün wohl alles Schönes gemacht werden? (rein rhetorische Frage — trotzdem wäre es ja mal ganz spannend)

Noch ist die Saat etwas kleiner vom Ergebnis her gesehen ausgefallen (Photodokumentation ist vom letzten Jahr) aber schon bald sprießt das sanfte Grün etwas höher und dann wird mal wieder ausprobiert was sich daraus wohl so alles machen lässt :D

Und damit das hier nicht so für sich steht ein paar Anfragen der letzten Zeit:

Zimtstangen lutschen [was für ein glorreicher Titel!]

sättigungsbeilage von gedünsteten fisch

was verzehre ich von der gemüsezwiebel

und brrr

Gurkensalat mit Kondensmilch

So bis nächste Woche

Wild-fenchelzart verwöhnter Steinbutt mit — besonders nach Auffindung am nächsten Tage — lecker durchgezogenen Kartoffelscheibchen und passend hinzugefügten Frühlingszwiebelstückchen und unter allergrößter Kraftanstrengung kleingeschnitten Hartschinkenteilchen (die vielen Chens machen den Butt dann noch ein Stück größer)

steinbutt gebacken und so zum schluss versehen mit schinken und fruehlingszwiebel zuvor schon mit fenchelsalz
Steinbutt, gebacken, schön verchent versehen

Der mobile Fischladen auf dem Wochenmarkt gehört eigentlich eher selten zu den Auffindungsorten kulinarischer Spezialitäten, meist tummeln sich Heringe und Forellen und Zuchtlachs und ab und an ein paar kleine Schollen. Die sodann also ab und an angebotenen über den sonstigen Bestand hinausgehenden Arten überfordern das Personal auch dann immer ersichtlich, Geschmacksfragen und offerierte Zubereitungsmethoden gehen gegen Null und außer einem Ausspruch der schmeckt sehr gut gibt es meistens nichts weiter zu holen. Außerdem sind manchmal ernsthafte Zweifel an der Frische der feilgebotenen Ware angebracht.

Dennoch wandern die gierigen Augen trotzdem über das Angebot, es könnte ja sein, dass…

steinbutt in form
Steinbutt in Form

Hah! und siehe da, Steinbutt, kleinere und mittelgroße Exemplare, also gleich das größte Exemplar geordert, war schließlich im Angebot, also zuschlagen. Rezept war auch gleich parat, musste neulich ja als Vergleichsmaßstab herhalten.

Glücklicherweise gefunden und später hinzugegeben: Restliche Frühlingszwiebeln, zwei Stück an der Zahl, und ein hinten im Kühlschrank noch entdecktes Schinkenstück, das zu harter Form aufgelaufen die mangelnde Sporttätigkeit der letzten Zeit anschaulich beim Zerkleinerungsvorgang offenlegte, vielleicht reicht es aber auch endlich mal die Messer zu schleifen wozu allerdings das blöde Schleifteil wieder aufgefunden werden müsste.

steinbutt mit fenchelsamen und salz also famoses fenchelsalz
Mit Fenchelsalz eingerieben

Noch tiefgefrorene Wilde-Fenchel-Triebe waren ebenfalls vorhanden (beim nächsten Mal werden die dann gleich vorher kleingehackt), wurden in Olivenöl rasch angedünstet und ansonsten das ganze Rezept wie gehabt, der Steinbutt braucht dabei etwas länger als die Scholle, aber hat dafür aber auch eine festere Struktur.

Und dann wunderbar duftend aus dem Ofen auf den Tisch und einfach aus der Form so heraus herausgefischt. Dabei den Fischhändler ein wenig verflucht, weil sich zeigte, dass doch eine erquickliche Menge Butt-Rogen vorhanden war, das Zeug kann zwar gegessen werden, schmeckt aber eigentlich nach gar nichts (ok ein bissl fischig), vielleicht geräuchert oder weiß jemand was damit anzustellen wäre?

was mit steinbutt rogen nach der backofenprozedur machen
Was mit Steinbuttrogen machen? Saucen? Terrinen?

Heute Morgen dann die Reste des superben Mahles verspeist, die Kartoffeln, die unter dem Fisch gelegen hattten, waren noch schöner durchgezogen mit Olivenöl und diesem wahnsinnigen leckeren super Wildfenchelgeschmack, der das Verzücken wieder in Erinnerung rief, welches nach dem gestrigen Konsum etwas leichterer Sommer-Weißweine etwas in Vergessenheit geraten war ;-)

wunderbar fenchelzart durchgezogene kartoffeln scheibchenweise
Andernmorgens die versteckten Kartoffeln — sehr gut!

Beim nächsten Male dann noch größere Exemplare ordern, damit auch genug zum Verspeisen da ist ;-)

Ganz aufmerksamkeitshalber in Mode — repräsentative Außengestaltung zur mehr oder minder werbewirksamen Ausgestaltung von Entscheidungen, die mehr oder minder für Beinflussung sorgen (Bezirksspaziergänge) sowie urplötzlich aufgefundener Fisch, der sanft in Olivenöl gebraten, für mit Rigani und schwarzen Pfeffer überstreut überaus geeignet, sich apart machende Nachtmahlgedanken zu eigen machen wusste, was sich auf angenehmste Weise als bekömmlich herausstellte (zu guter Letzt)

die kleinen parteien und ihre plakate - pinocchio bergpartei

Aufmerksam durch die Straßen zu schleichen und die neusten Informationen zu erheischen ist immer noch das Interessanteste. just fand die außerbayerische Werbung der Bayernpartei [via meta], mjoelk die Yuppiemütter-Aufkleber im Prenzlauer Berg (Prenzlberg sagen nur Zugezogene), [und UPDATE: Schnuppensuche entdeckt Currywurst-Graffiti], der letztwöchentliche Bezirksspaziergang sichtet im restlichen Teil der Republik eher Unbekanntes.

Die mehr oder minder spassige Bergpartei, die erst zur Bundestagswahl kandidieren will (und ob ihrer Werbung für die Pläne von Mediaspree und Bezirksamt zur Zubetonierung des Spreeufers, um der Linkspartei, deren Politiker Gemüseschlachten auf der Oberbaumbrücke anmelden, Schützenhilfe zu geben, nicht mehr besonders angesehen ist).

die kleinen und ihre plakate - unsere krisenberater dkp

Die DKP hat es da einfacher, Vergesellschaftung ist hoch im Kurs und das Plakat „Unsere Krisenberater“ ziert schon die halbe WG-Landschaft in Berlin. Selbst die Berliner Zeitung hat es schon entdeckt.

Bekanntlich gibt es auch noch so ein Produkt namens Rivva im Netz, welches die wichtigsten Blog-Gesprächsthemen auf einen Blick anschaulich werden lassen soll, wird zwar nicht mehr dauerhaft gewartet, aber trotzdem ist ein gelegentlicher Blick nicht uninteressant, hat ungefähr soviel Amüsement wie die Nachrichtenportale bekannter Medien wie Spiegel-Online oder das GMX-Portal, meist auch noch von da wiedergekäut, manchmal aber auch aus den Papiermedien. „Mädels die sich in Zeitlupe mit Eiscreme bewerfen“ sind da ganz schnell ein Topthema.

Der Quasiexperte für die gesamte Linke Arnulf Baring darf so verwundert in der verlinkten Welt bemerken, dass Deutschland nur auf 12 Jahre reduziert werde, niemand sehe mehr (die Leistungen) Bismarcks (er meint wahrscheinlich die Sozialistengesetze).

Dass im Gespräch ein noch Unbedeutenderer dazu anmerken darf, dass amerikanisches Fastfood gesund sei, ist dabei das einzige Bemerkenswerte an den Aussagen, offensichtlich haben die Herren zuviel davon zu sich genommen und teilen nun ihre gesunden Gedanken dem deutschen Volke mit; die ganze Palette ist dabei, all das was sowieso tagtäglich in der Welt steht komprimiert: Die Linken dominieren alles, das Parlament, die Verwaltung, die Universitäten das Land, Helmut Kohl war ein Linker… und so reden sie sich weiter ins konservative Delirium.

die kleinen parteien und ihre plakate - schmutzige waesche bergpartei

Die FAZ hingegen hat entdeckt, dass die Spitzenkandidatin der FDP zur EP-Wahl angeblich gar nicht sooft im Parlament war wie angegeben, ganz schlimme Sache. Nachdem klar wurde, dass zwischendurch Mutterschaftsurlaub für Kinder mitzählte war dennoch das Politikum geboren — ein paar popelige Prozentpunkte Differenz bei den Anwesenheitszeiten sollen das Ergebnis sein. Wahnsinnsenthüllung.
Macht natürlich nur vor den Wahlen für das Europäische Parlament irgendwie Sinn für eine Veröffentlichung, interessiert sonst bekanntlich fast Niemanden.

Und dann kommt es Schlag auf Schlag, Die Kandidatin Koch-Mehrin hat eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, um eine einstweilige Verfügung zu erlangen, geradezu investigativ fragt der Blog ruhrbarone nach, nachdem zuvor unqualifiziert über strafrechtliche Konsequenzen spekuliert wurde „Mich interessiert vor allem eines: Warum die eidesstattliche Versicherung?“ .

Vielleicht weil dies gängige Praxis in solchen Verfahren ist? Vielleicht weil man zu doof war auch nur ein bißchen zu recherchieren bevor eilfertigst ein paar müde Zeilen und inzwischen drei Blogartikel verfasst worden sind, um sich mit Nichtigkeiten ein bißchen aufzuspielen? Ein paar Mal war die Kandidatin auch da, ohne sich in Listen einzutragen, hat aber abgestimmt, eigentlich positiv, so setzt sie sich nicht anderweitigen Berichten aus, dass sie eine Anwesenheit nur vortäuscht, um abzukassieren.

Vielleicht liegt es aber wirklich einfach nur daran, dass Blogs einfach nichts zu sagen haben, was inhaltlich auf europäischer Ebene beschlossen wird — dann nämlich hätte nicht die Anwesenheitszeit im Parlament interessiert, sondern, jenes was in der Abwesenheit von Koch-Mehrin nicht von ihr durch Abstimmungsrituale beschlossen wurde. Hingegen — vielleicht war das ja schon wieder ein erfreulicher Umstand.

rotbarsch schnell gebraten in der nacht
Zu guter Letzt: Das Menue des Tages ward erwählt — überraschend im Kühlschrank aufgefundener Fisch, schlicht in Olivenöl gebraten und mit Rigani und Pfeffer bestreut und das aufopferungsvoll mitten in der Nacht.