Dank einem Hauch der Erinnerung verweilte die zeitgemäß zu vollbringende Rezeptur mit köstlichster Kaninchenleber, kurz nur in Zubereitung sowieso und Verzücken auch länger zu einer rezeptiven Rhapsodie mit Bärlauchblatt und Schokoladenkrümel samt Verve

Frühjahrszeit ist bekanntlich Hoppelzeit (auch anderswo), das frische zarte Grün peppt geschmacklich ungemein auf, und so wurde erinnerlich der feinen Versuchung in Schokoladenweinsauce gehuldigt. Es half also nichts, Kaninchenleber wurde geordert und zu später Stunde in rasch zu vollbringender Fertigung aufgetischt für Besuch, der das noch nie verspeist hatte, was sich im Nachhinein als vorangeganger Verlust köstlichster kulinarischer Möglichkeiten entpuppte.

leckere kaninchenleber in schokoladenweinsauce samt birne ueberreif und baerlauch mal wieder
Zeitig photographieren zu Sonnenschein klappt nur einmal

Das Kaninchenleber-Rezept wurde zum Blogevent Chocolat zufällig entdeckt und gehört seitdem zum ständigen Hochgenuss, der milde Schokoladentöne mit fruchtiger Obstnote (die überreife Birne!) an stimmig verbindenden Weißweine zu höchster Eleganz führt.

Zwar wurde mit Rücksicht auf den gar nach vollendeter Kost hungrigen Besuch die Birne geschält, das machte aber nicht so viel aus, besser klappt es schon aus Zusammenhaltgründen dann aber ungeschält. Der verwendete Wein aus Penedes war einen kleinen Tick zu dominant mit der mineralischen Struktur, ein unauffälligerer eignet sich etwas besser.

Der Genuss nach nur wenigen Minuten Zubereitungszeit lässt sich hingegen mit immer länger andauernden Verzückensbekundungen und Abschlecken beschreiben, die unvergleichlich schmeckende Kaninchenleber auf den Punkt leicht rosa im Zusammenspiel mit dem Bärlauch und verwegen kämpfend um die Aufmerksamkeit des Obstes unterstrichen von der sittsam einfügenden Schokolade lässt nur eines sagen — äußerst superb!

Wer das noch nie zubereitet hat, kann im Kaninchenlebergeschäft nicht mehr mitreden; köstlichst zu empfindendes Aufspüren vergessener Kochkunst die Belohnung.
Noch ist Zeit, noch gibt es Bärlauch, noch frisches Frühjahrskaninchen, der Rest ist Verve.


10 Antworten auf “Dank einem Hauch der Erinnerung verweilte die zeitgemäß zu vollbringende Rezeptur mit köstlichster Kaninchenleber, kurz nur in Zubereitung sowieso und Verzücken auch länger zu einer rezeptiven Rhapsodie mit Bärlauchblatt und Schokoladenkrümel samt Verve”


  1. Gravatar Icon 1 sammelhamster 23. April 2009 um 7:13 Uhr

    Sollte also beim Discounter tatsächlich noch Bärlauch aufgetrieben werden :d , dann fehlt ja eigentlich nur noch ein Lebergeschäft und das wird ja wohl nicht so schwierig zu finden sein /:)

  2. Gravatar Icon 2 Houdini 23. April 2009 um 7:17 Uhr

    Lebergeniesser, was für eine Freude, sonst werde ich oft als Perversling betrachtet, der abartiges Zeug mag. Leber und Nierchen, auch Kutteln, werden heute von vielen verachtet, warum nur? Glück andererseits, denn sonst wären sie teurer.
    Die Schoko-Leber wird bestimmt nachgekocht.

  3. Gravatar Icon 3 Bolli 23. April 2009 um 7:26 Uhr

    ich muss gestehen, mein Fall sind sie nur in Terrinen……

  4. Gravatar Icon 4 Schnick Schnack Schnuck 23. April 2009 um 8:56 Uhr

    Hm, Leber und Schokolade. Das gefällt mir. Die Hauptzutat ist wohl leider nur hakenschlagend zu fangen, oder?

  5. Gravatar Icon 5 kulinariakatastrophalia 23. April 2009 um 14:09 Uhr

    @sammelhamster
    Die Lebergeschäfterei ist ein gar leider selten gewordenes Handwerk; früher tummelten sich auch AmateurInnen noch auf diesem Feld — heuer gähnende Leere, außer bei Nachbars Kindern :D

    @Houdini
    Ehrlich gesagt, noch nie Kutteln gegessen, gibt es da wohl angemessene Rezepte?

    @Bolli
    FRüher wurde die Kaninchenleber meist weggeschmissen, den FeinschmeckerInnengehalt nicht beachtend, dabei schmeckt sie richtig zubereitet ;-) soooo gut!! Auch mit Rotwein abgelöscht und mit Rigani gewürzt ein Traum

    @Schnick Schnack Schnuck
    s.o.
    p.s. vielleicht noch auf dem Wochenmarkt?

  6. Gravatar Icon 6 lamiacucina 24. April 2009 um 6:48 Uhr

    das klingt nach Opus summum.

  7. Gravatar Icon 7 Isolde 25. April 2009 um 15:47 Uhr

    Die einzige Form in der mir Leber schmeckt. Neulich durfte ich das ganze Kanninchen in agro-dolce (so ne Art süß sauer – aber sizilianisch und nicht chinesisch) probieren. Die Leber war auch beigelegt, aber wenn man einmal die Schokosoße dazu hatte, dann will man die einfach immer!!

  8. Gravatar Icon 8 kulinariakatastrophalia 25. April 2009 um 20:08 Uhr

    @lamiacucina
    vollkommen korrekt :d

    @Isolde
    Mmmh, her mit dem Rezept! & WAAAASSS — die Leber vom Kaninchen wurde nicht in Weinschokoladensoßenspiegel serviert?!? :o

  1. 1 Bärlauch letzter und so langsam rein geschmacklich sich dem Ende nähernd war im Zusammenspiel mit einer sich ebenfalls im Stadium des Ende, aber dafür überreif, befindenen Birne, die sich nebenbei bemerkt perfekt eignete, genommen, um sich ein Pingback am 04. Mai 2009 um 2:12 Uhr
  2. 2 Sich mal eben so ergebende Bärlauchnockerl, die ganz kochprofihaft mal eben so etwas länger in der Handhabung brauchen durften (Hinweise und Tipps) « kulinaria katastrophalia Pingback am 09. Mai 2009 um 17:57 Uhr
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