Instantbrühe und Kaufmaultaschen oder wie mit Foodblogs Geld gemacht wird

Schon seit einiger Zeit macht sich leichtes Unbehagen breit, wenn so mancher Foodblog besucht wird. Die Menge an geschalteten Werbeanzeigen nimmt stetig zu und so wird ein kurzer Artikel oben, unten und nochmal groß an den Seiten umrahmt. Unaufällige Reklame findet schließlich kaum Beachtung.

instantbruehe und kaufmaultaschen
Instantmittelmaß klappt nie geschmackstechnisch

Eine beliebte Masche einiger Neunmalkluger ist es, den Feed anderer Blogs ungefragt für sich zu nutzen, vielleicht merkt es keineR.

Andere versuchen es mal auf eine andere Weise wie ein Verlagskochportal, welches sich gleich ganz die Rechte an den eingestellten Texten sichern wollte, oder es wird um fremde Inhalte geworben, manchen schieben auch einen Art Kochwettbewerb vor bei dem eigens Beiträge anderer direkt im Rezeptblog veröffentlicht werden, um die eigene Seite mit Inhalt zu füllen. Letzteres Modell stammte von Huettenhilfe, einer Rezepteseite, und fand aber wohl nicht so recht Anklang im Kochblog-Universum, das schließlich daraus besteht eigene Blogs zu führen.

Also neue Idee her. Über Küchenschürzen für Kochbilder, bis zum sogenannten „Fremdkochen“.

Jetzt darf wieder auf dem eigenen Blog veröffentlicht werden, aber das Rezept samt Foto wird als Kochbuch bei huettenhilfe eingebunden. Ein paar Kochbücher werden ausgedruckt und es darf im eigenen Blog darüber berichtet werden. Anscheinend ein netter Service, der aber schlichtweg andere Texte für die eigene Seite vermarktet; ohne Bezahlung versteht sich.

Die Verlinkungen geben Traffic und einen höheren Pagerank, der dann bekanntlich auch mehr Geld für die zahlreichen Werbeanzeigen bringt. Dafür ist seit einiger Zeit auch nicht mehr Blogbetreiber XY, sondern eine eigens gegründete GbR verantwortlich, die auch ein eher als gescheitert zu betrachtendes Berlinportal „betreibt“ oder gar dies im Angebot hat.

truebe aussichten
Vermarktet: truebe Aussichten

Im Werbeprojektvermarktsnetzwerk GLAM Media, an dem sich Burda jetzt stärker beteiligt, liest sich die Ausnutzung der Kochkreativität, die dann auch Geld bringt, dann so:
(…) auf Huettenhilfe.de findet jeder das geeignete Gericht. Zudem sorgen die zahlreichen Mitglieder für ein ständig wachsendes Archiv an neuen Rezepten.

Und nicht nur das. Es können jetzt freiwillig Fotos auf der mit eigens zur Verfügung gestellten Bannern zu bewerbenden Seite Rezeptbuch (auch eine huettenhilfe-Kreation) eigenständig eingestellt werden. Läuft die Seite erst mal, dann kann sich an an fünf Fingern abgezählt werden, wann die erste Werbung auftaucht oder das GLAM-Netzwerk zuschlägt.

Aber auch beim Gärtnerblog, der die monatlichen Kochevents ausrichtet, fragen wir uns, ob es sein muss, dass so viel Werbung geschaltet wird. Um es nochmal klarzustellen, es geht nicht darum, ob ein kleiner Blog jetzt ein bißchen google-Werbung hat, sondern um das Übermaß, das Ausnutzen, die Kommerzialisierung der Kochblogszene.

Das sind jetzt auch nur Beispiele, es gibt aber etliche v.a. neu konzipierte Kochblogs, die förmlich dannach schreien, alsbald mit Werbung vollgepackt zu werden, wenn sie es nicht schon sind.

Zwar kann es sein, dass es einfach die Bloganbieter sind die (wie etwas bei uns) die Schaltung vornehmen und die Einnahmen für sich verbuchen, dennoch dürfte es genügend Möglichkeiten geben, sich dem zu entziehen. Manche Blogs sind auch merkwürdigerweise über mehrere Links zu erreichen, wohl kaum aus Spaßesgründen.

Und der Spaß vergeht leider so langsam… :-(

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27 Antworten auf “Instantbrühe und Kaufmaultaschen oder wie mit Foodblogs Geld gemacht wird”


  1. Gravatar Icon 1 Bolli 17. April 2009 um 7:30 Uhr

    ja ja, es ist schon manchmal sehr lästig, wenn man sich erst durch diese Werbung wühlen muss, ehe man dann beim Rezept anlangt…..

    Sind die glorreichen Zeiten eh nicht schon längst vorbei, wo man mit Blogs Geld verdient?

  2. Gravatar Icon 2 Alin 17. April 2009 um 8:22 Uhr

    Lieber kulinaria,
    erst einmal vielen Dank für Deine kritischen Worte. Ein paar Dinge würde ich jedoch gerne richtig stellen:
    1. Sebastian und ich verdienen an den Einnahmen bei Hüttenhilfe Geld. Daher war die Gründung einer GbR zwingend. Und nach wie vor, wie wir es Dir schon mal versucht haben zu erklären, sind Sebastian und ich verantwortlich für huettenhilfe.de, nicht Burda, nicht Glam und auch sonst keine andere Firma. Die Seite uerpse.com und peru-praktikum.net sind bereits seit ca 2004 in unserem Besitz und haben mit huettenhilfe gar nichts zu tun. Verstehe auch nicht warum Du diese hier anbringst?!
    2. Das Rezeptebuch war von Anfang an werbefrei geplannt und wird es auch bleiben. Hätten wir vorgehabt Werbung zu schalten, wäre diese auch von Anfang an drin gewesen. Auch wenn es Dir schwer fällt dies zu akzeptieren, sehe es einfach als Ergebnis unserer Begeisterung an der Vielfältigkeit der deutschsprachigen Foodblogosphäre.
    3. Beim Fremdkochen geht es uns nicht darum Texte für huettenhilfe zu generieren. In den Spielregeln ist ganz klar erklärt, dass die Rezepte erst dann im Kochbuch aufgenommen werden, wenn der Teilnehmer damit einverstanden ist.
    Den wesentlichen Aspekt von Fremdkochen hast Du leider nicht verstanden. Es geht nicht darum irgendwelchen Pagerank oder Traffic aufzubauen. Seitdem das Fremdkochen läuft habe ich einige neue Kochblogs kennengelernt. Es sind dabei auch teilweise Rezepte wieder ans Tageslicht gekommen, die ansonsten für immer ins Datennirvana verschwunden wären. Ich hoffe dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht ;) An dieser Stelle würde mich interessieren wie die anderen darüber denken.

    Du hast früher hin und wieder bei unseren Rezepten kommentiert. Als du gemerkt hast, dass im Impressum eine GbR eingetragen ist, hast Du Dich zurückgezogen. Finde ich zwar schade, aber das muss ich akzeptieren. Aber glaube mir, wir kochen nach wie vor, noch immer nur mit Wasser. Und „wir“ das sind Sebastian und ich.

    Grüße
    Alin

  3. Gravatar Icon 3 rike 17. April 2009 um 10:14 Uhr

    Was mich auch nervt, sind die als Kommentare getarnten Werbelinks.

  4. Gravatar Icon 4 reibeisen 17. April 2009 um 10:21 Uhr

    endlich sagt’s mal jemand. da ist Euch nur vollinhaltlich recht zu geben. genau! genauso ist’s. *grummel*

  5. Gravatar Icon 5 lamiacucina 17. April 2009 um 11:11 Uhr

    Du hast Recht, am meisten ärgern mich pop-ups, die den Text verstellen. Klickt man auf x close (falls es ein close überhaupt gibt) landet man bei einer Partnerschaftsvermittlung oder Sex-Seite. Solche foodblogs werde ich im Wiederholungsfalle nicht mehr besuchen.

  6. Gravatar Icon 6 MPunkt 17. April 2009 um 11:51 Uhr

    Um es nochmal klarzustellen, es geht nicht darum, ob ein kleiner Blog jetzt ein bißchen google-Werbung hat, sondern um das Übermaß, das Ausnutzen, die Kommerzialisierung der Kochblogszene.

    Ein bisschen Werbung und ein bisschen Geld verdienen ist schon okay, aber wehe, es geschieht im Übermaß. Dann ist es plötzlich Kommerzialisierung – als wäre das vorher unkommerziell gewesen. Da trägt man doch nur seine Befindlichkeit, ab wann einem die Werbung stört, als objektiven Maßstabs des Umschlags von gut in böse dar. Warum man auch mit Blogs (und/oder deren Hosting) Geld verdienen will, nämlich weil dieses das Mittel ist, um den durch die Eigentumsordnung durchgeherrschten Ausschluss von den Gebrauchswerten zu überwinden, kommt dabei schon gar nicht mehr vor. Nur eben das eigene Geschmacksurteil (aber passend für Foodblogs :P ) als Vorwurf es dabei zu übertreiben an die anderen.

  7. Gravatar Icon 7 Barbara 17. April 2009 um 12:03 Uhr

    Kann mich nur Bolli anschließen.

    Ich habe einen Werbeblocker, der blockt z.B. auf dieser Seite 3 von 115 Elementen, was immer das heißt…

    :((

  8. Gravatar Icon 8 Ulli 17. April 2009 um 12:42 Uhr

    Ja, es wird immer mehr zur Katastrophe.

    Apropos Fremdkochen: Ich verstehe nicht wirklich, wieso sich harmlose Blogger dafür hergeben. Wenn man ein Rezept eines anderen Blogs nachkocht und verbloggt, erscheint ein Link dieses Beitrags als Trackback oder Pingback auf dem Blog des Originals. Das reicht doch! Muss jetzt auch noch jemand anderes diese Beiträge mit nur wenig Eigenleistung dafür nutzen, um mehr Traffic auf seiner Seite und damit besseres Ranking und höhere Werbeeinnahmen zu erzielen? Das Versprechen mit dem Kochbuch mit den Beiträgen des jeweiligen Events ist doch nur ein fauler Trick um die Blogger zu ködern.

    Just my 2 cents
    Ulli

  9. Gravatar Icon 9 Sebastian 17. April 2009 um 13:43 Uhr

    @Ulli:
    1) Harmlos Blogger? Gibt es dann auch gefährliche Blogger?
    2) Damit stellst Du ja alle Kochevents die es irgendwo gibt in Frage. Ich finde es eigentlich ganz nett, wenn es irgendwo eine Zusammenfassung verschiedener Rezepte zu einem Thema gibt. Insbesondere für diejenigen, die nicht jeden Tag auf irgendwelchen Foodblogs rumstöbern.
    3) Wenig Eigenleistung? Ich denke alle, die schon einmal ein Event vom Kochtopf organisiert haben, wissen ganz genau, wieviel Arbeit man damit hat.
    4) Bedenke doch auch mal, wieviel Traffic von unserer Seite an die einzelnen Foodblogs geht, die sich am Fremdkochen beteiligen.
    5) Fauler Trick? Ich hoffe sehr, dass sich die meisten darüber freuen, ein Kochbuch in gedruckter Form zu erhalten. Aber grundsätzlich kann man natürlich an allem etwas negatives aussetzen.

  10. Gravatar Icon 10 sammelhamster 17. April 2009 um 15:52 Uhr

    Mich nerven vor allem auch diese Werbekommentare, von denen Rike schon schrieb und die vielen Pop Up Werbungen auf manchen Seiten, die besuche ich dann aber auch nicht mehr.

    Fremdkochen finde ich witzig, ich mach‘ das ja eh bei den meisten Rezepten und finde es nett, wenn man selbst nachgekocht wird!
    Und wenn man das dann auch noch in gedruckter Form in Händen hält, das ist schon schön!
    Ausgenutzt fühle ich mich da eigentlich nicht…

    Trotzdem ist es gut, wenn Ihr ein kritisches Auge auf die „Foodblogszene“ habt und uns gelegentlich wieder etwas für solche Dinge sensibilisiert ;)

  11. Gravatar Icon 11 Wolf 17. April 2009 um 21:49 Uhr

    Ähnliches hab ich ja schon mal für die Weinblogs festgestellt. Mich stört am allermeisten die Entsolidarisierung, wenn Blogs, die in der Blogosphäre groß geworden sind, sich plötzlich als Medienunternehmer aufspielen, Stichwort „Alphablogger“, „Wir verlinken uns nur noch untereinander“ oder „Es gibt keinen Link mehr aus reiner Gefälligkeit“, dann muss ich sagen, dass find ich nicht ok, und von solchen Blog ziehe ich mich dann zurück. Es gibt noch genügend Blogs, die aus Spass an der Freude bloggen, auch wenn sie nebenher ein paar Anzeigen schalten. Aber irgendwie merkt man welcher Geist dahinter steht.

  12. Gravatar Icon 12 Nini 17. April 2009 um 22:57 Uhr

    da frägt man sich allerdings schon, wieso ihr dann die bösen blogs besucht, wenn es euch so nervt. mein tipp: lasst es doch einfach!
    ich bin z.b. ein großer fan von hüttenhilfe und würde daran auch nichts ändern.

  13. Gravatar Icon 13 kulinariakatastrophalia 18. April 2009 um 0:33 Uhr

    @Bolli
    Gerade mit Foodblogs lässt sich hervorragend Geld verdienen, zwar nicht so gut wie mit Seiten für Medikamente deretwegen Schadensersatzprozesse in den USA angestrengt werden (wir nennen mal keine Namen), aber es macht sich.
    Sogar so gut, dass selbst unser kleiner katastrophaler Blog schon Angebote bekommen hat.

    @Alin & Sebastian
    Offensichtlich hat die Kritik richtig getroffen, durch euer Verhalten bestätigt ihr sie leider nur allzugut. Huettenhilfe wird nicht deshalb von einer GbR präsentiert, weil sich das einfach so ergibt, sondern weil sie ein Geschäftsfeld eures Internetangebotes ist. Das Präsentieren als Blog macht eine kommerzielle Rezepteseite ja nicht anders als andere Angebote wie Chefkoch, Küchengötter und Co. die sich gerne mal bei Kochblogs präsentieren wollen; gehört halt zum geschäftskonzept.

    Da über Blogs ein geradezu perfektes Publikum auch in Hinsicht auf weitere Werbeeffekte gegeben ist, macht es sich natürlich besonders gut, in der Foodblogwelt als der Blog von Nebenan, der auch nur mit „Wasser kocht“ aufzutreten, persönliche Kontaktaufnahme (wir sind nett) inbegriffen.
    Dass der Hinweis auf Spenden für Projekte kommt ist hingegen wirklich etwas komisch, schließlich gehört diese Art der humanitäeren Außendarstellung seit etlichen Jahrzehnten zum Grundstock der Präsentation in der Werbung.
    Es verschwinden auch keine Daten ins Nirvana wie suggeriert, und die Leugnung des Nutzens von Traffic für euch macht euch auch nicht glaubwürdiger. Genausowenig wie die rührselig daherkommende verteufelte Opferposition in der Huettenhilfe sich verzweifelt im Beitrag zur Lage auf eurer Seite präsentiert. Dass sich da dann mitunter der Stammtisch der Befindlichkeiten sammelt, der die Kritik noch nicht mal wahrnehmen will, lässt sowieso kaum hoffen, dass der Gegenstand der Kritik überhaupt nur im Ansatz begriffen wird.

    @rike
    Diese Werbekommentare kommen hier auch zuhauf an, wir löschen sie so gut es geht.

    @reibeisen
    Es hat sich so angesammelt und nach dem letzten Durchblick der Blogs, v.a. auch neuerer, musste es einfach mal zur Sprache gebracht werden damit sich wenigstens etwas in einer gegenläufigen Richtung bewegt.

    @lamiacucina
    Pop up blocken wir grundsätzlich im Browser, zumindest versuchen wir es so gut es geht ;-) Raffinierter sind da schon versteckte Links in den Texten, die zum selben Resultat führen.

    @MPunkt, das mit den Gebrauchswerten lässt sich aber nicht so richtig auf Foodblogsübertragen, genausowenig wie auf Bildung, Wissenschaft; aber Du hast recht wenn du sagt, dass bereits die Kommerzialisierung bei Schaltung einer Anzeige anfängt. Schließlich macht es keinen Unterschied, ob ein Verlust kompensiert werden soll oder die Kosten reinkommen. Die hier geschalteten Werbeanzeigen von Blogsport tragen allerdings indirekt auch deinen Blog und viele andere kleine Projekte auch wenn Du es nicht bemerkst ;-) Profit machen wir persönlich allerdings keinen, sollte die Werbung überhandnehmen, was bisher nicht zu bemerken ist, können wir noch mal eine Neubetrachtung vornehmen — allerdings werden wir keinen Bloganbieter finden, der den gleichen guten Service wie Blogsport bietet und uns zudem den Riesen-Speicherplatz zur Verfügung stellt. Außerdem fühlen wir uns bei Blogsport ausgesprochen wohl :-)

    @Barbara
    Eigentlich wird nur eine Anzeige unter dem jeweiligen Beitrag geschaltet (dadrin können natürlich zwei Links seien); woher der Dritte kommt wissen wir auch nicht, das muss was anderes sein. Ansonsten siehe eine Antwort höher ;-)

    @Ulli
    Es hat natürlich erst mal den Reiz eines Kochwettbewerbes, ansonsten sind wir ja auch erstmal irgendwie auf huettenhilfe reingefallen und haben gedacht, dass das aus Idealismus betrieben wird. Wir hätten vorsichtiger sein müssen!

    @Sammelhamster
    Klar ist es schön, andere Gerichte nachzukochen; aber eigentlich machen das doch die die meisten Kochblogs die ganze Zeit. Problematisch wird es dann aber, wenn die gesammelten Rezepte als Präsentation eines kommerziellen Angebotes vereinnahmt werden. Dass bewusst auf den Servicecharakter gesetzt wird ist ja das perfide an dieser Geschichte; es nutzt aber die BloggerInnen aus (auch wenn freiwillig den AGB zugestimmt wird).

    @Wolf
    Ein Aufspielen lässt sich bei den Foodblogs, die komerziell agieren kaum beobachten, sie benötigen ja zur Zeit noch das Interesse der anderen Foodblogs, um sich bessere Positionen zu verschaffen; das kann sich natürlich rasch ändern, wenn erst mal die Hitliste bei google in Rank und Traffic angeführt wird. Das meiste Geld kommt dann durch geschickte Marketingarbeit und klickbereite Kundschaft rein.

    Die Blogs übrigens, die mit echter Freude am Kochen bloggen, sind uns auch die liebsten!

    @Nini
    Wenn Du gerne Argumente vortragen willst, nur zu — ansonsten kannst Du gerne zu Deinem Stammtisch zurückkehren, den Du offensichtlich überhastet verlassen hast.

  14. Gravatar Icon 14 Wolf 18. April 2009 um 9:27 Uhr

    Es gibt ja nun im Foodblog-Bereich einen, der alle anderen deutlich voraus ist (www.deutscheblogcharts.de) und glücklicher Weise von seiner Betreiberin engagiert und unprätentiös geführt wird. Dass sie ein bisschen als solche hervorgehobene Werbung verkauft, stört eigentlich nicht. Ich finde, es ist eine Stilfrage.

  15. Gravatar Icon 15 MPunkt 18. April 2009 um 10:03 Uhr

    Nee, das ist mir schon klar, dass blogsport sich mit Werbeanzeigen finanziert. Daraus mache ich denen auch keinen Vorwurf, weil die selbstverständlich auch davon betroffen sind, an die von ihnen benötigten Gebrauchswerte nur gegen Geld heran zu kommen. Aber sich dann empört hinzustellen, wenn im Kapitalismus jemand an Geld kommen will … nun ja. Und wieso ist ein Foodblog oder Bildung was anderes? Ware zu sein ist schließlich keinem Gegenstand immanent, aber Warenförmigkeit lässt sich an jeden herstellen, nämlich staatlich durch einen Eigentumstitel auf ihn.

  16. Gravatar Icon 16 kulinariakatastrophalia 19. April 2009 um 11:49 Uhr

    @Wolf
    Ist uns natürlich auch aufgefallen (obwohl es sehr dezent ist); im Gegensatz zu besagter Rezepteseite ist da allerdings wirklich der Kochblog als solcher die Motivation und nicht das Generieren einer Geldquelle, weil mit Kochen zur Zeit gerade Geld zu verdienen ist.
    Allerdings war mit Rank nicht diese Liste gemeint, die ist sowieso etwas fragwürdig; da wird nach dem Gusto eines Herren was zusammengstellt, das ja überhaupt nicht aussagekräftig ist und mal ganz davon abgesehen wozu außer zur Befriedigung des eigenen Egos und dem Empfang von Spamkommentaren ist sowas auch nützlich?
    In unserer Linkliste ist ganz versteckt das Gegenportal, eigentlich mehr deshalb, weil sich besagter Herr so darüber aufgeregt hat und natürlich, weil er Blogsport-Blogs absichtlich nicht aufführt, weil ihm die links nicht gefallen wie er freimütig in seinem Blog erklärte. Einer der bekanntesten Streetart-Blogs taucht deshalb nicht auf.

    @MPunkt
    Wahrscheinlich willst du darauf hinaus, dass Bildung unter Kapitalbedingungen immer Ware sei, nun haben Bildungseinrichtungen aber weniger mit Produktionsstätten zu tun, auch wenn manchmal so ein leiser Verdacht aufkommt ;-) Und wie willst Du einen wisssenschaftlich geäußerten Gedanken in durchschnittlich dafür aufgewandte Tätigkeit umrechnen?
    Was aber mit Foodblogs eher gemeint war, war dass die Eigenschöpfung von Gerichten, Rezepten meist gar keine ist; irgendwo hat genau dieses Gericht schon mal jemand gekocht oder zwei, drei Ideen zusammengeführt. Der bürgerliche Staat würde vielleicht gerne garantieren, dass daraus Profit geschlagen wird, er steht dabei aber vor dem Problem der Handhabbarkeit, es ist schlichtweg unmöglich den Beweis zu führen (wenn keine erhebliche Eigenleistung zu sehen ist), deshalb können auch grundsätzlich keine Eigentumsrechte an Rezepten geltend gemacht werden. Anders im Urheberrecht natürlich die Fotographieverwertung.
    Das Sammeln dieser Rezepte hingegen kann dann sehr wohl was anderes hervorbringen ;-)

  17. Gravatar Icon 17 KochSinn 27. April 2009 um 22:58 Uhr

    Nachdem sich alles etwas gesetzt hat und ich erstaunt bin das das ganze nicht mehr hochgekocht wurde werde ich nun meinen Senf dazugeben.
    Ich stehe auf Werbung wenn sie
    -nicht aufdringlich
    -nett gemacht
    -mir etwas neues zeigt das ich vielleicht so noch nicht gesehen habe (zb. beim chefkoch.de, ich wäre auf viele kleine Helferlein nicht gekommen)
    -mein Interessengebiet trifft

    Aber ich hasse
    -Popupfenster prinzipiell, vor allem jene wo man den Schließen-Butten erst nach genauer Suche findet
    -Seiten die nur noch aus Werbung bestehen

    Also klein, fein und informativ und dann sei auch dem Seitenbetreiber sein Geld gegönnt.

    Zwecks Blogevent´s, ich finde sie machen Spaß und sind immer wieder eine herausforderung und damit hat sich mein Zweck erfüllt, was andere daraus ziehen ist mir eigentlich ziemlich wurst. Außer sie kochen es nach und es schmeckt, dann bin ich glücklich.

    Also kommt alle auf http://www.kochsinn.com
    DIE KOCHSEITE; EINE BESSERE GIBT GAR NICHT:d:d:d:d:d

  18. Gravatar Icon 18 kulinariakatastrophalia 29. April 2009 um 13:30 Uhr

    @Kochsinn
    Neue Sachen, die noch nirgend gesehen wurden, tauchen irgendwann sowieso in den Kochblogs auf ;-) da braucht es keine Reklame für.

    Natürlich ist es praktisch, wenn ein link gleich zum interessanten Küchenspielzeug oder Kochbuch führt — allerdings kaufen wir das lieber im Laden von nebenan. Insbesondere die kleinen Buchläden mit kompetenter Beratung gehen nämlich sonst den Bach runter, und das wäre mehr als schade.

  19. Gravatar Icon 19 Airportibo 30. April 2009 um 0:07 Uhr

    Für mich ist es nicht vollkommen belanglos, ob ein Internetseitenbetreiber kommerzielle Interessen betreibt, oder die Seite als Hobby unterhält. Für mich gibt es gute Seiten, die mich interessieren und schlechte Seiten die ich nicht mehr besuche.
    Die grundsätzliche Verteufelung von Bloggern und Webmastern, die Ihre Webseiten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betreiben kann ich nicht ganz nachvollziehen und halte ich für den falschen Ansatz.
    Unterm Strich kommte es darauf an ob den Nutzern auf der Webseite ein Mehrwert geboten wird. In diesem Fall halte ich professionelle Vermarktung für legitim (egal ob Blog oder nicht).
    Kritischer sehe ich Seiten, die quasi als Durchlauferhitzer mit geklautem Content Nutzer von fremden Seiten ziehen, nur um sie über bezahlte Links so schnell wie möglich weiter zu leiten.
    Bei der Hüttenhilfe handelt es sich ganz klar um eine Webseite mit eigener Nutzerschaft und guten Inhalten, die den Lesern einen deutlichen Mehrwert bieten. Eine professionelle Vermarktung halte ich in diesem Fall sogar für wünschenswert, damit der dauerhafte Betrieb der Seite sichgergestellt werden kann.
    Bei den Kochevents kann ich in keiner Weise nachvollziehen, was daran unfair oder verwerflich sein sollte. Alle Regeln sind klar kommuniziert und es kann mitmachen wer will. Und letztendlich stellt der Erfolg der Fremdkochevents die ultimative Legitimation dieser Wettbewerbe dar.

    Liebe Grüße
    Airportibo

  20. Gravatar Icon 20 kulinariakatastrophalia 30. April 2009 um 19:12 Uhr

    @Airportibo
    Dass diejenigen, die selber Werbung schalten nichts verwerfliches daran finden können ist eh nicht verwunderlich. ;-) Allerdings hast du wohl auch die grundsätzliche Kritik daran nicht verstanden, es kommt nicht darauf an, ob irgendwelche Leute Werbeseiten toll finden oder die gut gemacht ist, das ist ja schließlich die Voraussetzung, um damit Geld zu verdienen; dass es zahlreiche schlecht gemachte billige Reklame-Blogs gibt ändert daran eigentlich auch nichts — wenn es sich um gut gemachte billige Reklame-Blogs handelt erst recht nicht. Aus eigener Anschauung weißt Du sicher was gemeint ist.

  21. Gravatar Icon 21 Airportibo 30. April 2009 um 21:06 Uhr

    Entschuldige, aber Deine Antwort habe ich nicht verstanden. Willst Du sagen Mettsalat sei ein „gut gemachter billiger Reklameblog“?

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