Frappé brûlée — warum nicht

geknackter leckerer frape karamellisiert
geknacktes leckeres Winterkaltgetränk

Es ist immer so eine Sache, da wird Besuch eingeladen und allerlei Dinge werden aufgetischt, meist kommt ein Aah und Oooh, manchmal hat das Pack aber auch Verbesserungsvorschläge anzubringen, meist wird mit gelangweiltem Blick alles aufgenommen und im Geiste eifrig mitgeschrieben, tolle Sachen purzeln da aus den Leuten raus.
So auch neulich, als der merkwürdigerweise unbekannte Café Frappé, das aus griechischem Pulverkaffee gefertigte Kaltgetränk, welches in Griechenland rauf und runter getrunken wird, kredenzt wurde.

cafe frape Café frapé pulver kaffee
cremig geschlagener und glatt sich anbietender Frappé

Natürlich wie üblich mit wenig Zucker und Milch gefertigt und erstmal in kleinen Probiergläschen zubereitet samt Eiswürfel. Kam auch gleich gut an, die überhitzte Küche war aber auch die eisigen Temperaturen vergessend machend und lud förmlich dazu ein.

mit rohrzucker bestreuter griechischer frappe gleich kommt der bunsenbrenner

Die probehalber genossene Koffeinzufuhr war dann wohl doch zu zuckerarm und stark, sodass der Wunsch nach süßer Variante aufkam. Baileys, gerne hinzugefügt im Süden, war ja nicht zu haben und so wurde halt nach Karamell geschrien. Also flugs den Bunsenbrenner (Cucina casalinga hat sich neulich auch eine Variante angeschafft, vorspeisenplatte besitzt sowas schon) hervorgeholt und vor staunenden Augen rasch gerieselten Rohrzucker karamellisiert. Überhaupt benötigt jedeR so einen tollen Flammenwerfer — wie sollten sonst famose karamellisierte Limonen gefertigt werden.

Der Schaum blieb auch schön fest und die kleinen Gläser waren robust genug die Hitze auszuhalten (es wird ja nur kurz gezündelt), die Zuckerschicht durfte sich auch nicht zu fest karamelisieren, sondern musste nur einen in Verbindung mit der feinporigen Struktur des φραπέ geigneten Moment des verzückenden leichten Knackens bieten, um sich der stimmigen Genüsslichkeit ausführlich widmen zu können.

karamelisierter cafe frape
Die Karamellschicht darf nicht zu fest und dick sein

Und, es war super, kam toll an und bereichert nun den zu reichenden Getränkevorrat als Option auch für den Winter — Frappé brûlée

Natürlich keine Fotos gemacht dabei, war dann doch zu schnell gewachsene anregende Ideenfindung, aber selbstredend nachgeholt und heute Nachmittag schien sogar ein wenig die Sonne. Da wurde schnell gehandelt und ein paar Varianten wurden ausprobiert. Die Karamellschicht ist schon relativ süß, der Schaum wird allerdings schöner und feinporiger mit etwas mehr Zucker, da musste das Zusammenspiel optimiert werden. Die Milch wurde sogar ganz weggelassen, passt dann doch besser.
Für nicht so sehr dem kalorienhaltigen Süßungsmittel Zugeneigte gibt es noch diese Variante :p

frape brulee caffee brûlée
locker, lecker, leicht — karamellisierter φραπέ brûlée

Auf die Schnelle:

Zwei Löffel griechischer Pulver-Kaffee (Instantkaffee!) also mit etwas Wasser in unserer tollen Frappe-Maschine cremig gerührt mit etwas Wasser und Eiswürfel bestückt und dann nur noch mit braunen etwas gröberen Rohrzucker leicht berieselt und hurtig mit Flammen versehen (ein bissl aufpassen, das Glas ist noch heiß) und — fertig!

p.s. dummerweise keine Flecken fabriziert, verdammt! ;-)


22 Antworten auf “Frappé brûlée — warum nicht”


  1. Gravatar Icon 1 Schnick Schnack Schnuck 24. Januar 2009 um 20:43 Uhr

    Hm, das könnte mich für heute abend auch nochmal auf Vordermann bringen.

  2. Gravatar Icon 2 Ecki 24. Januar 2009 um 22:49 Uhr

    Das ist ja mal echt eine tolle Idee! Mist, ich brauche einen Bunsenbrenner. :d

  3. Gravatar Icon 3 lamiacucina 25. Januar 2009 um 7:06 Uhr

    wie das ohne Milch so schaumig aussieht. Liegt das am Kaffee oder an der Maschine ?

  4. Gravatar Icon 4 Dandu 25. Januar 2009 um 8:30 Uhr

    überschwappende Schäumung :d schwapp zu mir!

  5. Gravatar Icon 5 Bolli 25. Januar 2009 um 8:52 Uhr

    weder frappé froid noch brûlé mag ich dieses Gesöffs……

  6. Gravatar Icon 6 kulinariakatastrophalia 25. Januar 2009 um 14:34 Uhr

    @Schnick Schnack Schnuck
    Geht aber wirklich am besten mit griechischem kräftiger schmeckenden Pulverkaffee (die böse Marke nennen wir mal lieber nicht ;-) )

    @Ecki
    Warum haben den denn alle nicht? Dabei ist der billig, klein und handlich und es kann soooo viel gemacht werden! :-b

    @lamiacucina
    Das liegt am Kaffee, die Maschine hat aber auch genügend Power für das schnelle Rühren, müsste aber mit einem kleinen Milchaufschäumer vielleicht auch gehen; oft wird auch einfach ein Shaker benutzt.

    @Dandu
    Bei Euch in der Küche müssten ja Riesen-Frappe zu bewerkstelligen sein ;-)

    @Bolli
    Das liegt bestimmt an der fiesen Dosenmilch, die in Griechenland immer hinzugefügt wird ;-)

  7. Gravatar Icon 7 Denver 25. Januar 2009 um 16:36 Uhr

    Ein Frappé mit Karamellschicht klingt einfach traumhaft. Zu Schade, dass ich keinen Bunsenbrenner besitze. :(

  8. Gravatar Icon 8 mipi 25. Januar 2009 um 17:00 Uhr

    Klasse Idee. Wie heißt es so schön: Das Bessre ist des Guten Feind. Es wird also in Zukunft nur noch Frappé mit karamellisiertem Zucker geben, oder?

  9. Gravatar Icon 9 Kochblogger 25. Januar 2009 um 22:46 Uhr

    Coole Idee. Da muß man erst einmal drauf kommen. Wirklich kreativ! Als Griechenland und Frappé Fan muß ich das auf jeden Fall ausprobieren. Es rettet mich das vielleicht über den langen Winter bis ich endlich wieder nach Mastichari auf Kos fahren kann. Liebe Grüße. ;-)

  10. Gravatar Icon 10 kulinariakatastrophalia 26. Januar 2009 um 0:12 Uhr

    @Denver
    Schnell einen kaufen ;-)

    @mipi
    Im Sommer kommt die nicht karamellisierte Version dann wohl doch etwas besser, aber mal schauen… :-?

    @Kochblogger
    Karamellisierter Kaffeeschaum scheint tatsächlich noch nirgendwo aufgetaucht zu sein. Gut, dass der Besuch Karamell-Creme zum Coffee wollte ~o)

  11. Gravatar Icon 11 Wolf 26. Januar 2009 um 10:59 Uhr

    Im Sommer gibt es dann Frappé Zorbas sorbé, oder? Ich hab mich auch immer gefragt, warum das Zeug den Weg in den deutschen Supermarkt nicht gefunden hat, wo derzeit doch jeder Spleen verflüssigt wird? Der deutsche Eiskaffee ist mir meist zu sahnesteif…

  12. Gravatar Icon 12 kulinariakatastrophalia 26. Januar 2009 um 20:05 Uhr

    @Wolf
    Der Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt ;-)

    @all
    Normaler greek frape mit handlichem Milchaufschäumer übrigens hier zu sehen

    und

    eine Shaker-Version :D

    und

    eine schlicht präsentierte und ansonsten ist das internet voll von weiteren interessanten Anleitungen, vielleicht sollten wir auch eine einstellen :D

  13. Gravatar Icon 13 Wolf 27. Januar 2009 um 10:04 Uhr

    Mit Oreo-Cookies… nicht zu fassen… Da fehlen nur noch die Sardellefilets

  14. Gravatar Icon 14 KochSinn 27. Januar 2009 um 19:45 Uhr

    Was kommt nach dem Frapé brûlée? Ich denke die karamelisierung von Speisen ist damit sicher noch nicht abgeschlossen. Oder sollte ich mich da täuschen?

  15. Gravatar Icon 15 kulinariakatastrophalia 27. Januar 2009 um 20:49 Uhr

    @Wolf und Kochsinn
    Hmm, vielleicht karamellisiertes Sardellenfilet mit einem Hauch Zimt an Frappéschaum? :d :-&

  16. Gravatar Icon 16 Sus 25. Februar 2009 um 22:11 Uhr

    Vielleicht etwas spät, aber: Cool bzw. Hot! Ich liebe Original-griechischen Frappé (wird regelmäßig nach D importiert, denn die deutsche Variante schäumt einfach nicht gut genug) und brüliert werde ich ihn auch auf jeden Fall versuchen.

    Liebe Grüße, Sus

  17. Gravatar Icon 17 kulinariakatastrophalia 03. März 2009 um 13:42 Uhr

    @Sus
    Stimmt, machen wir auch so, der griechische Instantkaffee ist nicht zu schlagen :-)

  18. Gravatar Icon 18 lillebi 17. März 2009 um 20:09 Uhr

    Hmmm… sieht das lecker aus.

    Ich suche noch nach einem passenden Vorwand, mir so einen tollen Feuerspeier zuzulegen.

  19. Gravatar Icon 19 tobias kocht! 20. März 2009 um 9:35 Uhr

    Na das wird meine Griechischen Gaeste aber maechtig freuen wenn ich denen dieses Rezept zubereite… Die werden das kaum fassen wenn es das Nationalgetraenk als Desert gibt.

  20. Gravatar Icon 20 kulinariakatastrophalia 20. März 2009 um 13:50 Uhr

    @lillebi
    Der Baumarkt um die Ecke hat bestimmt bald Sonderaktionen ;-)

    @tobias
    Als vorspeisliche Reichung vielleicht doch idealer

  1. 1 Es ist ja nicht so, dass final-krachende Verköstigungen sich ungeeignet für unsere vier Förmchen erweisen und sowieso sind zerplatzende Kochbuchträume überaus geeignet für nachfolgende Inaugenscheinnahmen (bewegte Bilder) « kulinar Pingback am 29. Oktober 2009 um 19:52 Uhr
  2. 2 Verschlagen experimentierend aufgetragene Versuchsanordnung und gescheiterte reihenweise versetzte Sommergetränke mit Anleihen an einhergehende Ausklänge (auftretende Beschwingtheit) « kulinaria katastrophalia Pingback am 10. März 2010 um 16:57 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.