Konnte von dem Umstand, dass nun wirklich überhaupt kein für das vom Besuch eingeforderte vegetarische Spezialitätenschleckerli notwendige das Kochutensil Umwickelnde zu ergattern war darauf geschlossen werden, dass dem hohen Anspruche nicht gerecht zu werden gelingen sollte — mitnichten! und deshalb wurde unter Auferbietung diverser Alcoholica durchgehalten und die Gunst der frühen Stunde genutzt und sich die ersten feinen Vorräte gesichert, die alsbalde dann wohl schon weg gewesen wären — dabei ist doch Saison, oder zumindest Nachsaison, oder war die Ernte nicht ausreichend, der hohen Nachfrage nicht gerecht werdend? Egal, das kulinarische Glück war gesichert, der Genuss nur eine Frage nachzuholender Besinnung vor dem großen Kochakte…

Verschlungene Wege zum vom Besuch eingeforderten leicht zu dünstenden Federkohl erwiesen sich als vorzüglichst zu gestaltende Kost, die zuvor schon tagelang ausgekundschafteten Beschaffungsstellen ließen die gemeine Verkaufsschar nur mit den Schultern zucken, ignorantes Überspielen ungenügender Orderfähigkeit im Großhandel. Also auf den Primärerzeugnisbetrieb gesetzt und mit dem Anblick einer leeren Kiste belohnt, in der noch kümmerliche Reste von einst sicherlich die untere Ebene füllenden Gemüse vorhanden war.

Der Besuch wurde allmählich unruhig, glaubte Hinhaltungen nicht mehr, begann zu zweifeln, dass überhaupt noch etwas davon zu haben sei; also mutig die Nacht durchgehalten und halbtot ohne größeren Drogenkonsum tapfer zur Einkausstätte gerannt, um die Belohnung abzuholen — frisch gepflückter (hoffentlich) zarter Grünkohl.

Der besten aller Grünkohlzubereitungsarten stand nicht mehr im Wege und so konnte vitaminreiche Biokost zu höchsten kulinarischen Ebenen geführt werden (ganz ohne matschende Zubereitungsarten). Dazu dann auch noch kochwartezeitbedingt die Suche nach Teelichtrestbeständen und unterstützenden Limonengetränken ;-)

allerbester bio gruenkohl kurz geduenstet mit frischen kraeutern
Frische Kräuter und Zwiebeln verzücken federleichten Grünkohlblättergenuss

Einfach entsprechend dieses Rezeptes Zwiebeln und kleingehackte Dillstiele in bestem Olivenöle angedünstet und zuvor in Wasser kurz gekochte Blätter ohne harte Stiele, die in Eiswasser ihre Farbe behielten, mit hinzugegeben, 10 Minuten gedünstet und mit den schmackhaften Dillspitzen versehen zwischendurch und dann frisch die zarte Speise genossen mit noch einem ordentlichen Schuss allerbesten Bio-Olivenöles und zufrieden auch noch den dazu gereichten Schafsziegenkäse auf der Zunge zergehen gelassen. Sehr lecker mal wieder!!

Ganz auf Eigenproduktion setzt übrigens ein neuer Blogsportblog und liefert anschaulich Möglichkeiten selbst in die vegane Käseherstellung einzusteigen; gespannt wird auf die Produktion von Schafskäseersatz gewartet — da müsste doch was zu machen sein ;-)

Übrigens, dass gar politische Verwicklungen besonderer Art beim Grünkohlessen auftreten können, war allerdings bisher unbekannt :D


16 Antworten auf “Konnte von dem Umstand, dass nun wirklich überhaupt kein für das vom Besuch eingeforderte vegetarische Spezialitätenschleckerli notwendige das Kochutensil Umwickelnde zu ergattern war darauf geschlossen werden, dass dem hohen Anspruche nicht gerecht zu werden gelingen sollte — mitnichten! und deshalb wurde unter Auferbietung diverser Alcoholica durchgehalten und die Gunst der frühen Stunde genutzt und sich die ersten feinen Vorräte gesichert, die alsbalde dann wohl schon weg gewesen wären — dabei ist doch Saison, oder zumindest Nachsaison, oder war die Ernte nicht ausreichend, der hohen Nachfrage nicht gerecht werdend? Egal, das kulinarische Glück war gesichert, der Genuss nur eine Frage nachzuholender Besinnung vor dem großen Kochakte…”


  1. Gravatar Icon 1 Schnick Schnack Schnuck 15. Januar 2009 um 6:53 Uhr

    Wirklich seltsam, diese Knappheit. Auch die wöchentliche Gemüsekiste bescherte uns in diesem angeblichen Rekordwinter mit eigentlich förderlichen Frosttemperaturen erst einmal einen der begehrten Säcke.

  2. Gravatar Icon 2 Bolli 15. Januar 2009 um 7:09 Uhr

    für mich gehört in Grünkohl einfach Speck und reichlich Pinkel!

  3. Gravatar Icon 3 Sebastian 15. Januar 2009 um 9:40 Uhr

    Ich habe am Samstag auf dem Markt ebenfalls frischen Grünkohl erstanden. Der sah einfach köstlich aus und war über und über mit einer glitzernden Eisschicht bedeckt. Der wurde zum ersten Mal auch 100% vegetarisch zubereitet. Garnicht so schlecht :-)

  4. Gravatar Icon 4 kuchen 15. Januar 2009 um 13:16 Uhr

    Auch wenn ich nicht gefragt war, hab ich mal ausprobiert und war ganz okay:
    „4 ounces firm tofu
    3 cups fresh water
    1 1/2 tablespoon salt
    1 1/2 teaspoon fresh lemon juice

    Bring a small pot of water to a boil over high heat. Add the tofu and cook for 1 minute. Drain immediately. When the tofu is cool enough to handle, cut into 3 pieces. In a small non-reactive bowl, place the fresh water, salt and lemon juice. Stir well to dissolve the salt. Add the tofu (the bowl should have enough water to cover the tofu; add more water if necessary. Cover and marinate the tofu overnight in the refrigerator. […]“
    (aus: Students go vegan cookbook)
    Wenn es einen tatsächlich als Veganer mal nach Feta dürstet oder man wirklich mal vegane Gäste hat und denen unbedingt was fetaähnliches vorsetzen will, sollte man vllt. doch mal die Spendierhosen anziehen und das Fertigzeug von Cheezly nehmen. Das ist recht lecker.^^

  5. Gravatar Icon 5 kulinariakatastrophalia 15. Januar 2009 um 13:33 Uhr

    @Schnick Schnack Schnuck
    Aha, da ist der Grünkohl hin :-w

    @Bolli
    Aber nur ausnahmsweise l-)

    @Sebastian
    Hmm, wir wohnen im falschen Bezirk @-)

    @Kuchen
    Danke für das Raussuchen, das wäre wirklich lustig, dass mal auszuprobieren (parallel mit gekauftem Käse) :)

  6. Gravatar Icon 6 Hedonistin 15. Januar 2009 um 13:53 Uhr

    Ich hab schon ewig keinen Grünkohl mehr gegessen, den gibts hier nicht. :(

  7. Gravatar Icon 7 Wolf 15. Januar 2009 um 17:21 Uhr

    Oh Grünkohl essen wir im Winder auch gelegentlich. Meist mit unveganem Käse berieben und Bratkartoffeln durchmischt.

  8. Gravatar Icon 8 kulinariakatastrophalia 16. Januar 2009 um 0:20 Uhr

    @Hedonistin
    :o Überhaupt kein Grünkohl?!? Das Elend nimmt gar kein Ende ;-) Keine Bioimportläden für exotische Kulinaria in der Nähe?

    @Wolf
    Mit Bratkartoffeln kredenzt ist natürlich auch ganz furchtbar chic :)

  9. Gravatar Icon 9 Dandu 16. Januar 2009 um 6:06 Uhr

    Auch bei den unterstützenden grünlichen (of course) Limonengetränken hätte ich gerne Beistand geleistet. Es grünt so grün … :d

  10. Gravatar Icon 10 Sebastian 16. Januar 2009 um 16:24 Uhr

    Wochenmarkt am Karl-August-Platz in Charlottenburg. Mir gefällt es da sehr!

  11. Gravatar Icon 11 KochSinn 16. Januar 2009 um 19:34 Uhr

    Grünkohl mit Dille, mein erster Griff würde da eher in die Richtung von Kümmel gehen. Ich denke das wird doch glatt ausprobiert.:)>-

  12. Gravatar Icon 12 lavaterra 16. Januar 2009 um 23:53 Uhr

    Hier im Grünkohlentwicklungsland eine eher exotische Speise.

  13. Gravatar Icon 13 kulinariakatastrophalia 17. Januar 2009 um 0:47 Uhr

    @Dandu
    Aach… die haben gar nicht geschmeckt, viel zu viel Alkohol :D

    @Sebastian
    Ooh, der Markt hat bestimmt auch nur bis Mittags auf <:-p

    @Kochsinn
    Kümmel? Hm, wir hatten den Grünkohl schon mal mit wildem Fenchel gemacht, da kam das geschmacklich nicht so raus; mit Kümmelsamen wäre das jetzt wahrscheinlich wirklich zu dominant, aber es soll ja nie nie gesagt werden ;-)

    @lavaterra
    Es ist wirklich eine Schande, der Grünkohl schmeckt so gut, der könnte sogar im Sommer angebaut werden, aber weil irgendwelche Unken das Gerücht verbreitet haben, dass er angeblich Frost benötigen würde glaubt alle Welt, dass der nur im Winter zu essen sei.
    Haben schon mal bei unserem Biodirektdealer nachgefragt, der wusste zwar, dass der keinen Frost benötigt, glaubt aber nicht, dass genügend Leute den im Sommer kaufen würden und außerdem sei die Schädlingsgefahr (irgendeine weiße Fliege) zu groß.

  14. Gravatar Icon 14 lamiacucina 17. Januar 2009 um 14:41 Uhr

    In der Grünkohldiaspora muss dieser durch weisse oder rote Varietäten ersetzt werden. Nur Dillspitzen -wer isst eigentlich das was unter den Spitzen wächst?- wären reichlich greifbar.

  15. Gravatar Icon 15 kulinariakatastrophalia 18. Januar 2009 um 21:09 Uhr

    @lamiacucina
    Na wir! Die kommen immer mit ins Essen rein (hier auch), wäre sonst ja auch schade, schließlich stecken da erstaunliche Geschmacksstoffe drin

  1. 1 Grünkohl mit allem Pipapo « Schnick Schnack Schnuck Pingback am 09. März 2009 um 7:22 Uhr
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