kulinaria kamera, die Probleme, die Reparaturodyssee und andere zweifelhafte Dokumentationen (Bilder, Bilder…Geschichten, Geschichten…)

Während die meisten Kochblogs sich nahezu verausgaben, um das allerneueste Modell gegen das Allerallerneuste auf dem Markt auszutauschen ;-) und sich stundenlang mit der richtigen blogevent food-o-grafieKameraeinstellungen herumplagen, hat sich hier die schnelle Knipsvariante als praktikabel erwiesen. Das mag nun auch an dem Umstand liegen, dass hier meist des Abends mit deutlicher Tendenz zum nächsten Tage die kulinarischen Köstlichkeiten aufgetischt (und manchmal sang- und klanglos entsorgt) werden, da ist sowieso egal welches Kameramodell Verwendung findet.

Auf die Bilder übrigens einfach draufklicken, in diesem Beitrag sind die ausnahmsweise alle verlinkt und führen zu den kleinen Foodblog-Geschichten und manchmal auch zu einem Rezept ;-)

kaki in kaffeebohne

Schließlich ist Sonnenlicht noch das beste Ambiente, um die Speisen zu präsentieren, die so schmackhaft doch wenigstens im Ansatz auch in der Photodokumentation ersichtlich sein sollten. Das, was das Essen ausmacht, die Atmosphäre, die Lust am Essen, der nette Besuch, kann sowieso nur ansatzweise eingefangen werden.

Aber da zorra angefragt hat, was denn so für Kameramodelle Verwendung finden kommen wir dem mal nach und präsentieren für die food-o-grafie die verwendeten Modelle, derer viele, die hier so in unserer kulinaria katastrophalia-Küche Verwendung finden.

die kaki ist immer noch da

Angefangen und durchgehalten haben wir mit einer kleinen Digitalkamera, Modell Kodak LS753, die macht auch ganz passable Bilder, die allerdings im Vorschaubild immer etwas matt aussehen, dann aber zu voller Größe kommen, klein und handlich, macht gute Überblicksbilder. Zahlreiche Kakibilder entstanden damit.

kaki standhafte

Ab und an bei Besuch kommt eine PENTAX Optio WP zum Tragen, die ist ganz nett, wenn nur die Bedienungsanleitung nicht auf technikschwedisch wäre, dann könnte da wohl noch was rausgeholt werden. Leckerste Bärlauch-Birnen-Kaninchenleber in Schokoladen-Wein-Sauce wurde mit herbeigerollerter Nikon E4500 dokumentiert.

getrocknete kaki

Die andere meistens verwendete Camera ist hingegen eigentlich gar keine, sondern eine kleine Handykamera, eine Sony Ericsson K800i, die ist schnell griffbereit und deshalb oft verwendet, außerdem macht sie so schöne Vorschaubilder, die nachher gar nicht mehr so farbenbrilliant aussehen, die Nahaufnahmen sind allerdings manchmal (bei eitel Sonnenschein) deutlich besser als bei der Kodak, auch die Farben Grün und Rot treten besser hervor.

knoblauchsprossen

Knoblauchsprossen beispielsweise entzücken in ihrer Grazilität geradezu mit ein bissl Sonnendurchflutung, so wird es lockerflockig (hier zu sehen in unserer septembrigen Schafskäse-Ingwer-Kredenzung) und die Sprossen des Knoblauchs sind quasi griffbereit im Bildschirm zu finden, zuviel Sonne allerdings macht sich dann auch nicht gut, der frühe Morgen (da schlafen wir noch) eignet sich eigentlich am besten ;-) Schade ist es eigentlich nur, dass die meisten Bilder in Riesengröße schöner aussehen, als dann verkleinert im Blog, andersrum geht das allerdings auch, verschwommene Bestandteile fallen dann gar nicht so auf…

Torte

Manko allerdings: das Modell ist ständig kaputt, was mithin Ärger mit sich bringt und das eigentlich Interessante ist, dass sich aus diesen Umständen das nicht Uninteressante zu Erzählende speist und das hat es interessanterweise in sich.

dosenfischkatze

Das Modell K800i ist etwas klobig für ein Handy und wurde einst mit einem unsinnigerweise teueren Vertrag erworben, die Werbung hatte ihren Einfluss dabei ;-) und nachdem, das Teil zweimal nicht mehr funktionierte war der Gang zu einem vom Verkaufsgeschäft angepriesenen Dienst angesagt, der gleich mit wirklich kompetenten Personal aufzuwarten wusste: Eimerweise Schminke , Marge-Turmfrisur und lange aufgeklebte Fingernägel (plastisch in den modischen Farben der Geschmacklosigkeit bewahrt) verhinderten den Ausbruch normaler Kommunikation in den Gehirngängen der Schaufensterpuppe, die erstaunlicherweiuse auch noch reden konnte, ein Wunderwerk sozusagen.

rauke mit schinkenwuerfel in ei und das alles als sauce zu linguine

Einmal das Versagen geschildert, kam nur als Antwort, Also ich hab das gleiche Fotohandy (bitte in doofen Wähwäh-Ton sprechen), meins ist noch nie kaputt gegangen.
Sehr schön, interessiert nur nicht, also geduldig den Fehler erklären und sich weitere dumme Bemerkungen anhören, was es denn sein könnte, nein funktioniert auch mit anderem Akku nicht, hat die die Erklärung nicht verstanden, dass es zwar angeht, aber nicht hochfährt?

Na, dann schauen wir uns das mal an (Wähwäh-Ton), toll, genau das war es, was verlangt war, dann fängt sie an mit ihren Plastikfingernägeln die Karte rauszuprockeln, was naturgemäß sich als durchaus schwierig rausstellt mit den langen Dingern, wer stellt sowas ein?

zitronenpresse orange original 70er

Selbst ran und auf die Frage nach dem voraussichtlichen Abholtermin nur schnippische Bemerkungen das könne man nicht sagen. Schön. Nach zwei Tagen schon einen Anruf bekommen, dass es abholbereit sei und hingefahren und wieder diese Plastikfinger im Empfang; scheinen der Ansicht zu sein, dass die KundInnen auf so was stehen.

griechischer frape

Wir haben da eine neue Software draufgespielt, das müssen sie aber zukünftig selber machen. Hallo? Das Gerät war kaputt, wieso soll ich eine neue Software draufspielen?
Das müssen sie jetzt, Sony Ericsson schreibt das jetzt vor, hier sehen sie, hier steht es (hält mir die Reparaturbescheinigung ihres Geschäftes vor, wo drauf steht, dass der Kunde, das machen kann).
Interessiert mich nicht, selbst wenn es so wäre, dass die Garantiebestimmungen sich geändert haben, dann gelten weiterhin diejenigen bei Vertragsschluss. Nein, das stimmt nicht, hier steht es doch (zeigt mit Plastikfingernagel auf das Papier). Hier ist jegliche weitere Mühe vergebens, die Person ist zu intelligenter Kommunikation offensichtlich nicht fähig.

gegrillte shrimps

Ab nach Hause, auf dem Weg Handy eingeschaltet und schwubbs nach drei Minuten ist der Akku alle, komisch war doch vor der Reparatur extra aufgeladen worden? Angeschaut und festgestellt, dass da ein anderer Akku drin ist (hat sich wahrscheinlich die Schaufensterpuppe mit dem gleichen Handy gekrallt), also zurück zum Geschäft und beschwert.

frische erbsen

Chef kommt auch gleich raus und behauptet steif und fest, dass dies selbstverständlich derselbe Akku sei (natürlich), da achten wir immer darauf, dass Gerät und Akku zusammenbleiben, außerdem, woher wollen sie denn wissen, dass das nicht ihr Akku ist, wer schaut sich den denn an.

bio joghurt mit apfel und roter grapefruit

Ich, schließlich hätte der ja kaputt sein können und da war der weder verkratzt noch der Aufdruck verblasst. Nein das stimme nicht, wir sind hier ein Geschäft am Ku´damm und nicht so eine billige Klitsche, wir machen sowas nicht, ah ja….

wilder fenchelsamen und grobes siedesalz im moerser

Und was hätte ich da noch für ein Problem gehabt, Garantie, ja das müssen sie jetzt selber machen. Die Dummheit der Schaufensterpuppe ist also auch Geschäftstaktik, kein Wunder, dass die Gerichte überlastet sind. Beim nächsten Mal wird gleich Mängelgewährleistung geltend gemacht, dann kann das Geschäft sich dreimal ärgern.

Und in der ganzen Zeit steht das Handy dann natürlich nicht für die Foodblogfotografie zur Verfügung — Argh!

olivenblaettertee zur anschauung

Inzwischen war das Gerät viermal kaputt und wieder — diesmal beim Verkäufer — bei der wochenlangen Reparatur (da hätte schon ein neues verlangt werden können) und dann ist da ein fetter Kratzer im Display unter der Glasscheibe bei der Rückgabe. Was ist das denn?

Ja komisch, also wird angerufen bei der Firma, die stellen sich doof, hier steht doch in der Einlieferungsbescheinigung, dass da ein Kratzer drauf ist, ja stimmt meine ich, der ist auch noch da, der muss mit einer Lupe gesucht werden und das stand auch schon auf den letzten drei Reparaturbescheinigungen drauf, der neue hier ist unter dem Display. Hmm, hmm, Verkäufer kann sich aber nicht bei der Reparaturfirma durchsetzen (jetzt nicht wirklich verwunderlich), ruft also seine Chefin an und kommentiert derweil laut mit, dass ein neuer Reparaturauftrag von mir erteilt werden müsse.
Halt Stopp! (laut rufend und das Telefongespräch störend) – ich beauftrage gar nichts, das ist allein ihr Problem! Verdutztes Aufschauen (Oh, oh — renitente Kundschaft).

linguine bolognese

Um es kurz zu machen — es dauerte zwei Monate bis die Nachricht kam, dass das Handy unterwegs (angeblich) leider verloren gegangen sei (haha, die Versicherung zahlt es wohl) und 14 zerquetschte Tage bis die Nachricht kam, das ein neues Handy wieder da sei, irgendwie noch mit Restfreude (endlich!) hin und festgestellt, dass es nicht da war, warum rufen die dann an?!? Nach einer Woche dann die Nachricht, es tut uns sehr leid, es verzögert sich noch etwas…

sukulaku

Aber schließlich doch noch ein fast nagelneues Exemplar in den Händen gehalten, lediglich die Versiegelung war aufgebrochen wir haben ihnen schon mal den Akku aufgeladen -- wers glaubt wird selig, es wurde vermutlich ein kaum genutztes Ansichtsexemplar organisiert; aber egal, Hauptsache wieder ein neues Handy.
Dann noch verlangt, dass auf die Rechnung (0 Euro) noch der Vermerk kommt, dass volle Gewährleistung (weitere zwei Jahre) steht. Auch das erhalten (viele tricksen da ja noch rum) und nun steht da, dass Leistung auf ein „Gewehr“ gegeben wird, ist ja auch mal was.

rote versuchung

Nun, so richtig empfohlen kann das Gerät nicht werden, auch wenn es ganz nette Fotos macht, aber das haben sich alle wohl schon selber gedacht ;-)

limonen im nachtlicht

Und welche mag, darf raten, welches Kameramodell welches Foto für den Foodblog beigesteuert hat ;-)

Die anderen Kamerabestückungen der anderen Foodblogs sind dann im Kochtopfblog zu bewundern, morgigen Tages ist nämlich der Einsendeschluss für den Blogevent und dann wird rasch wie immer eine wohl ziemlich lange Liste schön fotogen aufgearbeitet zu bestaunen sein. Viel Spaß dabei!


16 Antworten auf “kulinaria kamera, die Probleme, die Reparaturodyssee und andere zweifelhafte Dokumentationen (Bilder, Bilder…Geschichten, Geschichten…)”


  1. Gravatar Icon 1 sammelhamster 07. November 2008 um 18:07 Uhr

    Eine unendliche Geschichte für die unendlich gut gelungenen kulinarischen Katastrophen :)>- .

    Und wie war das nochmal genau im Mittelteil, das mit dem Schaufensterpuppenakkuklau :-? ?

  2. Gravatar Icon 2 Hedonistin 07. November 2008 um 19:09 Uhr

    Bewundernswerte Langmut. Meinereine wäre wohl schon in einem frühen Schaufensterpuppenkontaktstadium Amok gelaufen. :">

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 07. November 2008 um 20:31 Uhr

    @sammelhamster
    Das wüssten wir auch gerne :-w es wurde dann entschieden, dass es sich nicht lohnt einen Aufstand zu machen, das teil kostet nicht so viel und der Nachweis wäre schwierig gewesen, dass es ausgetauscht worden ist

    @Hedonistin
    Da kommt Verständnis für Amoklauf tatsächlich auf ;-)

  4. Gravatar Icon 4 lamiacucina 08. November 2008 um 7:04 Uhr

    war das eine spannende Geschichte, eben unten angelangt, stelle ich fest, dass ich noch keines der Bilder angesehen habe. Also alles nochmals von vorne..

  5. Gravatar Icon 5 rike 08. November 2008 um 18:00 Uhr

    Tja, mit den Handys ist das so eine Geschichte… Bei mir nervt immer mehr der Vertragspartner als das Handy an sich, da hatte ich immer Glück :d Ich bin ja beruhigt, dass ich nicht die einzige ohne eine digitale Spiegelreflex bin :">

  6. Gravatar Icon 6 zorra 09. November 2008 um 14:52 Uhr

    Oh, spanische Verhälntisse in Berlin. ;-)

    Ich bin immer noch am Raten welches Bild mit welcher Kamera gemacht wurde…

    Danke für eure Teilnahme am ersten food-o-grafie Event.

  7. Gravatar Icon 7 kulinariakatastrophalia 09. November 2008 um 16:50 Uhr

    @lamiacucina
    Eine Tagesaufgabe ~o)

    @rike
    Der Vertragspartner hat auch ein bissl genervt und versucht durch Mitteilung falscher Vertragslaufzeiten noch ein Jahr rauszuschinden :-w
    Meist führt ja eine Kamera mit Tausend Extras nur zu übermäßigen Ansprüchen, die einzuhalten mit der baldigen Essenlust nur schwer in Einklang zu bringen sind, dann schon besser innerhalb von 2-3 Minuten schnell das Beste herausholen, was machbar ist ;-)

    @zorra
    Europa wächst zusammen @-) wir sind teilweise auch noch am Raten ;-)

  8. Gravatar Icon 8 Bolli 09. November 2008 um 18:25 Uhr

    ich bin ganz und gar nicht so technikbegeistert, habe allerdings super gute Lichtverhältnisse bei mir, dass die olle Kamera ( billigstes Modell damals vor 4 Jahren in Eilaktion gekauft, weil ich ein Photo verschicken sollte ( damals fragte ich mich, ob man das überhaupt kann…)so manche dieser hochkomplizierten Teile in den Schatten stellt, oder?……….

  9. Gravatar Icon 9 kulinariakatastrophalia 10. November 2008 um 18:25 Uhr

    @Bolli
    Diese Anfangsschwierigkeiten mit den Kameras sind bekannt und haben anfangs so manche Zeit gefressen bis die einzelnen Funktionen sich „präsentierten“.

    Die Fotos, die mit einfachen Kameras gemacht werden, sind deshalb so gut, weil sie authentisch ohne viel Schnickschnack ihren ganzen Charme zu offenbaren wissen ;-)

  10. Gravatar Icon 10 Denver 10. November 2008 um 20:54 Uhr

    Die schnelle Knipsvariante hat aber doch auch tolle Bilder hervorgebracht! Warum also lange nach einer Kameraeinstellung suchen?!

  11. Gravatar Icon 11 KochSinn 11. November 2008 um 23:01 Uhr

    Ich hätte nicht gedacht das die Fotos mit der Handykamera geschossen wurden, denn es sind doch immer gute Bilder und haben vor allem ein gewisses Flair.

  12. Gravatar Icon 12 Sebastian 12. November 2008 um 9:11 Uhr

    Mit dem Sonnenlicht hast Du recht. Dumm nur, wenn man lange arbeitet und die Fotos dann in einer viel zu schlecht beleuchteten Küche schießen muss.

  13. Gravatar Icon 13 kulinariakatastrophalia 13. November 2008 um 2:01 Uhr

    @Denver
    Eben!

    @Kochsinn
    Das macht alles unsere heimelige Küchenausstattung ;)

    @sebaastian
    Bauleuchten und helfende Hände, dann klappt es :^o

  14. Gravatar Icon 14 entegut 13. November 2008 um 10:33 Uhr

    Zuerst wollte ich wissen, wie man die Khaki so schnell im Zeitraffer vertrocknen lassen kann. Am Ende dieses Artikels angekommen, brauche ich eine Frischzellenkur und lege einmal den Fotinger ein paar Tage zur Seite.

  15. Gravatar Icon 15 Houdini 16. November 2008 um 11:25 Uhr

    Habe mich sehr amüsiert, ist aber keine Schaden- sondern echte Freude an Deiner Schreibe. Meine ähnlichen Erlebnisse waren in kürzerer Zeit erledigt worden, aber viele der Aussagen sind dem Sinne nach identisch.

  16. Gravatar Icon 16 kulinariakatastrophalia 17. November 2008 um 22:29 Uhr

    @entegut
    Ein Dauerexperiment sozusagen, seit einiger Zeit verändert sie sich aber nicht mehr ;)

    @Houdini
    Die Chronik misslicher Situationen ist schier unendlich :o ;)

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