Archiv für August 2008

Die letzte gefüllte Variante wusste sich länger zurückliegend zwar guter Erinnerung zu erfreuen — nichtsdestotrotz war diese Kleinvariante in reihhaltiger Kredenzung von wundervoll zu genießender Sehnsucht (Schafskäse ward vergessen)

Nach Computerabstinenz und der Fragestellung, warum ausgerechnet neu geschaltete Anschlüsse alle 3 Minuten für Unterbrechungen sorgen müssen, der Verstreichung des heute zu Ende gehenden Pflaumenblogevents und reihhaltiger Zucchinimitbringerei durfte das einzig wahre geradezu klassische Gericht anstehen. Nicht nur beim Blogevent Gurken und Zucchini waren schon leckere Varianten zu finden, die Kraut & Kekse, Kochfun und Genussmousse präsentierten, sondern auch andernorts wurde zugeschlagen wie es sich bei Guerilla, Genussfaktor, Bolli und und und… zeigt.

Unsere Variante war dann eine klassische Mittelmeerversorgung, reich an Gemüseinhalten und köstlichen Geschmackserlebnissen, die überaus geeignet waren sich vergangener Sonneneinstrahlung zu erinnern. Sonne (und jahreszeitlich bedingte Biokost) auf den Tisch holen war dann auch ganz einfach.

gefuellte zucchini mit reis und kraeutern und tomate
Gefüllte kleinteilige Zucchini unter Tomatenhaube (Schafskäse ward vergessen) und Zucchiniblüten waren da auch noch drin

Bio-Zucchini in große Stücke schneiden und Inhalt rausholen (dabei ein Stück für den Boden drinlassen) und mit kleingehackten Bio-Zwiebeln und frischen Bio-Kräutern (z. Bsp. Wildfenchel, Thymian, Oregano, Zucchinblüten) in Bio-Olivenöl andünsten und mit aromatisch schmeckenden Bio-Tomaten, kleingehackt, und Salz und Pfeffer versehen. Bio-Reis ebenfalls in etwas Öl andünsten und dann zusammen mit der der gedünsteten Kräuter-Zucchini-Mischung in die ausgehöhlten Zucchinstückchen rein und dabei beachten, dass sich Reis etwas auszuweiten pflegt; obendrauf noch mal extra eine kleine Tomatenhaube.

In der Backform aneinandergereiht werden auch noch ein paar lange Kartoffelstückchen hinzugefügt und die Reste der dann doch noch zahlreich vorhanden Reismischung. Mit Wasser auffüllen, sodass die Zucchinistücke grad noch so rausschauen und ab in den Backofen. Irgendwann noch Schafskäse drauf und dann das lecker duftende Ergebnis servieren und in Erinnerungen schwelgen. Sehr lecker!

Wäre glatt eine gute (Teil-) Grundlage für den neuen Blogvent im Kochtopfblog gewesen, dessen Thema diesmal von uns vorgegeben wurde — Fusionsküche; bei der Frage, was dann dazu kombiniert werden müsste, sind dann aber noch raffinierte Überlegungen anstehend — es ist ja auch noch Zeit bis zum 15. September.

Auch wenn sich sentimentale Seiten (kullernde Tränen) nur bedingt zeitigen — so war doch eine nicht unbedingt unschöne Erinnerung an das einstige Lieblingsessen gegeben, das lag aber aber auch an den gekonnt zusammengewürfelten Zutaten, die sich simpel zu Eier in Senfsoße fertigen ließen (hui — eine klassische Speise)

Es sind die kleinen Erinnerungen, die große feuchte Augen aus den kullernden Tränen herstammend, zeitigen und auch die Gier nach ebendiesen geschmacklich zu erfahrenden Genüssen war es dann auch, die überaus geignet für den neuen Blogevent im Kochtopfblog waren, der sich dem Thema Sentimental journey – Essen angestaubt verschrieben hatte — also Genüsslichkeiten der tiefsten Jugend, die eigentlich erstmal Eis, Schokolade und so auch heute noch durchaus aktuelles Krams hervorriefen, dann aber doch gekonnt die Kurve kriegten und was zumindest Sättigendes auf den Plan riefen.

eier in senfsauce
Eier in Senfsoße

Und wie war das schön, wenn das Essen fernab selbsttätigender Handlungen einfach so auf dem Tisch stand und kein einziger Finger gekrümmt werden musste, was den gräßlichen Abwasch selbstverständlich miteinbezog — also glückselige Kindheit. Und dabei war es abgesehen von organisatorischen Fähigkeiten (3 Töpfe, nörgelndes Kind, diverses anderes Zeugs) ganz simpel und staubig war zumindest eine Zutat auch.

Also ein Stück Butter erhitzt und mit ein bissl Mehl versehen (auf genaue Angaben verzichten wir diesmal ausnahmsweise, nichts soll die Erinnerung trüben ;-) )und dann eifrig gerührt und gerührt und dann mit ein, zwei Tassen Gemüsebrühe (wie praktisch, die gehorteten Brühwürfel können zum Einsatz kommen) aufgefüllt und köcheln lassen. Dann der obligatorische Senf hinzu und mit Salz und Pfeffer abschmecken und währenddessen weiter eifrig rumrühren , um dann noch einen ordentlichen Schuss Sahne hinzuzufügen, der sich geschmacklich ungemein fein zu machen pflegt.

Ev. noch mal nachwürzen und dann ab zu den sich schon auf dem Teller befindlichen Salzkartoffeln und halbierten noch einen Tick weich seienden Eiern (selbstredend alles aus ökologischen Anbau die Zutaten, najabisaufdenSenf).
Mmmhh, das schmeckte fast so wie früher, aber besser als die Versorgungsperson damals gelingt es halt doch nicht ;-)

blogevent sentimentales

Zutaten:

Eier,
Kartoffeln,
Butter,
Mehl,
Gemüsebrühe,
Senf,
Sahne,
Salz und Pfeffer

Die gute sich am Verköstigungsschnelligkeitspunkt labende Mittagskost hat so durchaus neben ihrer Vorzüglichkeit auch so manche sich dem Interesse möglicher Zubereitungsformen hingebende nuancenzarte inzentive Erschmeckkünste (und das von durchaus oberer Art und Güte)

rauke mit schinkenwürfel in ei und das alles als sauce zu linguine
Rauke Carbonara

Die Zeitigkeit mit welcher mal wieder sich der sonstigen Nonfoodtüdelei gewidmet werden muss, hat auch gute Seiten zu bieten. Schnelle Kost ist angesagt und länger als die Wartezeit in einem Imbiss dauert es sowieso nicht; Abwasch entfällt quasi auch, weil alles abgeschleckt wird und zudem konnte schon sich einem leichten Knacks hingebender Rucola Verwendung finden für Linguine Carbonara.
Da sind bekanntlich mehrere Zubereitungsförmlichkeiten einzuhalten, die natürlicherweise zu verschiedenen favorisierten Methoden gehören; nicht immer kompatibel, aber kleinlich sein in knappen Zeitkontingenten schickt sich nicht.

Zubereitung dann ganz einfach. Nudeln kochen; währenddessen vorzügliche Schinkenspeckwürfelchen in Olivenöl anbraten und zeitgleich geriebenen Hartkäse (Pecorino) mit Eiern vermengen und die Rucolablätter ins Nudelsieb packen und die Linguine blitzschnell abgießen. Dann Zutaten vermengen und die Köstlichkeit genießen. Sehr lecker!

Der Saibling war angesichts der schon vorhandenen Kräuterauswahl in der Einkaufstasche die richtige Wahl und so konnten auch noch vorrätige Süsskartoffeln und eiligst erworbener Mangold ihr ihriges beisteuern, was zwar vorübergehend in Vergessenheit geriet — dann aber um kurz nach Mitternacht doch noch schlagartig in Erinnerung gerufen wurde, um auch noch kleine Hungeranfälle zu bewältigen

suesskartoffel frittiert
Süßkartoffeln, klassisch fritiert

Der Saibling war von einiger Größe, sodass sich die gefüllte Variante doch mal anbot, die sich allerorten als die präferierte Wahl erweist. Also mit frischen Oregano- und Liebstöckelblättern, ein paar Dillspitzen, und ebenfalls frischem Rosmarin gefüllt und dann noch mit zwei gehobelten Knoblauchzehen den Fisch bestückt, der zuvor schon gesalzen und zitroniert dann in Alufolie verstaut wurde.

Dazu passend, während der Backofen so ca. 40 Minuten in Beschlag genommen wurde, konnten die harten Stielteile des roten Bio-Mangolds zusammen mit zweierlei Zwiebeln und gehackten Dillstielen in Olivenöl dünsten und schon nach kurzer Zeit kamen die Blätter hinzu und nach Hinzugabe von ein wenig Wasser und Dillspitzen war es an der Zeit Limonensaft hineinzuträufeln.
Zitrone war aus, aber Limone war dann doch die richtige Wahl, um den Fisch nicht zu stark in den Hintergrund treten zu lassen, deshalb auch passend und abweichend vom klassischen Rezept noch ein paar frische Oreganoblätter hinzu, duftet auch gleich lecker und so durften dann auch gleich die Süßkartoffeln frittiert werden.

roter mangold mit dill und limonen
Mangold, gekräutert und limoniert

Zusammen vielleicht nicht ganz so die super Zusammenstellung, aber dennoch ganz gut; der Saibling verströmte einen leckeren Duft und die frischen Kräuter dominierten nicht. Allerdings traf es nicht ganz die Geschmacksnerven, demnächst dann mal als gegrillte Variante der gefüllte Fisch.

saibling mit kraeutern
Saibling mit Kräutern war nicht ganz so fotogen des Nachts ;-)

Wir sind da aber auch etwas freier als der neue Sport- und Diätblog, dessen Ziel -- ein Friseurtermin — als Belohnung aber auch nicht ohne ist :D

Die Daseinsbeschreibung der Essgelegenheiten war überwiegend nicht dem Genusse zugetan bei auch tipplicher Aufsuchung, was aber gekonnt durch Anpassung verschleiert zu werden wusste samt Beobachtung merkwürdiger Sitten

gluten free
Glutenfreie Schokopops

Nicht nur Zorra und Schnuppensuppe versuchen Einblicke in die Welt kulinarischer Einsprengsel zu gewinnen und konnten zumindest einiges in Augenschein nehmen, was andernorts im Lande verborgen blieb. Zwar gab es von einheimischer Seite einige Tipps — die blieben aber deutlich unter dem Anspruch hiesiger Straßenimbisse und eigentlich stellt sich dann nur noch die Frage wieso sich die zwei dann doch ganz annehmlichen Speisestätten nicht total als überfüllt präsentierten.

elderly people

Wenigstens im Supermarkt waren ein paar interessante Waren zu sehen und so machten zumindest die elderly people irgendwie dann auch Sinn. Unerwartet dann die frisch angelieferten wunderbar reifen Mangos im indischen Lebensmittelladen, die waren sowas von lecker, dass die für die Mitnahme vorgesehenen Exemplare, deren Duft schon verführerisch auf der Straße zu vernehmen war, nicht lange überdauerten.

500 pfund

Hochinteressant dann noch die Wertschätzung für die young people mit den Rabatten auf Kinderspielplätzen für die vierbeinigen Hinterlassenschaften

60 pfund

Pünktlich zur Rückkehr neigt sich nicht nur der Blogevent Gurken und Zucchini dem Ende zu, sondern auch die mangelnde Zugangsmöglichkeit zum Internet erweist sich als beendet. Grund, zumindest auf die Umfrage der Verbraucherzentrale hinzuweisen, die sich mit ebendiesen Problematiken beschäftigt.

Merkwürdigerweise ist in der Abwesenheit in den anderen Kochblogs weiterhin der Kochlöffel geschwungen worden, die nähere Inaugenscheinnahme wird dann wohl einige Zeit in Anspruch nehmen…