Überaus entzückend diese Riesen-Scholle, die gewieften Fischladenbesucherinnen nur ein müdes Lächeln abzuringen in der Lage ist, und entsetzlich lecker obendrein (kein Wunder — es war furioses wildes Fenchelsalz dabei)

greifbare scholle
Greifbar durchaus

Immer wenn der Gang in den Fischladen anstand, sind da diese Angebote, die vermutlich das optische Ambiente wahren sollen, die aber überaus das Interesse zu wecken in der Lage sind, was dann letztendlich diese Woche auch gelang. Zwar war diesmal nur eine mittelgroße Variante zu haben, aber die ist auch nicht ohne.

Braten in der Pfanne geht irgendwie schlecht, da keine derartige Gerätschaft ohne größere Umstände zu erlangen ist (wir heißen ja nicht Tomatengrün). Aber eine schöne Backofenvariante weiß da auch überaus zu entzücken :-) Also nichts wie ran an die Kartoffelschnippelei und die herauskommenden Scheiben dann mit Olivenöl, Pfeffer und Fenchelsalz versehen.

Mit Backofengerichten mit Kartoffel-Fisch-Kombi haben wir ja gute Erfahrungen (und ein manchmal bei der Fischwahl auch kein so gutes Händchen); das Jamie Oliver-Kochbuch genial italienisch wirkt jedenfalls ungemein inspirierend.

Außerdem hatten wir noch wilde Fenchelspitzen -und stiele eingefroren, die Stiele wurden rasch in griechischen Bio-Olivenöl angedünstet und zusammen mit den Fenchelspitzen zu den Kartoffeln hinzugegeben, was schon wunderbar duftete und Erinnerungen an wilde Mittelmeernachtessensgelage hervorrief. So einfach kann es sein :D

riesenscholle
Die Backform überaus einnehmende Riesenscholle

Kartoffeln mit noch einem ordentlichen Schuß besten Olivenöles dann in den Ofen geschoben und nach 10 Minuten wieder raus damit, um sich dem Fisch zu widmen. Die um ein kleines Stückchen von der Endflosse befreite Scholle, die über 2 Kilo wog, wurde mit dem Wildfenchelsalz und Olivenöl eingerieben, mit ein paar Zitronenscheiben garniert und oben auf die Kartoffeln gelegt (eigentlich kam die Garnierung erst später drauf ;-) ).

Und nach einer halben Stunde war es dann soweit, dass hungrige erste an unauffälligen Stellen herausgepulte Testprobierstückchen kredenzt und insgesamt der Seefisch als überaus gelungen bezeichnet werden konnte. Noch rasch ein paar Frühlingszwiebeln und aus Spanien mitgebrachter vorzüglicher Schinken in kleinen Stückchen darüber und nochmal kurz in den Ofen. Rasch die geladenen Gäste um den Küchentisch versammelt und dann alle aus der Backform um die Wette gegessen. Es war köstlich! Die Scholle war sowas von saftig und der leichte Fenchelgeschmack wusste sich trefflich in Erscheinung zu setzen. Gibt es bald wieder, wenn die Angebotslage mitmacht.

wildfenchel scholle auf kartoffelscheibenanhauefung mit dekorativer zitrone
Fertig! Fertig! Fertig!!!

Zutaten:

Scholle, ein größeres Exemplar
Kartoffelberge
Wilder Fenchel (Stiele und Spitzen)
Fenchelsalz
Olivenöl
Pfeffer
Schinken, ein leckerer
Frühlingszwiebeln
Zitronen

Zubereitung:

siehe oben ;-)


17 Antworten auf “Überaus entzückend diese Riesen-Scholle, die gewieften Fischladenbesucherinnen nur ein müdes Lächeln abzuringen in der Lage ist, und entsetzlich lecker obendrein (kein Wunder — es war furioses wildes Fenchelsalz dabei)”


  1. Gravatar Icon 1 Dandu 22. Juni 2008 um 22:44 Uhr

    Das ist ja ein Riesenwaschel. Fulminanter Einstieg in die Welt der Grossportionen. Echt klasse! ;)

  2. Gravatar Icon 2 Barbara 22. Juni 2008 um 23:26 Uhr

    Mir läuft das Wasser im Munde zusammen – das ist ja ein Farbenklecks sondergleichen und eine genau für meinen Appetit passende Portion! <):)

  3. Gravatar Icon 3 Dandu 23. Juni 2008 um 6:49 Uhr

    @barbara: Ich wusste nicht dass dein Hunger soo gross sein kann! :d

  4. Gravatar Icon 4 sammelhamster 23. Juni 2008 um 7:42 Uhr

    Fenchelsalz wäre ja jetzt vorhanden, nur die Riesenfischpfanne stellt eine gewisse Problematik dar 8-|

  5. Gravatar Icon 5 Hedonistin 23. Juni 2008 um 9:06 Uhr

    Entzückend, Baby! :d

  6. Gravatar Icon 6 Bolli 23. Juni 2008 um 9:47 Uhr

    seid Ihr sicher, dass das eine Scholle ist?

    Ich tippe auf carrelet, eine Art Steinbutt! Schollen haben keine Punkte auf der haut, eigentlich…

    Egal, Hauptsache es hat geschmeckt!
    Jetzt möchte ich aber dann doch mal gerne wissen, wieviel man für so einen Fisch ( 1kg gut und gerne, oder?) in Berlin zahlt, ich habe neulich dafür 42 EU gezahlt……….

  7. Gravatar Icon 7 soft_brain 23. Juni 2008 um 10:28 Uhr

    doch, doch.
    Gerade Schollen dieses Ausmaßes haben große rot/orangene Punkte auf der Oberseite. Wie viel Pfund hatte das Prachtexemplar denn? Und der Preis würde mich auch interessieren.

  8. Gravatar Icon 8 Sebastian 23. Juni 2008 um 11:34 Uhr

    Wie schade, ich hätte gerne zu der Armee gehört, die Ihr damit verpflegt habt!

  9. Gravatar Icon 9 kulinariakatastrophalia 23. Juni 2008 um 14:45 Uhr

    @Dandu
    Normalerweise liegen da noch viel größere rum — bei euch gibt es ja nur Kleinstportionen :d

    @Barbara
    Die Scholle war ja auch nur eine Portion @-)

    @Sammelhamster
    Große Backformen gibt es im Gastronomiebedarf, da kann jedeR einkaufen; einfach mal im Telefonbuch nachschauen. Oder ein großes Backblech geht natürlich auch für den vollendeten Genuss ;-)

    @Hedonisten
    Yeah! :d/

    @Bolli
    Ja klar, dass ist eine Scholle. Gleich mal nachgeschaut, Scholle hat Punkte (heißt deshalb wohl auch Goldbutt); der Fisch hat über 2 Kilo gewogen und an die 20 Euro gekostet, die sich aber überaus gelohnt haben.

    @soft_brain
    siehe bolli

    @Sebastian
    es war nur ein kleiner Trupp, wir sind alle ganz hungrig gewesen ;-)

  10. Gravatar Icon 10 mipi 23. Juni 2008 um 16:04 Uhr

    In der Tat ein ganz schöner Kawenzmann, dieser Schollerich. So wie Bolli habe ich auch erst darauf getippt, dass das ein Steinbutt ist. Ich finde 20EUR für 2kg ziemlich günstig. Da habe ich vor einiger Zeit für die gleiche Menge Steinbutt deutlich mehr gezahlt.

    Ach ja: Schöne Zubereitungsart (obwohl von den Umständen – keine Monsterpfanne im Haus – diktiert)!

  11. Gravatar Icon 11 Bolli 23. Juni 2008 um 17:09 Uhr

    20Euros? Spricht hier jemand französisch? Alors, je crois qu‘on nous baise avec les prix en France………

    Habe gerade erst auf Mallorca gesehen, dass frz. produkte dort viel billiger sind als im Herstellerland….Oder war das ein Zuchtexemplar.

    Ich kaufe jetzt Fisch in berlin!

  12. Gravatar Icon 12 KochSinn 23. Juni 2008 um 22:32 Uhr

    Da hätte ich auch gerne probiert. So far, so Scholle.

  13. Gravatar Icon 13 kulinariakatastrophalia 24. Juni 2008 um 14:27 Uhr

    @mipi
    Wir sehen schon: der nächste Riesenfisch muss ein Heilbutt sein :-)

    @Bolli
    Ob Schollen überhaupt gezüchtet werden? Die Preislage in Paris ist schon ganz schön — Am besten französischen Fisch aus dem Ausland einfliegen lassen ;-) In der Regel ist zumindest der Zuchtfisch bei uns nicht so zu empfehlen. Forellen zum Beispiel schmecken in 80 Prozent aller Fälle nun überhaupt nicht mehr, weshalb sie nur noch selten bei uns auf dem Tisch zu finden sind.

    @Kochsinn
    Der nächste Fischhandel wartet auf gute Kunden :-)

  14. Gravatar Icon 14 Kochbanause 19. Juli 2008 um 21:09 Uhr

    Wooow, was für ein Oschi. Da hätte ich wirklich gerne gekostet. Leider ist hier der nächste vernünftige Fischladen alles andere wie um die Ecke…

  15. Gravatar Icon 15 kulinariakatastrophalia 01. August 2008 um 21:25 Uhr

    @Kochbanause
    Wie tragisch :( Aber vielleicht liefert ja ein Fisch- oder Großhändler was nach Haus, wenn es auf seiner Tour liegt :d/

  1. 1 Gerissener Fisch und rotgepunktete Auswahl « kulinaria katastrophalia Pingback am 26. Mai 2009 um 1:23 Uhr
  2. 2 Wild-fenchelzart verwöhnter Steinbutt mit — besonders nach Auffindung am nächsten Tage — lecker durchgezogenen Kartoffelscheibchen und passend hinzugefügten Frühlingszwiebelstückchen und unter allergrößter Kraftanstrengung Pingback am 08. Juni 2009 um 17:31 Uhr
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