Tag der Befreiung — 8.Mai

Manche Blogbeiträge verlieren niemals ihre Aktualität: 63 Jahre nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus ist immer noch alles beim Alten: Neonazis können wie nicht nur in Hamburg am 1.Mai geschehen immer noch ungeschoren mit staatlicher Hilfe ihren braunen Umtrieben nachgehen. Antifaschismus wird hingegen als Gefahr für den Staat angesehen.

Unser Blogbetreiber Blogsport erhält vor einigen Tagen Aufforderungen der Polizei Rastatt/Baden-Baden aus präventiven (!) Gefahrgründen die Daten der BetreiberInnen von Blogs herauszugeben, die sie im internet entdeckt haben — das beabsichtigte „Verbrechen“: Die Organisation antifaschistischer Fussballturniere. Demnächst dann also wieder die Schutzhaftanordnung für Antifaschistinnen?

wer nicht feiert hat verloren

Die Bundesregierung stärkt derweil Nazikriegsverbrechern den Rücken und lässt hochoffiziell Bundeswehrsoldaten in Mittenwald aufmaschieren. Auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke im Bundestag verharmlost sie die deutschen Kriegsverbrechen wie in Griechenland und Italien („Von einer verbrecherischen Geschichte der Gebirgstruppen zu sprechen, ist historisch falsch und (…) höchst unangemessen“).
Die Massaker der Wehrmacht in den Augen der Bundesregierung offensichtlich angemessen:
Generalmajor Ringel, Kommandeur der 5. Gebirgsjägerdivision, befahl nach der Besetzung Kretas und dem unerwartet starken Widerstand gegen die Faschisten: „für jeden deutschen Verwundeten oder Gefallenen sind 10 Kreter zu erschießen, Gehöfte und Dörfer, in denen deutsche Truppen beschossen werden, sind niederzubrennen, in allen Orten sind Geiseln sicherzustellen“.
Da die Verbrechen überaus angemessen waren gehörte auch das Lied der Fallschirmjäger, die Kreta 1941 überfielen, jahrzentelang zum offiziellem Liedgut der Bundeswehr.
Gebirgsjäger sind inzwischen wie in Italien angeklagt. Das wird in der BRD freilich nicht gerne gesehen, sind doch auch heute noch dutzende Kasernen der Bundeswehr nach Kriegsverbrechern aus der Wehrmacht benannt.

Die demokratische Errungenschaft des Trennungsgebotes, dass Polizei und Geheimdienste nach den Verbrechen der Gestapo niemals wieder gleiche Befugnisse haben, wird immer weiter demontiert; ungeniert werden Planungen eines Nationalen Sicherheitsrats offenbart und bei der „Aufstands“-bekämpfung wird auf den Einsatz der Armee im Innern gesetzt; passend dazu darf im Ausland fleissig zur Sicherung der Rohstoffversorgung wieder Krieg geführt werden und den Flüchtlingen die vor dem Terror des Naziregimes flohen wird dadurch gedacht, dass die EU-Außengrenzen abgeschottet werden.

Am 19. April 1945 kamen im befreiten Konzentrationslager Buchenwald 21.000 Überlebende zu einer Trauerkundgebung zusammen und legten den Schwur von Buchenwald ab, der in französischer, russischer, polnischer, englischer und deutscher Sprache vorgetragen wurde.
Er endet mit den Worten:

Wir führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende.
Noch wehen Hitlerfahnen!
Noch leben die Mörder unserer Kameraden!
Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!

Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens:
Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.