Die wahre Kochkunst zeigt sich in der Verwendung jenes raffinierten Bärlauchgewächses, ein sicherer Kompass im Dickicht unüberschaubarer Kulinarik. Die französische Küche leidet bekanntlich sehr darunter, dass die nicht Zurverfügungstehung der feinen Blätter sie immer im zweiten Range der Kochkunst stehen lässt
Die sich nicht nur sehr passend zu vegetarischen Köstlichkeiten erweisenden nach leichtem Knoblauchduft zu erschnuppernden Blickpunkte sind eine dermaßen köstlich zu erschmeckende Hingabe an das sich nur größtmöglich vorzustellende Verschmelzen von Genuss und wahrer Lebensfreude.

Bärlauch — aber auch sowas von passend zu zart geschmorten Kaninchenkeulen
Zwar werden die mitunter lieblos aus ihrer Umgebung gerissenen Blätter bisweilen zu schnöden
Pesto verarbeitet — die wahre Bestimmung liegt aber in der Komposition mit leckerem Kaninchen, das höchstwahrscheinlich noch besser zu munden wüsste, würde auch das Anknabbern des Bärlauches zu den prädestinierten Fütterungsmethoden gehören. Bärlauch — auf jeden Fall ganz ganz groß im Kommen
Genussmousse hatte ja erst neulich Kaninchen zubereitet, was sich auch sehr gut machte, da die Kanincheneinkaufmöglichkeit mal wieder zeitlich nahe lag. Also dazu dann Besuch geordert und erstmal die Neuerung auf dem Sprossenmarkt als Vorspeise in reiner Naturform zum Ertesten gereicht: Rotkohlsprossen.
Zwar erahnen die meisten die Kohlverwandtschaft des leicht scharf daherkommenden Prickelns auf der Zunge, die Lösung harrte dann aber doch der Aufklärung. Geordert werden können die Keimlinge in Bioqualität bei Misslingen der eigenen Zuchterfolge bei der Sprossenmanufaktur, von der auch schon unserer Fenchelsprossen-Schafskäse-Ingwer-Bällchen profitieren konnten.
Mit Babyrömersalat und unaufdringlichen Distelöl dann die Salatkredenzung des Abends, die schon fast aufgefuttert war, weil wir uns nicht an das Genussmousserezept hielten und lieber die Kaninchenteile mit Olivenöl und kleingehackten roten Zwiebelstückchen in später nach dem Anbratvorgang hinzugefügtem Weißwein und vier hübschen kleinen schon ganz gut mundenden Tomaten und einigen Bärlauchblättern anschmorten (statt im Backofen auf den Kartoffeln) unter Hinzufügung von frisch geschrotteten schwarzen Pfefferkörnern; Salz kam dann erst später hinzu und da der Wein leider schon auf Grund der dann doch etwas länger dauernden Garmethode sich überraschend dem Ende neigte kam lediglich noch etwas Wasser hinzu und kurz vor Schluss ordentlich Bärlauch.
Derweil im Ofen mit Rosmarin und köstlichen Kalamata-Oliven (die eigentlich auch gut hätten mitgeschmort werden können) Backkartoffeln in Bioolivenöl gefertigt, was wesentlich schneller gelang. Irgendwann nach längerer Wartezeit und der dritten Flasche Wein war dann auch die Bereitschaft vorhanden die durchaus noch vorhandene Bissfestigkeit der Kaninchenkeulen zu testen und so fand sich ein überaus leckeres Zusammenspiel zum Abend hin, der nicht mal ein Fitzelchen der köstlichen Sauce übrigließ und gar auf nachtischliche Freuden verzichtete.
Superb! Lecker!














