Ausschweifungen mittlerer Art und Güte, Bratheilbutt umwickelt von Martini-Zitronenschalenstreifchen und die dreierlei in Erfahrung bringende Genesung (dazu Endiviensalat)

Wohlwollend ergab sich die Gelegenheit den aufgetauten Heilbutt rasch einer angeratenen Verwertungsmöglichkeit zuzuführen und so den stark strahlenden ausnahmsweise hervorgetretenen Sonnenstrahlen entgegenzuhalten und so wurde schon eifrig gebrutzelt als ein undedfinierbares Gekrächz und Gestöhn an das frühmorgendliche Ohr drang. Mirissooschlechtweißgarnichwarumooohhhh. Nun, vor Nachfrage, bereits rasch ein Strich auf die IchtrinkeniewiederAlkoholliste getätigt und sich dann die noch nicht erklärbare Folge angehört: Ichhabgarnichsooovielgetrunken, weißauchnichwaaarumooohhhhmirissoschlecht… nun ja, usw. usf. Der Grund der Erzählung ist auch nicht der mittelmäßige Wein, die darauffolgende Bierration und die kostungserprobte Schnapsversion, sondern schlichtweg eine dabei zufällig herausgefunde Eigenschaft des verwendeten Fisches, die so vorher noch nicht so gegenwärtig erschien.

heilbutt in fenchel zitronen olivenöl marinade
Noch ruhte der Heilbutt fröhlich in einer Wildfenchelsamen-Olivenöl-Zitronen-Salz-Pfeffer-Mischung

Der zarte Heilbutt war so gedanklich mit wilden Fenchelsamen in Verbindung gebracht worden und so kamen die zusammen mit Olivenöl, Salz und weißem Pfeffer zu der schon zuvor hinzugefügten Zitrone hinzu. Klang schon mal ganz fein. Rasch in die Pfanne und gebrutzelt, was von oben erwähnten leichten Unterbrechungstendenzen etwas sich in die Länge ziehen sollte. Also sich der Erinnerungsratschläge frühjugendlicher Begeisterungsfähigkeit ersonnen und einen Schuss Martini zum Essen hinzugegeben, erfolgslos die Sahne gesucht und stattdessen rasch auf Biozitronenschale, frisch geschnitten, gesetzt.

War jetzt optisch ganz ansprechend und geschmacklich jetzt nicht schlecht, aber auch nicht so nachkochenswert. Das kleine Häufchen Elend blühte aber ersichtlich beim Verspeisen auf und der Grund war ganz einfacher Natur. Der Heilbutt schmeckte nämlich mit seiner von leichter Süße durchzogenen perfekten Bissfestigkeit deutlich nach legendären Brathering (nur halt ohne Mehl), eine hochexclusive Bratheilbutt-Variante also. Sauertönig durchzogen, optisch abgestimmt und in einer aufgetragenen Zitronen-Olivenölmischung perfekt zur Geltung gebracht. Genau die richtige Kost!

heilbutt mit fenchelsamen zitronenschalen und olivenöl zu Kartoffeln an Endiviensalat
Dazu Endiviensalat

Der Blogevent Schwarzwurzelsiegesehrungsbeitrag ist zwar noch nicht erschienen. Ein kurzer Blick auf das stimmliche Fortschreiten zeigt aber, dass CorumBlog und Barbaras Spielwiese sich mit Schwarzwurzel-Pizza und Schwarzwurzeln mit Walnuss-Vinaigrette durchsetzen konnten. Herzlichen Glückwunsch! Unsere Schwarzwurzeln hängen hier leider immer noch rum; hoffentlich sind die so lange haltbar?


13 Antworten auf “Ausschweifungen mittlerer Art und Güte, Bratheilbutt umwickelt von Martini-Zitronenschalenstreifchen und die dreierlei in Erfahrung bringende Genesung (dazu Endiviensalat)”


  1. Gravatar Icon 1 sammelhamster 11. März 2008 um 12:36 Uhr

    gute besserung dem häufchen elend :(

    bestimmt hilft der martini im fisch bei der genesung :d

  2. Gravatar Icon 2 Bolli 11. März 2008 um 14:28 Uhr

    Heilbutt nennt man doch auch kableja, gelle?
    Sieht sehr lecker aus……

    Na ja, nach Wein, Bier, Schnaps ging’s mir auch elendisch, muss am schlechten Wein gelegen haben, was andres kommt gar nicht in Frage!

  3. Gravatar Icon 3 Hedonistin 11. März 2008 um 14:48 Uhr

    Elend mit Martini zu bekämpfen, kann nicht ganz falsch sein – nicht in Kombination mit gesundem Fisch. :-)

  4. Gravatar Icon 4 kulinariakatastrophalia 11. März 2008 um 19:22 Uhr

    @sammelhamster
    Das Elend hat sich gebessert :-&

    @Bolli
    Zumindest dürften sich die Fische ab und an begegnen ;-) Der Weinhandel kriegt aber was zu hören!

    @Hedonistin
    Eben!

  5. Gravatar Icon 5 rike 11. März 2008 um 21:58 Uhr

    So ein Kateressen lasse ich mir gefallen! Das klingt zumindest sehr edel und wird getestet werden.

  6. Gravatar Icon 6 lamiacucina 12. März 2008 um 7:01 Uhr

    Martini ? schon wieder November, das Jahr schon um ?, dabei hab ich meine letztjährigen Steuern noch nicht bezahlt. :)

  7. Gravatar Icon 7 kulinariakatastrophalia 12. März 2008 um 12:44 Uhr

    @rike
    Aber hübsch an den vorgegebenen Alokoholverkonsumierungsplan halten ;-)

    @lamiacucina
    November? Wir betreiben das Süßalkoholgeschäft auch im Frühjahr ;-)

  8. Gravatar Icon 8 Barbara 12. März 2008 um 14:55 Uhr

    Bekommen wir auch mal einen Live-Bericht von Ausschweifungen heftigerer Art und Güte? =)):(|):-@>:)>-)b-(

    Schwarzwurzel hält sich übrigens recht lange – zumindest in unserer Speisekammer hat sie lange durchgehalten. Danke für den Glückwunsch und viel Spaß beim Nachinterpretieren eines der Rezepte. <:-p

  9. Gravatar Icon 9 rike 12. März 2008 um 17:25 Uhr

    Momentan bin ich immer der einzig nüchterne unter lauter gut gelaunten. Aber ich werde mich revanchieren…. Alle anderen genießen es sehr, denn so kommen sie immer wieder heim (grummel!) Aber meine Ausschweifungen werden sicher wieder kommen!!

  10. Gravatar Icon 10 crazy cook 12. März 2008 um 18:08 Uhr

    Als häufchen elend würde ich keinen noch so guten fisch haben möchten. Mein magen ist dann schon mit einer banane überfordert. Vor allem der geruch von gebratenem fisch würde mir den rest geben.

  11. Gravatar Icon 11 kulinariakatastrophalia 12. März 2008 um 18:25 Uhr

    @rike
    Die Rache der vormals Nüchternden wird furchtbar sein 8-x

    @crazy cook
    Ganz perfekte Kostspeisung auch für elendig Leidende (es ging zumindest eine Zeitlang besser), und da nur kurz einem Bratvorgang unterzogen und dann gleich in Martini-Zitrone geschmort war der Bratgeruch sehr unterschwellig nur wahrnehmbar.

  12. Gravatar Icon 12 Dandu 13. März 2008 um 0:27 Uhr

    Der Butt wälzt sich in Wildem Fenchelsamen kommt schon leicht anrüchig vor lauter wohlwollen daher. Da sollte man vielleicht ein *bevormirsoschlechtist* nachlegen… :d

  13. Gravatar Icon 13 Ilka 14. März 2008 um 8:30 Uhr

    Für dieses Gericht nehme ich auch einen Kater in Kauf, man kriegt ja auch sonst nichts geschenkt.

    Vielleicht war ja eines der Bierchen schlecht!? ;-)

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.