Archiv für März 2008

Die der feinen Exclusivität sich hingebenden Bärlauchblätter samt dazu gereichter Rosmarin-Oliven-Kartoffeln umschmeichelten delikat in Rote-Zwiebel-Tomaten-Weißweinsauce geschmorte Kaninchenkeulen, die dadurch zu ihrem sich dem zartgeschmacklich hinorientierenden Verspeisungshöhepunkt unter Beachtung reichlich gereichten jungen Römersalates mit hochinteressanten Rotkohlsprossen in Distelöl fanden (dazu Wein, viel zu viel Wein)

Die wahre Kochkunst zeigt sich in der Verwendung jenes raffinierten Bärlauchgewächses, ein sicherer Kompass im Dickicht unüberschaubarer Kulinarik. Die französische Küche leidet bekanntlich sehr darunter, dass die nicht Zurverfügungstehung der feinen Blätter sie immer im zweiten Range der Kochkunst stehen lässt :D

Die sich nicht nur sehr passend zu vegetarischen Köstlichkeiten erweisenden nach leichtem Knoblauchduft zu erschnuppernden Blickpunkte sind eine dermaßen köstlich zu erschmeckende Hingabe an das sich nur größtmöglich vorzustellende Verschmelzen von Genuss und wahrer Lebensfreude.

kaninchenkeule mit baerlauch und rosmarin-oliven-kartoffeln
Bärlauch — aber auch sowas von passend zu zart geschmorten Kaninchenkeulen

Zwar werden die mitunter lieblos aus ihrer Umgebung gerissenen Blätter bisweilen zu schnöden ;-) Pesto verarbeitet — die wahre Bestimmung liegt aber in der Komposition mit leckerem Kaninchen, das höchstwahrscheinlich noch besser zu munden wüsste, würde auch das Anknabbern des Bärlauches zu den prädestinierten Fütterungsmethoden gehören. Bärlauch — auf jeden Fall ganz ganz groß im Kommen

Genussmousse hatte ja erst neulich Kaninchen zubereitet, was sich auch sehr gut machte, da die Kanincheneinkaufmöglichkeit mal wieder zeitlich nahe lag. Also dazu dann Besuch geordert und erstmal die Neuerung auf dem Sprossenmarkt als Vorspeise in reiner Naturform zum Ertesten gereicht: Rotkohlsprossen.
Zwar erahnen die meisten die Kohlverwandtschaft des leicht scharf daherkommenden Prickelns auf der Zunge, die Lösung harrte dann aber doch der Aufklärung. Geordert werden können die Keimlinge in Bioqualität bei Misslingen der eigenen Zuchterfolge bei der Sprossenmanufaktur, von der auch schon unserer Fenchelsprossen-Schafskäse-Ingwer-Bällchen profitieren konnten.

Mit Babyrömersalat und unaufdringlichen Distelöl dann die Salatkredenzung des Abends, die schon fast aufgefuttert war, weil wir uns nicht an das Genussmousserezept hielten und lieber die Kaninchenteile mit Olivenöl und kleingehackten roten Zwiebelstückchen in später nach dem Anbratvorgang hinzugefügtem Weißwein und vier hübschen kleinen schon ganz gut mundenden Tomaten und einigen Bärlauchblättern anschmorten (statt im Backofen auf den Kartoffeln) unter Hinzufügung von frisch geschrotteten schwarzen Pfefferkörnern; Salz kam dann erst später hinzu und da der Wein leider schon auf Grund der dann doch etwas länger dauernden Garmethode sich überraschend dem Ende neigte kam lediglich noch etwas Wasser hinzu und kurz vor Schluss ordentlich Bärlauch.

Derweil im Ofen mit Rosmarin und köstlichen Kalamata-Oliven (die eigentlich auch gut hätten mitgeschmort werden können) Backkartoffeln in Bioolivenöl gefertigt, was wesentlich schneller gelang. Irgendwann nach längerer Wartezeit und der dritten Flasche Wein war dann auch die Bereitschaft vorhanden die durchaus noch vorhandene Bissfestigkeit der Kaninchenkeulen zu testen und so fand sich ein überaus leckeres Zusammenspiel zum Abend hin, der nicht mal ein Fitzelchen der köstlichen Sauce übrigließ und gar auf nachtischliche Freuden verzichtete.
Superb! Lecker!

Wenn die zeitliche Komponente dem nicht unbedingt Zuträglichen zugeneigt sich erweist, dann wird auf schnellstens in die bissfeste Form zu bringende Genussgüter allerfeinster Auswahl gesetzt (wobei da auch mehr die Erinnerung mitspielte) und so kamen Tomaten und Broccoli formidabel zur Geltung und deshalb gab es dazu auch noch was — so Krizzlkrasselzeugs

tomaten und broccoli
Tomate, kleingekocht, und Broccoli, bissfest in spannender Erwartung des Genusses

Irgendwie klappt das Inverhältnissetzen der zeitlichen Auswahl mit der aktuellen Problemlagenlösung anderweitiger Beschäftigungen nicht mit der auch für das genüssliche Schwelgen stundenlanger Kocherei nötigen Ruhe überein, was sich aber als durchaus dem Gefälligen zugeneigt erweisen sollte, weil blitzschnell gefertigte Broccolirosen (wird das so benannt?) durch kurzes Köcheln samt Zwiebelstückchen, fein, und kleingehackten roten Zwiebeln und selbstredend Bioolivenöl ein gar gutes Ergebnis zeitigte, was nur durch die Beigabe (extra) von Krizzelkrasselkörnern Ergänzung zu finden wusste. Perfekt bissfeste Kost mit anschmeichelnder von Tomate getragener Mundschmeichelei.

Und weil hier noch ein winziges Restchen von Zeitkontingent vorhanden der Hinweis auf den neuen Blogevent im Kochtopfblog: Aphrodisische Gaumenfreunden. Verführerisch und erotisch zu Erschmeckendes wird dann einen Monat durch die Foodblogs mit einem Hauch verheißungsvoller Kundgaben schwirren. Die ersten Beiträge sind schon (gedanklich) am Start und verheißen Interessantes.

Davor war der Blogevent Portwein dran, den Perlhuhn-Terrine mit Portwein, Datteln und Pilzen von Einfach Köstlich und natürlich Bolli’s Kitchen mit Panzerotti con frutti al vino di Porto e zabaione gratinato gewannen, was eine Gratulation herzlicher Natur gibt.

Zwar war die vorweg vorzunehmende Bewerkstelligung nicht den ganz so angenehmen Seiten zugeneigt — dafür erschmeckte unter Beiwerk von Blattpetersilie das Resultat ganz ungemein Delikates (incl. 2 Begutachtungen)

sardellenreste
Vorweg Unwegsames

Vorwegleistungen erfreuen sich nicht unbedingt des ungeteilten Interesses, wenn aber zugleich sich das köstliche Resultat schon so verführerisch gedanklich auf dem Teller hübsch hermacht — dann muss das schnell bewerkstelligt werden und siehe da, während die noch nicht ganz aufgetauten kleinen Sardellen das Prozedere ungemein vereinfachen, kann schon mal frischeste Blattpetersilie grob gehackt werden und schon brutzeln die kleinen Fische versehen mit einem Hauch Mehl in Olivenöl und kaum so versehen wandern die schönsten Geschmackstöne durch die Küche und während des sodann äußerst rasant einsetzenden mit der Hinzugabe von Meersalz und Zitrone verfeinerten Schüsselbereitstellung ist klar, dass es es sich überaus als lohnend erwiesen hat, mal wieder darauf zurückzugreifen. Lecker!

sardellen mit blattpetersilie
Hinterher Delikates

Überaus formidabel — längliche Radicchio-Offerten suggerierend wurde mittels Wildaprikose und wieder einmal vorzüglichen Agavendicksaft schnellstens vorspeislich zu Kredenzendes geschmurgelt und weil das durchaus sich dem Genusse nicht verschließt, wusste es sich als angenehm zu gestaltene Kleinspeise zu präsentieren, die jetzt noch ausfeilbedürftig ist, aber immerhin im Gegensatz zu Wiederentdecktem nicht als Alter Brei tituliert werden muss (Blogbetrügerei, die hundertdritte oder so)

Der bangen Frage übrigens welche kulinarisch ansprechende Auswahl denn sich als geeignet erweisen sollte, war nach kurzem Gang über den Markt lösungshalber der runde Radicchio ins Auge gefallen. Wenn schon keine lange Version, dann halt die. Nur wie?

Radicchio rund
Nicht in die Länge gezogen, aber überaus lecker

Bolli, die Meisterin der Zubereitung dieser Bittervariante des Genüsslichen, hat schon fast das gesamte Repertoire durch. Woanders wird das natürlich auch noch gefertigt (andere darben).
Nur auf eine Variante kann andernorts auf Grund nicht vorhandener Vorratshaltung nicht zurückgegriffen werden — Agavendicksaft. Wunderbares Zeug. Gibt es nicht überall :D Also muss wenigstens damit sowas wie kochzutatlich veranschaulichtes Neidgefühl geweckt werden.

Und das war wirklich eine überaus dem Gemüse zugängliche Zubereitungsweise, der die sanften Bitteraromen im Zusammenspiel mit leicht herbtönigen wilden getrockneten Aprikosen, die eigentlich hierfür geordert worden waren, auf so wunderbare Weise zu einem ausgeglichenen vorspeislich zu kredenzenden Präsentierteller zu bringen wusste, was auf Grund des dann doch hohen Sättigungsfaktors als Hauptmahlspeise durchzugehen beliebte.

Zubereitung auch ganz einfach: Raddicchio hälfteln und in etwas Öl anbraten, Wild-Aprikosen hinzu und dann Agavendicksaft und mit etwas Wasser schmurgeln lassen unter einem Deckel, der gelegentlich für Umdrehaktionen gelüfetet werden darf. Das dauert schlappe 3-4 Minuten und schon ist es fertig. Die schicke rote Farbe hat etwas eingebüßt, aber die leichte Schwärze der karamellisierten Aprikose zieht ja die Aufmerksamkeit erst mal auf sich. Vielleicht würde auch etwas Zitrone passend sein; mal ausprobieren. Formidabel jedenfalls!

Also ordentlich Agavendicksaftgläser im Hause horten für die schnelle Zubereitung, das hochdelikate natürliche Süssungsmittel macht auch gar nicht soo süchtig ;-)
Vorratshaltung ist übrigens nicht nur bei Lebensmitteln hoch im Kurs. Immer wieder hervorgeholt lässt sich bisweilen das ein oder andere Schmankerl in neuem Lichte bewundern. Diese schon lange abgelaufene Saure-Gürkchen-Sache im Glas beispielsweise. Das kann dann vielleicht auf den nächsten DFSSGF warten zur Entsorgung ;-) oder doch sich durch einiges an Geschick anschicken was Neues zu kreieren; welche Kostperson will schließlich immer das ewig Gleiche kosten.

radicchio mit wildaprikosen und agavendicksaft geschmort
Die süßliche Umrundung trägt den bissfest herben Genuss überaus passend

Es gibt ja inzwischen diverse Portale zur Erkundung von Essbegehrlichkeiten unterschiedlichster Couleur, um sich allerlei Anregungen und spannende Unterhaltung über Kulinaria ins Haus zu holen. Den Blogs widmet sich seit einiger Zeit das unübersichtliche wikio, mit kleinen Bildchen versehen wird auch eine Auswahl Foodblogs in der Rubrik Gastronomie ihr Auskommen gesichert. Und da dann doch tatsächlich wieder mal auf Küchenruf gestoßen. Da war doch mal was (und schon wieder). Es stellt sich jetzt eigentlich nur die Frage, wie lang Schamfristen bemessen sein müssen, die überwunden geglaubt, sich nun im schalen Lichte zu präsentieren wissen. Was finden allerlei Leute mit ihren geschmacklosen Rezeptseiten nur daran sich als Blog zu gerieren? Mit 98 %-Wahrscheinlichkeit ist bei solcherlei Angeboten die kommerzielle Vermarktung der Hintergrund. Alter Brei, recyceltes Schmalspurangebot, virulentes Überangebot — scheint leider der neue Trend zu sein.

Immer wieder beliebt — Die Mitbringgeschichte, die sich gerne als ruhender Pol der genüsslichen Gelassenheit ausleben darf und sich dazu mit auszugestaltender vorzüglicher Vorspeisung einstimmte, mit Rosmarinkartoffeln aus dem Backofen als ein nicht zu verachtend sich darstellendes Unterfangen loslegte, mit blanchierten und sodann apart gedünsteten frischen leicht kräuseligen Grünkohlblättern, in Folge zart auf der Zunge zerschmelzenden, erst so richtig der Steigerung hingab und mit Fisch, gebraten, ergänzend wirkte und zum Aufblühen mit gehaltvoll kredenzten Früchten (Psst, es waren Erdbeeren jetzt schon, Pst) samt und sonders mit überaus leckeren Biojoghurt und Mascarpone verbunden, was sich jetzt wirklich als köstlich herausstellte und während das sich anschickte zu verschwinden, war Teilbelegschaft schon sanft hicksend entschlummert

seelachs gemehlt nebst gruenkohl gedillt
Die mit Hingabe aus dem KurzindenSüdenverschwinden gedachte Ausflugsmöglichkeit war zumindest hinsichtlich delikater Mitbringsel wie immer nicht zu verachten gewesen (auch wenn diese ewigen Ausreden, dass die Einkaufsstätten unziemlich sich den späten Einkaufsgepflogenheiten nicht hingeben würden schicksalsgegeben seien); zur Strafe war schon den ganzen Tack ein periodisch zu vernehmendes Hicksen die Folge, welches auch trotz allerlei Hausmittel ungebrochen sich erweisen sollte; die Beschwerden flohen aber dahin, als rasch aus zitronierten und geölten Bresaola Mariniertes mit Rucola verziert gezaubert wurde, das zu allem Glück mit überaus köstlichen und an Aromagenüssen reichen noch in jungen Stadium sich befindlichen Parmesansplittern versehen wurde (leider nicht im Bilde festgehalten). Das war so schnell weg, dass die hungrigen Mäuler auch nicht eine Sekunde daran dachten, dass die nächsten Zutaten auch noch zu würdigen seien.

gruenkohl nebst fisch und zitrone
Das perfekte Sommeressen: Grünkohl leckerlockerleicht

Und das war eine sich schön harmonisch daran anschliessende Kochzutatenzusammenzauberei, die sich mal wieder sowas von günstig für Leckermäuler erwies. Auf dem Markt war nämlich überraschend frischer Grünkohl aus kontrolliert biologischen Anbau mit kleinen Blättern gesichtet worden (das Gerücht, dass Frost vonnöten sei ist überholt), daraus wurden nach vorheriger rascher Anfertigung von Rosmarinkartoffeln aus dem Backofen wieder mal überaus leckere mit Dill und Zwiebeln versehene leicht in bestem Bioolivenöl gedünstete Federkohlhochgenüsslichkeiten gezaubert. Wunderbar leckerleicht!
Wenn ihr noch Grünkohl kriegt, macht das nach. Wirklich köstlich!

Dazu dann gemehlten Fisch in Olivenöl gebraten. Sehr gut passende Kombination, die sich als so kugelrund sättigend erwies, dass kaum noch der aus Erdbeeren (ein irrationaler Spontankauf) und leckerem gerührten Biojoghurt und Mascarpone kreierte Nachtisch rein passte, was die hicksenden Einflüsse anging, war sowieso schon der Tribut an schlaflose Nächte zu zollen gewesen.

Morgen dann verschwundene Gemüsesorten, alter Brei und bisweilen hier zur Wartezeitüberbrückung Napolitanische Esskenntnisserkundigungseinholung (das erklärt dann auch die in den Straßen massenhaft herumfliegenden kleinen Plastikbeutelchen, es wurde sich fürwahr schon gewundert).

Ausschweifungen mittlerer Art und Güte, Bratheilbutt umwickelt von Martini-Zitronenschalenstreifchen und die dreierlei in Erfahrung bringende Genesung (dazu Endiviensalat)

Wohlwollend ergab sich die Gelegenheit den aufgetauten Heilbutt rasch einer angeratenen Verwertungsmöglichkeit zuzuführen und so den stark strahlenden ausnahmsweise hervorgetretenen Sonnenstrahlen entgegenzuhalten und so wurde schon eifrig gebrutzelt als ein undedfinierbares Gekrächz und Gestöhn an das frühmorgendliche Ohr drang. Mirissooschlechtweißgarnichwarumooohhhh. Nun, vor Nachfrage, bereits rasch ein Strich auf die IchtrinkeniewiederAlkoholliste getätigt und sich dann die noch nicht erklärbare Folge angehört: Ichhabgarnichsooovielgetrunken, weißauchnichwaaarumooohhhhmirissoschlecht… nun ja, usw. usf. Der Grund der Erzählung ist auch nicht der mittelmäßige Wein, die darauffolgende Bierration und die kostungserprobte Schnapsversion, sondern schlichtweg eine dabei zufällig herausgefunde Eigenschaft des verwendeten Fisches, die so vorher noch nicht so gegenwärtig erschien.

heilbutt in fenchel zitronen olivenöl marinade
Noch ruhte der Heilbutt fröhlich in einer Wildfenchelsamen-Olivenöl-Zitronen-Salz-Pfeffer-Mischung

Der zarte Heilbutt war so gedanklich mit wilden Fenchelsamen in Verbindung gebracht worden und so kamen die zusammen mit Olivenöl, Salz und weißem Pfeffer zu der schon zuvor hinzugefügten Zitrone hinzu. Klang schon mal ganz fein. Rasch in die Pfanne und gebrutzelt, was von oben erwähnten leichten Unterbrechungstendenzen etwas sich in die Länge ziehen sollte. Also sich der Erinnerungsratschläge frühjugendlicher Begeisterungsfähigkeit ersonnen und einen Schuss Martini zum Essen hinzugegeben, erfolgslos die Sahne gesucht und stattdessen rasch auf Biozitronenschale, frisch geschnitten, gesetzt.

War jetzt optisch ganz ansprechend und geschmacklich jetzt nicht schlecht, aber auch nicht so nachkochenswert. Das kleine Häufchen Elend blühte aber ersichtlich beim Verspeisen auf und der Grund war ganz einfacher Natur. Der Heilbutt schmeckte nämlich mit seiner von leichter Süße durchzogenen perfekten Bissfestigkeit deutlich nach legendären Brathering (nur halt ohne Mehl), eine hochexclusive Bratheilbutt-Variante also. Sauertönig durchzogen, optisch abgestimmt und in einer aufgetragenen Zitronen-Olivenölmischung perfekt zur Geltung gebracht. Genau die richtige Kost!

heilbutt mit fenchelsamen zitronenschalen und olivenöl zu Kartoffeln an Endiviensalat
Dazu Endiviensalat

Der Blogevent Schwarzwurzelsiegesehrungsbeitrag ist zwar noch nicht erschienen. Ein kurzer Blick auf das stimmliche Fortschreiten zeigt aber, dass CorumBlog und Barbaras Spielwiese sich mit Schwarzwurzel-Pizza und Schwarzwurzeln mit Walnuss-Vinaigrette durchsetzen konnten. Herzlichen Glückwunsch! Unsere Schwarzwurzeln hängen hier leider immer noch rum; hoffentlich sind die so lange haltbar?

Touristisch ansprechend kredenzte Berliner Spezialität erfreut, auch in Anbetracht schon weitaus fragwürdigerer Objekte, die ungehemmten Zuspruch erfahrend sich doch aus recht simpler Konsistenz zusammensetzen, sich weiterhin des Interesses, sodass es entsprechend an der Zeit war doch darauf zurückzugreifen und was wäre geheimnisumränktes Verfahren — würde es nicht auch anderweitig Hochinteressanteres zu bestaunen geben, was den jetzt schon zu bewundernden Selbstaufopferungsakt, nur noch von in seiner durchaus heroischen der Sache trotzenden Beiläufigkeit übertroffen, umso schätzenswerter macht (außerdem: Guten Hunga zur furchtbar angesagten neuen Web-Koch-Show)

kaki standhafte
Kaki, standhafte von verblassenden Zügen getragene

Unsere Kaki in Kaffeebohne zeigt inzwischen deutlichere Züge von Vernachlässigung, eine hochinteressante Sache also. Dabei ist sie erst knapp drei Monate bei der Sache. Die Schale hält ungebrochen den inzwischen an einzelnen Stellen dann doch im Durchdringen begriffenen grünen samtig in Erscheinung tretenden Inhalt zurück und so ist zumindest noch im Ansatz eine durchaus vorführwürdige Erscheinung zu bewundern.

Kochsendungsgeltungszurschaustellungsbewußtseinsverantwortungsfähigkeitsgehabe ist immer hinweisenswert, da die fabrizierte Berliner Spezialität neben Konnopkes Imbiss bald in aller Munde und Touriführer zu finden sein dürfte. Da wollen wir nicht hinten anstehen und zumindest Schnipselfriedhofs Intention, die auf einfühlsame Weise die Gunst der Stunde nutzend ein gar nicht so aufwändig zu kredenzendes Spezialitäteneinerlei zu fabrizieren wissen. Diejenigen die die besagte Wurstbude zu schätzen wissen, dürfen auch hier ihre bewundernden Blicke hinrichten.

Und nicht so vom Genuss gebauchpinselte dürfen sich dafür an Kloß und Spinne (dafür Bio) laben. Guten Hunga!


Eine zweite Folge der neuen Webkochshow gibt es auch noch (Kioskistyle)

8. März – Internationaler Frauentag, die Frage der Farbbeschreibung und durchsichtige Momente

Die Zeiten des Internationalen Frauentages als Kampf für Emanzipation, soziale Rechte und gegen Krieg sind inzwischen ja weitgehend in den Hintergrund gedrängt worden. Zwar gibt es durchaus gerade im Osten der Republik noch speziell darauf zugeschnittene Werbung (Kaufen Sie zum Frauentag das neue Blablaparfüm), rühriges Überreichen einer glückwünschlich bedingten Rose (Brot und Rosen, gell) oder schlichtweg Ignoranz (heute koch ich mal den Kaffee).

Auf eine Initiative von Clara Zetkin, der großen Vorkämpferin der Frauenbewegung, und Käte Duncker, der weniger bekannten, hin wurde von der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen schon 1910 ein Internationaler Frauentag beschlossen, um gegen unzumutbare Wohn- und Arbeitsbedingungen, für höhere Löhne und gegen den Ausschluss der Frauen vom Wahlrecht zu kämpfen.

Die Wahl des März war von besonderer Bedeutung: In New York fand am 8. März 1857 der Streik der Textilarbeiterinnen statt, Näherinnen und Fabrikarbeiterinnen in Lynn (Massachusetts) streikten am 7. März 1860 und im März 1871 begann die Pariser Commune, in der auch explizit die Frauenrechte von Bedeutung waren und schließlich fanden die großen Streikaktionen der Tabak- und Textilarbeiterinnen in New York am 8. März 1908 weltweit Beachtung.

abwehrkaempfe
Abwehrkämpfe

Am 19. März 1911 fand bereits der erste Frauentag unter Beteiligung von Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Zentrale Forderungen waren der Kampf gegen den imperialistischen Krieg, das Wahl- und Stimmrecht für Frauen, Arbeitsschutzgesetze, ausreichender Mutter- und Kinderschutz,der Achtstundentag, gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung und die Festsetzung von Mindestlöhnen.
Die endgültige Festlegung des Internationalen Frauentages auf das Datum 8. März erfolgte 1921 durch einen Beschluss der 2. Kommunistischen Frauenkonferenz. Unnötig zu erwähnen, dass zahlreiche der Forderungen auch heute noch nicht erfüllt sind.

zitronenpresse orange original 70er
Äußerst robuste 70er Zitronenpresse

Da nun Glückwünsche das Letzte sind, was an so einem Tag wünschenwert zu erwarten ist, gab es süßsaure Kost aus farbprächtig mittelmäßig zu betrachtenden Apfelsinen-Grapefriut-Saft, der war erfrischend unfrei von zuviel Süßholzraspelei und dergleichen und wusste — mittels der zu kleinen orangen Siebziger-Jahre-Zitronenpresse gefertigt — allerlei Farbspritzvergnügungen zu produzieren. Genau das Richtige für einen aktionsreichen Tag!

orangen grapefriut saft an strapazin
Eins reicht nicht

Teebestandteile zur Selbstherstellung heranzuzüchten ist oftmals ein nicht dem Erfolge zugetan sich darstellendes Betreiben und so wird wohl anderweitig auf derartige Ware zurückgegriffen werden müssen, was sich aber auch geschmacklich durchaus in einem besser erscheinenden Lichte bemerkbar zu machen weiß und so darf dann hier bildlich die Ausgangslage beobachtet werden

ingwer triebig die zweite
Da streckt der inzwischen zweite Trieb der eingepflanzten Ingwerknolle noch trotzig sein erhabenes Selbsterhaltungswesen in die Kamera und schon heute morgen macht sich bemerkbar, dass die fehlende Wasserversorgung und das zeitweilige Abstellen auf der Heizung nicht ganz so zuträglicher Präsentierung ist. Das war es wohl fast mit selbstgezüchteten Ingwer für die eigene Teeproduktion; mal schauen, was da noch so zu machen ist, vielleicht erholt sie sich ja noch mal.

Da auch die Kultivierung der als Schwarzer Tee bekannten Pflanzenblätter nicht zu Zuchterfolgen führte, wird seit ewigen Zeiten auf Teekampagnetee, aus einem Projekt an der Freien Universität Berlin hervorgegangen (einen Blog hat es auch), zurückgegriffen; 100 Prozent Darjeeling verspricht der Biotee in der kostengünstigen Monsterpackung, die einmal im Jahr erstanden werden kann (so ganz ohne Teeläden und Zwischenhandel und inzwischen auch ausverkauft) und dafür den Teeverkäufern in Indien mehr Geld zur Verfügung steckt und das offensichtlich inzwischen ziemlich erfolgreich.

Kritik gab es auch, weil der Tee nicht ganz fair gehandelt wird und nicht das Transfairsiegel trägt. Also nur Biofastfairtee. Der schmeckt zwar jahres- und anbaubedingt manchmal nicht so zum allerköstlichen Erschlürfen, aber ist trotzdem geschmacklich immer eine feine Wahl. Die erste Pflückung zarter, die zweite etwas kräftiger, die grüne Sorte allerdings nicht so zu empfehlen.
Die Berliner Tee- und Kaffeeschmiede Ökotopia bietet inzwischen ja fair gehandelten Darjeeling an und unterstützt Kleinbäuerinnen, den werden wir demnächst mal probieren. Guter Geschmack und fairer Handel klingen zumindest vielversprechend.

teekampagne tee darjeeling
Biotee vom Projekt Teekampagne

Auf dem Weltmarkt wird wohl ordentlich betrogen, die Darjeelingproduktion soll nur ein Viertel des tatsächlichen Angebotes ausmachen. Deshalb gibt es dieses Darjeelingherkunftsgütezeichen, welches Originalität versprechen soll (kann ja auch gefälscht werden). Und wiesoweshalbwarumundwie Teesorten so heißen steht hier in Kurzform. Da kann dann beim nächsten Teeumtrunk mit ausgespreiztem kleinen Finger das neuerworbene Fachwissen zur Verfügung gestellt werden, um Lob einzuheimsen ob der feinfühligen Kenntnisse.