Entzückend — Roter Pulpo und Pfefferkartoffelscheiben (abgedrängt grüne Salatblattanreicherung)

Es soll tatsächlich KostverächterInnen geben, die aus den Tiefen der Weltmeere gefangene Babytintenfische nicht als das wahrzunehmen wissen was allgemein bekannt und geschätzt ist (vor Scham wurde eine Reise mit unbekanntem Ziele angetreten). Hüttenhilfe, die zur Zeit auch fotographliche Resteverwertung kredenzen, hatten neulich so apart die Zubereitung dem delikaten Kraken angedeihen lassen. Da wollten wir nicht hintenanstehen und deshalb gab es den dann auch — zumal der letzte Pulpo schon lange zurücklag.
Allerdings mit den anschaulich sehr gelungenen Ausformungen, die gar überhaupt nicht sich als störend erweisen sollten — zumal das Auge ja auch was aufgetischt haben will.

roter pulpo
Rot durch Bratvorgang müsste noch Olivenöl, Oregano und Zitrone dran für die perfekte Präsentation

Zwar war der Unbill diese auch auf Grund vorheriger Hautabpulbemühungen dermaßen zart auf der Zunge fast weicher als ein Fischfiletstück zergehende Saugnapfansammlung nicht frisch gebraten in köstlichem Olivenöl genießen zu können bei Teil-WG-Inhalt schon vorhanden, aber mit übriggelassenen Resten gnädig gestimmt war auch so die Freude auf strahlendem Gesichte erfreulicherweise deutlich wahrnehmbar.

Dazu dann in Sesamöl und Olivenöl gebratene Pfefferkartoffelscheiben, die wieder einmal die Herzen zu erfreuen wussten (Salz ist da übrigens bei diesen geschmacklich auf höchsten Essvergnügen daherkommenden Scheiben eigentlich gar nicht nötig). Dazu dann ein paar winzige Salatblättchen.
Noch nicht aufgetragen auf den Tintenfisch dann delikates dunkles fruchtiges Bioolivenöl und frisch abgeraspelter Oregano und ebenso frisch getröpfelter Zitronensaft. Unglaublich lecker wieder! Waren aber auch kleinere Exemplare, die fast rundherum rot gebraten sicher ebenso gut gelungen wären. Im Sommer dann frisch gegrillt, ein Traum sondergleichen.

Leider kein Traum ist die Repression gegen den Berliner Transgenialen CSD, der am Valentinstag wohl kaum mit Blumensträußen das weltoffene Berlin präsentieren sollte (der Gerichtstermin wurde auf Anfang April verschoben). Die Tatvorwürfe wiegen schwer – das Tragen eines BHs verletzte das moralische Anstandsgefühl gerecht und sittlich denkender deutscher Polizeibeamter, die für ihre Prügelorgien berüchtigt wohl augenscheinlich bewusst zum politischen CSD geschickt worden waren, um dem bunten Treiben Einhalt zu gebieten, der der Berliner Stadtregierung ersichtlich zu schaffen macht mit der Zerstörung des zu vermarktenden Karnevalabziehbildchens, welches sich ansonsten vor den Kameras breit macht.


15 Antworten auf “Entzückend — Roter Pulpo und Pfefferkartoffelscheiben (abgedrängt grüne Salatblattanreicherung)”


  1. Gravatar Icon 1 Dandu 12. Februar 2008 um 6:44 Uhr

    Da lacht mein Herz der sieben Weltmeere :) Ein recht seltener Gast auch in meinen Gewässern, leider. Vor jahren lebte ich zeitweise an der Küste von Malta, da bekamen wir täglich Mengen an frischen Früchten des dort etwas kargen Mittelmeeres. *schwelg* ;)

  2. Gravatar Icon 2 sammelhamster 12. Februar 2008 um 7:43 Uhr

    sowas kann man essen???
    wie wird dieses ungetüm zerlegt in mundgerechte stücke :d ?

  3. Gravatar Icon 3 Barbara 12. Februar 2008 um 8:21 Uhr

    Beim nächsten Schnorcheln (im Sommer?) muss ich echt mal schauen, ob ich so ein Teil finde und mit hochbringen kann. Die Zubereitung scheint ja durchaus machbar.

  4. Gravatar Icon 4 Sebastian 12. Februar 2008 um 8:35 Uhr

    Ich nehem dann auch einen! Und irgendwie assoziiere ich so etwas mediterranes immer mit Sommer! Zumindest der Frühling kann kommen…

  5. Gravatar Icon 5 Bolli 12. Februar 2008 um 9:33 Uhr

    Stimmt, lange keinen mehr gemacht!
    Sieht sehr gut aus, Euer Exemplar.

    Barbara, am besten fischst Du die Teile nachts, mit einer Lampe, die werden dann vom Licht angelockt und dann kann man zuschlagen……Habe ich schon oft gemacht! Klappt!!!

  6. Gravatar Icon 6 Sebastian 12. Februar 2008 um 10:46 Uhr

    Das mit der Lampe funktioniert, aber Ihr müsst auf die Muränen aufpassen, die häufig in den Felsspalten lauern!

  7. Gravatar Icon 7 reibeisen 12. Februar 2008 um 11:17 Uhr

    da gibts nur eine adäquate reaktion darauf: mmmmmmmmm…!!!

  8. Gravatar Icon 8 kulinariakatastrophalia 12. Februar 2008 um 15:30 Uhr

    @Dandu
    Malteser Krakensucht?

    @sammelhamster
    Mittels scharfer Schneide und mehrzackigem Stäbchen

    @Barbara
    Gefischt wurde das auch noch nie — aber am Strand sind immer Leute zu bewundern, die ihr Jagdglück weichkloppten

    @Sebastian
    Am Strand sitzen, gegrillten Octopus mit einem Glas Wein vor sich *seufz* (ev. auch gegrillte Muräne? Sind die essbar?)

    @bolli
    Und es war nur ein Exemplar von vielen!

    @reibeisen
    Da kommt Neid auf :D

  9. Gravatar Icon 9 Mlle Différentielle 12. Februar 2008 um 23:35 Uhr

    „Unbill“ – lange nicht mehr gelesen. Sehr schön

  10. Gravatar Icon 10 kulinariakatastrophalia 13. Februar 2008 um 0:35 Uhr

    >:d<

  11. Gravatar Icon 11 Dandu 13. Februar 2008 um 6:57 Uhr

    @kulinaria: aber ohne Malteeser Schokokugeln. :d

  12. Gravatar Icon 12 Barbara 14. Februar 2008 um 1:13 Uhr

    Die Zeit drängt. :-? Vielleicht solltet Ihr ein Rigani-Curry mit Pulpo für Stäbchen-Esser machen? Das wäre mal was anderes! :-)

    :d

  13. Gravatar Icon 13 kulinariakatastrophalia 14. Februar 2008 um 1:22 Uhr

    Gemach, gemach — wird sogleich eingestellt…

  14. Gravatar Icon 14 Barbara 14. Februar 2008 um 1:36 Uhr

    ich warte… :o
    ;-)

  1. 1 nochnachzutragendesübrigesundratigesundleckerkönnteesauchnochwerdennurmalsonebenbeiangemerkt | kulinaria katastrophalia Pingback am 14. Februar 2008 um 2:07 Uhr
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