Sollten die fluffigen Maccaroni nun durch gerade Anordnung oder wild-kunterbunt die Grundlage für ein einfaches Pastizio bilden und so die Herzen im dunklen Antlitz der nächtlich-anstehenden Dämmerung erfreuen?

Früher war Nudelauflauf eine schlichte Sache, die rasch zu bewerkstelligen und deshalb auch ebenso schnell auf dem Tische vorzufinden war. Und als Besuch vor der Tür stand und wieder mal lauthals rief: Nudelauflauf — aber keinen schlichten! War eigentlich nur eine Lösung parat: Pastizio.

Zwar auch ganz schlicht, aber durch eine zimtige Note und bekömmlich-sättigende Bechamelsoße im Reich der exklusiven Rezepte verortenbar. Passenderweise waren ganz ohne Absprache wundersamerweise alle Zutaten da und dann konnte ja alles gleich losgehen. Vorher aber noch Abstimmung über förmliche Strukturen im Gericht — gerade, wirr, verlegen.

Gerade sieht fein aus, ist aber Schnickschnack. Wirr geht einfacher, sieht im Anschnitt zerfallener aus. Also Schnickschnack. Geht fast wie Moussaka, halt nur ohne Gemüse, dafür mit Ziegenkäse über die Maccaroni und Karotten in der Bio-Hackfleischsauce.

pastizio
Pastizio gab es schon lange nicht mehr – fluffig schön!

Und es hat ganz wunderbar geschmeckt. Die Pastiziodecke war aber auch sowas von einer so fluffigen Konsistenz und hatte diesen angenehm auftretenden Zimthauch, der der Spezialität das besondere Etwas zu verleihen pflegt. Allerdings auch ganz schön sättigend, diese Makkaroni sind dann doch auch nur Nudeln ;-)

Wer also eine Meute hungriger Hammerwerferinnen, Camogie-Spielerinnen oder Speedballspielerinnen im Hause warten hat (wir erwähnen das eigentlich nur, damit mal wieder lustige Suchbegriffe bei uns eintrudeln)-- hat hiermit die passende Lösung :-)

Ansonsten scheinen ja nur noch Kekse, Plätzchen, Pfannkuchen, nochmal Plätzchen, Kuchen, Kramperl, Bretzeln, Bethmännchen, Strudel, Torten, Brote, Mousse au Chocolat, Kekse, Kanelbullar und Süßkrams gebacken zu werden. Was für eine Welt (und dabei haben wir noch die meisten unerwähnt gelassen).


11 Antworten auf “Sollten die fluffigen Maccaroni nun durch gerade Anordnung oder wild-kunterbunt die Grundlage für ein einfaches Pastizio bilden und so die Herzen im dunklen Antlitz der nächtlich-anstehenden Dämmerung erfreuen?”


  1. Gravatar Icon 1 lamiacucina 05. Dezember 2007 um 6:54 Uhr

    wäre da nicht diese eine Maccaroni, welche die andern um Zentimeterlänge überragte, könnte man von einer militärisch exakten Ausrichtung sprechen. Der grüne Pfeffer im Hintergrund ist auch gut getarnt. Ein aufgeräumter Teller, wirklich.

  2. Gravatar Icon 2 sammelhamster 05. Dezember 2007 um 6:58 Uhr

    würzig lecker und mit dem hauch von zimt doch zumindest etwas vorweihnachtlich inspiriert:d
    wobei zimt ja immer geht, genauso wie kekse:d:d

  3. Gravatar Icon 3 Barbara 05. Dezember 2007 um 9:26 Uhr

    Hat was, wirklich sehr hübsch! Welchen Ziegenkäse nehmt Ihr dafür?

    Macht Ihr das frei Schnauze oder habt Ihr irgendein Rezept oder einen Tipp (wieviel Zimt?). Es scheint ja ohne Knetmaschine zu gehen! ;-)

    Echt lecker, da hätte ich gerne eine große Portion abbekommen…

  4. Gravatar Icon 4 rosa 05. Dezember 2007 um 10:17 Uhr

    Manchmal ist beim Kochen auch ein bisschen Schnickschnack wichtig :)

    Ich hab neulich auch mal Pastizio gekocht (mein Erstversucht: Ich musste wen bekochen, und genau das hat er sich gewünscht!): Wirklich sehr lecker! Dass man damit am besten ausgehungerte Leistungssportlerinnen verpflegt stimmt in der Tat….

  5. Gravatar Icon 5 Bolli 05. Dezember 2007 um 11:35 Uhr

    Ja ja, endlich mal keine Plätzchen! Danke!

    Dann auch noch so schön angerichtet……Gab’s bei uns auch, lass uns gemeinsam gegen die Plätzchen-Front vorgehen!!!!

  6. Gravatar Icon 6 kulinariakatastrophalia 05. Dezember 2007 um 16:32 Uhr

    @lamiacucina
    eine Maccaroni bricht immer aus ;-) Der grüne Pfeffer stammt aus unseren riesigen Vorräten, die zur Zeit immer wieder aufgefrischt werden. So zwischendurch immer mal eine grüne Perle kauen erfrischt ungemein (Achtung Suchtgefahr)

    @sammelhamster
    Zimt kommt eigentlich nur wirklich richtig gut im Herzhaften ;-)

    @Barbara
    Das ist ein Hartziegenkäse, den wir im Sommer als Eherweichkäse aus Griechenland mitgebracht haben und den es da eigentlich überall gibt (wobei da durchaus Qualitätsunterschiede bestehen). Und erstaunlicherweise macht es für den Geschmack keinen Unterschied, ob die in Wachs umhüllt oder so angeboten werden. Lässt sich sogar ohne größere Geschmackseinbußen einfrieren.

    Für das Rezept einfach dem Moussaka-Link folgen und dann den Schafskäse weglassen bei der Sauce. Die Hackfleischsauce kann aber auch in anderer Reihenfolge zubereitet werden, wichtig sind die Zutaten (v.a. 1 Stange Zimt, ein paar Nelken, Lorbeerblatt); wird das Tomatenmark früh hinzugegeben, wird es insgesamt kräftiger. Für Pastizio empfiehlt es sich noch ein, zwei Dosen ganze Tomaten zu pürieren und mitzuköcheln, da die Maccaroni ordentlich Flüssigkeit ziehen.

    Zimt in die Bechamelsauce so ungefähr ein Teelöffel; auch ein Löffel Backpulver und ein Löffel Vanillepulver machen sich gut. Ansonsten mach wir die frei Hand, am Ende sollte sie cremig sein (und immer schön rühren ;-) )
    Viele machen noch eine weiße Sauce für die Maccaroni dazu, muss aber nicht sein, der rübergestreute Ziegenkäse kommt auch so gut zur Geltung und die Bechamelsauce rutscht nicht so tief rein.

    @rosa
    Und nicht verbloggt, oder haben wir das übersehen? Wie hast Du es denn gemacht – mit zwei Soßen? ~o)

    @Bolli
    Das wird noch bis Weihnachten gehen und dann jammern alle rum, wie jedes Jahr ;-)

  7. Gravatar Icon 7 Barbara 05. Dezember 2007 um 17:09 Uhr

    Danke für die ausführlichen Tipps! Das muss ich die nächsten Tage mal probieren, das würde auch meinem Mitesser schmecken.

    Irgendein Ziegenkäse wird sich finden, ich war leider schon ewig nicht mehr in Griechenland, wenn ich davon noch einen Käse hätte, wäre er hart wie Stein… ;-)

  8. Gravatar Icon 8 rosa 05. Dezember 2007 um 20:27 Uhr

    @kk: Nicht verbloggt, richtig. Und nach einem (as usual ;) ) weniger sophisticated Rezept als ihr (aber beim Erstversuch bin ich immer gerne vorsichtig): Genau, zwei Saucen, eine Hackfleischsauce und eine Riesenmenge fast teigartig dicke Bechamelsauce (ohne Zimt). Und nicht mit Ziegenkäse.
    Ich hab neulich übrigens mal versucht, was mit Ziegenkäse (Gouda um genau zu sein) zu überbacken – und der wollte nicht schmelzen! Wisst ihr eine Erklärung / Abhilfe?

  9. Gravatar Icon 9 kulinariakatastrophalia 06. Dezember 2007 um 2:04 Uhr

    @Barbara Och, Ziegenkäse hält sich lang… ;-)
    Wir nehmen übrigens immer den Zimt aus Sri Lanka von El Puente, der schmeckt nicht so stark, sondern hat eine schöne ausgewogene Note. Ach ja — und etwas Würz-Minze (keine Pfefferminze!)war auch noch an der Sauce.

    @rosa Ziegenkäse darf dafür nicht so alt sein. Wenn der einmal hart ist, wird es schwierig.

  10. Gravatar Icon 10 Svetlana 08. Dezember 2007 um 7:23 Uhr

    Solche Maccaroni warten bei mir im Schrank. Ich werde das Rezept bald probieren, vielleicht mit anderen Gewürzen bei der Hackfleischsoße. Vielen Dank für die Idee! Grüße aus Bulgarien!

  11. Gravatar Icon 11 kulinariakatastrophalia 09. Dezember 2007 um 22:09 Uhr

    @Svetlana Da sind wir schon gespannt, was für andere Gewürze zum Einsatz kommen

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.