Archiv für Dezember 2007

sukulaku

sukulaku
SukuLaku

Woher kommen nur immer diese lustigen Namen für diverse Grundnahrungsmittel? Vorliegendes ist natürlich fürchterlich ganz schön ungesund — aber dafür auch deutlich von Suchtfaktoren geprägt, die aber genüsslich ausgelebt werden wollen. Und da dieser Beitrag nur ein abwesenheitsbedingter Platzhalter für leckere Speisen ist, darf sich auf die Suche nach diesen Suku Laku Sukulaku Lakusuko oder wie auch immer gemacht werden.
Überhaupt zeitigen orange Farbabmischungen ja wie bekannt den appetitlichen Heißhunger und so soll sich da auch nicht geziert werden. Ein Exemplar wird für Ratefreudige reserviert ;-)

Notschlachtung auf Grund verweichlichender Tendenzen und erste Versuchungen (zum Liebhaben)

kaki geschaelt und glubschig
Einfach zum Liebhaben — Kaki, glubschig, tiefmittelorange

Jetzt war es doch mal eiligst Zeit sich besonderen Dingen zu widmen und deshalb haben es uns nicht nehmen lassen der Kaki in Kaffeebohnengewimmel die präferierte Zuwendung zukommen zu lassen. Allerdings nicht jenem Exemplar, welches sich standhaft weigert reif zu werden, sondern unseren Vergleichskakis, die schicklich woanders lagen und nun viel eher Verweichlichungstendenzen nachgaben.

Und das war auch ganz schön nötig — eine Seite war jeweils jetzt schon arg weich geworden und die andere(n) würde es auf jeden Fall nicht mehr lange machen. Also zuschlagen. Notschlachtung sozusagen. Und dann musste jetzt nur noch schnell überlegt werden mit welchen weiteren Zutaten denn noch Verschönerungen angesetzt werden könnten. Kaki und Kaffeebohne war klar, super Kombination und schick sieht es ja auch noch aus.
kaffebohnen gekruschel

Vielleicht Schokolade und Kaffeebohne geraspelt und vielleicht auch noch ein wenig weißer Rohrzucker, das Ganze in Schokomantel und nur ein Teil rausschauen lassen? Leider nicht so viel Zeit gerade für derlei sicherlich mit viel Schmiererei verbundenen Tätigkeiten. Aber eventuell karamellisiert?
Ja das könnte schnell gehen und ebenso rasch kam die Erkenntnis beim Ausprobieren mit dem Bunsenbrenner, dass das eben zumindest mittels der angefertigten Mischung doch noch keine so gute Idee war (kokelt ein wenig durch die Bohnen und die Schokolade); die Eignung dann doch eher erstmal im ersten Gedankengange suchen.

kaki unter kaffeebohnengekruschel

Die schön glubschigen Kakistücke, die im Gegensatz zur fest daherkommenden Persimon-Neuzüchtung Sharon, die nicht ganz so aromatisch ist, nur in diesem Zustande verzehrbar sind (es sei denn pelzige Geschmackserfahrungen im Zungenbereich sind erwünscht) noch rasch mit und ohne Zimtpulver drapiert und dann mehr oder minder frisch geröstete milde Kaffeebohnen gehackt und in verschiedenen Streuungen herüber. Die Kaiki ist sowas von die Sinne erfreuend. Einfach Lecker!

An der Kaffeebohnensorte könnte noch was gemacht werden, eine etwas kräftigere kaki unter kaffeebohnengekruschel kleinvielleicht oder eventuell noch das Kaffeebohnengekruschel mit etwas Schokolade direkt umgeben oder wie bei Lavaterra mit Karamell.
Zimt auf jeden Fall super, passt richtig gut. Aber nicht so eine starke Mischung nehmen. Die milden Zimtstangen aus Sri Lanka sind optimal. Im Weltladen gibt es welche von El Puente, die eignen sich auch zum Kochen formidabel.

Die Kakikredenzung wird dann in den nächsten Versuchsstadien noch weiter verfeinert und ausprobiert werden. Kaki-LiebhaberInnen dürfen natürlich schon mal eigene Probierkünste walten lassen ;-)

Sammelhamster zumindest wäre es bei ihren 1-Tonnen-Verbrauch pro Woche von dieser Frucht zuzutrauen, dass demnächst flüssige Kaki-Kaffeemischungen zu sehen sind ;-) und auch Hedonistin wagt sich ja des Öfteren daran.

Kaki in Zimtbohnen
Kaki in Zimtbohnenmischung

Kaffeebohnen halten offensichtlich den Reifungsprozess auf — das Teil wird sogar trotz Hinzugabe einer dekorativen Zimtstange nicht reif. Dafür ist ein wohliger Kaffeeduft mit einem Hauch Zimt vernehmbar.

Profund anzumerken, das Allerallerbeste und geschenkliche Tippgebung

Immer dann, wenn sich so alles dem Ende zuneigt, dann wird mehr oder weniger besinnlichen Rückblicken gerne auf die Sprünge geholfen. Da passt es prima in das Konzept, dass zorra vom Kochtopf und sandra von Un Tocco di Zenzero das allerbeste, das schmackhafteste, das delikateste, das… kurzum das beste Rezept des Jahres 2007 suchen und so darf sich ungehemmt ein Rezept, welches selbstverständlich den hohen Ansprüchen Genüge tut und nur dieses, aus dem reichhaltigen Fundus ausgesucht werden, um es zur Sammlung foodblogger´s recipe collection 2007 beizusteuern. Unser erwähltes ist erratbar und sichtbar dann dort.

foodbloggers recipe collection
best recipe of 2007

Unsere Katastrophen-Highlights hingegen kommen dann Anfang nächsten Jahres wieder mal zum Zuge (vielleicht ergibt sich die Tage ja noch was angebranntes ;-)

Die Finger verbrannt hatte sich ja neulich so ein kommerzielles Portal, welches nun motivlich Schadensbegrenzung zu betreiben versucht nachdem über merkwürdige Zustände berichtetet wurde. Aber so richtig die Realitäten anerkennen dazu reicht das Durchringvermögen dann leider doch nicht.

Dabei macht sich die Präsentation allerlei leckerer und informativer Bücher durchaus bezahlt, so wie die ausnahmsweise vorgenommene kleine Empfehlung, die wir mal auf die Schnelle aussprechen nur mal so für den Fall, dass ev. noch kleinere Geschenke benötigt werden (es soll ja Leute geben, die immer alles auf die letzte Minute zu erledigen wissen — sympathische ZeitgenossInnen übrigens ;-) ).

Das Gourmet Handbuch von Udo Pini ist ein profundes Ding, dickseitig und voller Informationen zu diesem und jenen mit netten Textchen und bebilderten Veranschaulichungen, also was für die ganze Wohngemeinschaft. Zwar gibt es da ein paar kleinere Fehlerchen wie neulich nachahmend bemerkbar, als von uns nach der Lektüre voreilig die Taro als Yam abgebildet war und ein paar andere Bilder sind leicht ersichtlich auch vertauscht (bei der Masse fällt das aber auch kaum auf).
Aber obacht — nicht alles was konsumierbar ist findet sich dort wie z. Bsp. das Thema Hanf anschaulich zeigt, welches auf Hanföl reduziert wird. Dabei konnte doch bei Küchenlatein anschaulicherweise gesehen werden, was so alles mit dem Kraut so ersprießlich anzustellen ist.
Was allerdings die Empfehlung trotzdem so unschlagbar macht ist nicht nur der äußerst preisgünstige Erwerb, sondern es findet sich so wunderschön alles darin, was die angeberische Seite jedes Foodblog so zum Erblühen bringt.

gourmet handbuch
Profunde Für-den-Kochblog-geeignete-Literatur zum Angeben incl. kleinerer Fehlerteufelchen

Schließlich kann nach dem Genuss des Buches unumwunden altkluges Zeug abgeschrieben werden, um es als auf dem eigenen Mist gewachsen präsentieren zu können. Da blüht doch das Interesse auf :D Also schnell zuschlagen in der kleinen Buchhandlung eures Vertrauens.

Übrigens noch herzlichen Glückwunsch an Fragiole & Cioccolato, die für den Blogevent Topinambur mit lecker anzusehenden Zucchiniblüten das Gemüse der Wahl zuzubereiten wusste und Pasta con Topinambur, Fiori di Zucca e Mandorle kreierte.

Zum Kulinarischen Adventskalender öffnet sich das 17. Türchen und angenehm duftende Aromen offenbaren zart sich anschmiegenden und zudem wohlausgeglichenen Mandarinello für den gar köstlich-unverfänglichen Genuss

mandarinenschalen in alkohol hochprozentig und schon ganz schoen orange
Wunderbare orangene Farbgebung erfreut schon mal die Einstimmung

Die Teilnahmeaufforderung für die Kulinarischen Adventskalender-Köstlichkeiten traf perfekt abgestimmt mit der Erntezeit für die Grundlage des 17. kleinen Kalendertürchens zusammen, die schon im erntefrischen Zustand zu begeistern weiß.
Zwar waren Zitrusfrüchte schon letztes Jahr zugegen — aber auch dieses Mal wissen die schönen Früchte ihre feine Eleganz ganz unumwunden zur Schau zu stellen und so freuen wir uns unverfänglichen und wohlausgeglichenen Mandarinello präsentieren zu können!

Limoncello ist ja allgemein bekannt, ein eiskalt zu genießender Limonen-Likör, der gerne zum passenden Abschluss reichhaltiger Kreationen gereicht wird. Die Mandarine allerdings braucht diesem Genuss in nichts nachzustehen — fein und aromatisch, ausgewogener als die etwas mehr den sauren Geschmäckern zugeneigte Schwester, dezent im Ton und doch von so die Erinnerung als Köstlichkeit erfreuend, dass es immer ein Vergnügen ist, sich die Lippen an einem Kühlgelegenheitsraureif zu benetzen, um eiskalten Labsal die Zungengeschmacksknospen berühren zu lassen.
Kaltsüße Frische mit ausgewogenem Aromen und allein schon die wunderbare Farbschöpfungstiefe versetzen die Entzückung über derlei immer wieder in ihren schönen Zustand.

mandarinenschalen in alkohol und glas
Nach wenigen Minuten triumphiert bereits der farbliche Austauschprozess

Und die häusliche Fertigung ist dabei eine schon während der ganzen tagelang die Aufmerksamkeit im Vorübergehen in Anspruch nehmenden Anteilnahme genügsame Tätigkeit. Anerkennende Blicke, diskrete Inaugenscheinnahme, kurzes Schnuppern und die Gewissheit, dass das was da heranreifen wird alsbald zur Verköstigung anstehen wird. Das Schwierigste ist also die Wartezeit. Davor sind eigentlich nur unwesentliche Vorbereitungen zu treffen.

Zum Markte und frische Mandarinen vom Biostand ordernd — nicht ohne die Vergewisserung prall ausgereifter Qualität — und schön auch, wenn noch putzige Blättchen dranhängen, mal so vom Einkaufserlebnis her ;-) Geschmacklich ist das ja nicht ausschlaggebend. Die strahlenden Augen des schon in herbstlich mummelige Kleidung gehüllten Verkaufspersonals über die süßzarte Versuchung war nicht zu viel versprochen und so wurde weit über Bedarf von den orangefarbigen Früchtchen geordert.

Und wenn sie dann in unserer Küche auf dem Tisch lustig herumkullern, weil vom Spaß besessene WG-Belegschaftbestandsteile gerne Biomandarinentürmchen bauen wollen, aber nicht die Bauturmkunst Kulinarischer Adventskalender 2007 - 17fleissiger Obstverkäufer erlernt haben, ist schon mal für die vergnügliche Komponente gesorgt, denn mit traurigen Minen geschälte Mandarinen hervorzubringen das soll doch nicht sein, so die Mär (hier wird gerade über die Schulter gekuckt und gebrabbelt, es soll diesmal nicht so schnulzig klingen und überhaupt klinge das doch irgendwie konstruiert — Hah, diese ungläubige Kostperson hat noch nie Bittermandarinenlikör verkostet, eindeutig!).

Geschält wird mit einem fingerfertig zu gebrauchenden scharfen Messer, wir haben einfach einen TomatenPaprikaoderwiedasTeilheißtSchäler genommen und hauchfeine Streifen von den runden kleinen Mandarinen mit äußerster Fingerspitzfertigkeit gezogen. Kleinere weiße Schalenbestandteile wurden kurzerhand abgekratzt, die sollen da nämlich möglichst nicht mit rein in den hochprozentigen Alkohol, der zur hochgefährlichen süchtigmachenden Spezialität gehört.

Und den zu bekommen war schon eine kleine Odyssee, hat ja kaum noch eine Apotheke (die rühren heute nichts mehr an) und dann die komischen fragenden Blicke, wofür das denn sein solle, vermutlich trifft die Einschätzung, dass damit Sofortvollzug in Dämmerzustand vulgo Koma erreicht werden soll mit vollkommen unnötiger Aufmerksamkeit für jahrhundertealtes Konsumverhalten jüngerer Bevölkerungskreise zusammen und die angebotliche 200 ml Menge unsererseits nur ungläubiges Staunen und die Fragestellung, wie denn mit sowas bitteschön Likör zu fertigen sei.
Weitere Erörterungen sind dann aus taktischen Erwägungen bei Inerfahrungbringen der preislichen Vorstellungen schnell sein gelassen worden. Ok, dann einen Rundruf starten und schwubbs gleich bei der nächsten Möglichkeit waren äußerst günstige Konditionen für die genau richtige Menge zu erreichen. In Italien gibt es diese Alkoholflaschen übrigens im Supermarkt.

Phantastischerweise war zu beobachten, dass es dann wohl auch einen Grund hatte, dass nah an die 100 Prozent kommende Flüssigkeiten nicht zur allgemeinen Handhabe zur Verfügung stehen. Innerhalb von 10 Minuten begann sich eine intensive Orange-Färbung einzustellen und die Aromaessenzen setzten sich sichtlich wohlfühlend in der sicherheitshalber in einem Glas deponierten Flüssigkeit durch.
Das muss dann eine Woche bis zehn Tage mindestens — unter neugierigen Blicken und angeberischen den Besuch unter die Nase reibenden Nutzinformationen, dass es alsbald was ganz Köstliches gebe — ziehen und dabei wird sich verkniffen eine Stange Zimt hinzuzufügen (obwohl das auch geht).

mandarinenschalen
Und dann kommt der große Moment: Raus mit den deutlich an Farbe verlorenen hart gewordenen Schalen, die vielleicht noch zweckmäßig als Deko eingesetzt werden könnten, aus der duftenden aber dennoch deutlich wahrnehmbar reichlich prozentigen Flüssigkeit.

Währenddessen wird Zucker in Wasser kurz aufgekocht. Wie genau dies geschehen soll, darüber streiten sich seit Jahrhunderten ganze Familienzweige, was zu erquicklichen Studien über Gewohnheitsrechte führt, die aber auch bei einem Glas eiskalten servierten Mandarinello, umso schöner zu studieren sind. Die einen wollen eine eher sirupartige Konsistenz, schön süß und kalt, die anderen wollen der Frucht den tonangebenden Einfluss in der Mischung zugutekommen lassen und bevorzugen eine flüssigere Variante.
Das schöne ist, dass das Getränk es Niemanden übel nimmt, dessen Hinwendung zur einen oder anderen Seite nicht mit Eindeutigkeit getroffen werden möchte. Es kann nämlich nach Belieben abgeschmeckt werden und wenn es zuviel Süße ist wird halt noch ein wenig Wasser hinzugefügt und umgekehrt. Noch in derlei Dingen unerfahrenen LikörverköstlerInnen wird empfohlen kleinere Probemischungen anzufertigen und zu krendenzen. Setzt Geschrei und Tumult ein, war die Mischung genau richtig.

mandarinelloflasche

Wir zumindest haben auf einen Blick erkannt, dass 600 Gramm Zucker auf 1,4 Liter Wasser durchaus ausreichend sein dürften, um das Mandarinenaroma noch zur vollen Entfaltung bringen zu lassen und dennoch die likörliche Grundrichtung nicht ins Abseits zu stellen.
Zu dieser Mischung wird dann nach dem Abkühlen also der eine Liter Mandarinenalkohol hinzugefügt und dann in dekorative Flaschen gefüllt. In Italien wird sich nicht so umfassend bemüht, eine einfache Plastikflasche kommt hier öfters originell zum Einsatz.

Und dann muss es schnell gehen — ab in das Tiefsttemperaturen zugeneigte Fach und dann heißt es warten, eiskalt soll das Vergnügen sein und so eine Eisschicht wäre mal so rein von photodokumentarischen Standpunkt aus gesehen auch nicht ohne. Zwar die Sonne verpasst, aber schließlich wird Mandarinello grundsätzlich des Abends verkonsumiert damit am nächsten Tage über etwaige Nebenerscheinungen ausführlichst Bericht erstatten werden kann, um kundzutun, dass solcherlei Versuchung zukünftig Stand gehalten werde.
Die Genussfreude bringt deshalb nur einen Ausruf: Sehr Köööstlich!

mandarinello
Mandarinello eisgekühlt

Zutaten:

12 Bio-Mandarinen-Schalen (wirklich Bioware nehmen, die sind einfach aromatischer, schmecken besser und die Schale ist mit Garantie nicht gespritzt und behandelt)
1 Liter Alkohol, sehr, sehr hochprozentig
600-700 Gramm Zucker
1,4 Liter Wasser

So wird es gemacht (Kurzversion):

Mandarinen schälen (das weiße Zeug muss weg), Schalen in dem Alkohol mindestens eine Woche ziehen lassen bis orangearomaartige Wohlgerüche ihre Wirkung kundgetan haben.
Zuckerwasser aufkochen, abkühlen lassen und zusammenmischen mit entschalten Alkoholika und tiefkühlen. Sodann Mandarinenlikör eiskalt am besten in geeisten Gläsern servieren und Lob einheimsen. Bei übermäßigem Genuss den nächsten Tag einfach freinehmen.

Und zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas. Im Kochtopf-Blog warten hoffentlich ganz schwierige Fragen ;-) auf die Lösung, aber erst am 24. — der traditionell größten Tür. Und nun noch viel Spaß mit den anderen Überraschungen!

Vergessenes Gemüse in orangiger Sesam-Sonnenblumen-Öl-Mischung gebraten und zuvor durfte Likörwein zum Ablöschen mit rein und ganz davor war der Sehnsucht nach Pfeffer-Kartoffelscheiben nachgegeben worden, um sich mal wieder so richtig an genüsslichen Freuden zu laben und ach ja… das beruhte natürlich auch auf anschaulichen und anfraglichen Gründen

Es ist dunkel und irgendwie auch schon wieder so rein gefühlsmäßig so kalt, dass es unstatthaft wäre auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen, um noch mal einkaufen zu gehen. Also dann sich in die Vorratserkundung begeben und schauen, ob sich nicht das eine oder andere finden lässt, um sich kulinarischen Freuden hingeben zu können. Im Kühlschrank offenbart eine Inaugenscheinnahme leider eine etwas leere Bestandfreude und so muss tiefer drin rumgewühlt werden. Was zum Beispiel ist in dieser Tüte da hinten drin?
Tabak für eine Shisha, die hier irgendwo vollstaubt oder gar von WG-Belegschaft deponierte geheime Vorräte?

pfeffer kartoffel scheiben 3
pfeffrige Kartoffelscheiben aus nussiger Fertigung – superb!

Ein kurzer erkundener Blick auf drei Rote Beten, die aus Einkäufen im Spätsommer stammen müssten und erinnerlich wurde sich der Biomarktstand vor Augen gerufen, an welchem jene erworben worden waren. Stimmt und ab dann waren sie halt in Vergessenheit geraten. Aber sahen noch gut aus; nichts mit schrumpelig und so. Ein kurzer Anschnitt brachte auch gleich rote Hände zum Vorschein.
Gut, das wäre schon mal eine Grundlage für das noch zuzubereitende sicher mal wieder wunderschön rotfarbig zu präsentierendes Mahl. Außerdem waren da unter einem Stapel Altpapier noch ein paar halbfestkochende Kartoffeln.

Und dann gab es doch eine dringende Anfrage: ich brauch ganz dringend ein paar leckere Vorspeisen! Ich feier meinen Geburtstag als Kochparty!. Lobenswert, zweifelsohne!
Da wird doch gerne geholfen. Einfachst zuzubereitende Sachen sind schließlich die heimlichen Höhepunkte solcher Festivitäten.

Bei lamiacucina waren gerade Pfefferkörner einer guten Bestimmung zugeführt worden. Das brachte jene tollen pfeffrigen Kartoffelscheiben in Erinnerung, die auch in kalter Form zu allerlei Getränken als bekömmliches Zwischendurchschmakerl durchaus zu erwünschten Effekten führen.

pfeffer grob gemahlen in sesamoel und sonnenblumenoel
Brutzel, brutzel…

Das geht ganz einfach: Sonnenblumenöl und ein ordentlicher Schuss nussig schmeckendes Sesamöl werden in einer Pfanne erhitzt und dann werden reichlich schwarze Pfefferkörner geschreddert, die im Öl gebrutzelt werden. Sodann kommen Kartoffelscheiben rein, um die sich die Pfefferbestandteile sofort ranklammern und das darf dann mehrere Minuten bei mittlerer Hitze herumgerührt werden. Kurz vor dem schon anschaulich bemerkbaren Ende wird noch Salz drübergestreut. Köstlich-pfeffriges Vergnügen!

Natürlich gleich draufgestürzt und schon mal die halbe sehr gute Fertigung verputzt.
Der vorher kurz ins Auge gefasste Überlegungsmoment aus den Zutaten einen Kartoffel-Rote Bete-Auflaug herzustellen ließ sich so natürlich nicht mehr richtig verwirklichen. Macht nix. Kreatives Potential ist schließlich vorhanden. Also Rote Bete ebenfalls in Scheiben geschnitten und im übrig gebliebenen Öl brutzlig angebraten und dann mit einem kleinen Glas sizilianischen Likörwein, der noch Urlausmitbringselmäßig da rumstand, abgelöscht.

Und da wir auch noch Orangen hatten, die etwas sauer mundeten wurde kurzerhand aus zwei Exemplaren Saft gepresst und noch mit hinzu gegeben und schön eingekocht. Hach, das sah schon wunderbar aus und eine kurze Kostprobe wusste mit einer gelungenen cremig daherkommenden Kombination aus Süße und Säure überaus zu überzeugen.

orangige rote bete
Mit Orangenvierteldeko zu den restlichen Pfeffer-Kartoffel-Scheiben kredenzt und sofort artig verschlungen

Das darf natürlich gerne nachgemacht werden! Wir sind ja nicht so schofel wie dieses neue kommerzielle Koch-Portal Kuechengoetter, dessen BetreiberInnen — wie genial lecker herausfinden musste — äußerst merkwürdige Vorstellungen haben, was mit Rezepten so anzustellen sei. Ist doch total unspannend. Wollen die so echt Leute anlocken und Geld verdienen? Diskutiert wurden über Kommerz und AGB, mit denen NutzerInnen die Nutzungsrechte für auch nachfolgende Verwertung eingestellter Rezepte abtreten, auch schon bei blogbar und gumia.

Besser bei den zahlreich vorhandenen Kochblogs stöbern, die helfen doch gerne weiter ;-)
Für Vorspeisen-Sichtung bietet sich z. Bsp. auch das Roundup des Blogevent Mezze im Kochtopfblog an und natürlich auch unser Archiv ;-).

pfefferkartoffelscheibe an orangigen rote bete rand im daemmerschein
Eigentlich könnte daraus auch noch ein leckerer Dip gefertigt werden, der besonders zu dämmeriger Stunde die Herzen zu erfreuen weiß.

Zutaten:

für die Pfeffer-Kartoffel-Scheiben:

Kartoffeln, in Scheiben
Schwarze Pfefferkörner, grob und frisch gemahlen
Sesamöl
Sonnenblumenkernöl
Salz

für die orangigen likörten Rote Bete-Scheiben:

Rote Bete
Ölmischung von oben mit Resten von Pfeffer ;-)
Likörwein
Orangensaft, frischer!

Auberginen und Tomaten wissen zu entzücken — während andere Pläne gar unentzückend sich zu erweisen wissen

nudeln mit auberginen und mozzarella
Nudeln, Auberginen, Tomaten, Knoblauch und Mozzarella und ein Hauch frühwinterlicher Sonne — mehr braucht es nicht zum kulinarischen Glücklichsein

Na ja ein paar Gewürze und zwei Basilikumblätter und Reste einer darbenden Blattpetersilie waren auch noch dabei. Die schlichte Kost ganz großartiger Natur weiß wie immer vorzüglich die Geschmacksnerven auf das Beste zu stimulieren. Lecker!

Unlecker die neusten Pläne der Bundesregierung, die anscheinend endlich mal den moralischen Verhaltenskodex religiöser Sekten in Gesetzesform gießen will. Bravo-Aufklärungsserien meint Spiegel-Online dürften dann bald auf dem Index erscheinen. Jugendliche nur noch keusch sich untereinander begegnen inclusive Streicheln verboten. Gruselig. [via fqueer und mädchenblog]

[Update: Der Stern berichtet ebenfalls kritisch und der Tagesspiegel bringt neben einem Bericht noch ein Interview mit einer Jugendrichterin. Inzwischen berichtet der SWR, dass die dritte (und letzte) Lesung im Bundestag verschoben werden soll auf Grund der vehementen Proteste Nachbesserungsbedarfs]

Ausprobierungshalber — Chicorée mit schicker Coco-Yamswurzel (Taro) in Mango-Sahne-frischer Grüner Pfeffer-Sauce und das Ganze dann noch hurtig mit schmelzigen Käseraspeln überbacken und das war ganz schön…

Der Geschmack von leicht bitterer angenehmer Note war Grund genug dieses Wochende Chicorée auf den Speiseplan zu setzen und außerdem sah das bei Bolli sehr lecker aus in einer überbackenen Variante, die sogleich den Wunsch nach „Auch haben wollen“ sprießen ließ. Rezept war ja sehr ausführlich beschrieben, aber dann war ja doch mal wieder nicht alles da und so musste konnte mal wieder eifrigst improvisiert werden.
Da waren doch noch diese haarigen Kartoffeln, die waren neulich in einem Anflug von ichkaufjetztalleWurzelndieserWelt in den Einkaufskorb gewandert, und die bekamen jetzt die nötige Aufmerksamkeit.

Chicorée in Mango auf Coco-Yamswurzel (Taro) ueberbacken
Chicorée in Mango auf Coco-Yams-Wurzelscheiben (Taro) unter ordentlicher zart-weicher pointierter Krusten-Käsedecke

Erstmal erforschen und im Internet suchen was das eigentlich ist. Bei Spülkönig & Kitchenqueen waren die uns schon mal aufgefallen und siehe da, kaum waren sie als Neuheit im Blickfeld — schon wurden die überall in den asiatischen Läden auch gesichtet, weiß der Teufel warum die nicht schon vorher aufgefallen waren. Also gegoogelt und gesucht und sie dann nicht dort, sondern in einem tollen Buch dann auch entdeckt: Yams, Yamswurzel um genauer zu sein. Stärkehaltig und andernorts ähnlich reichlich wie in unseren Breitengraden Kartoffeln verzehrt.

[Update: Offensichtlich doch nicht ganz soo toll das Buch — Hedonistin wies und darauf hin, dass es sich um Taro und nicht um Jam zu handeln scheint — also gleich mal korrigiert ;-) Wird aber offensichtlich auch als Cocoyam bezeichnet, geschickterweise deshalb nicht ganz verschwinden lassen den Begriff ;-) ]

Sollten auch so zubereitet werden können. Warum also nicht mit hinein in den Auflauf. Im Kühlschrank war auch noch ein Stück Kassler, welches kleingeschnippelt auch passend erschien. Also die Wurzeln geschält und folgerichtig auch die ein klein wenig glitschige Konsistenz entdeckt.

Kasselerwürfelchen dann mangels Zwiebeln nur mit ein paar Blättern des Chicorée in Öl angebraten, mit etlichen frischen grünen Pfefferkörnern vervollständigt und mit Resten eines Weißweines abgelöscht. Schmeckte schon mal gut und probehalber waren auch schon mal ein paar kleine Stücke Yams mit angebraten worden. Gar nicht so schlecht, aber doch etwas eigen, sehr stärkehaltig halt, aber nach genügender Bratzeit war die geschmackliche Harmonie deutlich besser werdend. Braucht also Zeit zur vollen Entfaltung der Geschmacksaromen.

yamswurzel
>Yams Taro (Cocoyam) — die weiche Erdknollenkokosnussvariante

Mit den gescheibelten Coco-Yamwurzeln oder dann doch besser Tarowurzeln zusammen verrührt und noch etwas gesalzen ab in eine Backform. Jetzt zum Blattgemüse, und während die in hälftige Anteile geschnittene Ware in Olivenöl vor sich hinbrutzelte kam noch ein wenig Schwarzer Pfeffer hinzu und eine angenehm auftretende Geruchswolke ließ schon ein leckeres Ergebnis erahnen.

Und wie wäre es denn mit einer Mango, das müsste absolut ergänzend sein zu den Zutaten und nach Feststellung der deutlich sichtbaren Überschreitung der Mindesthaltbarkeitsgrenze der einzig vorhandenen Frucht war der Griff ins Vorratsregal zur pürierten Mangosauce schon obligatorischer Natur, wie auch die Ergänzung mit zwei Bechern Sahne und die erste Geschmackskostung war klar in Richtung Mango Lassi de luxe tendierend, so wird das Zeug also gemacht. Sehr lecker.chicorée haelftig

Die angebratenen Chicoréehälften dann drapiert und mit der Mangosahne übergossen und ab in den vorgeheizten Backofen und backen und backen und nach 40 Minuten ca. dann geraspelten Käse drauf und wunderbar duftend raus auf die Teller.

Ja, nicht schlecht, aber eigentlich auch nicht so überragend. Die Mangosoße dominiert dann doch ganz schön und die Yamswurzeln sind in Öl gebraten dann doch die bessere Wahl, als in die Auflaufform roh gebettet. Auf jeden Fall sehr sättigend (die vorherigen Gläser Lassi taten natürlich schon ihr übriges).
Mal schauen, was wir mit dem ebenfalls noch auf Kochvorgänge in unserer Küche wartenden Riesenteil von Maniok noch so anstellen können ;-)

Gefunden — und auch schon gegessen (daneben üble Kost)

rest kartoffeln und karotten mit sprossen und mangosauce

Da wurde schon nach etwas gesucht und dann wurde das hier gefunden. Reste von Kartoffeln, Karotten, roten Zwiebeln und wunderbare Sprossen und jahaa scharfe Mangosauce (allerdings aus dem Glas). Salat gab es sogar auch noch. Gelungene Überraschung :-)

Unangenehm wurde es hingegen am Nikolaustag für zwei Angeklagte in Tübingen. Und es ging um ganz üble Zustände.
Einwandfreie Lebensmittel wurden zuhauf in Mülltonnen entsorgt. Angeklagt war jedoch nicht der Inhaber des Supermarktes der dafür verantwortlich ist, sondern zwei harmlose Studierende, die das schlimme Vergehen begangen hatten Essbares aus ebendiesen Mülltonnen zu holen.

[via container-blog]

Sollten die fluffigen Maccaroni nun durch gerade Anordnung oder wild-kunterbunt die Grundlage für ein einfaches Pastizio bilden und so die Herzen im dunklen Antlitz der nächtlich-anstehenden Dämmerung erfreuen?

Früher war Nudelauflauf eine schlichte Sache, die rasch zu bewerkstelligen und deshalb auch ebenso schnell auf dem Tische vorzufinden war. Und als Besuch vor der Tür stand und wieder mal lauthals rief: Nudelauflauf — aber keinen schlichten! War eigentlich nur eine Lösung parat: Pastizio.

Zwar auch ganz schlicht, aber durch eine zimtige Note und bekömmlich-sättigende Bechamelsoße im Reich der exklusiven Rezepte verortenbar. Passenderweise waren ganz ohne Absprache wundersamerweise alle Zutaten da und dann konnte ja alles gleich losgehen. Vorher aber noch Abstimmung über förmliche Strukturen im Gericht — gerade, wirr, verlegen.

Gerade sieht fein aus, ist aber Schnickschnack. Wirr geht einfacher, sieht im Anschnitt zerfallener aus. Also Schnickschnack. Geht fast wie Moussaka, halt nur ohne Gemüse, dafür mit Ziegenkäse über die Maccaroni und Karotten in der Bio-Hackfleischsauce.

pastizio
Pastizio gab es schon lange nicht mehr – fluffig schön!

Und es hat ganz wunderbar geschmeckt. Die Pastiziodecke war aber auch sowas von einer so fluffigen Konsistenz und hatte diesen angenehm auftretenden Zimthauch, der der Spezialität das besondere Etwas zu verleihen pflegt. Allerdings auch ganz schön sättigend, diese Makkaroni sind dann doch auch nur Nudeln ;-)

Wer also eine Meute hungriger Hammerwerferinnen, Camogie-Spielerinnen oder Speedballspielerinnen im Hause warten hat (wir erwähnen das eigentlich nur, damit mal wieder lustige Suchbegriffe bei uns eintrudeln)-- hat hiermit die passende Lösung :-)

Ansonsten scheinen ja nur noch Kekse, Plätzchen, Pfannkuchen, nochmal Plätzchen, Kuchen, Kramperl, Bretzeln, Bethmännchen, Strudel, Torten, Brote, Mousse au Chocolat, Kekse, Kanelbullar und Süßkrams gebacken zu werden. Was für eine Welt (und dabei haben wir noch die meisten unerwähnt gelassen).