Archiv für November 2007

Die kulinarisch geschulte Testperson bekräftigte, dass dieses unbekannte, dieses in Scheiben Beigefügte im wunderbar duftendend Aufgetragenen nach Artischocken schmecke und so konnte nach zuvor ausgiebigst vielfältiger Brat-Koch-Brutzel-Ausprobiererei Topinambur in ein mit den anderen Zutaten, als da wären Fenchel mit grünen Federsprenkeln, Zucchini gescheibelt und rote und weiße Zwiebeln, und natürlich angestoßene wilde Fenchelsamen, als überaus passend kreiertes Gericht aufgetragen werden, welches zuvor es sich noch mit Schmand in Yufkateig im Backofen zur vollen Größe des Vorgesehenen zu präsentieren wünschte (gemüsige Überwindung verwackelter Bilder).

Der neue Blogevent Topinambur, der das zweijährige Kochvergnügen im Gärtnerblog, als Jubiläumszutat für diesen Monat einläutete, war eine schwere Nuss, die zu knacken uns dennoch galant zu gelingen wusste.

zucchini topinambur fenchel wilder fenchel samen
wilde Gemüsezutatenköchelei mit Topinambur gescheibelt

Und was war nicht alles versucht worden mit dieser von uns zuvor äußerst wenig — genauer gesagt — überhaupt nicht bedachten Sonnenblumenbestandteile (oder was immer das jetzt genau ist ;-) ). Auf dem Markt war dieses Wurzelgemüse eigentlich an jedem Stand vorhanden (frisch ausgebudelt, wie uns versichernd zugezwinkert wurde). Also ebenfalls versichert, dass niemand uns beobachtet und zugeschlagen. So was wird doch nur für den Blogevent in diesen Tagen erworben.

Und gleich ausprobiert, erst rohleicht nussiger Geschmack mit einem Unterton Petersilie und Selleriegemisch war der erste Eindruck. Das sollte auch nach Artischocken schmecken und nach zahlreichen Bissen kam es uns auch so vor. War das jetzt Einbildung.
Also Testperson bestellt und terminiert. Zuvor dann natürlich Ideenfindung. Viele Ideen, viele lustige Ideen und da war sogar eine, die sich als besonders famos herausstellte… wenn nicht ausprobierliche Topinamburfertigung dem einen Strich unter das holde Vorstellungsglück zu machen pflegte.
Es sollte etwas Gebratenes werden im Zusammenspiel; aber leider war das geschmacklich so, dass dadurch das Gemüse ins Hintertreffen kam in der genüsslichen Wahrnehmung. Dabei war das verdammt gut (gedacht). Gut, also weiter, der Termin pflegte näherzurücken und war noch in tage- und nächtelanger Ferne.

topinambur
Topinambur im Rohzustand (und bei Tageslicht)

Als Salat durchaus passend in sehr feinen Streifen, aber dann war da wieder dieses Problem, dass andere Zutaten nicht den so toll erwünschten Aha-Effekt zeitigten. Inwzischen waren wir sowieso fest davon überzeugt, die wahre Artischockenfrucht zu händeln und das sonst unter dieser Bezeichnung im Handel erwerbliche eine gar grobe Falschbetitelung sein musste. Also, neutrale Testpersonen her — die bestätigten auch mehr oder minder den Eindruck, wussten aber auch nicht wesentliche Rezeptvorschläge zur köchlichen Lösung beizutragen.

Der Abgabetag war also dann mal wieder, die präferierte Kochzeit wie üblich auf die letzte Minute (und dann noch dieser unmenschliche Termin um 22.00 Uhr) geschoben. Gut, jetzt war auch getragen durch einfordernde Stimmen, dass das jetzt nicht so ein Schnickschnack nur fürs Foto werden solle, sondern bidddeschön auch der Sättigungsfaktor die ihm angemessene Beachtung finden solle, Einfaltsreichtum gefragt. topinambur und zucchini gescheibelt

Kross und die Kaumuskulatur beanspruchend war ein Kriterium, der Topinambur musste dann schmeckbar sein (hatten wir schon) und überhaupt, was wäre denn, wenn dieses andere Gemüse was vorrätig wäre, mitverköchelt würde. Zugegeben auch eine Überlegung und so waren nach Weglassung einer aufgefundenen Aubergine Fenchel, Balttpetersilie, Zucchini und Yufkateig hervorgekramt und kurzerhand als Zutateneinerlei auserkoren worden.

Gemüsepfanne in Teigumhüllung war jetzt das Gebot der Stunde und (zeitliche Fortgeschrittenheit erforderte emsiges Vorgehen) dazu noch die durchaus passende Verwendung frischen Schmandes, von Resten dieser Pinienfruchtbestandteile und Balsamico Reserva.

Gekonnt im Nullkommanix Gemüse gefertigt, die zudem noch entdeckten Frühlingszwiebeln von welker Ummantelung befreit und dann gescheibelt und geachtelt die Zutaten, angebraten in Oliven-Sesamöl-Mischung mit zerstoßenen wilden Fenchelkörnen, Salz und Pfeffer und abgelöscht mit dem süßen Essig. Schmand mit ein paar Thymianblättchen und einige Pinienkerne hinzu und ab auf zuvor in mehreren eingeölten Lagen ca. 10 Minuten im Backofen vorgebackene Yufkateigblätter. NAME
Obendrauf noch eine frische Schicht mit Olivenöl und vielen Sesamkernen. Und nach 3-4 Minuten bangen Wartens konnte das Ergebnis heiß den Fotoapparat beanspruchen und da das so tolle Wellen schlug war gleich die Spielerei ausgebrochen.

Ein Panoramafoto, ein Panoramafoto! schallte es zugleich zu dem Gebilde. Kleinere Naschversuche wurden rigoros unterbunden.

Zutaten:

Topinambur (einige Knollen)
Zucchini
Fenchel mit Fenchelgrün
Zwiebeln, rote und weiße
Wilde-Fenchel-Samen
Olivenöl
Sesamöl
Salz, Pfeffer
Blattpetersilie
Schmand
Yufkateig
Sesam

Riesenstücke dann der hungrigen Meute mit dekorativen Thyminazweiglein vorgesetzt und rasch noch zwei Fotos, die so in klein ganz gut im Display erschienen. Und jetzt essen. Mjam.

Das Gemüse in noch gewünschter knackiger Form, wunderbar unterstützt durch einen leichten Balsamicoton und der Schmand als ausgleichender Kontrast zur aromatischen Fenchelnote, die den wie die Testperson zustimmend bemerkte artischockengeschmacklich durchaus ähnlichen Topinambur ein wenig ins Hintertreffen geraten ließ, aber noch deutlich wahrnehmbar das Gericht genüsslich zu ergänzen wusste. Die Kombination wurde als gut befunden und wenngleich Topinambur nicht so unsere geschmacklichen Nerven vom Grundsätzlichen her traf, war es doch lecker gelungen :-)

rundherumpanoramablick
Rundherumpanoramblick (auch ein wenig wackelig)

Zufriedenheit, glückselige war hergestellt und dann war dies eigentlich nur unterbrochen von dem Umstand, dass die Bilder dann doch noch etwas verwackelt waren. Mist, der Hunger war die Aufmerksamkeit trübend gewesen. Aber da war ja noch das tolle Panorambild und so kann sich die treue LeserInnenschaft des Blogevents eben daran erfreuen! Unser Beitrag also!

Hey — es ist schon wieder Zwiebelday! Da Abseitsstehen den Verzicht auf gar köstlich zubereitetes Vergnügen zwiebeliger Art zur Folge hat und weil das umständehalber ja nun gar nicht sich als schicklich erweisen würde, gab es wunderbar geschmort-gekochte Zwiebeln in ganzer Struktur, die sich durch eine perfekt schmeckende leicht sämige und damit überaus passende Weinsauce und zarte Kaninchenbestandteile und vielerlei gewürzliche Beigabe (mit dabei frischer Grüner Pfeffer) besonders aufgeschlossen zu zeigen wussten (sehr lecker!)

stifado zwiebeln sehr lecker
Stifado-Zwiebeln in wunderbarer tomatiger Weinsauce mit Zimt

Das Zelebrieren des Zwiebelday steht im November an. War schon letztes Jahr geradezu die Thematik aufs beste treffende zubereitet worden, so musste dieses Mal die Urform, die Göttin jedes Zwiebelgerichtes ran: Stifado.

Vergesst alle anderen Gerichte mit Zwiebeln. Es kann nur eine Spezialität geben ;-) Stifado also, jenes sagenumwobene Schmortopfgericht mit mal jenen und diesen Zutaten, die aber eines gemeinsam haben — die Zwiebel ist der eigentliche Star der köchlichen Kredenzung und das vollkommen zu recht!

Ungeahnte dem reinen Genusse gewidmete Momente wissen beim Biss auf die nahezu butterweiche Konsistenz zart auseinanderdriftender Zwiebellagen nur eines zuzulassen — ein gedankliches Schwelgen besonderer Art, das paradisische Wohlbefinden, ein Verzücken und….

… genug der Worte. Die wohlfeile Zwiebel muss zuvorderst durch geschickte Hände auf das geschmackliche Niveau besonderer Art gehoben werden und das geht eigentlich recht einfach,zwiebeln in rohzustand setzt aber bisweilen tränenreiche Erzählungen voraus und weiß von vorherigen Großeinkäufen im nahegelegen Gemüsegroßhandelsfilialen zu berichten, die samt und sonders auf den Tag eingerichtet alle benötigten Zwieblsorten, derer viele, durchaus ansehnlich als angebotliche Ware feilboten.

Die roten, weißen, mittelgroßen bis kleinen und nicht zu winzigen Exemplare müssen dann vorsichtig geschält werden. Die kleinen Wurzelstränge werden fast bis unter die Zwiebel abgeschnitten, so dass die Festigkeit, die durch Auseinanderfallen im Kochvorgang konterkariert werden könnte, gewährleistet ist. Auch im oberen Bereich sollten die Spitzen beibehalten werden für die Formwahrung. Wenn dieser ein klein wenig zeitaufwändige Vorbereitungsgang vonstatten gegangen ist, ist die meiste Arbeit schon fast bewerkstelligt.

Jetzt bereits ergreift die Vorfreude die eingeladene Zwiebelendenabschnittsbevollmächtige und die ersten alkoholischen Probierkunststücke des roten Kochweines finden zu aller Zufriedenheit die Bestätigung, dass es auch bei diesen bleiben könne, wenn nicht die Kopfschmerzen anderntags überhand nehmen sollten.

Für Stifado wird bisweilen gerne Essig genommen, was aber Geschmackssache ist und eigentlich eignet sich ein (halb)süßer Rotwein auch vorzüglich. Mavrodaphne zum Beispiel, der sicherlich zu der Zeit, zu der wir zu kochen pflegen, gut verwahrt im Einkaufsregal verweilt. Also zurück zum üblichen Kochwein. Roter Imiglykos, auch ein wenig süß ;-) und geradezu prädestiniert zum Kochwohl.

Vor Zugabe sind allerdings noch andere Tätigkeiten schicklich.Die Zwiebeln werden jetzt ob des besseren Geschmackes wegen angebraten bis sie eine ansehnliche Farbe annehmen. Das verwendete und ersichtlich verbrauchte Öl raus aus dem Schmortopf und zwei Zwiebeln noch kleinhacken und zusammen mit reichlich frisch hinzugefügtem Olivenöl andünsten und dann Fleisch darin anbraten. Üblicherweise wird Rindfleisch genommen, aber auch Kaninchen schmeckt nicht minder lecker.
Und da das bei Bolli neulich so gut aussah, war der Entschluss dieses Mal darauf zurückzugreifen auch schon im Vorfeld schnell gefasst und nun lagen Kaninchenrücken und Schenkel vor uns.
Kurz überlegt, ob es ratsam wäre kleine Stücke zu fertigen und dann aber davon abgekommen und so angebraten.

stifado mit kaninchenschenkelund wunderbaren zwiebeln
Zart geköchelte Kaninchenschenkel als überaus passende Zutat

Frischer Grüner Pfeffer, der in Unmengen eingekauft worden war durfte ausprobierlich mit hinzu wie auch Lorbeerblätter, drei Knoblauchzehen geriebener Schwarzer Pfeffer und mildes Paprikapulver, Minze, Rigani und Salz und schon mal eine Zimstange mit hoffentlich unbedenklichen Inhaltsstoffen. Auch toll: Wacholderbeeren und Nelken. Kurz mit Rotwein ablöschen. Duftend schon mal vielversprechend und dann wird heißes Wasser zugegossen, so dass die Fleischstücke noch rausschauen.
gruener pfeffer
Ca. 20 Minuten vor sich hinschmoren lassen (Rindfleisch braucht dann doch etwas länger) und dann die mittelgroßen Zwiebeln hinein mit Rotwein auffüllen (je nach Topfgröße 1 1/2 – 2 Liter) und ev. noch Wasser (je nach Wein). Deckel drauf und vor sich hinköcheln lassen.

Zwischenzeitlich überlegen, dass es ratsam gewesen wäre den Chardonnay kaltzustellen und der Blick auf einen eher billigen Weißwein im Kühlbereich, der neulich zum Kochen gekauft wurde, führte rasch zum Entschluss diesen, also den ersteren, einfach kurz ins Gefrierfach zu legen und sich erst Martin-Rosé mit Eiswürfeln und Zitronenspritzer zur Gemüte führen.

Nach anderweitiger Betätigung (lesliches Auffinden des elften Gebotes) und Nebenbeiherumrührerei dann nach gefühlter einer Stunde und ´ner halben noch die kleinen süßen roten Zwiebelchen hinzu und angerührtes Tomatenmark in als reichlich zu bezeichnender Menge und eine Dose voll mit ganzen geschälten Tomaten und auch noch eine Stange tollen Zimt. Dann sich wieder anderweitig beschäftigen und dann noch ca. 30 Minuten weiter im Text.

Inzwischen erfüllt ein wollig warmer nach leichten Zimttönen duftender Wohlgeruch die kulinaria-katastrophalia-küche und nach Abschmecken und Hinzufügung von einer Zehe gepressten Knoblauchs ist die vorzügliche Speise auch schon bereit für die tischliche Spezialitätenpreisung. Wunderbar köstlich!

Die Sauce genau richtig sämig in Struktur und der Geschmack abgestimmt bis zum perfekten Aromaatömchen. Das Kaninchen zart und überhaupt nicht trocken, sondern sowas von lecker und dann erst diese Zwiebeln — zum Hineintauchen. Die Grünen Pfefferkörner wirklich vorzüglich passend und angenehm. Großartig leckertollwiesonnixsonst! Stifado – unbedingt nachkochen.

zwiebelday

Zutaten:

Zwiebeln, viele mittelgroße bis kleine
(halb)süßer Rotwein
Rindfleisch oder Kaninchen oder…
Tomatenmark, gedoste Tomaten,
Zimtstangen,
Knoblauch,
Grüner Pfeffer,
Schwarzer Pfeffer,
Nelken,
Oregano.
Minze,
Salz,
Lorbeerblätter,

stifado zwiebeln mit spitze wegweisend
Und weil es so schön war und anderntags nochmal so gut schmeckt gab es das gleich nochmal

[Update: Roundup im Kochtopf-Blog mit vielen leckeren Zwiebelkreationen]

Kurzzeitig zu vollziehende Kochkunst diesmal ausnahmsweise zur Mittagszeit: Kartoffeln scheibchenweise, Fisch dazwischen und Fenchel auch noch und das alles in Sahne und Parmesan (Knoblauch gehört auch dazu)

Fisch mit Fenchel ist eine Kombination, die es des öfteren verdient auf den Tisch zu kommen. Auch in der kulinarischen Foodblogwelt wird die Zweisamkeit gerne geschätzt wie die Fischsuppe mit Fenchel und Möhren zeigt , die RezkonvSuite neulich machte oder auch anderes Meeresgetier wie Jakobsmuschel auf Fenchel-Gemüse von chickenorpasta ist passend; der karamellisierte Fenchel mit Parmesan stach uns aber besonders in Auge, weil der Parmesan in unserem Kühlschtank so langsam in eine Reifestufe übergeht, die als sehr ReibeinAnspruchnehmendundabnutzungsintensiv beschrieben werden könnte und dementsprechend weg muss (was jetzt nu auch nicht das schlechteste ist ;-) ).

Aber da musste noch was hinzu und so schmöckerten wir in kartoffeln auf fenchel in sahne und aufm tellerJamie Olivers Essen ist fertig und fanden einen Fischauflauf zum Kartoffelscheibenschichten mit Semmelbröselkruste — letztere haben wir dann weggelassen, weil wir immer noch kein Bröselgut aufweisen konnten.
Das Rezept ist zwar nicht unbedingt zum ersten Male so zusammengestellt worden, aber passte formidabel in die momentane Genusslage und so machten wir es einfach so ungefähr nach diesem Rezept.

Zwiebel, Knoblauch und Fenchel und Sardellen andünsten mit zerstossenen Wilden-Fenchel-Samen und während die leckersten geruchsintensivsten Resultate fabriziert wurden, kochten die Kartoffelscheiben sich schon mal einige Minuten warm und mitsamt Fischfilet, welches draufkam in einer Backform, konnte alles geschichtet werden. Zu den Kartoffelscheiben kam Olivenöl, Salz und Pfeffer hinzu und obendrauf. Zwischendrin dann noch Sahne und Parmesan.
Ab in den vorgewärmten Ofen und so ca.20-25 Minuten backen und flupps ist es auch schon fertig und sehr dezentgeschmacklich fischlig-fenchlig. Lecker!
Schmeckt durchgezogen sogar noch besser. Kleinere Ausbrüche von sich zu sehr nach oben wagenden Auflaufgutbestandteilen wurden vom inzwischen deutlich heißer heizenden Backofen abgestraft. Macht aber nichts. Einfach geschickt unter die anderen druntergemischt.

kartoffeln auf fenchel in sahne
Rausgewagt und abgestraft: Kartoffelscheibe rechts im Bild

Demnächst werden wir unsere linkliste mal auffrischen, aufräumen, verräumen und sowieso vielleicht ganz toll neu strukturieren. Teilweise wurde das auch schon bewerkstelligt und deshalb darf der Blick auch schon mal dorthin wandern ;-)

Alles Neu macht der November (Blogbeschau)

Nicht mehr und nicht weniger als die größte Nudel-Saucen-Rezeptesammlung der Welt will Radio Fritz sammeln, ein paar sind jedenfalls schon mal zusammengekommen und alle werden sie täglich präsentiert — Radiokochen sozusagen.

Ebenfalls rezeptlich unterwegs ist Vegan Arts, ein neuer veganer Rezepteblog auf Blogsport, der noch artig ohne mit Fotos auskommt. Ob das animiert? Das genaue Gegenteil ist candyland, die nur die kulinarischen Ergebnisse präsentiert, die aber auch wirklich äußerst gelungen in rosa Umgebung sich einzuschmeicheln wissen. Da hätten wir langsam wirklich gerne die Rezepte dazu.

Richtung Rezepte mit kleineren Erzähleinsprenkeln ist KochSinn, da steckt noch mehr Potenzial drin für Erzählungen. Ein Zwischending zwischen Koch- und Rezepteblog ist Hedebock, dafür ganz bio und das klingt doch interessant: Sauerkraut mit Mango, Fenchel und verspäteter Martinsgans.

erdbeere neu
Neu – Erdbeerpflanze und sie wächst und wächst (dabei wird es Winter)

Auch neu die neue ess-klasse, die kochzeitschriftenerfahren die neusten Informationen liefert und das Restaurant zuhause wird von maisonrant gehütet und zwar mit leckeren in Mandelsauce gegartem Schweinefleisch.

Schon länger existent und jetzt aus dem Sommerschlaf erwacht, weiß GamerX` und Yolandas Twist mit Kokos-Jakobsmuscheln mit scharfem Passionsfruchtdip zu überraschen (etwas nervig nur das lange Laden der Werbeeinblendungen). Im Winterschlaf hingegen Knoblog, Küchendunst und hüftgold.

Derweil kocht Tine allerlei und nur ein hobby frühstückt und…

…der Blogevent Ingwer ruft ebenfalls und tatsächlich soll Ingwer die Hauptrolle spielen; leider ist Galgant ausgeschlossen, den hätten wir nämlich gerade frisch vorrätig. Grund soll sein, dass der nicht nach Ingwer schmecke. Merkwürdig – unserer hat eindeutig einen leckeren Geschmack nach ebendiesen (wenngleich auch anders, aber so ist das bei unterschiedlichen Sorten). Noch eher wird es aber Zeit für den Blogevent Topinambur und da haben wir tatsächlich schon jetzt eine grandiose Idee. Lasst Euch überraschen ;-)

Die Grünkohlzeit ist mal wieder angebrochen und da wäre es doch angebracht, ausgiebig die Fertigung des Federkohls zu zelebrieren und so wurden leichte Zubereitungsrezepte aus den Tiefen unseres Archives hervorgekramt und siehe da es war mittels nur kurzer Garzeit die perfekte Methode, um Vitamine und so mal wieder richtig zur Geltung zu bringen (dazu ummantelte gebratene Polenta in bruchstückartiger Konsistenz)

polenta gegriesst
Polenta gegrießt

Es ist kalt und deshalb auch Grünkohlzeit. Allerorten wird sich des delikaten Gewächses entsonnen und zumeist wird es in Unmengen Schmalz geschmacklich kaputtgekocht. Dabei mundet der aus der Mittelmeergegend stammende Grünkohl erst so richtiglockerleckerleicht, wenn er nur kurz zubereitet wird (was nebenbei bemerkt die Vitamine und so Zeugs natürlich jauchzend jubilieren lässt).

Das entzückt auch immer wieder und dank unseres wieder zur Verfügung stehenden tollen Live-Archiv-Plugin durften wir in den Tiefen unserer Kochkünste herumfischen und siehe da, das hatten wir zum Blogevent Grünkohl schon mal präsentiert. Dieses gar einfach, unkompliziert zuzubereitende und auch argwöhnische ZeitgenossInnen zufriedenstellende köstliche Rezept wird dann HIER auch ausführlich beschrieben.

Zwar hatten wir keinen Dill, der sich wirklich überaus passend einfügt und aufgrund der späten Koch- und Einkaufsmöglichkeitszeit haben wir deshalb Wilden Fenchel, von welchem noch was eingefroren war, verwendet. Zum Grünkohl schmeckte der Fenchel ganz gut, aber Dill ist hier die bessere Wahl, weil die Aromen besser ergänzt werden.
Übrigens – baut diesen Wilden Fenchel im Garten wie Dill an — ungeahnte Geschmackserfahrungen werden der Dank sein. Eigentlich die Marktlücke für aufstrebende Biomarktstände.

Aus puren Faulheitsgründen hatten wir die harten Stängel nicht herausgeschnitten, was aber auch nicht weiter schlimm war; die etwas härtere Konsistenz im Vergleich zu den zwar nicht zartschmelzend auf der Zunge zergehenden Blättern, sondern weich-aromatisch noch kaufähigen die Form überaus entzückend noch wahrnehmbaren, war auch so schmackhaft und passte auch zum eher weich auftretenden Polentabruchstück, welches in zahlreicher Formgebung das leichte Essen perfekt ergänzte.

gruenkohl mit zwiebeln und wildem fenchel und lecker polenta

Eine wunderbare Erfindung dieser Mais-Grieß. Sammelhamster bracht uns drauf, mal wieder Polenta zuzubereiten. Zubereitung ganz einfach, weil auf Schnellkochvariante zurückgreifend ;-) Schön fleissig köcheln, salzen, pfeffern und mit geriebenen Pecorino versehen, dann auf ein Blech streichen (so fingerdick) und abkühlen lassen bis sich eine festere Konsistenz zeigt und dann nicht so belassen, sondern in ganz nach Wahl verschieden große Bruchstücke zerreißen oder auch schneiden für die akkurate Präsentierung. Flugs in groben Originallangkochpolentagrieß wälzen und ab in die Pfanne und nur ein paar Minuten in Öl zusammen mit frischem Rosmarin (sehr lecker!) braten. Zusammen mit dem Grünkohl die perfekte Wahl!

Beim Blogevent Bistroküche haben übrigens Bolli mit Terrine de poulet au foie gras und Küchenlatein mit Ratatouille-Gratin die Bestellung des Monats für sich entschieden. Herzlichen Glückwunsch!

gruenkohl und gegriesste polenta

Zum Nachtisch dann wunderbar überreife Mango und viele kleine Kakineuzüchtungssharons, die in Scheiben geschnitten so rasch weg waren, dass keine Fotodoku mehr gemacht werden konnte. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, die kommen wieder — keine Frage ;-)

Zurückgekehrt tätig im Bloggeschäft ist übrigens wieder Mademoiselle Différentielle, die von zum Kochen Messer mit- und wieder wegbringenden boyfriends zu berichten weiß.
Es gibt ja auch schon wieder eine Menge neuer Sachen zu beobachten (muss bald mal wieder eine neue Blogbeschau gemacht werden), Kochknecht z. Bsp. macht Wirsing-Morchel-Enten-Teigtaschen ganz akkurat-apart und die anderen Kochen auch bzw. lassen kochen und kochen — ein ganz neuer und überaus praktischer Trend, demnächst dann also mehr…

Hochstapelei enttarnt! Vom Kleckern und Klotzen und ersten Gutscheinen und Herdentrieb im Onlinegeschäft

zuviel verdirbt den brei

Die Teller, so unterschiedlich sie auch sein mögen, haben doch eine Eigenschaft, die ihnen zweifelsohne eine besonders für faule Betriebsamkeit geeignete Eigenschaft zuweisen. Kaum von den Mühen des Kochens befleckt — schon ist Bedarf für eine Läuterung vorhanden, die mitunter warten und mithin trotz erkannter Notwendigkeit nicht immer den zeitigen Erfolg zu verzeichnen weiß.
So langsam war der Umstand auch tief vom Verdrängten und geschickt getarnten Ecken ins allgemein Sichtbare gesickert und nun muss da wohl mal Abhilfe geschaffen werden.

Hilfe ganz anderer Art wird übrigens zur Zeit Silke geleistet, die sich etwas unflätig zumindest aus der Sicht des Objekts der Begierde verhalten hat, als sie für den Kauf einer CD Geldrückforderungen bei einem großen Versandhandel stellte. Das Unterstützerteam hat auch sogleich beschlossen, die AktionSaalschutz geben Silke ihr Geld zurück“ ins Leben zu rufen. Spenden können dort gerne abgegeben werden. Auch wir haben uns mit einem Gutschein mit einem unglaublich gutem Beitrag beteiligt, denn Kleckern statt Klotzen ist der Marketingtrend zum Ziele.

hochstapelei
Hochstapelei im Anfangsstadium

Ganz dazu im gegenteiligen Sinne wird zur Zeit eifrig für eine sogenannte „Sammelbeschwerde“ getrommelt, diese Eselsohren — wie sie in zahlreichen Blogs vorhanden sind — speisen sich aus vielerlei Zutaten. Einst mit Schäuble versehen ein unschöner Anblick und warnender Hinweis (mitunter mit unreflektierter Stasi 2.0 Unterschrift — als wenn die bundesdeutschen Geheimdienste nicht schon länger als ihre kleine Schwester ihr Spitzelwesen perfektioniert hätten) und neuerdings mit der Werbung für ebendiesen rechtlich zu verabsolvierenden Schritt.

Die Vorratsdatenspeicherung, gegen die im September mit einer großen Demo protestiert wurde, ist inzwischen in aller Munde. Damals ging die Polizei gewaltsam gegen linke KritikerInnen vor und der initiierende Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, der sich schon bei der Durchführung der Demonstration reichlich unerfahren und überfordert zeigte und schlechten Stil durch einige seine Vertreter präsentierte, die die Demo unbedingt zum Ziel führen wollten, als ein großer Teil an ihrem Recht auf Demonstrationsfreiheit gehindert wurde.

Hintergrund war dann auch wohl eher, dass Kritik, die über die „Freiheit statt Angst“-Rhetorik (die Ähnlichkeit der Kalten-Kriegs-Parole der CDU und neuerdings der FDP „Freiheit statt Sozialismus“ kommt da nicht von ungefähr) endlich mal mit inhaltlicher Stellungnahme hinausging, unerwünscht war. Die Proteste sollten schließlich schön nach vorgeplanten Strukturen ablaufen und Friede-Freude-Eierkuchen-Romantik in seriösen Anzügen und Pullundern verbreiten helfen.

Dass sich damit allerdings für kommende Aktionen die Massen nicht auf die Straßen treiben lassen, durfte bei den Veranstaltungen zum Tag der Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag gesehen werden, als die Beteiligung mehr als mau war.
Also irgendwie anders in die Medien kommen und so was wie eine Online-Petition pardon Sammel-Verfassungsbeschwerde starten für die kräftig die Werbetrommel gerührt werden konnte.

zwischenloesungen
Zu viel anzusammeln ist auch keine Lösung

Dumm eigentlich nur, dass es eine solche rechtliche Vorgehensweise gar nicht gibt. Nicht schlimm denkt sich der Arbeitskreis offensichtlich, die Leute glauben schließlich alles: in einem 5-Minuten-Check wird auch da erklärungstechnisch mehr schlecht als recht für Abhilfe gesorgt: Alle sollen mal schnell eben einen Rechtsanwalt eine Vollmacht zusenden, zuvor ein paar digitale Kreuzchen machen und schon beteiligen sie sich an einer Verfassungsbeschwerde.

Beteiligen ist dabei allerdings das falsche Wort. Es wird nämlich mit der Zusendung der Vollmacht dem Anwalt ein Mandat ausgesprochen jeweils eine eigene Verfassungsbeschwerde einzulegen und ein Vertrag geschlossen. Ein Umstand über den bewußt klausuliert nicht deutlich hingewiesen wird, um die Zielgruppe der „wenn ich das unterzeichne, dann tue ich was gutes, wenn ich mich sonst schon nicht engagiere“ die Einsendung nicht allzu schwer zu machen. Verfassungsbeschwerde einlegen als Volkssport, das BVerfG wird es schon richten, wenn was falsch ist… Jedem Staatsbürgerkundelehrer werden dabei die Augen feucht.

Dieser Apell an den Götzen Verfassungsgericht vermag aber vor allem eines: Nichts zu bewirken (außer Illusionen).
Die, die unterzeichnet haben, lehnen sich im Glauben was Gutes getan zu haben zurück und das wars. Dabei ist es vollkommen egal, ob sechs Leute oder sechstausend Verfassungsbeschwerde einlegen — es interessiert das Gericht schlichtweg nicht. Auch wenn es einfältigerweise Personen gibt, die genau dies annehmen. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung kann sich darauf stützen, dass die Masse schon alles frisst, was ihr vorgesetzt wird. Ob es nun stimmt oder nicht.

Eine Hürde war noch zu nehmen. Das Engagement hat bekanntlich seine Grenzen, wenn es um das liebe Geld geht. Zwar wird da vorgesorgt, indem behauptet wird, dass für eine Verfassungsbeschwerde kein Geld zu zahlen sei. Dabei genügt schon der kurze Blick ins Gesetz, um das Gegenteil feststellen zu können. Die anwaltlichen Gebühren werden ausgehend von einem Gegenstandswert von mindestens 4000 € berechnet (§ 37 II 2 RVG) und gemäß dem Standesrecht dürfen Anwälte nicht auf die Geltendmachung ihrer Honorarforderung verzichten (§ 49b I BRAO).

wacklige angelegenheit
Vollmachtserteilung — wacklige Angelegenheit

Der Anwalt klärt darüber mitnichten auf, was eigentlich sein Aufgabe wäre, sondern empfiehlt stattdessen, in den SpielfilmDas Leben der Anderen“ zu gehen als Motivationshilfe. Süffisant eigentlich nur in diesem Zusammenhang, dass ausgerechnet bei diesem Film die Rechtslage wegen allzu frei erfundener Fakten die Rücknahme aus dem Verkauf und Verleih bewirkte. Damit seine geworbenen zigtausend Mandanten ihn dann auch in Ruhe lassen, verbittet er sich eine persönliche Kontaktaufnahme, was allerdings auch schon wieder verständlich ist, die könnten ihn ja tatsächlich was fragen, womöglich müsste er sich dann auch noch um die kümmern.

Keine Aufklärung auch über die Risiken, die mit einer Verfassungsbeschwerde verbunden sind. Wenn es nämlich ganz arg kommt, weil das Verhalten des Anwaltes, der sich neben den Einnahmen wohl einigen Bekanntsheitsgrad davon erhofft, mit seinen massenhaften Abgreifen von Leuten im Internet (nennt sich das eigentlich Mandanten-Phishing?) durch vorgefertigte Texte auch als Mißbrauch vom Gericht mit einer Art Strafe belegt werden könnte. Die hätten dann die BeschwerdeführerInnen zu tragen; zum Troste — sie bräuchten dann allerdings wirklich keine Anwaltsgebühren zahlen…

Spinatförmchen nebst leckerer Auberginen-Tomaten-Sardellen-Sauce in ganz schlichter Bistro-Variante auf die letzte Minute — was sonst (vielleicht noch den Titel ändern ;-)

Die Zeit ist knapp während diese Zeilen nur so herunterrattern und das Essen grad frisch erst kredenzt, fotografiert und angeknabbert für eine Einstimmung zur schreiblichen Freude, die da jetzt fürwahr sagen kann, dass es lecker war.
Ganz schlicht die Kost und dennoch so wie im Bistro, jenem süßen dereinst.
Schnell serviert nach langer Wartezeit, zum Weine zu verkosten, angenehme Gespräche dabei führend und wie üblich auf die langsame Gangart setzend bei Dämmerlicht.

Unser schlichter Beitrag zum Blogevent Bistro im Kochtopfblog mit so ganz ungewöhnlich knapp gefassten Worten ist der Zeitnot, der verdammten gewidmet, der die schludddrige, die Abgabezeit schnöde verhöhnende Kochlust entgegengesetzt wurde, was vielleicht noch schnellstens einer Korrektur unterzogen werden kann, da ja nicht zu erwarten ist, dass sofort alle sich den Betrag um diese zeitige Stunde anzuschauen pflegen ;-)

Gestern hätte es natürlich auch gekonnt zur Ausgestaltung kommen können, da gab es aber den favorisierten Spinat nicht und außerdem was es lausig kalt draußen. Da wird nicht lange rumgerannt, wenn noch ein ganzer Tag zur Verfügung steht.

Spinat und Bechamel im Foermchenformat nebst Auberginen-Tomaten-Sardellen-Sauce
Ganz famos — doppelt präsentierte spinatige Kuchenförmchen nebst Sauce und Salatdeko

Heute dann die große Stunde, dem Gemüsewegpackschergen in letzter Ladenöffnungszeitminute die Kiste mit den Spinatblättchen entrissen und schnell zur Kasse gerannt und festgestellt, dass ewige lange Wartezeit im Stehen auf zugigen Bahnsteigen nicht auf alsbaldig anstehende warme Gepflogenheiten schließen lassen.

Zuhause angekommen dann zwischen angestauten Abwaschbergen die ins Auge gefasste Bistrokost begonnen zu bewerkstelligen. Das ging auch ganz flott, die Butter brannte gleich an und sowieso klappte heute erst mal gar nichts. Jetzt bloß keine Novemberdepression bekommen, weil dieses Feuerzeug irgendwo nur nicht in greifbarer Nähe war. Und wie sollte das noch mal vonstatten gehen. Argh, verdammt.

Wo war der Zettel mit der draufgekritzelten Überlegung. Ah da und ah ja, sollte gar kein Spinat sein, sollte ein Zucchini-Törtlein werden. Stimmt die Erinnerung kehrte wieder.
Na, geht auch so. Also Ei mit frisch gerieben Parmesan verrührt, währenddessen Spinat blanchiert, mit eiskaltem Wasser Bekanntschaft gemacht und dann nebenbei die zweite Versuchsreihe Bechamelkompositioneinerlei betrieben.
Ups, gleich noch zuviel Mehl rein AAAAArrgggHHHH!!! Gut, mit noch mehr Butter und noch mehr Milch kompensiert. Dann alles zusammengeschüttet und ab in kleinen Förmchen ins Wasserbad, welches praktischerweise gleich aus der Spinatbrühe gefertigt werden konnte und — nicht anders zu erwarten — gleich ein bißchen Wasser reingeschüttet Grumpf! Beim nächsten Mal also abdecken. Alles schon so lange nicht mehr gemacht und die Zeit rennt und rennt.

Nebenbei übrigens noch Auberginen, gesalzen und zusammen mit Sardellen und Zwiebeln und Wein und irgendeinem neuen Gewürz was hier rumsteht, desssen Name grad nicht präsent ist, gewürzt, gesalzt, gepfeffert und weinlich abgeschmeckt, Tomaten aus der Dose rein. Was Schmackhaftes in roter Reinform war nicht mehr auffindbar.
Nach kostbaren verstreichenden 40 Minuten dann Förmchen unter waghalsiger Vermeidung von Verbrennungen rausgeholt gestürzt und gestürzt und gestürzt grAAAAAhhhh und mit einem kleinen Messerchen nachgeholfen. Sauce dazu, feinfein, und Salat drumherum.
Wein, von der Kochwütigkeit schon fast verzehrt, durfte auch noch kredenzt werden — ist schließlich ein Beitrag zum Blog-Event Bistro. Kippen waren auch aus (also auch Rauchverbot notgedrungen), wie soll da Bistrofeeling aufkommen. Musik! Französische Kost aufgelegt (auf Nachfrage Näheres) und dann ganz weit oben steht es ja schon, gekostet und getippt. Fertig! Hurra. Essen ist kalt. Wie im Bistro. Hurra!

Blogevent Bistro quer und lang

Zutaten:

Spinat, viel Spinat, vielleicht ein Kilo
3 Eier
Parmesan, gerieben
Butter, zuviel Butter
Mehl, auch zuviel
Milch, genau richtig
Pfeffer, Salz und dieses Gewürz

Für die Sauce:
Sardellen, einige
Zwiebel, zwei große
Aubergine, gesalzen
Tomaten, ganze, gedost.
Gewürze, Thymian und ganz nach Geschmack
Knoblauch
Sumac!
und ganz vergessen: Olivenöl, viel Olivenöl
;-)

Salat
Kochunfreundliche Zeitgestaltung und unauffindbare Feuerzeuge.
schnelle musikalische Bistrogestaltung

bistroevent musikgestaltung des abends
wie gewünscht noch der musikalische Teil der Abendgestaltung: Bistromusik

Endlich ergab sich die Gelegenheit den Sardellen jenen fulminanten Auftritt zu verschaffen, der angemessen und wahrhaftig furchtbar einfügend in die geschmackliche Harmonie sich präsentieren sollte zur Freude überaus hungrig auftretender WG-Belegschaft, die zwar aufgrund kränklicher Eskapaden teilweise die Geschmacksnerven verloren hatte, aber unter Zuhilfenahme von extra Portionen scharfer Peperoni gelang auch hier eine Wahrnehmbarkeit und somit war allen gedient, die leckeren Tomaten, Zucchini und allerlei gewürzliche Beigaben zu den kleinen Fischchen zu genießen

Es vermag einiger Kraftanstrengungen, die ausblieben, um die alltäglichen Lebensmitteleinkäufe zu bewerkstelligen, damit zwangsläufig auf das große Glas in Öl eingelegter Sardellen zurückgegriffen werden konnte. Sonst sind wir da immer etwas herumgeschlichen und haben mal so geschmöckert was damit anzustellen wäre. In Genial Italienisch, jenem wunderbaren Kochbuch in welchem Jamie Oliver italienische Rezepte gesammelt hat, und welches zu den wenigen Kochbüchern gehört, die wir uns überhaupt zu Gemüte führen, war anschaulicherweise die Sardelle als Füllung für zwei Salbeiblättchen vorgesehen; das kommt dann als nächstes dran.
Zuvor aber eine andere ganz apart auftretende Verwendung, die die gewürzliche Note angenehm zu betonen weiß. Zwiebeln und Sardellen einfach angedünstet mit zucchini und dann mit ganzen Tomaten (aus der Dose) stundenlang geköchelt und fein abgeschmeckt mit Olivenöl, reichlich, und natürlich Knoblauch, irgendwie auch reichhaltig, und natürlich Peperoni für geschundene Geschmackswahrnehmungsnerven. Und es war sehr lecker!
Rein optisch ist das zarte Fischlein übrigens ganz verschwunden und so blieb nur der delikate Geschmack. Die Sardelle ist damit aber auch sowas von geeignet für solche Eintopfkost, dass der Vorrat davon wohl aufgestockt werden muss.

zucchini tomaten sardellen
Sardellen geschmacklich hervorragend einfügsam in Tomaten und Zucchini noch dampfend

Dazu dann noch zweierlei Schmetterlingsnudelsorten in grün und in weiß, die geschmacklich allerdings keinerlei Unterschiede erkennbar zutage treten ließen. Restzutatenverköchelei bester Provenienz.
Prominent hingegen das Wissen um das Unvermeidliche. Und irgendwie haben wir es ja schon immer gewusst — wenn das web 2.0 zusammenbricht bleiben nur noch die Katzenbilder Kochblogs übrig ;-)

Erste Versuchsstadien waren nicht dem Erfolge gewidmet, was sich in minutenlanger Agonie auszudrücken beliebte und Rückschläge gewohnte Kostpersonen unentmutigt fortfahren ließ zur weiteren Verwendungsprobiererei dieser roten Beeren — und siehe da es wurde passenderweise was gefunden. Unschön hingegen die neuesten Überwachungsstaatsarien und Einschränkungen der Pressefreiheit

ente in apfel-cranberries-sauce mit reis und brot
Das war jetzt schon die resteverwertliche Kredenzung samt Risotto mit winzigen Stückchen Stangensellerie

Die Cranberries waren schon fast vergessen, als bei der Frage wie denn nun die auch schon vorhandene Barbarieentenbrust denn nun zuzubereiten sei aufkam. Dieses Rezept war ja superlecker, nur leider waren keine Pfirsiche greifbar, die dann aber durch unsere riesigen Apfelvorräte abgelöst werden konnten und dann kamen eben auch noch Cranberries hinzu.
Die Äpfel waren schon ziemlich sauer und die Sorge schwang mit, ob jetzt rote Beerenfrucht nicht stimmig sein könnte, aber mitnichten — die Beeren fügten sich wunderbar eincranbarry in teigmantel und eigentlich waren nur die Äpfel dann zu sauer. Passte aber mit der Barbarieente wunderbar zusammen. Ente braucht übrigens auch gar nicht, um den Zartrosa-Effekt zu erreichen, in den Backofen geschoben zu werden, geht auch prima so (einfach Deckel kurz drauf.

Bevor die Cranberries derart die Aufmerksamkeit beanspruchten wurden sie zuvor schon auf ihre Eignung als Inhalt von frittierten Bierbackteig mit Ingwer-Zimt getestet, na ja — zumindest die Idee war gut ;-) Bierteig harmoniert nicht so mit der durchaus noch als erfrischend sauer zu bezeichnenden Beere, die auch noch den frisch aus der Knoblauchpresse entstammenden Ingwer, zu unterdrücken wusste. Auch die Zugabe von Agavendicksaft war nicht großartige Erfolge zelebrierend. Aber nun sind die Beeren ja auch weg.

Auch noch vorhanden waren ein paar riesige Süßkartoffeln, die es sich bequem zu machen wussten in heißem Bratfett. Ganz witzig war die orange Färbung, die nicht nur optisch sich der gemeinen Karotte anzunähern wusste, was geschmnacklich jetzt aber auch keine Steigerung brachte und zudem die Süße arg dominieren ließ — also genau das Richtige zur sauren Sauce und optimal für die Ente.

suesskartoffeln

Hat jetzt gar nicht schlecht alles zusammen geschmeckt, wird aber in dieser Zusammensetzung eher nicht mehr gekocht werden. Stattdessen wird die Pfirsichzurverfügungstehenzeit abgewartet.

Anderntags auch noch die Reste verkonsumiert und sich spontan entschlossen (ob des nunmehr dominierenden Sauertones) Agavendicksaft hinzuzufügen und damit eine harmonischereAbrundung zu erreichen. Dazu gab es dann Risotto mit ein paar winzigen Stückchen Stangensellerie, den hier gar nicht alle so mögen ;-)

ente in apfel-cranberries-sauce mit sü�kartoffeln
Süßkartoffeln zu Ente und dazu saure Soße

Und was ist sonst noch so passiert? Der Bundestag hat die sogenannte Vorratsdatenspeicherung beschlossen, um eine allumfassende Kontrolle über die Telefon- und Internetkontakte einzuleiten. Überwachungsstaatgelüste von SPD und CDU/CSU per se. Wir sind schon gespannt, was als nächstes an vorbereiteten Plänen aus der Schublade gekramt wird.

Auf ganz klassische Art und Weise ging es Berliner Zeitungen an den Kragen. Da wurde die gesamte Post an die Presse von der um Grundrechtswahrung überaus besorgten Polizei im Postsortierzentrum über Tage gefilzt und der Inhalt kontrolliert. Schließlich könnten da doch gefährliche Inhalte in den Briefen drin stecken. Pressefreiheit adé. Wenigstens kann jetzt noch zusätzlich gesetzlich legitimiert überprüft werden, womit sich die RedakteurInnen bei ihrer Internetrecherche so beschäftigen und vor allem mit wem sie telefonieren.

Bei soviel Grundrechtsabbau möchte natürlich auch die SPD-Linkspartei-Regierung in Berlin nicht hinten anstehen. Es wird schon die nächste Verschärfung des Polizeigesetzes mit weiterer Überwachung der Bevölkerung geplant und noch weigern sich zwei Linkspartei-Abgeordnete, die für eine Mehrheit notwendig sind, zuzustimmen. Noch…