Jouvarlakia

reisbaellchen ganz und gar griechisch mit zitronen und ei
Jouvarlakia — zitronig-eiig-cremig — erfreut doch immer wieder…

Ein typisch griechisches Gericht, Giouvarlakia, kam gerade passend zu Erwärmung für vor Kälte in fröhliches Rot getauchte Gesichtspartien, die auch sogleich vor Entzücken ob der angebotenen Speisen ihre Farbe beibehielten. Die Fertigung setzt allerdings solides Grundwissen um die gehorteten Reislagerbestände voraus, um die perfekte Sorte verwenden zu können. Aber es hat alles sein gutes, sodass diesmal neue Reissorten zur Anwendung gelangen konnten.

Wir durften also japanischen Sonstwasreis (leicht klebrig) und einen Bioreis (etwas festere Struktur infolge) zur ausprobierlichen Fertigung heranziehen, um neue Geschmacksnuancen reisbaellchen in vorbereitung.jpgausfindig und bekömmlich zu gestalten. Kräuter, ungehackt, hervorgeholt und Arbeitsgänge verteilt.
Eigentlich sollte in das zu kreierende Mahl rezeptlich vorgesehen Blattpetersilie und Dill und Liebstöckel rein, aber eigentlich war nur die Petersilie aufgetrieben worden (der welke Dill liegengelassen, der merkwürdigerweise vom Verkaufspersonal seit bestimmt vier Tagen schon nicht entfernt worden war) und noch frische Korianderblätter als ausprobierlichen Ersatz.

Die Kräuterblätter wurden dann auch eifrig gehackt und die Zwiebelstücke grob verhackstückelt. Biorinderhack hervorgeholt und zur Herstellung von zwei Versionen aufgeteilt. Waren so ca. 400 Gramm und die verwendeten Reiskörner dürften sich so 900 Gramm angenähert haben. Das war aber zu wenig wie sich noch herausstellen sollte. Etwas Olivenöl und jeweils zwei Eier hinzu und gut verrührt und verknetet. Sodann erst große und dann nach übereinstimmender Betrachtung und Beratschlagung daraus noch mal kleinere Reis-Rundlinge gefertigt. Salz natürlich auch noch hinzu zur Würzung.

Vorgesehen hätte jetzt noch Liebstöckl und Salz zur geschmacklichen Aufwertung ins Kochwasser reingehört, war aber nun mal nicht da; Brühwürfel stattdessen genommen und noch etwas Salz und gewartet bis die geeignete blubbernde Kochtemperatur erreicht war, die fertigen Reiskugeln vorsichtig reingelegt und dann nach ein paar Minuten runtergeschaltet, um den 40-Minuten-Köchelei-Niedrig-Temperatur-Vorgang einzuläuten.
Dazu dann noch lose reingerührt etwas Reis und Hack. Das macht die Sauce dann schöner.

Zeit dem mitgebrachten Weißweine zu frönen und auf die zwischenzeitlich zu probierenden Reisknödel zu warten. Koriander doch zu stark bemerkbar, aber nicht so schlimm, Dill dann doch die bessere Wahl. Das Hackfleisch erwies sich als zu kompakt, der Reis als nicht weich genug werdend. reisbaellchen detailBeim nächsten Mal also dann doch mehr Reis bei diesen Sorten verwenden. Nach etwas längerer Kochzeit dann doch noch schön durchgezogen.

Das Wasser zieht sich dann auch schön in die Reiskügelchen rein und es wird Zeit die Spezialität zum köstlichen Höhepunkt zu bringen: Die Zitronen-Ei-Soße! Köstlich! Ist Bestandteil vieler Gerichte in Griechenland und passt wunderbar zu kulinarisch verwöhnten Gaumen wie unsrereinige ;-)

Die Zubereitung ist ganz einfach (und es gibt wohl unzählige Varianten). Eiweiß cremig schlagen,
mit etwas abgekühltem Kochwasser gerührtes Eigelb hinzu und dann ganz, ganz vorsichtig den Saft von zwei, drei Zitronen hinzugeben. Diese Zitroneneisauce wird dann nachdem der Kochtopfinhalt nicht mehr kocht (stockt sonst) rübergegossen und zusammen mit den Hackreisbällchen serviert zur Hervorzauberung von strahlenden Gesichtern.

Zutaten:

1000 Gramm Reis (Milchreis)
400 Gramm Hackfleisch, Lamm, Rind, gemischt…
2 Zwiebeln
3 Eier
Bund Blattpetersilie
etwas Dill (Ersatz Koriandergrün)
Salz
bissl Liebstöckl

für die Sauce:

4 Eier
3-4 Zitronen
etwas Kochwasser

Jouvarlakia — einfach zitronig lecker!


12 Antworten auf “Jouvarlakia”


  1. Gravatar Icon 1 Hedonistin 26. Oktober 2007 um 0:33 Uhr

    Zitroneneisauce ist großartig … seltsamerweise irgendwann aus meinem Alltagsrepertoire verschwunden. Wird sich dank dieser appetitanregenden Erinnerung baldigst ändern.

  2. Gravatar Icon 2 rike 26. Oktober 2007 um 9:14 Uhr

    Sieht das lecker aus! Ich könnte glatt schon wieder essen und habe doch erst gefrühstückt.

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 26. Oktober 2007 um 14:35 Uhr

    Besonders gut passt ein kräftiges Brot dazu — nur so für den Fall, dass euch der Heißhunger überkommt ;-)

  4. Gravatar Icon 4 lamiacucina 27. Oktober 2007 um 7:18 Uhr

    irgendwie fehlte mir der Holzspiess bis ich dann gemerkt habe, dass σουβλάκι keine giouvarlakia sind. Interessantes Rezept und wieder was gelernt.

  5. Gravatar Icon 5 Bolli 27. Oktober 2007 um 14:21 Uhr

    Lecker!

    Als ich das Photo sah, dachte ich an KÖnigsberger Klopse….Diese griechische Variante scheint mir aber auch nicht schlecht zu sein.

    Habe Artischocken gekauft, war allerdings spät auf dem marché und so hatten andre die Miniartischocken schon rausgesucht, dennoch blieben ein paar für Euch übrig….
    Falls ich Eure Mail finde, maile ich ansonsten verarbeite ich die mit Photo…dauert dann aber.

  6. Gravatar Icon 6 kulinariakatastrophalia 27. Oktober 2007 um 16:14 Uhr

    @Lamiacucina
    Selbstverständlich kann auch Juwalakia gespießt serviert werden! ;-)

    @Bolli
    Dann warten wir doch einfach — dann ist die Überraschung schöner! :-)

  7. Gravatar Icon 7 Barbara 27. Oktober 2007 um 16:34 Uhr

    Das ist der kürzestes Titel, den ich bisher bei Euch gelesen habe… ;-)

    Schönes Rezept!

  8. Gravatar Icon 8 Marco-it 13. September 2008 um 21:25 Uhr

    Vom diesen Reisbällchen würde ich keine essen, lieber nüchtern.. Fahren Sie nach Italien und lernen Sie richtig kochen.

  9. Gravatar Icon 9 kulinariakatastrophalia 15. September 2008 um 16:55 Uhr

    :p

  10. Gravatar Icon 10 Marianne 18. Mai 2011 um 14:03 Uhr

    Das ist saueklig!!!!

  11. Gravatar Icon 11 kulinariakatastrophalia 06. Juni 2011 um 18:49 Uhr

    @Marianne
    Ja, die Reiskörner machen sich nicht so gut im Bild :d

  1. 1 Versehen mit rot-feinem Schaum war der genüssliche Part der von einem grob gekörnten Maismantel umgebenen in Olivenöl gebratenen Pecorino-Polenta unverkennbar und so konnte ein Hauch von Knoblauch spürbar wahrgenommen und delikateste Rote-Bete Pingback am 15. September 2008 um 22:23 Uhr
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