Archiv für Oktober 2007

Die Beschäftigung mit der Ausgestaltung einer Cranberries enthaltenden Spezialität nimmt erste Züge an (währenddessen interessante wohlschmeckende Experimente mit Austern und Sekt)

feiste Meeresbewohner mit Beerensekt
Meeresbewohner kurz vorm knackigen Ende — dazu Sekt mit flüssigen Cranberries und Eis

Vielleicht kann uns ja jemand helfen und uns die nächste Einkaufsmöglichkeit für frische Cranberries mitteilen (einfach Kontaktformular benutzen); bisweilen haben wir getrocknete Beeren für den Blogevent Cranberries erworben (und schon zur Hälfte aufgefuttert) und Saft aus der vollen Beere, der kurzerhand zu Austern als erquickliches Beiwerk in leicht süßlich daherkommenden Sekt zur vollen perligen Geschmacksgröße seinen säuerlichen Charakter entsprechend gut einfügen konnte.
Vortreffliche Idee und dazu dann noch ein wenig Eis ins Glas für das kühle Ambiente. So mundet es überaus fein und war die geeignete Wahl für die salzig-frische Meereskost.
Mal schauen, was noch so anzustellen ist mit diesen roten Dingern — schließlich ist es nicht mehr lange hin zum Eventende (genau bis zum Ende dieses Monats) — ansonsten wäre das fast unser Beitrag ;-)

feiste Meeresbewohner mit Beerensekt in resteverwertlicher entsorgungszwischenaufenthaltsgegelegenheit
Meeresbewohner mit Beerensekt in resteverwertlicher Entsorgungszwischenaufenthaltsgegelegenheit

Jouvarlakia

reisbaellchen ganz und gar griechisch mit zitronen und ei
Jouvarlakia — zitronig-eiig-cremig — erfreut doch immer wieder…

Ein typisch griechisches Gericht, Giouvarlakia, kam gerade passend zu Erwärmung für vor Kälte in fröhliches Rot getauchte Gesichtspartien, die auch sogleich vor Entzücken ob der angebotenen Speisen ihre Farbe beibehielten. Die Fertigung setzt allerdings solides Grundwissen um die gehorteten Reislagerbestände voraus, um die perfekte Sorte verwenden zu können. Aber es hat alles sein gutes, sodass diesmal neue Reissorten zur Anwendung gelangen konnten.

Wir durften also japanischen Sonstwasreis (leicht klebrig) und einen Bioreis (etwas festere Struktur infolge) zur ausprobierlichen Fertigung heranziehen, um neue Geschmacksnuancen reisbaellchen in vorbereitung.jpgausfindig und bekömmlich zu gestalten. Kräuter, ungehackt, hervorgeholt und Arbeitsgänge verteilt.
Eigentlich sollte in das zu kreierende Mahl rezeptlich vorgesehen Blattpetersilie und Dill und Liebstöckel rein, aber eigentlich war nur die Petersilie aufgetrieben worden (der welke Dill liegengelassen, der merkwürdigerweise vom Verkaufspersonal seit bestimmt vier Tagen schon nicht entfernt worden war) und noch frische Korianderblätter als ausprobierlichen Ersatz.

Die Kräuterblätter wurden dann auch eifrig gehackt und die Zwiebelstücke grob verhackstückelt. Biorinderhack hervorgeholt und zur Herstellung von zwei Versionen aufgeteilt. Waren so ca. 400 Gramm und die verwendeten Reiskörner dürften sich so 900 Gramm angenähert haben. Das war aber zu wenig wie sich noch herausstellen sollte. Etwas Olivenöl und jeweils zwei Eier hinzu und gut verrührt und verknetet. Sodann erst große und dann nach übereinstimmender Betrachtung und Beratschlagung daraus noch mal kleinere Reis-Rundlinge gefertigt. Salz natürlich auch noch hinzu zur Würzung.

Vorgesehen hätte jetzt noch Liebstöckl und Salz zur geschmacklichen Aufwertung ins Kochwasser reingehört, war aber nun mal nicht da; Brühwürfel stattdessen genommen und noch etwas Salz und gewartet bis die geeignete blubbernde Kochtemperatur erreicht war, die fertigen Reiskugeln vorsichtig reingelegt und dann nach ein paar Minuten runtergeschaltet, um den 40-Minuten-Köchelei-Niedrig-Temperatur-Vorgang einzuläuten.
Dazu dann noch lose reingerührt etwas Reis und Hack. Das macht die Sauce dann schöner.

Zeit dem mitgebrachten Weißweine zu frönen und auf die zwischenzeitlich zu probierenden Reisknödel zu warten. Koriander doch zu stark bemerkbar, aber nicht so schlimm, Dill dann doch die bessere Wahl. Das Hackfleisch erwies sich als zu kompakt, der Reis als nicht weich genug werdend. reisbaellchen detailBeim nächsten Mal also dann doch mehr Reis bei diesen Sorten verwenden. Nach etwas längerer Kochzeit dann doch noch schön durchgezogen.

Das Wasser zieht sich dann auch schön in die Reiskügelchen rein und es wird Zeit die Spezialität zum köstlichen Höhepunkt zu bringen: Die Zitronen-Ei-Soße! Köstlich! Ist Bestandteil vieler Gerichte in Griechenland und passt wunderbar zu kulinarisch verwöhnten Gaumen wie unsrereinige ;-)

Die Zubereitung ist ganz einfach (und es gibt wohl unzählige Varianten). Eiweiß cremig schlagen,
mit etwas abgekühltem Kochwasser gerührtes Eigelb hinzu und dann ganz, ganz vorsichtig den Saft von zwei, drei Zitronen hinzugeben. Diese Zitroneneisauce wird dann nachdem der Kochtopfinhalt nicht mehr kocht (stockt sonst) rübergegossen und zusammen mit den Hackreisbällchen serviert zur Hervorzauberung von strahlenden Gesichtern.

Zutaten:

1000 Gramm Reis (Milchreis)
400 Gramm Hackfleisch, Lamm, Rind, gemischt…
2 Zwiebeln
3 Eier
Bund Blattpetersilie
etwas Dill (Ersatz Koriandergrün)
Salz
bissl Liebstöckl

für die Sauce:

4 Eier
3-4 Zitronen
etwas Kochwasser

Jouvarlakia — einfach zitronig lecker!

Erinnerungen an eine äußerst schmackhafte Verköstigungsspezialität, deren dafür zur Verfügung stehende Zutaten nicht im Optimum als vorhanden zu bezeichnen gewesen wären — dies hielt natürlich nicht davon ab, sich dann mit dem Vorhandenen für eine Wiederholung zu entschliessen und es war zwar mit ebendiesen nicht dasselbe, aber gut war es trotzdem (dunkle UFO-Perspektive) und Wahnsinnsbeteiligungen realer Art

Eigentlich sollte es ja diesmal Kaninchenrücken sei, der in die engere Auswahl gelangte und sicher sehr schmackhaft hätte überzeugen können, wenn da nicht der Blick auf die im Angebot befindliche Kaninchenleber gefallen wäre, die zweifelsohne zu den leckersten Lebersorten überhaupt gehört. Profitierend von dem Umstand, dass die meisten damit nichts anfangen können war also die Gelegenheit da, die Köstlichkeit mal wieder zuzubereiten. Auf klassische Art gebraten und mit Rotwein abgelöscht, mit frisch gemahlenem Pfeffer und ebenso frisch zerriebenen Rigani gewürzlich ergänzt war der erste Gedanke an eine Spezialität.

Aber dann war die Versuchung da, doch wieder dieses absolut leckere Gericht herbeizuzaubern, welches vor einiger Zeit schon für den Blogevent Chokolade eigens kreiert wurde und zu dem Besten gehört, was bei uns gekocht wurde in diesem Jahr.

Die wunderbare Fotodarstellung bei Tageslicht konnte dieses Mal natürlich nicht wiederholt werden – die fortgeschrittene Tagesendzeit war nicht zugeneigt und der Hunger für größere Fotoexperimente zu groß. Erstmal war aber die Frage geschickt zu lösen, ob der jahreszeitlich bedingte Wegfall des gar köstlich unauffällig und dennoch delikat in Erscheinung zu tretende Bärlauch überhaupt ersetzungsfähig wäre. Die Frage so grundsätzlich sie in ihrer Bedeutung auch ist, fand ihre Grenze im vorhandenen Kochbetätigungsbestand und stellte eigentlich nur Rote Bete-Blätter oder Frühlingszwiebeln zur Auswahl. Spontan für ersteres entschieden und schon mal mit einem scharfen Riesenmesser die zarte Leber in kleinere Stückchen geschnitten, während die Birne geschmacklich als geeignet eingestuft werden konnte.

kaninchenleber mit birne und schoki
Mal so ganz ohne anstrengende Lampenhinundherhaltung abfotografiert – gut lecker war es

Mittelmäßiger Wein war zwar nicht vorhanden, aber besserer ;-) und so wurde streng (nun ja fast) nach diesem wunderbaren Rezept vorgegangen.
Das Resultat war gut, aber noch lange nicht so, dass es an die fein abgestimmte Bärlauchvariante herangereicht hätte (Rote Bete auch zu bitter in diesem Zusammenspiel); auch erwies sich die Birnenauswahl im Bratvorgang als zu süß. Die Williamsbirne eignet sich da doch viel vorzüglicher.
Dennoch waren wir mal wieder zufriedenermaßen gut gesättigt. An Kaninchenleber kommt halt doch nichts ran :-)

Dann auch noch festgestellt, dass sagenhafte knappe 200 Foodblogs (die fehlende Anzahl traute sich nur nicht die angebrannten Resultate zu präsentieren) und solche, die es werden wollen den Kochtopf mit ihren Varianten zum Weltbrottag beehrt haben. Was für eine tolle Arbeit. Da zeigt sich mal wieder, welche Foodblogs wirklich angenommen und am besten was zur allgemeinen Lust an der Bloggerei und Foodfreude beizutragen haben (auch wenn es ja durchaus solche gibt, die kleinkariert andere Maßstäbe zu setzen wünschen).

Von Sonnenschein durchflutete kulinaria-katastrophalia-Küche offenbarte Schnickschnack, der neben dem Krimskrams aber optimal in Erscheinung zu treten pflegte und über die dicken Staubflusen decken wir einfach mal den Mantel des Schweigens (überblicksmäßig angefertigte Dokumentationszurschaustellung), außerdem eine Google-Anfrage mit Hinweis — mit EXTRA-BONUS: die kochbar!

safe owl mustard
Senfpulver beglückt so manches…

Da zur Zeit im Foodbloggewerbe eine die gepflegte Neugier betreffende Umfrage nach den zur köchlichen Vergnügungssucht zur Verfügung stehenden Devotionalien herumhuscht, war es jetzt ja auch mal hier an der Zeit, die zur anschaulichen Beantwortung zur Schau zu stellenden Einblicke zu fabrizieren; die letzten gab es neulich zu Weihnachten.

Die Scheu, die damit einherging war der Tatsache geschuldet, dass wir irgendwie den Überblick über eben diese Dinge verloren haben, was sich aber gar nicht negativ auszuwirken scheint während des Kochvorganges — da wird dann halt das genommen, was gerade beim Herumwühlen leicht zur Hand ist. Da müssen wir uns halt durch das Chaos durchschlängeln — dies ist übrigens auch der Grund, warum, wie genussmousse anmerkte, wir mäandernd-poetisch tätig werden (sehr schön formuliert ;-) ).

tee im karton
Auch nicht schlecht für die schnelle Tasse Tee — Bioteebeutel

Bisweilen ist das ja ziemlich viel, so viel, dass da wirklich mal Ordnung rein müsste — zumal ja schon länger die Anschaffung eines neuen Regals ansteht, dass als Aufbewahrung  irgendwelche gewuerzedie Übersicht einfacher gestalten soll; so zumindest die gute Vorsatzwahl. In der Realität entpuppt sich sowas ja immer als undurchführbar.

Gelegenheit also mal so zu schauen, was nach der letzten Mottenplage übriggeblieben tee und soist und Inventur zu betreiben. Gefragt wurde von Spielwiese (andere Stöckchenbeantwortung hoffentlich demnächst) nach Olivenölen, Essig, vielfach vorhandenen Werten kulinarischer Natur und dergleichen. nudelende

Alles da, Olivenöl in fünffacher Ausfertigung, diverse andere Öle wie Sesamöl, Sonnenblumenkernöl und pfeffriges Kräuteröl; Essig in verschiedenen Varianten — besonders hervorzuheben der grässliche Mangoessig, der im koerneransammlungstreffpunktWeltladen erworben werden konnte, ein übles Zeug, welches für unliebsamen Besuch aufbewahrt wird. Dabei hörte sich die Kombination Mango und Essig gut an. Für den vollendeten Genuss dann noch zwei hochwertige (und drei normale) Balsamico-Essige.

Tee, Tee in zahlreicher Ausführung, gekauft, selbstgepflückt, geschenkt und teilweise schon viel zu lange aufbewahrt; diese mexikanische Mischung sollte mal in Angriff genommen werden (wir wissen nur nicht um die genaue Wirkungsweise).

baking powder
Farbgestaltung und Formgebung — Baking Powder

Außerdem im reichhaltig vorhandenen Sortiment: Backpulver aus unterschiedlicher Quelle, wird zwar so gut wie nie benutzt, macht sich aber schick im Regal baking powder habanaund das Auge wohnt schließlich mit ;-) Knapp dahinter die Brühwürfelsammlung und dann mit einigem Abstand das Senfpulverangebot und natürlich der schwedische und anderweitige Senfvorrat nicht zu vergessen.

Reis gibt es frisch gekauft in sechs verschiedenen Risottoreisvarianten, schon lange vorrätig als Wild- und Vollkornreis in braun und schwarz und rund und lang und…
Mehl in Vollkorn-, Mais-, Feinstaub-, und Normalverpackung. An Zucker gibt es nur verzuckerten Honig, selbst gemachten Vanillezucker, Rohrzucker in weiß und braun und irgendwo ist auch noch Kandis.

Zu ganz großer Höhe angewachsen ist auf jeden Fall der Getrocknete-Tomaten-Vorrat, der nun aus unterschiedlicher Herkunft zwischenzeitlicher regalaufenthaltstammend einigen Platz beansprucht. Daraus hatten wir auch was für unser zu verschickendes Paket gefertigt. Eine erste Geschmacksprobe erbrachte jedoch die Erkenntnis, dass die verwendete Sorte ruhig etwas tomatiger sein könnte oder vielleicht doch noch etwas mehr im köstlichen Öl durchziehen muss.

Ach ja. Nudeln — vornehmlich als Linguini stehen normalerweise in Kartonstapeln rum und beanspruchen Platz. Ausgelagert in den Flur sind teilweise Körnerpackungen, die noch Entdeckerinnengeist zu wecken vermögen.

olivenoelvorratshaltung und so
Bio-Öl, im Hintergrund Pfeffer-, Senf, Tomaten-, Couscous-Vorräte

Und Kaffeebohnen, viele Kaffeebohnen, sehr viele Kaffeebohnen, und Instantkaffee und normaler Gepa-Kaffee und Riesen- sowie Verzierpackungen griechischen Kaffees.

unsortierte gewuerzliche kochunterstuetzung

Ebenso trifft diese Feststellung des vielfältig Vorhandenen den immer wieder auftretenden Staub (böse!), der aus unerfindlichen Gründen immer bei uns sein fröhliches Stelldichein gibt. Gelegenheit übrigens um geschickt auf die google-Anfrage der Woche einzugehen, die dem Schlichten gewidmet ist: „Sind Hühner dumm?“ Die Antwort findet sich bekanntlich im dritten Band von Donjon ;-)

rigani und thymian
Original griechischer Rigani am Stab erfreut so manche kulinarische Spezialität

Aber die kreuz und quer in der Küche herumfliegenden gewürzlichen Gaben haben auch ihr Gutes, schließlich erfeuen die aromatischsten Aromagenüsse mit ihrem Duft und wenn der Rigani erst frisch zermahlenen über die zu verspeisenden Köstlichkeiten gestreut wird, gibt es kein Halten mehr.
Erwähnenswert auch noch die sich in unserer Küche befindliche leicht zugängliche und ständig nachfüllbedürftige kochbar, die immer zu entzücken weiß — was sonst :D

die kochbar
die kochbar

Jetzt fehlen uns natürlich nur noch ein paar unwesentliche Dinge. Das schöne Blog stellt ja immer was vor. Dort kann dann per Videobotschaft auch dieses coole Hüpfteil gefunden werden.

Beim Blogevent Walnuss konnte sich lamiacucina mit süßer Tuorta da nusch engiadinaisa durchsetzen. Glückwunsche für die Kreation von uns dazu. Das neue Thema steht dann auch schon fest – Bistroküche! Das wird ein harter Kampf werden. Gut nur, dass die Meisterin der französischen Häppchenküche mit der Organisation dieses Blogevents so viel zu tun hat, dass sie nichts Eigenes beizusteuern in der Lage sein wird ;-)

Eisgekühlter steinharter Pecorino in heißen Honigblubbern samt Pfefferkörnern

pecorino in honig in der pfanne

Im Bestand unserer zahlreichen Käsereste befand sich auch noch ein Stück delikater Pecorino, der allerdings nah an der bis vor kurzem bestehenden Eisverkrustung lagerte und zudem noch steinharte Strukturen aufzuweisen wusste, denen aber gekonnt zu einer Verweichung mittels sachte vorgenommenen Bratvorganges in zuvor erwärmten Honig verholfen werden konnte. Animiert wurden wir vom Kochblogger und huettenhilfe, die sich dies hier und dort bisweilen schon mal hatten gut schmecken lassen.
Zwar war bei uns die Formwahrung gesichert durch das fortgeschrittene Stadium — allerdings war er dann doch etwas zu fest, so dass beim nächsten Mal auf ein jüngeres Exemplar zurückgegriffen werden wird; das dürfte nämlich noch leckerer schmecken.

pecorino in honig servierfertig

Inzwischen sind auch schon beim DFSSGF weitere Pakete eingetroffen, die der Begutachtung harren. Und für ganz Neugierige gibt es noch innerhalb dieses Wochenendabschnittes Bestandteile unseres Küchensortimentes zu begutachten. Allerdings ganz unsortiert, also quasi stilechte Momentaufnahmen ;-)

Und was dort rauskommt – da sind wir doch mal gespannt…

Nach tagelanger Werkelei war dieses Unterfangen, die interessante Walnuss in einer kulinarischen Kreation unterzubringen, ungebrochen — und so wurde des Abends, die Lichtverhältnisse tapfer ignorierend, mal wieder versucht einige der ins Auge gefassten Zubereitungsdevotionalien doch damit in Verbindung zu bringen, was jetzt zu stundenlanger Beschäftigung mit der Thematik führte und Seifenblasen gleich die schönsten Illusionen zerplatzen ließ, was aber immer noch nicht zum Aufgeben, sondern zum jetzt-erst-recht-hah! führte und nachdem Äußerungen laut wurden, dass jetzt wieder auf klassische Zubereitungsregeln zurückgegriffen werden sollte und dann ein Kompromiss ganz famoser Art gefunden werden konnte – wurde es fertig (Hurra!) und nun können wir gerollte Hühnerbrust gefüllt mit anschmiegsamen Gorgonzola-Käse-Streifen umwickelt von zart kleingehackten Walnuss-Sprenkeln, welche sich gar wunderbar geschmacklich an die Umgebung einzufügen wussten, sanft gegart in Vinho Verde zu überaus passenden Tomatenhackstückeln mit zwiebeliger Beizutat und erlesenen 14 Thymianblättchen präsentieren – das war gut! Noch besser allerdings wurde es, als auch die restlich zur Verfügung stehenden Walnüsse in gerieselter Form noch zur Tomatenleckerei herübergestreut wurden — jetzt war es perfekt

huhn gefüllt mitwalnuss und gorgonzola2
Zart und anschmiegsam gaben die Walnüsse ihren Geschmack in das perfekt gegarte Objekt ab, welches es sich aber auch mit Gorgonzola innendrin so richtig gut gehen lassen wollte

Walnuss — das neue Thema für den Blogevent im Kochtopfblog. Mit Walnuss wird ja bei uns immer der geschmorte Fenchel gemacht, der dann noch in Agavendicksaft karamellisiert wird. Sehr lecker aber diesmal sollte es doch was anderes sein. Was Neues ohne Süßkrams, was Spass macht mit Spannung und Ahaerlebnissen.

Also erst mal Findungsrunde. Gorgonzola war in ausreichender Menge gelagert und Huhn kam in die nähere Wahl als die eigentlich favorisierte Kartoffelkreation mangels ausreichender Vorratshaltung nicht ganz so ergiebig war. Super — also dann noch die Walnüsse, die hatten wir natürlich gleich geordert nach Bekanntgabe. Glücklich übrigens die, die einen Walnussbaum in ihrem Garten haben (die können grüne Walnüsse pflücken und sie gespickt mit Gewürzen in Honig einlegen, hmmmm).

Nun waren die Zutaten ja alle schön beisammen und es wurde zahlreich herumprobiert und Ideen wie Gorgonzolasoße wurden verworfen, weil irgendwie auch nicht so originell; aber wie wäre es mit einem Walnussmantel darin natürlich Huhn und Gorgonzola. Dann also angefangen und unzählige Versuche mit teilweise katastrophaler Wirkung für die klimatischen Verhältnisse in unserer kulinaria-katastrophalia-küche ausgeführt. Dunkle Dampfschwaden von den den perfekten Zeitpunkt verpassendn Walnüssen durchdrangen die Fensterschlitze und niemand hat die Feuerwehr gerufen (was tun die Leute, wenn es wirklich brennt?).

ausschnitt huhn mit walnuss und gorgonzola
Verzierung muss sein – überaus passend war frischer Rosmarin (auch anknabbernderweise ganz prima!)

Die Walnuss also, ein heikles Thema. Sie brennt schnell an. Walnusspanaden in unterschiedlicher Mahlstärke mit unterschiedlicher Unterstützung von Ei und Mehl und, und, und… verhalfen da keineswegs zu anderen Erkenntnissen; selbst als unser Allheilmittel, der Agavendicksaft hinzukam, wurde es nicht unbedingt besser.
Zwar war die Variante Walnusssplitter und Agavendicksaft zum Schluss des Bratvorganges der Hühnerbrust hinzuzufügen gut, aber geschmacklich harmonierte es dann mit dem Gorgonzola nicht mehr so sehr (selbst als als Ausgleich Chili in Betracht gezogen wurde, was jetzt übrigens gar keine so schlechte Idee war, dem muss demnächst mal ausführlicher nachgegangen werden).

Dann setzten schon die ersten Erschöpfungstendenzen ein (schließlich hatten wir zuvor schon erste umfangreiche Aufräumaktionen unserer Wohneinheit gestartet und nun schwanden die Kräfte, es sollte, nein es musste was passendes schnell gefunden werden. Vielleicht das gefüllte Hühnerfilet in Weinsauce? Oder auf einem Saucenspiegel serviert. Das müsste doch auch was optisch hermachen. Also auch da noch herumprobiert und drei verschiedene (u.a. mit Balsamico und Metaxa) kreiert und verworfen.

ausschnitt dreiklang
Zum Dreiklang gehörten noch feine kleine Kartöffelchen im Halb-Längs-Schnitt

Also letztendlich doch auf was für uns ganz klassisches zurückgegriffen — kleingeschnittene Zwiebelstücken in Olivenöl angedünstet, grob gehackte wunderbar schmeckende Biotomaten hinzugegeben und 5 Minuten geschmort. Dann noch etliche kleine getrocknete Thymianblättchen (so ca. 14 Stück an der Zahl), Salz und etwas schwarzen gemahlenen Pfeffer. Perfekt, köstlich, gut. Was für ein Duft, was für eine gelungene Grundlage, hmmmm.

Dann in einem Anfall von gelungener Ideenhaftigkeit Gorgonzola umfassend in Walnusssplitter getaucht und als Füllung in die Hühnerbrüstchen hinein, mittels Zahnstochern verschlossen und in Olivenöl angebraten. Und während die schöne Farbgebung schon das beste erhoffen ließ, kam auch noch Vinho Verdo hinzu, der ob des unaufdringlichen Geschmackes in die engere Wahl kam, schließlich sollte keine Zutat die andere überdecken. Deckel drauf und geschmort, zwischendurch Weinkippvorgang wiederholt und dann mit einem Hauch von Walnuss versehener Saucenverzierung aufgetischt.

huhn gefüllt mitwalnuss und gorgonzola3
Der Gorgonzola zeigte genüsslich fördernde Tendenzen (links im Bild auf Tomate ein, zwei Thymianblättchen

Auf den Punkt saftig gegartes Fleisch war das köchliche Reultat der Anstrengungen, die am Schluss so lockerleicht von der Hand ging, dass wir uns fragten warum wir denn darauf nicht früher gekommen waren. Der Käse fügte sich angenehm ein und war als mittelscharfe Zutat genau richtig einkalkuliert in der geschmacklichen Wirkung. Die Walnusssplitter waren noch leicht knackig und hatten ihren Geschmack lecker an die Umgebeung abgegeben (schmeckten tatsächlich nicht mehr nach Walnuss), so dass die Hühnerbrust vorzüglich durchgezogen schmeckte. Sehr delikat!

Die dazu gereichte Tomatenköstlichkeit wurde durch Hinzufügung der Reste von kleingehackten Wanüssen wunderbar aufgewertet — was für eine tolle Fügung des Schicksals, dass diese Resteverwertung noch so geschmackliche Höhepunkte zu fabrizieren wusste.

Zutaten:

Natürlich kleingehackte Walnüsse, derer viele
Hühnerbrust
Gorgonzola, mittelkräftig
Olivenöl
Tomaten
Zwiebel
Thymian, Pfeffer, Salz
Vinho Verde

Auf die Schnelle:

Hühnerbrust einschneiden, Gorgonzola mit Walnusssplittern rundherumdrumherum versehen, rein damit, verschließen und in Olivenöl anbraten mit Wein ablöschen und schmoren, salzen, pfeffern. Währenddessen Zwiebel, kleingehackt sanft in Olivenöl dünsten, ebenso kleingehackte Tomaten mit rein, Salzen, pfeffern thymianisieren, Köstlich! ausrufen und zusammen mit hinübergestreuter fein gehackter Walnuss servieren.

blog event walnuss quer

Also, harmonisch abgestimmte Zutaten, klassische Zubereitung und Resteverwertung par excellence; außerdem dunkle Lichtverhältnisse, Fotos, die die Köstlichkeit nur annähernd wiedergeben (vielleicht sollten wir uns da mal auf professionellere Pfade begeben?) und glückliche WG-Belegschaft — unser schlichter Beitrag zum Blog-Event Walnuss.

Gar leckere Shrimps in dreierlei Variante (davon im Bilde mit Mehlstaub verziert) und nachtischliche Angelegenheiten (Vorabversion)

Die Shrimps, die zu sommerlichen Temperaturen so vortrefflich zu munden wussten, müssten doch auch als Pfannengericht unser aller Herz zum Erblühen bringen können. Der durchaus als reichhaltig zu bezeichende Riesenbeutel Shrimps war kurzerhand im tiefgefrorenen Zustand geordert und schon setzte die vielfältige Variationszubereitungsfreude mal wieder ein.

gemehlteshrimps
eifrig gemehlt war allerdings auch die feurigrote Farbe gebannt

Vielleicht vorab schon mal ein bissl mehr scharfes Paprikapulver für mehr Würze? Gute Idee — schlechte Ausführung; der pikante Geschmack wurde davon nämlich zu sehr als nicht mehr richtig wahrnehmbar erkannt.
Auch war die Pfannenzubereitung auch etwas austrocknender Natur und so wurden dünne Mehlstaubschichten um die marinierten Shrimps herumgewirbelt. Das Resultat war wie erhofft, die Gefahr gebannt. Der Geschmack tendierte zur Ausgewogenheit und saftiger war es auch noch. Also noch zahlreiche weitere Bratvorgänge mit dieser Grundlage vorgenommen (auch teilweise ohne Öl) und sich aber so richtig zugeschlemmt.

shrimpsendabfertigung
satt und zufrieden

Da hilft bekanntlich nur eines, um dieses riesige Völlegefühl schnell und dem kulinarischen Anspruch gerecht werdend der Beseitigung anheimzustellen — karamellisierte Limonen mit Agavendicksaft. Vortreffliche Wahl mal so ganz nebenbei bemerkt ;-)

karamelisierte limonen in aufbereitung
karamellisierte Limone als abschlüssliches Leckerli

Dann war noch aufgefallen, dass da immer noch ein neues Stöckchen von Barbaras Spielwiese der Beantwortung harrt, was tiefere Neugier zu befriedigen weiß. Das ruft uns allerdings unser Gewürzproblem wieder ins Gedächnis, welches dringend und oftmals vorgenommen eigentlich jetzt mal so alsbald der Erledigung harrt. Unsere Gewürze sind vielfältig in unserer gesamten Küche verteilt und stapeln sich gar allüberall; das müsste ja mal wirklich in Ordnung gebracht werden und der Abwasch erst, der sich bis unter die Decke hoch empor windet und…

Furchtbar neugierige Hausgesellen, das bewahrte Paket, eierförmige Gebilde, der vorübergehende Aufenthalt und die Präsentation des DFSSGF-Paketes mittels Zurschaustellung von allerlei Leckereien, die natürlich schon samt und sonders einer ersten Verköstigung unterzogen worden sind (es lebe der Cassis-Likör!)

cassis anis pillen

Aufregend — zum ersten Mal dabei im Päckchenverschickungsring. DFssGF heißt das und wird von Schnuppensuppe dirigiert. Tarnadresse organisiert und schwubbs war es auch schon da (unseres an einen anderen Foodblog ist wohl noch unterwegs).

gluehweingewuerz

Während schon in der Päckchenempfangsstation der Auspackvorgang gestartet wurde, kamen auch die neugierigen kleinen Hausgesellen hinzu und steckten schon mal mauzend ihre Köpfe in das Paket, welches wir von Chili und Ciabatta aus dem fernen Geiersthal zugesandt bekamen. paketinhalt
Darin lauter Leckereien, die natürlich hurtig einer ersten Verköstigung unterzogen worden sind. Erst mal natürlich auspacken und kurz versucht die Katzen als Fotomodelle zu gewinnen — die guckten aber zum Zeitpunkt des Fotos immer woanders hin und blieben dummerweise auch gar nicht dekorativ still sitzen. Dann halt nicht.

Ein köstlicher Cassis-Likör (sehr harmonisch nippfreudig abgestimmt) aus der diesjährigen Hausfertigung (aus eigener Destillerie stammend?) senf und teewurde als erstes herausgezaubert, ein bald passendes Glühweingewürz in kleiner bunter Dose (den Geruch mochten playgrounds Katzen merkwürdigerweise gar nicht womit das Neugierproblem gekonnt gelöst wurde), das dann bald für den eigenen Glühwein genutzt wird
und
-- Hurra!
lange Trockenbohnen (fein) in der Schweiz erworben (die hatten wir schon mal beim leider nicht mehr foodbloggenden Kochbuch bewundert). doerrbohnen

Ein Honigsenf mit Balsamico für uns Senfliebende, Schlehenfeuer-Tee mit ganzen Beeren und selbst gefertigtes Feigen-Chutney mit Balsamico waren als nächstes an der Reihe. Das Chutney ist wirklich sehr lecker und wird die nächsten Tage mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht überstehen. Werden wir uns also unbedingt auch dran versuchen müssen. Gleich mal schauen wo das Rezept verbloggt ist.

Alles war mit Noppenfolie und einem interessanten Luftpolster sicher verpackt und inzwischen fragen wir uns, ob unser Päckchen auch heil ankommt, weil wir die Lücken als ungeübte Foodpaketpackpersonen airnatürlich nicht so gut gesichert haben.

Außerdem waren da noch neben der Paketauspackanleitung ein Pilzlesezeichen, das uns an erfolglose Pilzsammelaktionen erinnert (stundenlanges Suchen und nur ein paar Butterpilze — die Welt ist ungerecht) und von der Versenderin noch nicht geteste Cassis-Anis-Pillen in optisch sehr anmutend anzuschauender Ovalförmigkeit aus biologischer Fertigung in entsprechend abgestimmten Döschen, welches der Hauptgrund für den Kauf gewesen war — die schmecken gar nicht, wir bieten uns gerne als Entsorgungsstation an (falls weitere Vorräte bestehen sollten) ;-)

feigenchutney und cassislikoer

Vielen Dank für das Päckchen an Chili und Ciabatta und an Rosa für die Organisation! Diejenigen, die nicht mitgemacht haben, sehen ja nun was sie verpassen :-) Aber das nächste DFSSGF steht bestimmt bald wieder an und dann…
DFSSGF
Eine Übersicht über die anderen Blogs, die es sich ebenso gut gehen lassen findet sich dann HIER (wird schnellstens aktualisiert).

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Χαλλούμι – ein Gedicht!

Es gibt diese einfachen Dinge, die jedes 10-Gang-Menü locker in den Schatten stellen. Halloumi aus Zypern ist deshalb die geeignete Wahl, um sich mal wieder richtig genüsslich zurück zu lehnen und es sich so richtig gut gehen zu lassen.
Der Käse wurde liebenswerterweise frisch aus Zypern eingeflogen und per persönlicher Kurierin zu unser aller Zufriedenheit angeliefert Der kurze neidische Blick auf eine leichte Verfärbung der oberen Hautpartien machte die Zubereitung nur noch authentischer. Halloumi muss ganz, ganz schnell einem Bratvorgang unterzogen werden (des Spritzens Untaten aus dem Weg gehen), noch viel schneller dann essenessenessen und nur kein Foto machen.

Diese zarte Versuchung mit den salzigen Anleihen an von Wellen umtosende Eilande mit Wildbewuchs als Nahrung für meckrige Ziegen und stupsige Schafe will frisch verzehrt werden; sonst wird es hart und dann schmeckt es nicht mehr so, das will niemand und deshalb nur ein Pfannenfoto :-)

halloumi
Χαλλούμι aus Zypern — sooooooo leckaaaa

Und heute ist dann auch unser Paket vom Fresspaketeverschickdienst angekommen — liegt leider noch bei playground, der sich bereitwillig als Empfänger zur Verfügung gestellt hat, das holen wir rasch ab und dann *schleck* *freu* *fotografier* — bis dahin Finger weg! ;-)