Pfeffriger Bullenauflauf (Anleitung, Fabrikation und Verköstigung)

Heute war Demo gegen Überwachungswahn — Bericht auf heise. Zehntausende und damit weit mehr als erwartet demonstrierten heute in Berlin gegen die staatliche Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten, heimlichen Online-Durchsuchungen u.a. mittels gefälschter Behörden-emails (Bundestrojaner) und andere Maßnahmen, die den Sicherheitsbehören Daten für eine Überwachung der Bevölkerung geben sollen.
Schon zu Anfang fanden dem Thema entsprechend Durchsuchungen der TeilnehmerInnen durch die Polizei statt, schließlich muss auch der inzwischen zum polizeilichen Standard gewordene Eingriff in die Demonstrationsfreiheit gerade auch hier ausgiebig zelebriert werden.
Trotz der Schikanen zieht die Demo dann überwacht durch dutzende Polizeikameras, die alle DemoteilnehmerInnen abfilmen, durch die Stadt. Merkwürdigerweise mit dabei führende Vertreter der Grünen, Linkspartei und Teile des FDP-Landesverbandes die sich mal eben als Bürgerrechtsparteien zu präsentieren wünschen. Dumm eigentlich nur, dass sich gerade diese Parteien bei der Überwachung kompetent für vielfache Einschränkungen in ebendiese Rechte eingebracht haben. Erinnert sei nur an Verschärfungen wie die Videoüberwachung im Berliner Polizeigesetz.

Danke
Danke für das Pfefferspray — da wird der Bullenauflauf besonders schön! Dank auch dem SPD-Linkspartei-Senat für die kompetente Beschneidung der Demonstrationsfreiheit.

Und dann konnte mal wieder ein passendes Beispiel für die Wahrung der Demonstrationsfreiheit der vom Berliner Senat gezielt geschickten bekannten Prügelhorden gemacht werden. Kaum war die Demo außerhalb der von TouristInnen besuchten Innenstadtlage — schon gingen sie massiv ohne jeden Grund in die Demo rein, knapp vor uns wurde massiv mit Pfefferspray den Leuten ins Gesicht gesprüht, mehrere wurden festgenommen. Offensichtlich nur der Auftakt: vor der Humboldt-Universität kam es dann zu weiteren Übergriffen. Die Taktik der Polizei ist dabei immer die Gleiche: Erst kurz rein und die Stimmung aufheizen, um dann die DemonstrantInnen, die sich das verständlicherweise nicht gefallen lassen wollen, zu verhaften. Teile der Demonstration erklärten dann, dass sie unter diesen Umständen nicht weiterdemonstrieren könnten. Das Linkspartei-Führungspersonal war auch ganz schnell verschwunden — schließlich liefern sich gerade der Berliner Vorsitzende Lederer und der Fraktions-Vorsitzende der Grünen Ratzmann einen Wettbewerb, wer mehr Polizeikontrollen fordert. Da wäre Präsenz fehl am Platze. Medienwirksam Transparente für die Medien in die Luft halten ist da doch viel angenehmer.
Alles nur ein Vorgeschmack auf kommende Verschärfungen.


4 Antworten auf “Pfeffriger Bullenauflauf (Anleitung, Fabrikation und Verköstigung)”


  1. Gravatar Icon 1 reibeisen 24. September 2007 um 20:53 Uhr

    klingt nicht sehr appetitlich.

  2. Gravatar Icon 2 kulinariakatastrophalia 24. September 2007 um 22:41 Uhr

    War es leider auch nicht. Das Zeug brennt ganz schön in den Augen und lag dann in der Luft, so dass es auch ziemlich viele abbekommen haben.

  1. 1 Kommentare aus der AMAZONAS-Box Trackback am 23. September 2007 um 21:07 Uhr
  2. 2 Hochstapelei enttarnt! Vom Kleckern und Klotzen und ersten Gutscheinen und Herdentrieb im Onlinegeschäft | kulinaria katastrophalia Pingback am 18. November 2007 um 12:28 Uhr
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