Kaum zurückgekommen wurde eifrig eingekauft und so kamen Pfifferlinge in die Pfanne, die genau genommen noch mit etwas knirschiger Substanz angereichert waren, was im Eifer des Gefechtes uns zu übersehen gelang; dazu dann kleingeschnibbelte Zucchini und rote Zwiebel und kleine Putenstücke und was da so glänzt ist Olivenöl.
Als gewürzliche Beigaben eigneten sich Minze, Salz, schwarzer Pfeffer und ein wenig Thymian und dazu gab es dann noch Salzkartoffeln und ein fix zubereiteter kleiner Salat, der mit milden Zwiebeln hier unscharf im Kleinformat zur Abbildung zu gelangen weiß. Das muss zum allgemeinen Eingewöhnungsprozess in kulinarische Tätigkeitsverabsolvierungen dann auch erst mal reichen. Die WG-Belegschaft ist sowieso schon wieder reduziert, um Sonne zu tanken, was dazu geeignet ist endlich all die aufgesparten Köstlichkeiten der Zubereitung angedeihen zu lassen
Schönschön!

Schwuppdiwupp
Unschön war hingegen der neuste Angriff auf die Pressefreiheit. Die Vertreter der Regierungsparteien haben zu einem neuen Schlag gegen die Zeitungen ausgeholt, die einige Skandale aufgedeckt haben. Nun soll gegen 17 JournalistInnen wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat ermittelt werden, weil sie u.a. für die Öffentlichkeit publik machten, wie unter Mitwissen der Regierung Menschen verschleppt, gefangengehalten und gefoltert worden sind. Während entscheidende Akten auf wundersame Art und Weise den Gang des Vergessens angetreten sind, konnte so immerhin noch ein kleines Stück Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Die Protesterklärung der betroffenen Medien wie Spiegel, FR, Welt, findet sich hier.
Gar nicht mehr so lange hin ist es, bis die Überwachung der Telekommunikation ein neues Ausmaß gefunden hat: Alle Daten, sei es über Telefon, Internet oder Handy werden dann sechs Monate gespeichert damit der Staat auch (gesetzlich abgesichert) weiß welche Person mit wem telefoniert und geredet hat; im Internet nach subversiven Wörtern gesucht? – gefährlich!

mild und unscharf: Salat
Wie schnell normaler Protest gegen den G8-Gipfel als terroristisch verunglimpft wird, konnte letztens ja schon bei den Durchsuchungen und Bespitzelungen durch die Polizei gesehen werden. Nun wissen wir Dank der Bundesanwaltschaft, dass wir zukünftig beim Betreten wissenschaftlicher Bibliotheken vorsichtig zu sein haben — da stehen viele gefährliche Werke drin und noch viel gefährlichere vielleicht selten gebrauchte Wörter. Wenn wir die nun verwenden würden (was wir ja so gut wie nie zu tun beabsichtigen würden), tja….
… dann stehen wir schon auf der Abschussliste: So geschehen diese Woche mit einem Dozenten der Humboldt-Universität. Der Stadtplaner, der seine diese Woche geplanten Vorträge nun nicht mehr halten kann, hatte es nämlich gewagt seine Erkenntnisse zu publizieren und tatsächlich wissenschaftliche Wörter benutzt. Und dann soll er ein oder zweimal mit einem der Anschlagsbegehung Verdächtigen zusammengetroffen sein (Gesprächsinhalt unbekannt). Und genau ein paar dieser vom kritischen Wissenschaftler gebrauchten Wörter befinden sich nun auch in einem Schreiben einer Gruppe, die Fahrzeuge angezündet hat. Und da das so komische wissenschaftliche Wörter sind braucht man bloß eins und eins zusammenzuzählen und schon haben wir einen „Terroristen“ gegen den nach § 129a StGB ermittelt wird und gegen den tatsächlich ein Haftbefehl erlassen worden ist. Da keine Beweise für die Beschuldigungen existieren, ist man formulierungstechnisch auf der Höhe der Zeit wie die taz berichtet:
„Als promovierter Politologe“, heißt es über einen weiteren Beschuldigten, sei dieser „intellektuell in der Lage, die anspruchsvollen Texte der ‚militanten gruppe mg‘ zu verfassen“. Zudem stünden „ihm als Mitarbeiter eines Forschungszentrums Bibliotheken zur Verfügung, die er unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der militanten gruppe erforderlichen Recherchen durchzuführen“
Wir bekennen uns auf jeden Fall schon jetzt schuldig Bibliotheken aufgesucht und seltene Wörter entdeckt und noch viel schlimmer sie auch verwendet zu haben!
Wo es bei den Pfifferlingen geknirscht hat, ist unter dem Trommelfeuer verdächtiger Worte ein nicht verratenes Geheimnis geblieben, das auch bei Aufzeichnung, Speicherung und Langzeitarchivierung jeglicher Verbindungsdaten den bedauernswerten Zivilisationsschutzorganen (ZVO) wie auch der geneigten Leserschaft mit Vorliebe für exorbitante Bandwurmsätze – wir denken hier sofort an Synergieeffekte von Gesundheitsprävention und – ach, lassen wir das; Gläserne Nudeln als Beilage empfehlen sich allenthalben, wo es um Durchblick und seelische Gesundheit, die allen mit der Einhaltung der Rezepte Betrauten dringend zu wünschen ist, da doch der Einblick in die privaten Sphären den Einblickenden nur jeweils den Spiegel vorhalten kann für eigene Sentiments, Ressentiments und eigentlich ungeahntes, während der eigentliche Geisteszustand der Burger alltäglich via Suchbegriff bei Google gebeichtet wird: Knirschende Pfifferlinge und Zucchini.
Der theoretische Überbau solcher Rezepte allerdings ist reine Gefühlssache, wissenschaftlich nicht verifizierbar und suspekt, verdachtsmildernd: Dass die Pfifferlinge nicht flambiert wurden.
Andererseits ist Blog-Ranking-mäßig die Frage zu stellen, ob das planmäßige, gewollte Anlocken von Subersions-Kontrollören zwecks Verbesserung des Rankings und der WErbeeinnahemn – gut, ich hör ja schon auf. Komische Zeiten. Morgen wird ALDI verhaftet: Die verkaufen Quark, also „theoretischen Überbau“.
schön, dass Ihr wieder da seid. dürfen wir Euer bekenntnis, bereits bibliotheken benutzt zu haben, als schleichende subjektivierung begreifen? und heißt das, dass wir unverbesserliche bibliotheksjunkies künftig statt zu den anonymen alkbirnen, nun zu den anonymen bibliotheksnutzerInnen pilgern müssen? was kommt wohl als nextes?
Hah — nicht gleich so konkret werden; nachher taucht das auch noch in einer inkriminierten Schrift auf, die zu lesen müssen der Überforderung der geistigen Anspruchsnormen von BKA-Beamten dient