Die Gelegenheit war günstig Fisch zu kredenzen, der mit Bemerkungen garniert wurde, das dieser besonders fischig schmecken würde, was als Lob und zukünftige Verzehroption zu werten war und bekräftigenderweise wurde nach Namen und Herkunft gefragt, was mittels Hervorkramens der Fischtüte auch bravourös mit Merluza und Atlantik beantwortet werden konnte — dazu Wegerich, in Öl ertränkte Kartoffelscheiben und Löwenzahnsalat (außerdem im Bild: Wein und ein Bier)

Am Anfang war der Wunsch nach Pellkartoffeln mit Quark und frischen Kräutern, der schnell ad acta gelegt wurde, als der schon angetaute Fisch in blauer Tüte die Gewissheit brachte, das nun zweckmäßigerweise dies die angesagte kulinarische Beschäftigung seien würde zur Abendgestaltung, welche dann auch flugs mit herbeibeorderten Kartoffelschälkräften eingeleitet wurde, was sich nebenbei bemerkt als lustig erwies, da die anschließend verkonsumierten, den Temperaturschwankungen durchaus angepassten, Gin-Tonic leichte Ausfallerscheinungen bei diesen sicht- und hörbar werden ließ.

Nachdem zuvor geklärt war, dass kein Bratolivenöl mehr vorrätig zu sein schien, war noch eine Flasche Sonnenblumenkernöl als verwertbare Alternative entdeckt, die mit ein paar Spritzern wertvollen aus kontrolliert biologischen Anbau stammenden Olivenöl verfeinert werden konnte, um den Anschein gut Fisch und dergleichen gut zuzubereitender Fähigkeiten nicht in Ansehen und Ehre abhold zu sein, was durch ausführliche Auswahlgespräche über die richtigen zu gebrauchenden Pfannen auch ordentlich der Unterstreichung bedurfte.

merluza aufm tisch
Merluza-Filet in Mehlgewand zu Öl mit Kartoffel und Gemüse und Salat

Der Merluza war dann auch blitzschnell durchgebraten und hatte sich verfestigt, was den Kartoffeln als Eigenschaft leider zu diesem Zeitpunkt auch noch eigen war. Die Meluza-Fischfilets erwiesen sich als geeignet zur kurzfristigen Aufbewahrung und so standen sie alsbald fischig schmeckend neben den frisch gedünsteten Restbeständen von Wegerich, die noch aufzutreiben waren und Löwenzahnsalat. Dazu dann der Frevel eines Billigbieres und der Genuss von Restbeständen eines aus den Tiefen des dringend der Erneuerung bedürftigen Kühlschrankes entnommenen Weinflascheninhaltes.


2 Antworten auf “Die Gelegenheit war günstig Fisch zu kredenzen, der mit Bemerkungen garniert wurde, das dieser besonders fischig schmecken würde, was als Lob und zukünftige Verzehroption zu werten war und bekräftigenderweise wurde nach Namen und Herkunft gefragt, was mittels Hervorkramens der Fischtüte auch bravourös mit Merluza und Atlantik beantwortet werden konnte — dazu Wegerich, in Öl ertränkte Kartoffelscheiben und Löwenzahnsalat (außerdem im Bild: Wein und ein Bier)”


  1. Gravatar Icon 1 Bolli 25. Mai 2007 um 21:09 Uhr

    Fish and Chips auf Berliner Art….Ist aber gut gelungen, trotz Gin Tonic in Mengen…..Bei mir hat mich der Saint Véran ( echt leckrer Weisswein, probieren!!) vom Fischbraten so abgelenkt, dass es nicht so gut aus sah wie bei Euch….

  2. Gravatar Icon 2 der italienische Schmarozer 26. Mai 2007 um 18:29 Uhr

    Durante la cena non ho detto una parola perchè semplicemente non c‘era niente da dire: Eccezionale…i finocchietti selvatici freschissimi, l‘insalata al dente di leone dell‘orto tedesco di papà, il merluzzo impanato che sembrava appena pescato…Grazie, mi hai regalato un momento di felicità, mi hai fatto sentire a casa.

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