Archiv für Mai 2007

Rhabarber-Mango-Komposition mit vanillig-zuckrig-rotweiniger Versuchung oder so (auf die letzte Minute mit Joghurt kreiert)

Der dreistufige Aufbau für unseren quasi auf die letzte Minute eingereichten Beitrag für den Blogevent Rhabarber ist so simpel wie gut! Und nachdem letzte Kontigentierungsprobleme zu unserer Zufriedenheit gelöst werden konnten mit dem letzten zu ergatternden Bündel Rhabarberstiele brauchten wir nicht auf unseren Rabarbersaft zurückzugreifen.

Rhabarber und Mango mit Zucker und Vanille
Rhabarber kleingeschnippelt und mit Mangostücken nebst Vanillezucker versehen (Zimtstange war auch dabei)

Der glücklicherweise vorhandene Rhabarber (so 7 Stiele) wird geschält und in Stücke geschnitten und dasselbe wird mit zwei Mangos bewerkstelligt. Dann kommt da ein Haufen Zucker zu (waren wahrscheinlich so vier hübsch gefüllte Tassen). In unserem Fall selbstgemachter Vanillezucker samt länglicher Zutat. Eine schöne Zimtstange und zwei Nelken konnten noch rasch gefunden werden und so kamen die auch noch rein.

Problematischer erwies sich die notwendige Weinzutat, die leider beim letzten Kaninchenessen doch arg reduziert worden war, so dass kurzerhand auf die diversen sich in unserer kulinaria-katastrophalia-küche befindlichen Weinflascheninhaltreste zurückgegriffen werden musste, was dann wirklich zahlreiche Sorten waren — hauptsächlich Rotwein und ein kleines bissl weißer Chardonnay.

Rhabarber und Mango im Topf
Rot- und Weißweinreste vermochten die richtige Topfbasis zu liefern

Dann auf kleiner Flamme vor sich hinköcheln lassen; ab und an nachschauen, probieren, umrühren und warten, dass es sich etwas mehr eindickt. Nach einer Stunde feststellen, dass der Rharbarber Auflösungstendenzen zeigt und beschließen, dass nun die Fertigung beendet ist (zumal die Mangostücke doch einen recht zuversichtlichen Eindruck machen).

Biojoghurt auf einen Teller und die Rhabarber-Mango-Zimt-Vanillezucker-zwei Nelken-Versuchung darauf anrichten. Nach dem Fotografiervorgang bemerken, dass die bereitgelegten Deko-Minzblättchen noch immer auf dem Tisch und nicht auf unserem Beitrag für den Blog-Event Rhabarber liegen, leise fluchen und aufmerksam versuchen noch den anvisierten Abgabeschluss zu erreichen, was mittels Platzhalter im Gärtnerblog gelang. Guten Appetit!

Rhabarber und Mango mit Joghurt im Teller
Joghurt bescherrte grundsätzliche Geschmacksnoten

War mal wieder fällig — leckere Vorspeisen ganz alltäglicher und in zweifacher Art, als da mal wieder wären leckere Blattspezialitäten und mit reichlich Knoblauch versorgte feine Streifen (samt anleitender Versorgungsengpasshilfe)

Darreichungen, welche schnellerer Fertigungsgabe unterliegen, kommen hier immer schnell und gerne auf den Tisch und erfreuen auch Besuch bisweilen. Zwei ganz furchtbar einfach herzustellende Vorspeisen, die auch gut zum Blog-Event Antipasti, Tapas, Mezze gepasst hätten, haben deshalb Essfreude und strahlende Gesicher hinterlassen, weshalb wir jetzt nicht umhinkommen die Präsentation kurz vorstellig zu machen.

Der Blogevent Rhabarber bietet übrigens noch bis heute 24 Uhr die Möglichkeit was Kreatives zum Thema abzuliefern. Letzte Woche gab es noch Unmassen von den Stängeln zu begutachten und gestern die Hacken abgelaufen danach. Wenn es bis zum Abend nix mehr im Angebot zu ergattern gibt müssen wir wohl was aus unserem Rabarbersirup kreieren ;-)

Aber zum Thema zurück: An Zutaten werden nur ein paar Auberginen benötigt. Geschält und in kleine Streifen geschnitten wird die Aubergine dann in kochendes und gesalzenes Wasser getaucht und für ca. drei Minuten immer wieder am Hochkommen gehindert; je nach Größe der Streifen dürfen es auch ein paar Minuten mehr sein oder die Auberginenstreifen können einfach ziehen gelassen werden. Gut abtropfen lassen und vorsichtig ein wenig ausdrücken für die perfekte Reduzierung des Wassergehaltes, der bisweilen in Folge zu zermatschender Optik führen kann. Dann mit reichlich Öl und Knoblauch aus der Presse und nicht ganz so opulenter Salzzufuhr versehen und einwirken lassen. Schmeckt zu Spaghetti allerliebst und auch auf gerösteten Brot mit untergelegten Schafskäsebruch.

eingelegte auberginenstreifen mit frisee
Auberginenstreifen auf Schafskäse und grösteten Brot (im Hintergrund Kohlrabiblatt)

Die andere Kleinigkeit, die aufzutischen wir uns beliebten, ist schon mal in ähnlicher Fertigung kurz vorgestellt worden und schmeckt sehr lecker. Kohlrabiblätter werden von Unwissenden ja immer weggeschmissen (genau wie die Rote-Bete-Blätter), dabei schmecken gerade diese viel besser als das Hauptprodukt; in Supermärkten können auch prima die ganz jungen Blätter mitgenommen werden. Diesmal war ein roter Kohlrabi dran, der eigentlich gar nicht so anders schmeckt als ein herkömmlich zu erwebendes Exemplar. Die Blätter waren bei diesem Bioexemplar allerdings verdammt schmackhaft.

Die Blätter (ruhig mit Stiel) werden zusammen mit grob kleingeschnittenen roten Zwiebeln in einem ordentlichen Schuß Bio-Olivenöl in einem Topf kurz gedünstet und mit ein wenig Salz versehen. Eine halbe Zitrone darf auch noch hinzu und nach Bedarf ein wenig Pfeffer. Fertig und super einfach & lecker! Die Stiele waren in unserem Fall noch etwas hart, dafür blieb der dekorative Eindruck erhalten ;-)

geduenstete rote kohlrabiblaetter mit roten zwiebeln
Stilvoll rotgrün präsentierte Kleinigkeit

In Rotwein geschmortes Kaninchen wusste neben Bohnen durchaus zu entzücken und deshalb war die Ersatzlösung für andere nicht minder leckere Bestandteile auch eine schmackhafte Erscheinung so wie es halt sein sollte (dazu ungarischer Schnaps, spanischer Sekt und Tonic — ungefähr in dieser Reihenfolge)

Die Lust, es sich mal wieder richtig gut gehen zu lassen mit Kaninchen war doch mal wieder die richtige Option zum Genießen. Und da die superbe Kaninchenleber mit Bärlauch und Birnenspalten doch beim letzten Mal so lecker war, sollte es auch diesmal die Variante sein. Da der ungebremste Tatendrang erst zu einer Stunde entbrannte, als mithin dieser nicht mit den üblichen Verkaufgepflogenheiten der örtlichen Gewerbetreibenden übereinstimmender Natur war, wurde stattdessen auf Kaninchenrollbraten zurückgegriffen, der auch ganz entzückend aussah. Dazu natürlich Gemüse, um nicht vollendens die Jahreszeit zu missachten.

bohnenauflauf mit kartoffeln

Das wurde wie gehabt zubereitet und erfreute sich diesmal vermehrten Auftretens von Tomatenvierteln und langbreiten Bohnen oder wie immer die heissen mögen. Die vorgesehene Zucchini war dannach noch entdeckt. Viel frisches Knoblauchgrün, ein paar Frühlingszwiebeln, Minze, Blattpetersilie, Zitronenmelisse und wilder Fenchel war dabei und bewirkte zusammen mit roter Paprika im Streifenformat die zu den Kartoffeln passende optimale Farbtupfergebung.

Kaninchen gab es übrigens auch letztens bei Genial lecker und zwar in Form eines Ragout mit Aprikosensauce und bei den Kochbanausen, die sich hatten inspirieren lassen und es gleichtaten mit falschen Kaninchen ;-) Und auch bei News from the kitchen war Jägerinnentag.

Der Kaninchenrollbraten bohnen mit kartoffeln im delikaten kleinen ausschnittwar leider gefüllt und das nicht unbedingt schmackhaft (beim nächsten Mal wird also auf was anderes zurückgegriffen), was aber gekonnt durch allerlei Zauberei mit Gewürzen und zwiebeligen Beilagen in den Griff zu kriegen war.

Kleine Zwiebelstücke durften dafür zuvor in ausreichend Olivenöl mit den Stücken angebraten werden und nach kurzem Bratvorgang im tollen Riesen-Schmortopf war es dann auch schon bald Zeit kurz mit Rotwein abzulöschen, um dann den Inhalt der Flasche etwas tatkräftiger hinzuzufügen. Deckel drauf und währenddessen Sekt süppeln und überlegen, ob dies die richtige Variante war, um dem schwülen Wetter zu trotzen.
Dann sich entsinnen, dass Kaninchen mitnichten lange zum formvollendeten Kochendpunkt benötigt und rasch noch Tomaten, Karottenstücke und ganze Zwiebeln in rot und weiß hinzu und geschickt mit noch etwas vom Wein aufgefüllt. Gewürzliche Beigabe waren diesmal auch noch schwarze Pfefferkörner, Lorbeer, Thymian aus eigener Küchenfensterblumentopfernte, lustige schwarze Beeren und Salz und ein bißchen Oregano. Das köchelt und reduziert vor sich hin und wenn das Gemüse fertig ist, sollte es auch das famose Schmorkaninchen sein.

kaninchen geschmortes 1
Die Portionen waren wie immer reichhaltig

Und fürwahr lecker war es und die Soße konnte gekonnt die aus Zwiebel und Senf bestehende Füllung überdecken, die beim Aufschneiden des Bratens herauskullerte und schnell entsorgt werden konnte nach der gutgemeinten Begutachtung.

Die Zwiebeln waren absolut zart und konnten so im Zusammenklang mit den noch leicht knackig sich präsentierenden Mohrrüben den feinen Geschmack des Kaninchen wunderbar herausarbeiten, der aufgrund eher dem trockenen Naturell zugehörender Eigenschaften auch den richtigen Weinsaucengeschmack benötigt. Das Gemüse dazu war ein kleines wenig zu lange geköchelt, was aber auch nur an dem Tonic-Konsum hat legen mögen, aber dafür war der frische-Kräuter-Ton wunderbar.

Da es dann auch Zeit war, sich Gedanken um die Nachversorgung zu machen wurde rechtzeitig zum Eintreffen von Rest-WG-Inhalt der ungarische Aprikosenschnaps bereitgestellt und die Nuancen analysiert, die beim Zusammentreffen mit der Zunge sich herauszubilden pflegen.

kaninchen geschmortes 2

Als leichte Sommerkost war neben ausgewählten Öko-Weine auch der Spargel und die Kartoffel auserkoren (Wein-Tipp)

Spargel und Kartoffel
Spargelige Begutachtung von Erderzeugnissen

Es war heiß und die Linderung mittels Ablenkung konnte nur vonstatten gehen mit unbändiger Beschäftigung kulinarischer Art. Das neulich in die nähere Ausgestaltung gefasste QuarkbeschäftingungmitKräuternSuplement erwies sich jetzt in Kombination mit Spargel als das nicht das Schlechteste. Pellkartoffeln taten ihr ihriges und kleine lustige Schinkenwürfelchen ebenso. Dazu dann ein feiner Wein, der hinsichtlich des auch nicht unwichtigen Preis-Leistungs-Niveaus durchaus geeignet erscheint des öfteren bezogen zu werden von den sponsernden Schenkfreudigen.

Der Wein war auch in zweifacher Ausfertigung zu bewundern gewesen, einmal als Chardonnay und dann als Grauer Burgunder. Wein Grauer Burgunder 2006 Und da weinselige Bewunderung nie haltzumachen pflegt war beides hoch erwünscht in der selbstverständlich nur erkundenden Verkostung. Herstammend waren die vom Weingut Axel Schmitt. Ersterer trat mit frisch-spritziger Erinnerung beim ersten Schluck in Erscheinung, eigentümlicherweise war gar kein erdiger Ton zu erkunden, der doch sonst bei dieser Traube für das besondere Etwas zu sorgen pflegt und bevorzugt wird — was aber auch nicht schlecht war und dem feinen harmonischen Geschmack durchaus zuträglich war. Weine Ein angenehmer Duft und fruchtige Aromen spielen natürlich herum und sorgen für langanhaltene Kenntnisnahme im Munde.

Nur etwas süßlicher war dann der Graue Burgunder, der ebenso durch erstes Erschnuppern Gutes erwarten ließ, als das erste Glas zu verkonsumieren war. Auch hier fruchtiges, leicht kräftiger aromatisches Erschmecken und anhaltende angenehme Freude an dem Traubenendprodukt. Da preislich doch günstiger als der leichter auftretende Chardonnay aber ähnlich lecker schmeckend dann doch die Präferenz hinsichtlich Wein aus ökologischen Anbau so für zukünftige eigenständige Erwerbungen ;-)

Zudem haben Bioweine auch auch den Vorteil, dass sie den durchaus des Öfteren auftretenden Kopfschmerz nicht zu befördern pflegen — zumindest bei guter Qualität. Die meisten Weine aus kbA sind ja leider nicht so gut. Meistens sind es ja Weingüter, die nur deshalb umstellen, weil das Geschäft eh nicht so gut läuft. Und allein vom Ökoanbau wird der Wein auch nicht besser.

Die Gelegenheit war günstig Fisch zu kredenzen, der mit Bemerkungen garniert wurde, das dieser besonders fischig schmecken würde, was als Lob und zukünftige Verzehroption zu werten war und bekräftigenderweise wurde nach Namen und Herkunft gefragt, was mittels Hervorkramens der Fischtüte auch bravourös mit Merluza und Atlantik beantwortet werden konnte — dazu Wegerich, in Öl ertränkte Kartoffelscheiben und Löwenzahnsalat (außerdem im Bild: Wein und ein Bier)

Am Anfang war der Wunsch nach Pellkartoffeln mit Quark und frischen Kräutern, der schnell ad acta gelegt wurde, als der schon angetaute Fisch in blauer Tüte die Gewissheit brachte, das nun zweckmäßigerweise dies die angesagte kulinarische Beschäftigung seien würde zur Abendgestaltung, welche dann auch flugs mit herbeibeorderten Kartoffelschälkräften eingeleitet wurde, was sich nebenbei bemerkt als lustig erwies, da die anschließend verkonsumierten, den Temperaturschwankungen durchaus angepassten, Gin-Tonic leichte Ausfallerscheinungen bei diesen sicht- und hörbar werden ließ.

Nachdem zuvor geklärt war, dass kein Bratolivenöl mehr vorrätig zu sein schien, war noch eine Flasche Sonnenblumenkernöl als verwertbare Alternative entdeckt, die mit ein paar Spritzern wertvollen aus kontrolliert biologischen Anbau stammenden Olivenöl verfeinert werden konnte, um den Anschein gut Fisch und dergleichen gut zuzubereitender Fähigkeiten nicht in Ansehen und Ehre abhold zu sein, was durch ausführliche Auswahlgespräche über die richtigen zu gebrauchenden Pfannen auch ordentlich der Unterstreichung bedurfte.

merluza aufm tisch
Merluza-Filet in Mehlgewand zu Öl mit Kartoffel und Gemüse und Salat

Der Merluza war dann auch blitzschnell durchgebraten und hatte sich verfestigt, was den Kartoffeln als Eigenschaft leider zu diesem Zeitpunkt auch noch eigen war. Die Meluza-Fischfilets erwiesen sich als geeignet zur kurzfristigen Aufbewahrung und so standen sie alsbald fischig schmeckend neben den frisch gedünsteten Restbeständen von Wegerich, die noch aufzutreiben waren und Löwenzahnsalat. Dazu dann der Frevel eines Billigbieres und der Genuss von Restbeständen eines aus den Tiefen des dringend der Erneuerung bedürftigen Kühlschrankes entnommenen Weinflascheninhaltes.

Die auszugestaltende Betitelung dieser Köstlichkeit war nicht so einfach vorzunehmen, da die genaue Bestimmung an Kleinigkeiten festmachend nicht das gewünschte Ergebnis zeitigte und so wurde das mal kurzerhand einfach als Löwenzahnwegerichleckerei kredenzt (Blickpunkte in Wuchs und Servierform)

Da haben wir es doch letztens aufgrund urlaublicher Verreisebestrebungen nicht geschafft den Beitrag für den Blogevent Antipasti und dergleichen abzuliefern (dabei hatten wir noch eine nette Kleinigkeit als Idee im Angebot, die demnächst dann dokumentiert zu werden wünscht). Den Sieg trug RezkonvSuite mit arabischen gefüllten Lammhackbällchen, Hummus und Auberginenpaste. Herzlichen Glückwunsch!

Aber der nächste Blog-Event im Kochtopf-Blog steht aber auch schon an und passend zu heißen Temperaturen darf auf Bier zurückgegriffen werden. Da darf vermutet werden, dass das zu wahren Begeisterungsstürmen — schon aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten der Ausprobiereistudien — führen wird, die dann hoffentlich auch zu interessantesten Menüdarreichungen geeignet sind ;-)

loewenzahn wegerich
Löwenzahn-Wegerich oder gar gar kein Wegerich…

Nun wird die auf ländlichen Erkundungstouren verbrachte Zeit nicht untätig verbracht — und so konnte zur allgemeinen Erbauung auf zahlreiche Wegrand-und-weiter-weg-Gewächse zielstrebig zurückgegriffen werden, um allerlei Leckeres sonst nicht bedachtes zu kreieren. Hauptzutat durfte diesmal ein Wegerich-Gewächs sein, das auch als Spitzwegrich bekannt sich weitester Verbreitung zu erfreuen weiß.
Spitzwegerich hat einen leicht bitteren auf der Zunge durchaus bemerkbaren Geschmackston, der vielleicht nicht das für zarte Gemüter geeignete Verkostungsgericht ist; die aber eher zu Rucola und dergleichen Hintendierenden dürfen hier getrost zulangen und einfach mal den Versuch der Pflückerei und Verkocherei starten. Denn gut schmecken tut es, auch mit Zugabe anderer Kräuter, allzumal!
Diesmal fiel die Wahl auch auf eine eher an Löwenzahn erinnernde Wegerichpflanze, die zackig in Erscheinung zu treten pflegt und nicht ganz so bitter schmeckt, sondern vorzüglich als gedünstete Variantenzutat geeignet ist, wenn ohne allerlei Gewürze das Kochhandwerk begangen wird. Getauft wurde das mal Löwenzahnwegerich. Vielleicht ist ja der ein oder anderen der richtige Name geläufig.

Die Zubereitung ist absolut simpel und benötigt werden zur Herbeizauberung nur äußerst einfach zu besorgende Zutaten:

Löwenzahnwegerich (Spitzwegerich oder Blattwegerich tun es auch)
Frühlingszwiebel
weiße Zwiebel,
ev. Wilder Fenchel oder Dill (die Spitzen)
Bio-Olivenöl
Salz
weißer Peffer

loewenzahn wegerich gedünstet
So — ab aufs Feld und nachmachen…

Und so gehts dann:

Kleingeschnittene Zwiebeln, Wegerich (ruhig samt Blüten), wilder Fenchel, Olivenöl und später noch Salz in einem offenen Topf dünsten und nach ein paar Minuten des Vorgangs auf einem Teller anrichten und mit frisch gemahlenem weißen Pfeffer bestreuen. Sehr lecker!

Zurückgreifend auf Versenkte Flusskrebsschwänze, schwimmend unter frischer Bärlauch-Decke in Hummercremesuppe-Schälchen, als mal so gar keine große Kochlust aufzutreiben war und die dringend anstehende Verköstigungsmöglichkeit nicht unter Außerachtlassung des MHD missachtet werden sollte (Perlwein gab es auch noch dazu)

hummercremesuppe mit flusskrebsschwaenzen und baerlauch
Bärlauch passte erfrischenderweise sehr gut zum Hummerresteprodukt

Die Dosen mit Hummer-Creme-Suppe waren ein ständiger Blickfang im Moment des Herumwühlens in unseren Vorratsregal und auffallenderweise war der Umgang mitnichten von Ehrfurcht geprägt, die mithin dem was unter Dosenware bekannt ist, auch nicht unter widrigen Umständen zuteil werden sollte (auch nicht im Antlitz der edlen Beschreibung). Nun war der Augenblick des Sichanschickens an die Dosenöffnung gekommen, da wir noch einen Berg von Flusskrebsschwänzen unser eigen zu nennen wussten, die unbedingt weg mussten und da kein Appetit auf umständliche Fertigung aufzutreiben war, gab es das dann halt. Obendrauf noch delikater frisch geschnittener Bärlauch, der mal wieder vorzüglich passend in Format, Farbe, Geschmacksschmeichelei war. Ein bissl Wein und ein Schuss Cognac kam auch noch rein und dann war es auch gleich fertig; mitsamt Perlwein und Resten von Sesamvollkornbrot verzehrt. Gut.

hummercremesuppe mit flusskrebsschwaenzen und baerlauch detail
Perlwein dazu und Sesambrot

Bis Mittwoch 24.00 Uhr können übrigens noch beim Blogevent Antipasti, Tappas, Mezze dazu passende Köstlichkeiten eingereicht werden. Die Zeitliche Kontigentierung ist zwar knapp und wir haben da irgendwie geschludert — dennoch gibt es auch da eine leckere Kleinigkeit von uns dazu.

Zucchinirundlinge zum Dünsten und Frühlingszwiebeln zu Wokherumdreherei und Schafskäse obendrauf und darunter auch noch was (Perspektivwechsel)

Der Blickwinkel, der die meiste Aufmerksamkeit zu erzeugen weiß, ist bisweilen derjenige, der nicht dem Gewöhnlichen entspricht. Die Perspektive zu wechseln war deshalb mal angesagt — und sie macht sich auch so ganz gut: Zucchini in praktikable runde Stücke geschnippelt im Zusammenklang mit Frühlingszwiebeln, Minze und einer roten Zwiebel und noch etwas vorhandenen Bärlauch. Dann noch entdeckt die roten Paprika, die auch noch mit rein durften. Obendrauf dann ordentlich Schafskäse.

Restgemüse
nach links abdriftend: Blickrichtung

Bissfest zu produzierender Risottoreis, der zur Verfeinerung Bärlauch und Gorgonzola und in kleingehackter Formation Pistazien zu präsentieren wusste und das nachdem die Thresenverkaufskraft ihren Unmut kaum zu verbergen wusste (Hah! und Restreisschälchen)

Pünktlich zu der zu kochenden Reiskomplementierung war der Wunsch in der Rissottoverantwortlichen entbrannt, anderen nicht minder wichtigen Tätigkeiten nachzugehen, was flugs mit der Einstellungsaufforderung an des körnigen Zubereitungsprozesses nicht uninteressierten und allemal zu begeisternden HurraEssenIchKommeKochwütigen kompensiert zu werden wünschte und auch Dank des tollen mitgebrachten Spezialreises und der roten Zwiebelspezialsorte zu einem wunderbar zu verköstigenden Ergebnis zu führen wusste.

Dem Einkauf waren zwar belehrende Worte der Thekenverkaufskraft vorausgegangen, die ihr Misslingen in diesen Zubereitungsarten auf dem silbernen Tablett mit den Worten „Das ist aber ganz schwierig, den richtig hinzukriegen“ sich anschickte kundzutun. Hah – wie muss der Herr jedesmal beim Kauf leiden, wenn die Sorte geordert wird; vielleicht sollte mal ein Restschälchen vorbeigebracht werden, um sich genüsslich am Leid zu laben :D

Wie zu erwarten, begann die Köchelei pünktlich mit dem Erscheinen fast aller Geladenen und die redseligen mit zu verkonsumierenden Sekt zu bewerkstelligenden Vorbereitungen dauerten eigentlich auch gar nicht so lange bis endlich zur Tat geschritten werden konnte. Häufigste Tonstimmungen waren das „warum schaust Du so kritisch“, was durch ein gekonntes „ich guck nur interessiert“ gekonnt pariert werden konnte, während das stundenlange Auspulen von Pistazienschaleninhalten nicht die Sache von Schnelligkeit zu werden schien am Küchentisch.

Die schwarzen Punkte im Risotto waren nach der unheimlichen Entdeckung dann rasch nicht als Käfer, sondern als Bestandteile des toskanischen Suppenbrühwürfels identifiziert, den anzufertigen wir uns aufgrund der schnellen Zubereitungsart anschickten, und so war dem Zubereitungsprozess nicht das Geringste mehr entgegenzusetzen. Zuvor war der tolle und nur zu empfehlende (aber !Achtung! natürlich äusserst schwierige) Carnaroli-Reis zusammen mit kleingehackten rötlich daherkommenden Zwiebeln in Bio-Olivenöl angedünstet und kurz vorm nicht eintretenden Verkokeln mit Weißwein und Brühe abgelöscht worden, die dann auch so nach und nach in heißem Zustande hinzukommt. Und währenddessen wurde nicht nur diese rührende Tätigkeit erwartungsgemäß fortgeführt, sondern auch die Pistazienentdeckerei durch tatkräftiges Zutun beschleunigt, damit wenigstens diesmal die Zutat rechtzeitig zur Verfügung steht, was durch gleichförmige schnelle Handbewegungen und einem erstaunten „wie geht das so schnell“ kommentiert werden konnte.

risotto mit baerlauch und gorgonzola und pistazien
Gewusst wie: Bärlauchblatt unter Risotto-Pistazien-Decke

Kurz vor Ende des als bissfest zu bezeichnenden Zustandes der exquisiten Reiskörner kam blitzschnell noch der delikate Gorgonzola hinzu und in einer extra Pfanne angedünstete stängelige Bärlauch- und Zwiebelreste und Zucchini, die sich jetzt zwischen dem schon lecker duftenden Zutaten harmonisch einfügten und nach kurzer Herumrührerei und Probierei war noch die Zitrone auserkoren das ihrige beizusteuern und dann kamen auch gleich die kleingeschnittenen Bärlauchblätter hinzu. Umrühren und zusammen mit den kleingehackten und herübergestreuten Pistazien war es dann auch gleich fertig. Sehr, sehr lecker!