Archiv für April 2007

Des Sommers Hinwendung zu delikat auf dem Teller und selbstredend schon vorher verführerisch duftenden Gemüsekreationen der einfachsten und dafür aber hervorragendsten Art, die zu kredenzen mal wieder angesichts sonniger guter Laune wir vornahmen und herzallerjubelnst zur höchsten Zufriedenheit auszuführen wussten — auch weil Bärlauch und Dill passenderweise reinkam und die Bärlauchblüten dekorativ mitverspeist zu werden wünschten und der grüne Spargel und Fenchel ihren Auftritt nahelegten (Rezept)

Die Gemüsezubereitungsorgien stehen wieder saisonbedingt an und so war es uns mal wieder ein außerordentliches Vergnügen sich ganz der schnellen Zubereitung hinzugeben, um den verlockenden Rufen zu folgen, die da riefen, dass es jetzt unumgänglich sei zur allgemeinen Erbauung die vorhandenen und die rasch zusammengekauften Zutaten zu verköcheln.
Gemueseauflauf mit Spargel und Dill in klein
Dabei war die leider immer noch nicht vorhandene Backgelegenheit keine Schwierigkeit, weil kurzerhand auf Alufolie zurückgegriffen werden konnte, die gut über die große Auflaufform gestülpt auch so den an sie gesetzten Erwartungen mehr als gerecht werden konnte.

Da leckeres Essen so einfach zuzubereiten ist, gibt es sowas ja öfters in unser kulinaria katastrophalia Küche.

Zurückgreifen konnten wir leider nicht auf Bohnen, da die nicht unbedingt als zubereitbar gelten konnten, so wie die eingeschrumpelt auf den hiesigen Verkaufsflächen lagen. Der Markt war zwar reicher bestückt, aber da war die Idee noch nicht geboren und so wurde grüner Spargel auserkoren den Ersatz zu bilden. Zusammen mit dem dringend zu verarbeitenden Fenchel war also eine interessante Kombination zu erwarten, die wir so auch noch nicht auf dem Tisch zu betrachten hatten.Gemuesige Auflaufinterpretation auf Teller im baerlauchbluetenausschnitt

Zuzubereiten ging es dann ja wie gehabt bei diesen leichten auch in Massen herstellbaren Sommergerichten, die in ihren Variantenreichtum jede noch so kleine Vorstellungswelt munter zu erklimmen bereit sind, um der Zufriedenheit höchsten Ausdruck zu verleihen:

Die Dillstiele (nicht die feinen Spitzen!) werden mit kleingehackten Zwiebeln in Olivenöl angebraten (muss nicht sein — aber ohne Ofen war es diesmal angeraten) extra dann ebenfalls angebraten rote Paprika und Fenchel in Streifen geschnitten. Alles in eine große Auflaufform hinein.
Kartoffeln wurden längs zerteilt und zusammen mit den fast unabdinglichen Zuchini in größeren Scheiben geschnitte roh hinzugegeben. Ordentlich Olivenöl, Oregano, Meersalz, schwarzer Pfeffer, Würz(!)-Minze und etwas Wasser kommen auch noch hinzu. Dann noch frische Minze und Reste von Bärlauchblättern, die als Ersatz für eine Knoblauchzehe wirken konnten. Diesmal nicht dabei — aber ebenso passen Erbsen, Fenchelsamen und Tomatenstücke.

Gemüseauflauf im Zwischenstadium
Gut glänzend verrührt erweist das Zwischenresultat schon einen leckeren Eindruck zu bewerkstelligen

Dann wurde noch die dillspitzige Zutat vermengend zur Verkomplettierung hinzugefügt unde der grüne Spargel, dessen Stiele wir teilweise schon vorher mitgebraten hatten, obendrauf drapiert damit der nicht so vermatscht.

Gemueseauflauf mit Spargel und Dill

Als Krönung dann besagte doppelt gelegt Alufolie und ab auf die herdlichen Gasflammen zum Erhitzungsvorgang, der ungefährereweise so an die 20 Minuten dauerte bis ein erstes vorsichtiges Hineinschauen und darauffolgendes vorsichtiges Umrühren angesagt war, so dass dann schon wunderbar duftend nur noch weitere 10 Minuten zum Serviervorgang zu verstreichen brauchte. Der Spargel war als neue Zutat interessant und hat gut geschmeckt, war aber für dieses Gericht fast zu mild im Geschmack, was aber auch nicht schlimm war denn: Sehr lecker war es mal wieder!

Gemuesige Auflaufinterpretation auf Teller
Gemüsige Bärlauchblüten bieten allerhand als dekorative und verspeisbare Fotozutat

Nie wieder Alkohol…

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, wie ernst die mahnenden Worte bezüglich des Konsums von allerlei Drogen genommen werden (die Gesundheitsministerin glaubt nebenbei bemerkt tatsächlich, dass ihre Aufklärungskampagne gegen das Rauchen Jugendliche davon abhält diesem Hobby zu frönen :D ), tragen wir unser Scherflein dazu bei und pflegen und hegen auf der kleinen Schiefertafel in unserer Küche seit einiger Zeit eine kleine mahnende Strichliste, die dem Wiederholvorgang der durchaus treffenden Aussage „Ich trinke nie wieder Alkohol“ gewidmet ist und auf kleinere Ausfallerscheinungen und ihre unwesentlichen Folgen gemünzt zu sein scheint. Der sozialistische Wettbewerb, der den Sieg beitragend zum Ziele, folgt ist da immer ein stetiges Erfolgserlebnis und so können nur die Besten dabei sein…

Gelegenheit jedenfalls des Morgens den Gang zum Markt anzutreten die Mittagsendangebotsanpreisungen zu ordern und sich den angenehmen Seiten der Wiederherstellung des Elektrolüüde-Haushaltes hinzuwenden, um neben dem vergnüglichen Genuss von Resten des in Miniverpackungen aufgefundenen und artig zubereiteten Mokka, sich so langsam wieder in die Gesellschaft einzufinden.

Erdbeerglück
Erdbeeren mit gehackter Minze, Spritzern von Zitrone und Balsamico Reserva und dem Rest calziumhaltigen gerührten Joghurt (nicht im Bild die frisch geräucherte und ebenso frisch wie schnell verzehrte Makrele).

Mitbringsel, die des Nächtens in der Kühlgelegenheit der Entdeckung harrten, hatten ein schweres Los, welches andererseits aber zu vergnüglichen Beköstigungsgelegenheiten den nicht geringzuschätzenden Anlass zu bieten wusste mit delikat herausschmeckender Feinfühligkeit (Anschauliches)

boquerones
Boquerones, feinfein…

Da lagen sie vergessenerweise, harrten der Entdeckung und da lang liegen gut währt, war es dann jetzt mal so weit mit der Verköstigung :D

Der Abend war noch licht und so war das Bärlauchrisotto in angemessen aufzutretend pflegenden Portionen für allerlei Leckermäuler zu geniessen und zum Abschluss gab es auch noch kunterbunten Salat (und eine kleine Blogbeschau)

Leuchtende Farbgebungen beinflussen die kulinarische Variantenvielfalt ja ungemein, die da zur Verköstigung ruft — und weil da bei Hüftgold das Risotto so schön mit dem Radicchio in farblicher Komponente zu harmonieren wusste, war die Gelegenheit da, es gleichzutun, wenn da nicht das Problem gewesen wäre ebendieses Zutatenelement beizusteuern.

Bärlauchrisotto
Der Abenddämmerung zugetan entpuppte das Bärlauch-Risotto sich als geeignete Grundlage für darin versteckte Plagiate

Aber gewusst wie und flugs umdisponiert und auf italienische Bratwürstchen gesetzt, die dann eben doch eine allzu deutsche Variante waren, was aber eigentlich auch zu dem nicht ganz so risottigen Reis passte, der kurzerhand für supertauglich erkoren wurde und knackig bissfest den frischen Bärlauch in kleingeschnittener Blattversion unterstützen konnte, was zu allgemeinen Jubel und Weinkonsum führte. Dannach dann kunterbunten Salat mit Restrettich, der in dieser Variante — nicht ohne Schaudern an vorangegegangene Experimente zu denken — vorzüglich passte und obendrein auch ganz chic aussah.

kunterbunter salat
Kunterbunter Salat wusste vorbildlich zu entzücken

Zu entzücken wussten übrigens auch andere sich dem Metier der Foodblogs hingebende Blogdarbietungen wie candyland, die wir über genussblogs entdeckt haben (dort tummeln sich ja allerlei recht anregende und leider auch grottenschlechte Feeds), und die red cabbage (wie alles ganz vegan) aus Berlin präsentiert und barbapapa nicht abgeneigt erscheint; ebenfalls daher bloggend ist huslige, die gezwungen wurde Geheimnisse preiszugeben. Auf bei uns (noch) fehlende Ringe setzend war bei lamiacucina zum letzten Blogevent angesagt, den im Kochtopfblog diesmal Küchenlatein mit (es ist Risottozeit) Risotto mit heißer Schokolade und Kaffeelikör gewann; herzlichen Glückwunsch!
Der nächste Event dort dreht sich übrigens um lustige kleine Häppchen, die verköstigungshalber als Kleinstportionen gereicht werden, um einen Vorwand für ausufernden Alkoholkonsum vorweisen zu können ;-)
Aus Paris beglückt dann ein aufstrebender Kochblog namens Bolli´s Kitchen mit Selle d‘agneau farcie und es scheint, dass da noch sehr viel mehr auf Entdeckung lauert.

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Jipper auf Pressfisch, die Frage, ob das nicht Japps lauten könnte und die nähere Ausgestaltung des EsMussJetztGanzSchnellGehenKochvorgangs

Es sind diese Tage, die urplötzlich das Verlangen nach so richtig fieser Imbisskost aufkommen lassen und selbstredend ihren Grund in ganz profan daherkommenden unterschwelligen Registriervorgängen untergeordneter Bedeutung heuer am zufälligen Vorbeischlendern an einer dieser Tourikaschemmen (incl. Bewirtung mit Fisch und Schnitzel) an einem Kanal zu finden hat.
Fisch, panierter Pressfisch — am besten mit fettigen Bratkartoffeln. Ganz schnell musste das jetzt her. Jetzt! Sofort! Jipper! Dann die in diesem Zusammenhang eigentlich unrelevante Fragestellung, ob das nicht Japps heißt? Jipper drauf, Japps drauf??? Egal.

Aufreibendes Wochenende und den frühen Morgenstunden nicht angemessene Tätigkeiten in Erinnerung, kein Frühstück (dafür aber Kaffee) und sowas wie eine Sitzung wünschten schließlich kompensiert zu werden.
Fisch gab es zwar auch noch im Hause – dennoch war die fertig panierte Variante ein zu ordernder Umstand, der noch durch Restbestände an Kartoffeln vervollständigt zu werden gedachte. Der ebenfalls erworbene Rettich wurde klein geschnetzelt und samt einem dringend der Verarbeitung zugedachten Apfel in einer Kürbiskernöl-Essig-Joghurt-Mischung mit einer Prise Salz zubereitet. Esst sowas bitte nicht! Das einzig interessante war die schöne schimmliggrüne Farbgebung durch das Öl. Während der Fisch zu brutzeln begann, saugten sich derweil die aus gar winzigen Stücken gefertigten Bratkartoffeln so richtig schön mit Öl voll. Das ganze dann tatsächlich auch aufgetischt.

fisch mit fettigen Bratkartöffelchen
Pressfisch mit fettigen Bratkartöffelchen an Orangenspalten

Was steht denn mal so an…

… am Wochenende?

Die Food for Action Kochgruppe kocht live am 21. und 22.04. vor der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln – im Rahmen des 1. Berliner Sozialforums. Es werden freiwillige Helfer/innen gesucht. Aufstrebende Kochwütige können also erste Erfahrungen sammeln in der Vokü und alle anderen im Erkosten der kulinarischen Endproduktdarbietung.

Von Freitag bis Sonntag gibt es in Berlin in der Maria am Ostbahnhof dann auch noch den musikalischen Auftakt gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm (der Anfang Juni 2007 abgeschottet vonstatten geht):
Move Against G8 Festival. Und da (fast) alles was so Rang und Namen hat aufzutreten pflegt, dürften die Karten bald kaum noch zu ergattern sein! Also hurtig, hurtig!

Weitere Infos hier und außerdem gibt es noch einen Solisampler: button_mag8

Und demnächst gibt es dann mal wieder eine kleine Blogumschau mit „neuen“ interessanten Kochblogs aus der Foodblog-Szene ;-)

Nachtrag: Außerdem ist dann am Samstag auch noch der Tag der Milch zu zelebrieren.

Die Sonnenstrahlen faul herumliegend geniessen und dazu streichzarte Bärlauchbutter verkonsumieren ist auch mal nicht das schlechteste — dazu Begutachtung von Rasenschändung

Wunderschöne Schokoladen-Rezepte sind zur Zeit auf dem Kochtopf-Blog zu sehen. Die Kreativität kannte mal wieder keine Grenzen und so sind neben den obligatorischen Kuchen natürlich auch gewagtere Spezialitäten zu finden, die nicht nur wahnsinnig lecker aussehen, sondern auch die Auswahl verdammt schwer fallen lassen! Wir sind natürlich auch wieder mit dabei ;-)

schokowahl
leckerlecker!

Die Sonne der letzten Tage ließ auch nur einen Schluss zu — ab in den Park und eifrig die mitgenommenen Vorräte (u.a. delikate Bärlauchbutter) wegverkonsumieren, um sich dabei erste Farbschattierungen zu holen bzw. vervollständigen zu lassen. Mit dabei – die Polizei, die mal wieder mitten im Park mit stinkenden Autos die Grünflächen verpesten und plattfahren musste und dabei kostbares und teures Benzin verbrauchte, welches doch Geld kostet, das nun für die dringend benötigte Ausstattung von allerlei Schlagwerkzeug fehlt. Dabei gab es noch nicht mal Musik zur Beschallung – schon die picknickenden Familien bilden hier schließlich den Gefahrenherd so ganz zähnefletschend wie sie auf der Lauer liegen, dass die Kohle endlich durchgeglüht ist.

baerlauchbutter
Am Ende des Tages waren auch die letzten Bärlauch-Butter-Rationen ratzekahl weggeputzt…

Berliner Gerüchte, Obst- und Gemüsebetitelungen und Blog-Betrüger

So, die Kamera ist aus dem Urlaub mit schönen Mitbringseln, die einzustellen wir uns demnächst belieben, hier reingeschneit und die Woche gibt es dann wieder kulinarische Herausforderungen in bebilderter Ausführung. Weniger schön waren die zahlreichen Zusammenkünfte mit den heimischen Polizeibeamten an diesem Wochenende. Von der Frühlingssonne angezogen, von charmanten Klängen in euphorischer Stimmung in den Park Getriebene wurden schon nach den ersten zaghaften Tanzbewegungen jeglicher Spaß genommen, weil ordnungsliebende Mitbürger die blöden Bullen alarmiert hatten, die dann auch gar nicht anders konnten, als in ganz unfrühlinghaften schwarzbepanzerten Monturen dem ganzen Spaß ein Ende zu bereiten. Morgen versuchen wir es wieder! :p

mmb
Das Blumenblatt zum Frühstück hatte im dekorativen Sinne das Nachsehen, als es unterging in einem Objekt, welches der Volksmund in Berlin als Nussschale zu bezeichnen pflegt

Berlin ist ja immer eine Herausforderung für mehr oder minder schreibgewandte NullAchtFünfzehn-JournalistInnen, die mal ganz groß rauskommen wollen: Immer will die sensationslüsterne LeserInnenschaft schließlich neuste Informationen aufgetischt und sättigungshalber verkonsumiert wissen. Da sitzen sie nun in ihren Redaktionsstuben und grübeln und grübeln, was das Volk von ihnen zur Erbauung wollen konnte und so kommen sie dann locker-flockig in die Welt — die Berliner Gerüchte.

Eine ganz besondere Eigenschaft wird zur Informationserheischung der heimischen Bevölkerung in die Betitelung diverser Bauten, Grundstücke und Örtlichkeiten gesteckt. Merkwürdigerweise haben die meisten immer irgendetwas mit Obst und Gemüse gemein. Dennoch, dass die Realität zwar nichts mit den augenscheinlich mühsam erdachten Begrifflichkeiten zu tun hat: was solls — am Ende berichten alle drüber, und alle schreiben es voneinander ab bis es vermutlich alle auch glauben.

Besonderes Interesse allenthalben wird natürlich dem herausragendsten Bauwerk der Stadt zuteil, der vom sogenannten Volksmund angeblich Tele-Spargel geziehen wird (RBB). Das einzige Problem wäre eigentlich die Tatsache, dass nun wirklich keine Sau Telespargel zu dem Teil sagt! Macht nix sagen die JournalistInnen — solange wir das immer wieder behaupten, stimmts schon.

Gleich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein nun in Bebauuung entlang eines etwas gebogenen S-Bahn-Viadukts gelegenes Grundstück; das bereits im Volksmund Banane genannte Gelände (Information eines Praktikanten der FH Mittweida im sorgfältig informierten Presse- und Informationsamt des Landes Berlin). Auch wenn es der journalistische Nachwuchs kaum glauben mag – keine, die einigermaßen bei Verstand ist, würde auch nur entfernt auf den Gedanken für eine solche plumpe Einfaltslosigkeit kommen! Ab, zurück nach Mittweida (die taz darf da auch ruhig hin)!

schokolade
Manchmal stimmts: die beste Chokolade kommt aus…

Eine dieser komischen Mythen, die um die Berlin ranken ist die, dass es dort angeblich die beste Currywurst geben soll. Keine, die wirklich mal in Berlin eine dieser ekligen Buden betreten hat und sich vergewissern konnte, dass die — in vor alten Fett nur so triefenden Bratpfannen — schwimmenden „Brat“würste wirklich die Grundlage für Berlins bekannteste Spezialität sei, wird nachher noch ruhigen Gewissens solche Äußerungen von sich geben können. In jedem Provinzgrill ist Geschmack und Qualität um Längen besser. Und mit Ausnahme vielleicht der Redakteure der jungen Welt und noch wikipedia glaubt auch wirklich niemand daran, dass es die beste Currywurst bei Konnopke im Prenzlauer Berg gibt. Trotzdem findet sich das natürlich auch in jedem Touribüchlein.

Pünktlich zum 1. Mai (angeblich auch eine Berliner Spezialität) erscheinen querbeet durch sämtliche Berliner Medien auch mal wieder die üblichen gut recherchierten jounalistischen Erkenntnisse bezüglich in Horden herumziehender Chaoten und so, deren einziges Ziel es mal wieder ist Berlin in Grund und Boden zu stampfen. Das einzige was sich nicht findet sind die Inhalte, um die es am 1. Mai geht — könnte ja irgendwie störend sein darüber zu berichten. Und weil das zwanzigjährige „Jubiläum“ der gewaltsamen Auflösung eines friedlichen linken Straßenfestes im Bezirk Kreuzberg durch die ziellos auf alle einprügelnden Polizeihorden eines reaktionären Senates ansteht, müssen ja diesmal nun wirklich Unruhen hereinbrechen. Und so schreiben sich seit Wochen die gleichen RedakteurInnen die Finger wund, die sich sonst die lustigen Namen für Berliner Örtlichkeiten ausdenken.

Gleich bei Konnopke um die Ecke befindet sich der Berliner Mauerpark, da treffen sich immer Leute, machen Musik und ab und an ein kleines Lagerfeuer und schon droht der Untergang der Demokratie. Was früher egal war und noch nicht mal die nahegelegene Polizeiwache in Angst und Schrecken zu versetzen mochte, ist seit einigen Jahren auf Anweisung von Bürokraten in der Verwaltung immer wieder Anlass für die Polizei harmlose Vergnügungen mit Gewalt auseinanderzujagen. Einfach mal tolerieren statt Ärger zu provozieren ist halt nicht die Stärke, die Berlin praktizieren will.

Und da denken sich findige Leute in der Redaktion der Berliner Zeitung halt mal was Schönes aus, garnieren das noch mit einem alten Foto und zitieren einen angeblichen internen Polzeibericht, in welchem die Rede ist von „erlebnisorientierten Jugendlichen“, die „zum Teil der Antifa-Szene zuzurechnen sind“ und in Vorbereitung des 1. Mai ihr schändliches Tun in die Tat umzusetzen beliebten. Wirklich komisch an der Sache ist eigentlich nur, dass die Berliner Polizei in Sachen Antifakompetenz nun wirklich die allerletzten sind, die auch nur annähernd Erkenntnisse zutage treten lassen könnten.

verschwommene substanz
verschwommene substanz

Und weil es gerade so schön mit der heilen Welt der Begrifflichkeiten ist, erinnern wir uns noch an den „Blog“ Küchenruf; den hatten wir neulich aus unserer Blogroll rauskomplimentiert, weil der alte Kochgeschichten als neue ausgab. Herr Küchenruf kam auch gleich vorbei, gab sich bestürzt ob des falschen Eindruckes und versprach die Leser zu fragen, ob er nicht etwas anders machen sollte. Natürlich hat das der selbsternannte Medienexperte, der in anderen Medien die LeserInnenschaft aufklärt, was es mit dem web 2.0 so auf sich hat, was ein Blog ist etc. bis heute nicht getan — schließlich hat er anderes im Sinne — steckt er doch in seine Blogs turi2 und Küchenruf täglich über 4 Stunden Zeit rein, wie er treuherzig bekundet. Die wird wohl eher darauf verschwendet sein, sich munter auf andere Blogger einzuschiessen, vermutlich, weil die wirklich was aktuelles in ihren Blog schreiben. Wie der reißerische Titel schon vermuten lässt hat Turi, der auch gerne medienerfahren halbnackte Frauen in seinem Blog präsentiert, damit schon einen neuen Begriff, den er seinen LeserInnen erklären kann: Was ist ein Blogbetrüger…

Köstlich zarte Kaninchenleber in milder Schokoladen-Weinsauce mit stimmig beigefügten Bärlauchstreifen und harmonisch ergänzenden Stücken von fruchtiger geradezu fast überreifer Williamsbirne, welches wir Alles zusammen zwei- und gar dreimal zu kochen beliebten — einmal zur Probe, weil die Idee Schokolade zu Leber zu reichen von nicht uninteressanter Art zu sein schien, dann gleich nochmal weil es gar wunderbar schmeckte (und wir sowieso ordentlich vom Grundprodukt geordert hatten) und dann anderntags nochmals (obwohl wir dann eigentlich was anderes fabrizieren wollten), weil die Kamera mitsamt den tollen Images rumzuspinnen begann, so dass für die Photodukumentation trotz der nicht mehr wie am Vortag so schön scheinenden Sonne gesorgt werden musste; nichtsdestotrotz wurde das allerbeste durch herbeigerufene mit dem Roller herbeieilende Verköstigungssehnsüchtige hergestellt (Rezept und Foto-Tapeten-Link)

ausschnitt kaninchenleber

Das Angebot an Kaninchen war passenderweise saisonbedingt so ansprechend groß, dass kurzerhand beschlossen wurde doch mal wieder Kaninchenleber zu geniessen. So zart wie sie sich auf der Zunge anschmiegt, wenn sie mit Rotwein abgelöscht und mit Peffer und Oregano bestreut dargeboten wird, war das eine Möglichkeit. Aber es kam dann glücklicherweise ganz anders und das Ergebnis bekräftigte mal wieder die Erkenntnis, dass die aus spontanen Einfällen sich ergebende Köchelei die phaszinierendste ist.

Da jetzt überall der Bärlauch spriesst, Paulchens Foodblog, kochbuch (beiden noch herzlichen Glückwunsch zum Kresse-Blogevent), Knoblog und Gärtnerblog schon die Berichterstattung eingeleitet hatten, bot es sich an, auf dem samstäglichen Markt ebendiesen zu ordern (andere ernten selbst) und warum nicht diese beiden Zutaten zum erfreulichen Nutzen ergänzen. Und wenn gerade die Ausprobiererei anstand, warum nicht auch gleich mal was für den Kochtopf Blogevent Chokolade kreieren — nun war es erstmal nicht das auf den ersten Blick so ganz passende, es musste also noch was weiteres hinzugefügt werden für den köstlich zu erwartenden Endgeschmack, der uns alle erfreuen und ein zumindest kleines Lächeln aufs Gesicht zaubern sollte.

Die gut abgelagerten Williamsbirnen schrieen ja auch geradezu dannach die anstehende Spezialität zu vervollkommnen und fürwahr es war die richtige Wahl, die die wunderbar fruchtige überreife Birne da als Ergänzung angedeihen ließ.

ausschnitt

Nochmal zusammengefasst die Zutaten:

Kaninchenleber
Bärlauch
Schokolade (aus dem Block fein geraspelt)
Willimasbirne
Weißwein, trockener mittelmäßiger Blanc de Blanc
weißer Pfeffer
Oregano, ein bissl
eine Prise Salz
Olivenöl (ein nicht ganz so dominant schmeckendes)

und dann gehts ganz schnell in nur 10 Minuten mit der Fabrizierung der köstlichen Zutaten:

Öl erhitzen und Kaninchen-Leber schnell rührend anbraten, mit weißem Peffer und Oregano versehen und dann die Temperatur reduzieren. Bärlauch hinzu und mitbraten. blogevent schokolade Mit einem Schuss Weißwein (der ein Rest eines mittelmäßigen Produktes war und hier zu seiner eigentlichen Bestimmung finden konnte) ablöschen und auf niedriger Stufe weiterköcheln lassen, so dass die Leber nicht zu hart wird und sich eine schöne Sauce bildet. Dann die in Scheiben und noch mit der Schale versehene geschnittene Willamsbirne hinzu, schnell dann auch noch mit geraspelter Schokolade ergänzen (müssten so drei gehäufte Esslöffel gewesen sein). Eventuell noch etwas Salz und Wein hinzu, wenn es zu sehr reduziert ist. Und während ein angenehm duftendes Aroma sich bemerkt macht, ist es auch schon nach Berieseln mit einigen federleichten Schokoraspeln fertig!

Und es war absolut köstlich! Ungeahnt schmiegte sich die Schokolade — überhaupt nicht die anderen Zutaten dominierend — in die wunderbare Kombination ein: Die zart schmeckende Kaninchenleber wusste durch den etwas (aber nur ganz leicht) herben Bärlauch hervorragend ergänzt zu werden, der der optimale Gegenspieler für die süß-fruchtige Williamsbirne war, die sich in der Weinsauce sichtlich wohl fühlte und ihre Form zu wahren wusste. Es war so lecker, dass die gierigen Blicke auch noch nach der zum zweiten Male angefertigten Spezialität nach der etwas unanständigen aber üblichen Abschleckerei der Teller, die nicht mehr vorhanden Reste absuchten. Danach dann ein griechischer Mokka und alle waren glücklich. Perfekt lecker abgestimmt also — unser Beitrag zum Blog-Event Chokolat (hier noch mal in Tapetengröße)!

kaninchenleber mit baerlauch und schokolade
Mit Blume sieht es natürlich gleich noch dekorativer aus ;-)

Kaum war übrigens die wunderbar scheinende Sonne für zweckoptimale Fotodokumentationsstrecken leidlich ausgenutzt worden, entpuppte sich die Anfälligkeit moderner Technik. Und so „musste“ die kulinaria-katastrophalia-Kochkunst ein drittes Mal ran — was für eilfertigst mit dem Roller herbeigeeilte Kamerabesitzerin ein weidlich auszunutzender Umstand war, der dann aber ausgiebigst ein drittesmal zelebriert wurde. Hach, lecker war es (schon erwähnt ;-) )!

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