Erst scharf und dann etwas langsamer angebratenes Kotelett schmeckte trotz etwas längerer Zubereitungsdauer wie immer ganz famos (war ja auch Bio) und kleinere Unbilligkeiten wie fehlende Koordinierungstechniken wurden galant übersehen, während sich indessen alle gegenseitig die Schuld in die Schuhe zuzuschieben bemühten; ferner wurde aufgrund einer Art plötzlicher Eingebung beschlossen keine Pilze hinzuzufügen, was geschmacklich in durchaus vertretbarer Weise vonstatten ging

Gut — erst war der Gedanke, dass braune Champignons doch perfekt zu dem eben erspähten Stück Biofleisch passen würden und nach Vergewisserung das eben dieses Vorhaben sich als mal eben dann eben doch nicht als so schnell durchführbar erweisen sollte, um eben dieses Vorhaben dann unter Ausschmückung der Vorstellung doch andere Pilzsorten zu verbraten, ebenfalls unter Beachtung weiterer Erörterungen schließlich ganz fallen zu lassen. Wobei nicht ganz — später bekamen wir dann noch weiße Pilze zu Gesicht, die zwar geordert dann aber doch nicht gebraucht werden konnten, weil erst mal andere wichtige Dinge zu erledigen waren.

Zurückgekehrt kam dann aber die Stunde zumindest der Koteletts, die mit einer Schmandsauce, angreichert mit Olivenöl, Paprika, Salz und Pfeffer und Oregano und noch irgendwas dann im Zusammenspiel mit dosigen Erbsen und Möhrchen für ein schnelles Essen zu sorgen wüssten, wäre da nicht eine koordinierungsfeindliche Gesinnung aufgetreten, die den Vorgang des einfachen Kartoffelkochens als feindlichen Akt des freundlichen Miteinanders offenbarte.

Die geschälten Kartoffeln ignorierend wurde bereits dem Bratvorgang sein ihm Ureignes Brutzeln abverlangt und die Erkenntnis, dass doch zuvorderst die geeignete Kochtemperatur der Kartoffeln hätten abzuwarten seien, kam dann plötzlich in alle baff erstaunten Gesichter geflogen, die ob des misslichen Ungeschicks nur sich gegenseitig die Frage und gleichzeitige Beantwortung der ureigenen Unschuldigkeitsthematik stellen konnten, warum denn bitteschöön nicht daran zu denken beliebt wurde.

Kotelett
Bio-Kotelett in schmantiger Versuchung an dosigen Zutaten und fertig gekochten Kartoffeln

Verflixt – die Lösung ergab sich durch vorübergehende dauerhafte Reduzierung der Gaszufuhr zur Kochflamme und anschließenden hektischen Alufolienabdeckungsbestrebungen, die das Fleisch dann halt eben langsam mit Restwärme durchschmurgeln lassen sollten. Die Kartoffeln sich neutral verhaltend, waren dann auch ganz schnell fertig und alle versöhnungshalber ob des leckeren Mahles auch nicht unangemessen zufriedengestellt.


6 Antworten auf “Erst scharf und dann etwas langsamer angebratenes Kotelett schmeckte trotz etwas längerer Zubereitungsdauer wie immer ganz famos (war ja auch Bio) und kleinere Unbilligkeiten wie fehlende Koordinierungstechniken wurden galant übersehen, während sich indessen alle gegenseitig die Schuld in die Schuhe zuzuschieben bemühten; ferner wurde aufgrund einer Art plötzlicher Eingebung beschlossen keine Pilze hinzuzufügen, was geschmacklich in durchaus vertretbarer Weise vonstatten ging”


  1. Gravatar Icon 1 rike 26. März 2007 um 17:52 Uhr

    Das kenne ich! Bei mir wandert so eine Pfanne dann immer bei niedriger Temperatur (so 80°C) in den Ofen. Das Foto sieht lecker aus. Ist das Irgendwas denn Senf?

  2. Gravatar Icon 2 fressack 27. März 2007 um 0:45 Uhr

    Ich würde gerne wissen, ob und was Ihr raucht. Mich wundert, dass Ihr meine Kritik völlig ignoriert, also nicht einmal löscht.
    Also hier nochmal ganz deutlich:
    Was Ihr hier treibt, ist eine Vergewaltigung der deutschen Sprache. Und die „Rezepte“, tja, so etwas haben wir vor 30 jahren in den Anfängen unserer Küchentätigkeit verbrochen.
    Lasst es doch. Oder erklärt mir, was das hier soll.
    Lieben Gruss.

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 27. März 2007 um 19:40 Uhr

    Ne — Senf war da nicht dabei, obwohl das gar keine so schlechte Idee ist. Vielleicht findet das Verwendung beim nächsten Mal. Unser Backofen ist leider immer noch kaputt, so dass wir da leider z.Zt. nicht drauf zurückgreifen können, um was warmzustellen.

  4. Gravatar Icon 4 rike 27. März 2007 um 19:53 Uhr

    Oh weh – Backofenfreie Küche. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich in Studienzeiten fast 4 Jahre ohne leben konnte. Viel Erfolg bei Instandsetzung oder Ersetzung.

  5. Gravatar Icon 5 kulinariakatastrophalia 27. März 2007 um 20:08 Uhr

    Ersetzung wäre die praktikablere Lösung – eventuell lässt sich die Hausverwaltung ja überreden doch einen Herd mit vier Kochtopfaufstellungsundbeheizungsmöglichkeiten bereitzustellen (vielleicht sollten wir nachhelfen einen diesbezüglichen Grundzustand herzustellen :D ).

  6. Gravatar Icon 6 rike 27. März 2007 um 20:36 Uhr

    Dann viel Erfolg bei den Verhandlungen mit der Hausverwaltung. Da braucht man immer richtig viel Geduld und Nerven.

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