Kulinarischer Adventskalender! Das wunderbare 16. Türchen – Feurig karamellisierte Limonen an Zauber-Creme-Wölkchen

SüÃ�-saurer Hochgenuss Kulinaria Katastrophalia freut sich sehr das heutige Türchen des Kulinarischen Kalenders für Euch zu füllen. Zu gewinnen gibts es bei fleissiger Begutachtung der anderen Türchen auch etwas. Wir präsentieren Euch zur Feier des Tages feurig karamellisierte Limonen an Zauber-Creme-Wölkchen.

Für die Zubereitung dieser erfrischend sauer-süß daherkommenden Dessertidee mussten wir natürlich den perfekten Zeitpunkt abwarten. Zwar erfreuen wir hiermit des öfteren die geliebten Gäste, die aus dem Staunen ob der aufregenden Zubereitungszeremonie nicht mehr herauskommen — doch um unser Meisterinnenwerk im buchstäblich besten Licht zu präsentieren, musste in diesen grauen Tagen auf ein bisschen Wintersonne gewartet werden. Diese war so gut zu uns sich noch im letztmöglichen Moment zu zeigen…

Doch dieser Gaumenschmauss sieht nicht nur gut aus. Er ist auch noch extrem simple zu fabrizieren. Eine Kleinigkeit ist die Gebrauchsgelegenheit, die zum Karamelisieren benötigt wird; diejenigen, die schulterzuckend täglich mit der Hantierung bei der Auftischung von Crème Brûlée zu tun haben, werden anerkennend nun nicken und sich sagen, dass sei doch eine Selbstverständlichkeit. Doch Obacht! Kulinarischer Adventskalender 2006 Nicht jede Feuergerätschaft eignet sich unbedingt für die alltägliche Köchelei. Verzichtet werden sollte auf so kleinen Schnickschnack, der im Lebensmittelhandel zu erwerben ist und unter Brenner für die feine Küche subsumiert zu werden wünscht. Die Teile taugen nix und sind im nu mit ihren Gasvorräten am Ende. Ein handelsüblicher Bunsenbrenner ist optimal und günstig. Campinggas-Kartuschen sind zudem ebenfalls äußerst billig und langlebig, während die kleinen Spielzeuge vielleicht 100 Mal den Gasherd zum Entflammen bringen taugen. Wichtig ist vor allem darauf zu achten, dass der Brenner eine sogenannte Piezo-Zündung hat; das ist eine Art Funkengenerator, der beim Drückvorgang der erloschenen Flamme blitzartig zu neuen Höhen verhilft unter Vermeidung des ständigen Bereithaltens einer Feuerquelle. Da Bunsenbrenner die Eigenschaft besitzen häufig auszugehen sollten beim Kauf ruhig ein paar Euro mehr investiert werden. Lohnenswert auch die Beachtung des Hinweises, dass ein Gerät erworben wird, welches auch in verschiedenen Gratwinkeln noch funktionstüchtig ist, was ja beim Karamellisieren ein nicht unwesentlicher Faktor ist. Doch genug zum Kochwerkzeug. Die Zutaten sind ja auch noch wichtig ;-)

Gebraucht werden nicht mehr als die folgenden Zutaten:
Die Zutaten
6 Bio-Limonen
250 ml Bio-Sahne
100 ml gerührter Bio-Joghurt
Rohrzucker (am besten die braune Sorte)
Bio-Agavendicksaft
Vanillestange

Limonen oder Limetten sind überall zu bekommen und entfalten zusammen mit Agavendicksaft, der im gutsortierten Bio-Laden erhältlich ist und einen sehr feinen Geschmack hat, ihr volles wunderbar leckeres Aroma.

Zwar war uns diese Spezialität von Anfang an geschmacklich höchst sympathisch — jedoch war die praktische Essbarkeit nicht gewährleistet. Doch nach unzähligen Versuchen (unter Ausschluss von bspw. Orangen oder Zimtbeimischungen) können wir Euch nun die optimale Variante (Grapefruit geht zur Not auch noch) präsentieren. Die Limonen sollten erstmal gründlich abgewaschen werden und dann an den Enden ein bisschen angeschnitten werden. Dies ist deshalb wichtig, damit sie später gerade liegen und die zu karamellisierende Flüssigkeit sich nicht allzu weit entfernt. Hier deshalb anschaulich mit Foto präsentiert.

Gleich geht\'s durchs Feuer
Limonen erfreuen schon optisch die durch Cocktailkonsum erfahrenen kulinaria katastrophalia BesucherInnen

Die Limone muss jetzt einem weiteren Bearbeitungsgang unterzogen werden — sie wird jetzt an den Enden großzügig abgeschnitten, so dass ein in anderem Zusammenhang zu verwendendes Mittelstück übrig bleibt (eignet sich hervorragend für Limonade). Die angeschnittenen Endstücke sollten aber größer als das Mittelteil sein.
Feuerprobe Das obere und untere Ende der Lemonen auf eine feuerfeste Form legen und darauf achten, den darunter befindlichen Untergrund auf Hitzebeständigkeit zu untersuchen. Dann ordentlich braunen Rohrzucker auf die Limonen verteilen (alternativ zu verwendende geschälte Grapefruit in je 2-3 Spalten aufteilen und etwas öffnen, so dass sie am unteren Rand noch etwas zusammenhängen, ebenfalls in die Form legen; ebenfalls mit Rohrzucker überstreuen).
Dann kommt der große Augenblick des Bunsenbrenners, der nicht zu lange verharrend auf einer Stelle über die Limonenschar mit seiner Flamme geschwenkt wird bis sich eine schöne brutzelnd-bräunliche Färbung offenbart und die Karamellschicht als das bezeichnet werden kann was sie ausmacht.
Sodann schnell den Agavendicksaft rübertröpfelnd gut verteilen und nochmal kurz karamellisieren. Gerade der Agavendicksaft ist das berühmte I-Tüppfelchen, welches die allerfeinste Geschmacksknospenexplosion im erfrischend-einfachen Dessert-Sektor ausmacht. Ein wahres Rätsel wie zuvor auf diese köstliche Zutat verzichtet werden konnte… ;-) Leckere WölkchencremeFür die Zaubercreme ist ein Kontrapunkt vonnöten, der der süßen Köstlichkeit den geschmacklich süß-neutralen Ausgleich zu verschaffen mag.
Gute Bio-Sahne schlagen und zwischendurch leckeren Bio-Joghurt (schmeckt einfach am besten) und Vanillemark reingeben (Tipp: die ausgekratzte Stange in die Zuckerdose für Vanillezucker tun) und kalt stellen. Eine festere Konsistenz für anschließend zu fertigende kleine Wölkchen wäre nicht das Schlechteste. Die Zaubercreme schafft eine nette Abwechslung zum erfrischenden Charakter der Säure der Limonen, die unterbrochen vom süßen Krachen der Karamellschicht, Erinnerungen an Caipirinha weckt. Halt nur ohne Alkohol. Gut macht sich die Creme auch übergossen mit den in der Zubereitungsform verbliebenen Limonen-Rohrzucker-Dicksaft-Resten — extra gereicht und mit Zitronenmelisseblatt dekoriert auch nicht das Schlechteste zur anschaulichen Genusspräsentation.
Die Verköstigung geht am besten so vonstatten, dass die Limonenendstücke ausgeschlürft werden mitsamt der schönen Zucker-Agavendicksaft-Schicht. Das Dessert eignet sich deshalb ebenso für die Erweckung Scheintoter nach üppigen Gelagen wie für die staunenden Augen von Pyromaninnen. Eindruck haben wir allein schon mit der vor aller Augen vollzogenen Zubreitung erzielt, die höchste Erwartungen weckend ihren Ansprüchen ganz unbescheiden mehr als gerecht wird!
Und da dies Alles so unkompliziert schnell zu bewerkstelligen ist – empfiehlt sich natürlich unbedingtermaßen die Nachahmung! Dazu passt ein starker Espresso aus äthiopischen Wildkaffee oder einfach ein starker griechischer Mokka ohne allzu viel Zucker.

Und dann noch viel Spaß bei den anderen Türchen!

Kandierter Traum
Die Frische unter der Karamellschicht ist nicht das Schlechteste…


10 Antworten auf “Kulinarischer Adventskalender! Das wunderbare 16. Türchen – Feurig karamellisierte Limonen an Zauber-Creme-Wölkchen”


  1. Gravatar Icon 1 zorra 16. Dezember 2006 um 11:10 Uhr

    Das sieht himmlisch aus! Und danke für die Erläuterungen betreffend Bunsenbrenner. Ich muss mir mal einen zulegen.

  2. Gravatar Icon 2 Ulrike aka ostwestwind 16. Dezember 2006 um 13:28 Uhr

    Klingt lecker, und der Titel ist so kurz,dass er kaum eine Abstimmung sprengen würde ;-)

  3. Gravatar Icon 3 kulinariakatastrophalia 17. Dezember 2006 um 16:39 Uhr

    Das klingt natürlich nicht nur himmlisch lecker, sondern ist es natürlich auch ;-) Es gibt ja einige Haushaltsutensilien, die nicht unbedingt angeschafft gehören — der Bunsenbrenner hat sich aber als super Unterstützung edelster Zubereitungsverfeinerungsverfahren erwiesen, so dass wir ihn gar nicht mehr missen wollen! :-)

  4. Gravatar Icon 4 Coriandre 18. Dezember 2006 um 10:11 Uhr

    Gott sei Dank!
    Gerade noch rechtzeitig habe ich meinen Göttergatten stoppen können! Denn schon wollte er sich ins Getümmel werfen und nach einem Küchenbunsenbrenner Ausschau halten…
    Da hätte mein Schwiegervater gelacht – er der einen Metallbaubetrieb geführt hatte. Nun denn, ich schicke den GG einfach in den nächsten Handwerker-Markt!
    Ach ja und so nebenbei:
    Verführerisch, verführerisch! Wir mögens heiss – und säuerlich!

  1. 1 10.-16.Dezember | Paulchens FoodBlog?! Pingback am 25. Februar 2007 um 21:02 Uhr
  2. 2 Zart angebratene Kalamares wussten durch dezente Töne von Knoblauch in Olivenöl und Blattpetersilie durch Balsamico hervorragend ergänzt zu werden (zur Erfrischung hernach dann wieder mal die wunderbaren karamellisierten Limonen) | kulinaria kata Pingback am 15. Juni 2007 um 14:34 Uhr
  3. 3 Süße Versuchung am Morgen mit sich gar köstlich und wunderbar darstellenden roten leicht süßlichen Paprikastreifen, Μαστίχα als komplettierende Gegenspielerin zum hinzugefügten Agavendicksaft und stimmig sich erwei Pingback am 01. September 2007 um 0:23 Uhr
  4. 4 Zum Kulinarischen Adventskalender öffnet sich das 17. Türchen und angenehm duftende Aromen offenbaren zart sich anschmiegenden und zudem wohlausgeglichenen Mandarinello für den gar köstlich-unverfänglichen Genuss | kulinaria katastrophalia Pingback am 17. Dezember 2007 um 7:41 Uhr
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