Archiv für Dezember 2006

Apotekarnes Julmust oder weihnachtliche Brausenachlese oder nein noch besser kulinarischer Hinweis aufgrund einer unter Extrembedingungen getesteten Flüssigkeit, die aber eigentlich gar nicht so schlecht schmeckte – auch wenn böse Stimmen behaupten, dass das doch Hustensaft sein müsse

Julmust Brause
Gibt es nur zu Weihnachten und alle sind ganz scharf drauf

Früher war alles besser und weil das so war gabs die Spezialmischung Senf genauso wie Apotekarnes Julmust nur in der gut sortierten Apotheke und niemals musste ein Apothekengeschäft sich sorgenvoll fragen, ob nun Klagen drohen ob des gar schröcklichen Gebräus welches unter die Leut zu schaffen sich die InhaberInnen anschickten.
Heute gibts das Getränk zwar auch zu Ostern (natürlich in variierender Geschmacksrichtung) und immer immer ist auch genügend an Vorrat im Konsum zu erwerben, weil eine große Brauerei sich der beliebten dunklen Flüssigkeit annahm.
Schmecken tut das erstmal komisch und dann schmeckt das nach früher also irgendwie nach wilden Alkoholausprobiermischphasen, an die sich selbstredend niemand zu erinnern wünscht. Andere wiederum sind der Ansicht, dass das doch Hustensaft sein müsse — jedenfalls gemischt mit Imperialistenbrause (aber die ist doch verpönt im Lande der Herstellung zumindest zu weihnachtlicher Stunde). Diejenigen, die jetzt auch nicht schlauer sind müssen wohl nächstes Jahr gen Norden reisen und sich das mal genauer anschauen.

Und gegessen wurde auch eine gar köstliche Speise, die aus purer Faulheit erst des morgigen Tages präsentiert zu werden wünscht.

Weihnachten und tiefe Einblicke in die Abgründe unseres kleinen Küchenreiches (nebulöse Neugier befriedigende Erörterungen versteckterer Art)

Gitterausblicke schönster Natur
Gitterausblick schönster Natur (im Hintergrund delikate Detailaufnahmen)

Nun ja — immer wenn Weihnachten auf der Tagesordnung steht, kommen nicht nur die ewig gleichen Konsumterrorerscheinungen auf harmlose (den zu erwartenden Aufwand an Abgrenzung im Grunde genommen nicht im Geringsten erahnende) Bestandteile unserer WG zu, die sich selbstverständlich — wenngleich nur zum Teil — sich dem deshalb zu entziehen wünscht. Abwasch
Ewige Nörgelei betreffend des Festes wie sie gerade bei absolut nicht dem Weihnachtseinerlei verschworenen Personen immer wieder anzutreffen ist geben wir uns natürlich nicht hin. Die jenigen, die sich sonst nämlich mit Inbrunst gegen die meist mit Familienzusammenführung verbundene Konfrontation bürgerlicher Gepflogenheiten wenden, sitzen nachher nämlich Gläser ohne Klarheit
ganz zufrieden vor dem Gänsebraten bzw. den vegetarischen Beilagen (weil extra was für das einzige Mitglied des Familienclan herbeizaubern geht ja schließlich auch nicht) und freuen sich doch mal richtig was reinfuttern zu können. Außerdem gibt es dabei doch immer wieder reichlich Alkoholica zur Verdauung.

Nun, hier feiern ja nicht alle christliche Feste und so wird es mal Zeit einen kleinen Einblick in unsere kulinariakatastrophaliaküche zu gewähren. Bisweilen kann ja aus diversen Hintergründen der Food-Fotografie einiges erschlossen werden. Chipsreste Aber weil heut Weihnachten ist sind wir mal nicht so :-D
Das Potpourrie von Dingen, die wir einserseits dringend zu entsorgen wünschten (bevor sie Nutzungsrechte als neue Lebensformen geltend zu machen sich vornehmen zu wünschten) und andererseits diejenigen, die eigentlich mal aufgeräumt d.h. umsortiert werden müssten. Aber wie das so ist — hat ja nie jemand Zeit und die Adventszeit wurde auch nicht dafür genutzt mal in sich zu gehen — so ist das mit gestressten Kochblogbelegschaften.
Aber lange Reden lenken zumindest wunderbar von der Bewältigung unangenehmen Forschungsdranges ab, der regelmäßig bei der intensiveren Begutachtung unterer Dreckschichten auftritt.
Einige nennen ja ein Geschirrspülgerät ihr eigen, andere halten sich nicht wehrenden Nachwuchs und wieder andere reisen einfach öfter in der Weltgeschichte herum…

Auflaufform in Unform
Bisweilen entstehen unangenehme Nebenprodukte des diversen Köcheleiversuchseinerlei — gut haben es diejenigen, die Nachwuchs besitzen, den sie unter dem Vorwand des sorgsamen Heranführens an verantwortliche kleinere Tätigkeiten Übernehmens an den Nachbereitungssorgen teilnehmen lassen können

Aber macht Euch doch selbst ein kleines Bild. Und das alle vorm Computer rumhängen sehen wir an unseren Zugriffszahlen, die doch auf ein dringendes Bedürfnis hinsichtlich kulinarischer Ergüsse schliessen lässt, welches wir zugegebenmaßen durchaus zu tolerieren wissen auch wenn Toleranz ehemalige Olivenpräsentiereinheit nur eine üble Begleiterscheinung dominierender Herrschaftlichkeit ist, die sich dieses ganz generös herauszunehmen beliebt. Klasse Kressereste Hmm — eigentlich ist jetzt genug Textliches geschribbelt, um den passenden Rahmen, für die nun anheimelnde bildhafte Atmosphäre bei zufrieden Voyeurismus pflegenden BetrachterInnen, kreiert zu haben.
Versteckte Hinweise zu finden dürfte übrigens durchaus schwieriger werden, als auf den ersten Blick so angenommen — da die reißerische Überschrift eigentlich nur die niedrige zuv erbuchende Neugier von nur die Titel konsumierenden Schnell-Hin-Und-Weg-CheckerInnen wecken sollte und worum es sich da handeln könnte wenn doch…? Wer die Einträge brav von Anfang bis Ende durchgeforstet hat, ist natürlich schlauer ;-)

Pfanne Orangenschalen auf delikatem Teller

p.s. warum lädt uns eigentlich fast nie jemand zum Essen ein?!? Da gibt es doch extra ein kleines Formular, welches sich reghafter Beliebtheit zu erfreuen weiss (wer sucht eigentlich bei Google nach Essenseinladungen?)

Restlicher Adventskalender
..und da haben wir ja noch ein Symbol aufopfernder Nächstenliebe

Sardellenreste Schimmel nicht unerwartet

Das links sind Sardellen, die merkwürdigerweise nicht bei allen auf die Zustimmung gestossen sind, die die Einkaufsverantwortliche als Zielvorstellung bei der Aufstellung der Einkaufsliste vorherzusagen pflegte. Wahrscheinlich halten die Reste ewig — ganz im Gegenteil zu den aus den Tiefen der Kühlschranktür hervorgeholten schönen Exemplaren zaghaften Wildwuchses — sehr schön anzuschauen übrigens :-D

CD Stapel
..außerdem hören wir zuviel Musik und tausende CD-Hüllen überschwemmen die eigentlich für dreckiges Geschirr dringend benötigten Ablageflächen

tiefe einblicke
leider sind die schönen weißen Ausuferungen im Bilde etwas versteckt, so dass doch noch ein paar kleinere Darstellungen das Bild unserer Küche vervollständigen könnten, die der Einfachheit halber gleich im Anschluss an die letzten Zeilen aufzufinden sind, die wirklich nur deshalb noch hier stehen, weil ein bissl Text doch der Auflockerung eher keinen Abbruch tut.

Topf im Endzustand Zwiebeln

Tortilla (und ein kleiner misslungener Auflauf, der weiter keiner Rede wert ist)

Nachdem bei Spülkönig & Kitchenqueen schon die Fragestellung der richtigen urlaubsentsprechenden Zubereitung der klassischen Tortilla erörtet wurde war ein Begehren nach diesbezüglicher Speisung entbrannt, die anderntags mit Anfertigung eines ungefähr dem geposten Rezept entsprechenden Produktes endete, welches wir noch mit Kresse zu vervollständigen gedachten. Sehr lecker das Ergebnis der Anregung. Dabei waren noch viel mehr Öl (was sich aufsaugend bemerkbar zu machen versuchte) und Reste von Sahne, die verbraucht zu werden wünschten (was sie mit einigen Schinkenwürfeln gemeinsam hatte).

tortilla
Kresse erreichte farblichen Ausgleich zur vollmundigen Unterlage gelblicher Farbschöpfung

Und da wir zwischendurch auch des Abend was speisen zu gedachten kramten wir in den Tiefen unserer Vorräte und förderten Mozzarella, Nudeln, noch mehr Schinkenwürfelchen, Pilze,Paprika und noch irgendwas (was jetzt dem Gedächnis entschwunden ist) hervor. Ach ja, Broccoli war da noch und wurde (befreit von unansehnlichen gelben Blüten) in Bioolivenöl geköchelt und zu den Nudeln gegeben, die mt den restlichen Zutaten zusammen in den Backofen wanderten. Ging geschmacklich so, nein eher war es mittelmäßig (also Rubrik Katastrophalia). Aber irgendwie satt sind wir trotzdem geworden.

auflauf mit pilzen und mozzarella
Auflauf, der von den Zutaten her eigentlich besser zur Geltung hätte kommen müssen (hier im Zustand mit noch unüberbackenem Mozzarella)

Und dann gibt es noch den Blogevent Haselnüsse, zu welchem wir uns leider bisher außerstande sahen was ordentliches zu kreieren (obwohl da so eine Idee durch den Raum schwirrt).

Mexikanischer Kaffee aus Oaxaca und die portugiesische blaue Verpackung, in der sich Kaffeebohnen befanden im Gegensatz zum Soli-Kaffeepulver in der gelben Tüte und dann war da noch Caffee in der roten Packung (aber der war konventionell)

Lavazza Espresso Rossa
… zwar nicht fair trade – dafür geschenkt und in die Espressomaschine hineinkomplimentiert und für gut befunden

Eine blaue Papierverpackung härterer Qualität, die allein schon durch ihr charmantes portugiesisches Äußeres zu faszinieren weiss wurde überreicht und nach glückseligen Momenten der Bewunderung und Zurschaustellung nun auch mal verköstigt. Kräftig wars – aber gut!

Hah! Was waren das noch für Zeiten, als Nicaragua-Kaffee quasi als Solidaritätskundgebung die Mägen der kritischen Koffeinabhängigen auf das damalige Säuremaß des Rhein kurz hinter den Schweizer Chemiefabriken brachte. Zugegebenermaßen muss das richtig wach gemacht haben. Kaffee zum zweitenInzwischen sind delikatere Varianten auf dem Markt — bio, kbA, fair trade oder mit der besonderen Beimischung der afrikanischen Urbohne. Der Markt wird schier unüberschaubar…
…und klein und hilflos wird darin herumgestromert, genossen und gekostet, um doch endlich mal was Trinkbares zu finden, das cremig leicht, herb schwer und nicht allzu rachenputzend daherkommt. Schwierig, schwierig. Da hilft meistens gar nix — das muss alles durchprobiert werden. Da gibt es zwar mittlerweile sogar sogar Blogs zur Thematik, die sind zwar teilweise dem kommerziellen Gedanken nicht abgeneigter Natur und offerieren vornehmlich ihre Warenbestände. Dafür gibts dann aber auch bspw. Aufklärung zu dem Loch in der Kaffeepackung

Ein Agenten-Werbevideo (ohne erschossene GewerkschafterInnen) einer der bekannterern Kaffeehausketten wird im Kaffee Blog präsentiert und hey spielt da nicht Dr. Seltsam mit?
Apropos Gewerkschaften — die sind natürlich nicht gern gesehen auf den diversen Plantagen damit die Kaffeeeinkaufspreise für die großen Konzerne hübsch niedrig bleiben, so niedrig, dass die kleinen KaffeeanbauerInnen inzwischen unter ihren Kosten verkaufen müssen (ähnlich wenngleich nicht unter so krassen Produktionsbedingungen ist die Problemlage in der BRD z. Bsp. mit der Milch, die von Bauernhöfen mit Verlust verkauft werden muss). Kaffee zum erstenUnd da gibt es Leute, die wundern sich dass die Qualität nachlässt und sich ihren Freibonus durch eine Spende zu Weihnachten erkaufen. Ein Artikel zu den fair trade Angeboten der Handelsketten findet sich übrigens bei der Informationsstelle Lateinamerika und auf dem verdi-blog zum Schwarzbuch Lidl.

Überaus lecker war nebenbei bemerkt der faire äthiopische Wildkaffee, welcher mal in kauflauniger den Geldbeutel strapazierender Art erworben werden konnte. Irgendwo haben wir da auch noch ein Bild davon, das wir mal suchen müssen. Deshalb erst mal ein Filmhinweis. Aber immer diesen Kaffee kaufen geht auch nicht, weil sonst nix anderes mehr verkonsumiert zu werden wünscht ;-)

Genuino Pluma der Kaffee aus Oaxaca schneite als Mitbringsel von lieben Besuch in die Küche und war als Pulverkaffee nicht ganz so ausgewogen im Geschmack und etwas zu scharf geröstet. Nicht so ganz unser Nerv in Kaffeedingen. Aber natürlich ganz toll — nicht nur zur Zurschaustellung, sondern überhaupt :-)

Ja — und dann gibt es zum Schluss noch kaffeebohne, im Blog selbst sind allerdings eher Brotbackrezepte als Kaffeesorten zu bewundern.

Bravo
…und fast vergessen gibt es dann natürlich noch griechischen Mokka, Mocca oder Kaffee (je nach persönlicher Vorliebe). Bravo ist in der BRD noch die am besten schmeckende erhältliche Sorte. Leckerer gehts es zu bei Privatabfüllungen in diversen Sortimentläden direkt vor Ort.

Kulinarischer Adventskalender! Das wunderbare 16. Türchen – Feurig karamellisierte Limonen an Zauber-Creme-Wölkchen

SüÃ�-saurer Hochgenuss Kulinaria Katastrophalia freut sich sehr das heutige Türchen des Kulinarischen Kalenders für Euch zu füllen. Zu gewinnen gibts es bei fleissiger Begutachtung der anderen Türchen auch etwas. Wir präsentieren Euch zur Feier des Tages feurig karamellisierte Limonen an Zauber-Creme-Wölkchen.

Für die Zubereitung dieser erfrischend sauer-süß daherkommenden Dessertidee mussten wir natürlich den perfekten Zeitpunkt abwarten. Zwar erfreuen wir hiermit des öfteren die geliebten Gäste, die aus dem Staunen ob der aufregenden Zubereitungszeremonie nicht mehr herauskommen — doch um unser Meisterinnenwerk im buchstäblich besten Licht zu präsentieren, musste in diesen grauen Tagen auf ein bisschen Wintersonne gewartet werden. Diese war so gut zu uns sich noch im letztmöglichen Moment zu zeigen…

Doch dieser Gaumenschmauss sieht nicht nur gut aus. Er ist auch noch extrem simple zu fabrizieren. Eine Kleinigkeit ist die Gebrauchsgelegenheit, die zum Karamelisieren benötigt wird; diejenigen, die schulterzuckend täglich mit der Hantierung bei der Auftischung von Crème Brûlée zu tun haben, werden anerkennend nun nicken und sich sagen, dass sei doch eine Selbstverständlichkeit. Doch Obacht! Kulinarischer Adventskalender 2006 Nicht jede Feuergerätschaft eignet sich unbedingt für die alltägliche Köchelei. Verzichtet werden sollte auf so kleinen Schnickschnack, der im Lebensmittelhandel zu erwerben ist und unter Brenner für die feine Küche subsumiert zu werden wünscht. Die Teile taugen nix und sind im nu mit ihren Gasvorräten am Ende. Ein handelsüblicher Bunsenbrenner ist optimal und günstig. Campinggas-Kartuschen sind zudem ebenfalls äußerst billig und langlebig, während die kleinen Spielzeuge vielleicht 100 Mal den Gasherd zum Entflammen bringen taugen. Wichtig ist vor allem darauf zu achten, dass der Brenner eine sogenannte Piezo-Zündung hat; das ist eine Art Funkengenerator, der beim Drückvorgang der erloschenen Flamme blitzartig zu neuen Höhen verhilft unter Vermeidung des ständigen Bereithaltens einer Feuerquelle. Da Bunsenbrenner die Eigenschaft besitzen häufig auszugehen sollten beim Kauf ruhig ein paar Euro mehr investiert werden. Lohnenswert auch die Beachtung des Hinweises, dass ein Gerät erworben wird, welches auch in verschiedenen Gratwinkeln noch funktionstüchtig ist, was ja beim Karamellisieren ein nicht unwesentlicher Faktor ist. Doch genug zum Kochwerkzeug. Die Zutaten sind ja auch noch wichtig ;-)

Gebraucht werden nicht mehr als die folgenden Zutaten:
Die Zutaten
6 Bio-Limonen
250 ml Bio-Sahne
100 ml gerührter Bio-Joghurt
Rohrzucker (am besten die braune Sorte)
Bio-Agavendicksaft
Vanillestange

Limonen oder Limetten sind überall zu bekommen und entfalten zusammen mit Agavendicksaft, der im gutsortierten Bio-Laden erhältlich ist und einen sehr feinen Geschmack hat, ihr volles wunderbar leckeres Aroma.

Zwar war uns diese Spezialität von Anfang an geschmacklich höchst sympathisch — jedoch war die praktische Essbarkeit nicht gewährleistet. Doch nach unzähligen Versuchen (unter Ausschluss von bspw. Orangen oder Zimtbeimischungen) können wir Euch nun die optimale Variante (Grapefruit geht zur Not auch noch) präsentieren. Die Limonen sollten erstmal gründlich abgewaschen werden und dann an den Enden ein bisschen angeschnitten werden. Dies ist deshalb wichtig, damit sie später gerade liegen und die zu karamellisierende Flüssigkeit sich nicht allzu weit entfernt. Hier deshalb anschaulich mit Foto präsentiert.

Gleich geht\'s durchs Feuer
Limonen erfreuen schon optisch die durch Cocktailkonsum erfahrenen kulinaria katastrophalia BesucherInnen

Die Limone muss jetzt einem weiteren Bearbeitungsgang unterzogen werden — sie wird jetzt an den Enden großzügig abgeschnitten, so dass ein in anderem Zusammenhang zu verwendendes Mittelstück übrig bleibt (eignet sich hervorragend für Limonade). Die angeschnittenen Endstücke sollten aber größer als das Mittelteil sein.
Feuerprobe Das obere und untere Ende der Lemonen auf eine feuerfeste Form legen und darauf achten, den darunter befindlichen Untergrund auf Hitzebeständigkeit zu untersuchen. Dann ordentlich braunen Rohrzucker auf die Limonen verteilen (alternativ zu verwendende geschälte Grapefruit in je 2-3 Spalten aufteilen und etwas öffnen, so dass sie am unteren Rand noch etwas zusammenhängen, ebenfalls in die Form legen; ebenfalls mit Rohrzucker überstreuen).
Dann kommt der große Augenblick des Bunsenbrenners, der nicht zu lange verharrend auf einer Stelle über die Limonenschar mit seiner Flamme geschwenkt wird bis sich eine schöne brutzelnd-bräunliche Färbung offenbart und die Karamellschicht als das bezeichnet werden kann was sie ausmacht.
Sodann schnell den Agavendicksaft rübertröpfelnd gut verteilen und nochmal kurz karamellisieren. Gerade der Agavendicksaft ist das berühmte I-Tüppfelchen, welches die allerfeinste Geschmacksknospenexplosion im erfrischend-einfachen Dessert-Sektor ausmacht. Ein wahres Rätsel wie zuvor auf diese köstliche Zutat verzichtet werden konnte… ;-) Leckere WölkchencremeFür die Zaubercreme ist ein Kontrapunkt vonnöten, der der süßen Köstlichkeit den geschmacklich süß-neutralen Ausgleich zu verschaffen mag.
Gute Bio-Sahne schlagen und zwischendurch leckeren Bio-Joghurt (schmeckt einfach am besten) und Vanillemark reingeben (Tipp: die ausgekratzte Stange in die Zuckerdose für Vanillezucker tun) und kalt stellen. Eine festere Konsistenz für anschließend zu fertigende kleine Wölkchen wäre nicht das Schlechteste. Die Zaubercreme schafft eine nette Abwechslung zum erfrischenden Charakter der Säure der Limonen, die unterbrochen vom süßen Krachen der Karamellschicht, Erinnerungen an Caipirinha weckt. Halt nur ohne Alkohol. Gut macht sich die Creme auch übergossen mit den in der Zubereitungsform verbliebenen Limonen-Rohrzucker-Dicksaft-Resten — extra gereicht und mit Zitronenmelisseblatt dekoriert auch nicht das Schlechteste zur anschaulichen Genusspräsentation.
Die Verköstigung geht am besten so vonstatten, dass die Limonenendstücke ausgeschlürft werden mitsamt der schönen Zucker-Agavendicksaft-Schicht. Das Dessert eignet sich deshalb ebenso für die Erweckung Scheintoter nach üppigen Gelagen wie für die staunenden Augen von Pyromaninnen. Eindruck haben wir allein schon mit der vor aller Augen vollzogenen Zubreitung erzielt, die höchste Erwartungen weckend ihren Ansprüchen ganz unbescheiden mehr als gerecht wird!
Und da dies Alles so unkompliziert schnell zu bewerkstelligen ist – empfiehlt sich natürlich unbedingtermaßen die Nachahmung! Dazu passt ein starker Espresso aus äthiopischen Wildkaffee oder einfach ein starker griechischer Mokka ohne allzu viel Zucker.

Und dann noch viel Spaß bei den anderen Türchen!

Kandierter Traum
Die Frische unter der Karamellschicht ist nicht das Schlechteste…

Knoblauch-Rosmarin-Kartoffelspalten aus dem Backofen, der Buntbarsch, der nicht ganz so passend war und der gedünstete Spinat in Blattformat, der mit Zwiebeln noch das Ambiente zu vervollständigen wusste

Während fleissig eine Sprache eines angrenzenden Landes gebüffelt wurde von ungeheuer motivierten vor Glück strahlenden Anwesenden — schmurgelte derweil im Backofen (aus Zeit- oder Geschmacksgründen nicht geschälte) Kartoffelspalten, die zuvor mit reichlich Olivenöl und Rosmarin und Knoblauch und Salz und wenig Liebe in einer Auflaufform drappiert wurden. Dann kam da der noch vorhandene Buntbarsch hinzu, der aber leider noch tiefgefroren war und daher ein wenig in unaufgetautem Zustande gepfeffert, gesalzen, geölt werden musste. Da drauf dann der extra gedünstete Spinat (Vorräte sind jetzt alle ;-) ), der mit Zwiebeln, Pfeffer, Zitrone und ein bisserl Olivenöl wieder äußerst delikat war. Ab in den Backofen und nach von hungrigerer Meute umlagerter Feststellung, dass es nach 12 Minuten Zeit seie, den Vorgang mittels Hervorholen zu beschleunigen. Fisch war durch, wenngleich ein paar Minuten mehr…. War lecker und gibts dann mal wieder vielleicht besser mit einer anderen Fischsorte (bei diesem Rezept passt das besser) oder gar ohne. Die Backkartoffeln und die Spinatblätter harmonierten sehr gut!

Fisch und Spinat auf Kartoffelecken
Die Kartoffelecken sind unter dem leckeren Belag (ganz hinten rechts in der Ecke ist das Hervorlugen einer Kartoffelspaltenecke zu bewundern)

Diesmal unangebrannte aber dafür formschön gelungene lustige Reisnudeln, die in Ergänzung zu Zucchinistückerl und Tomatenachterl ihr bis dahin tristes Dasein schlagartig zu neuen Höhen kulinarischer Art zu heben wussten, was wohl auch am frischen Basilikum, Oliven und delikatem frischen Spinat lag den hinzuzufügen wir uns erlaubten ebenso wie den Mozarella zum Überbacken, der dann auch sogleich durch ausgewogene Färbung für allgemeines Erfreuen sorgte (nur mal eben so geschrieben)

Ganz muss der Spinat, der mal wieder von tapferen Bio-Bauernhof stammend uns schon beim Kauf zu erfreuen wusste, sein, um den geschmacklich Höhepunkt zu erreichen (gräßlich hingegen die Varianten, die ihn nur in zerkleinerter Form erlauben), den wir doch so gerne immer wieder zu erreichen pflegen in unseren hohen kulinaria katastrophalia Anspruch. Das letzte Mal war die Zubereitung dieser Reisnudeln aufgrund ungeklärter Verhältnisse nicht in als optimal zu bezeichnenden Zustand geendet, der aber trotzdem wagemutig verkonsumiert wurde.

Reisnudelspinattomatenmatsche

Diesmal hingegen kulinarisch veredelte Spezialität unerhörten Ausmaßes, die auch noch mit Mozzarella aus dem Backofen für einen optischen Ausgleich zu den orangen Dekoartikeln ganz weihnachtlicher Präferenz zu sorgen wusste. Wie haben wir das gemacht? Zwiebeln, kleingeschnippelt angebraten in Olivenöl, Zucchini, kleingeschnittene Tomaten und Basilikumblätter hinzu, Salz, Pfeffer und frischen Oregano auch noch. Köcheln lassen, ein Schuss Rotwein leicht süßlicher Note war geeignet das kochende Experiment zu vervollkommnen. Oliven müssen da rein tönte es während überlegt wurde, ob die Soße ausreichend mit Tomate versorgt war. Tomatenmark wurde eine kategorische Absage erteilt, die den frischen Charakter erhalten sollte, der übrigens wunderbar zur Geltung gelangen konnte, was uns nebenbei bemerkt zu diesem famosen Foto inspierierte, welches die Zutaten in leckerer Kompostion zu zeigen weiss. Hmmmm.

Spinatblätter en masse hinzu, mit Deckel drauf kurz zaubern und dann die kleingeschrumpfte Folge begutachten; umrühren — ab in eine Form mit kleingeraspelten Käseresten unterschiedlicher Artenvielfalt trockenen Zustandes belegen und im vorgeheizten Backofen für ca. 10 Minuten backen, raus und mit Mozarellascheiben belegen, die dann alsbald die erwünschte Färbung anzunehmen wissen, die uns dann auch geschmacklich zu der höchsten Notenvergabe verleitete.
Dazu Wein. Nochmal hmmmmmm nein – aaahhh, ooohhhh oder so.

Was gibt es noch? Der kulinarische Adventskalender gibt ein Türchen nach dem anderen preis.

Von koch-food-rezept-blogs und anderen Erwägungen beim bloggen – um des kulinarischen Anspruches wegen (ohne Abb.)

Es gibt doch immer weitere kulinarisch interessierte blogs zu begutachten, die meisten entpuppen sich zwar als bloße Rezeptsammlungen mittlerer Art und Güte — dennoch sind hoffnungsfrohe BlogerInnen am Start, die bisweilen sogar so was leckeres wie Mousse au Chocolat zu präsentieren wissen.

Ente hat mit neuer Homepage Unterstützung beim Fast Food bekommen;bisweilen wird das serviert. Eher selten wird in kathas blubberkistchen zur Tastatur gegriffen; dafür letztens mit Marroni-Chüechli und allerletztens mit Hinweisen zu Eier-Gemüse-Schlachten auf der bezirklichen Verbindungsbrücke in Berlin-Kreuzberg-Friedrichshain. Eine Ziegenfrischkäse-Terrine präsentiert Kräutersturm im Hexentopf, die damit alte Schulden oder so begleichen will.

Eine deftige Römertopf-Speise präsentiert Soframiz -- nämlich Rindergulasch mit roten Zwiebeln, Pflaumen und Maronen während uns der Blog Wie Gott in Deutschland irgendwie versucht französische Kochkünste näherzubringen und Raritäten wie geschmackvolle Trinkhalme erforscht hat. Küchenlatein hat übrigens den Kartoffel-Blog-Event mit Gemüse-Cassoulet gewonnen – herzlichen Glückwunsch! Ein Herrgottsbscheißerle gibt es bei einer Schwäbin in Fernost zu begutachten.

Zum Schluß noch der Erwähnung anheim gestellt vielleicht Gourmandise - das Auge isst mit, die mit Spaghetti, Tomatensoße und Spiegelei kräftig ihr Motto unterstreicht.

Irgendwann muss auch mal die linkliste überarbeitet werden — sind doch ganz schön viele geworden, die nur noch selten oder überhaupt nicht mehr bloggen. Und einige Skurilitäten sollen ja auch noch Platz finden für die Begutachtung ;-) wenngleich das wohl kaum Kultstatus erreichen dürfte…

Auf der Zunge zart zergehende Spinatblättchen an gescheibelten Champignons zu Pecorino negro-Splittern

Nudelteig in Form von Linguini war verantwortlich für das famose Essen, welches den Spinat in den omnipräsenten Mittelpunkt zu stellen wusste, der uns deshalb das Essen besonders munden ließ. Spinatblättchen wurden rasch mit Zwiebeln in Bio-Olivenöl (kbA) angedünstet und ein paar vorhandene Champignons in Scheibenformat kamen auch noch hinzu und konnten durch geschickte Drehung unserer Holz-Pfeffermühle mit der dafür vorgesehenen Füllung in der verarbeiteten Form ergänzt werden. Obendrauf noch delikat daherkommender sizilianischer Pecorino negro, der zart schmelzend auch optisch einiges her machen konnte.

spinatnudeln2
Spinatnudelvariation mit Champignon und Käsereibeprodukt