Archiv für Oktober 2006

Scharf gebratene doppelte Lammkoteletts mit Grillkartoffeln, formidablen gedünsteten Spinatblättern und leckerem Salat mit Mandarinen-Vinaigrette (Rezept)

Der Tag am Wochenende war lang (die Einstellung dauerte noch länger ;-) )und spontan wurde der Wunsch nach einer Spezialitätenzubereitung von in der Küche weilenden Besuch geäußert. Nicht faul wurde der Kühlschrank gesichtete, die Kartoffeln vom Markt begutachtet, die sich als ausnahmsweise äußerst lecker entpuppten (leider den Namen der Sorte vergessen) und die Auswahl zwischen drei vorhandenen Salatsorten getroffen.
Der Rest war Routine und ging so vonstatten:
Lammkoteletts werden in gepfefferten Olivenöl scharf angebraten und dann wird die Flamme leicht runtergestellt und nach ca. 6-8 Minuten sind für das zarte Fleisch Salz, Pfeffer und Oregano an der Reihe. Vorher wurden gekochte Pellkartoffeln halbiert und in Olivenöl angebraten und mit den ebengleichen Gewürzen bedacht. Rote Zwiebeln aus biologischem Anbau, die tausendmal leckerer geschmeckt haben, als die ganze Supermarktware der letzten Wochen, wurden in Bio-Olivenöl angedünstet, um dann einen Riesenhaufen frischer Spinatblätter hinzuzugeben, die mittels kurzem Aufenthalt unter einem Deckel auf ein vielfach Geringeres ihrer ursprünglichen Größe schrumpfen durften. Salz, Pfeffer und ein kleiner Spritzer Zitronensaft rundeten Alles ab. Dazu dann natürlich erfrischender Salat.
Äußerst lecker!

leckeres Lämmchen
Leckeres Lämmchen

Mandarinen-Vinaigrette zu Feldsalat

2 Teile Distelöl
1 Teil Schwedischer süß-scharfer Senf
1 Teil Kürbiskernöl
2 Teile Balsamicoessig
3 Teile frisch gepresster Mandarinensaft (halbe Mandarine)
etwas Zitronensaft

übrige Mandarinenhälfte mit der gleichen Menge rote Zwiebel kleinhacken und unterheben,
Salat direkt mit Salz und Pfeffer würzen und die Vinaigrette erst kurz vorm Servieren dazugeben

Noch mehr culinarische Blogs und diverse Köstlichkeiten

Endlich Zeit gefunden für eine kleine Umschau im kulinarischen Bloggetriebe und eine kleine anstehende Besprechung. Der letzte Kochwettbewerb zum Thema Rote Bete brachte Dans la cuisine de Sophie mit Betteraves rôties au balsamique, romarin et zestes d‘orange aufs Siegerinnentreppchen. Wir gratulieren!

Unser Beitrag – ganz leckerer Roter Beete-Salat mit charmanten zarten Rote-Beete-Grün kam leider gar nicht so an; dabei sind gerade die Rote-Beete-Blätter eine wahre Delicatesse.
Aber auch andere interessantere Blogs haben sich beteiligt und mit der von der roten Farbe der Bete inspirierten tollen Bildern aufgewartet. Nur ein paar Beiträge: Rote Bete Gnocchi mit Rosmarinbutter von Chili und Ciabatta oder die auch sehr lecker aussehende gefüllte Variante der Bete von genial lecker, die wir demnächst unbedingt mal nachkochen müssen. Onkel Olf, der sich fortan der Bentobox widmet, wurde wieder aktiv mit Labskaus, der vorsichtshalber nicht in anschaulicher Art der Dokumentation unterzogen wurde.

Aber auch schon beim Kochwettbewerb Beere waren uns so einige Sachen ins Auge gefallen. Vorstellen werden wir — da es aber schon länger zurückliegt — mal nur die bisher noch nicht in unserer linkliste am Rand aufgeführten Blogs. Nebenbei bemerkt lohnt sich durchaus der Besuch der anderen Präsentation der Köstlichkeiten, um mal so richtig schön das Wasser im Munde zusammenlaufen zu lassen.

Hungrig in San Francisco wartete mit jetzt auch für die langen Herbstabende geeigneten Sandwaffeln mit Beeren auf (Preiselbeeren dürften jetzt die optimale Wahl sein ;-) ). kitchenpirate, ein englischsprachiger Blog servierte Kaninchen-Roulade; dolce brachte Schokolade ins Spiel und aufs Brot. Die Kombination gab es ja auch in unserem Siegerinnenbeitrag.
Was ganz lecker Anzuschauendes waren die Geeisten Himbeeren mit Mohn-Zitronen-Sauce von Dilek — interessantererweise gibts den Foodblog auch noch auf türkisch, da heiss er dann dilek‘ce (da werden wir nach Konsultierung bei Sprachkundigen mal demnächst einen genaueren Blick draufwerfen). Ebenfalls auf türkisch war der Wettbewerbsbeitrag von TARİF BAHÇESİ, gleichfalls mit einer Kombination aus Schokolade und Beere (und Quark).
Küchenlatein war ja mit einem sehr schön anzuschauenden Brombeertrifle mit weißer Schokolade dabei. Hoffentlich haben wir niemand vergessen — nächsten Monat gibts aber die nächste Vorstellung von jenem und diesem Essen-Blog, der uns so auffiel.

Auch ein weiterer Blogevent ist passend zum Monat im Angebot. Da wir aber eine Abneigung gegen unsymphatische Festivitäten, die das Thema sind, haben — an dieser Stelle nur der Hinweis auf den Blog-Event Oktoberfest.

Ach ja: der world bread day steht an – noch bis morgen ;-)

βλήτα – was sonst? Komposition mit famosen Zucchiniblüten und Borretsch, lecker mit Meersalz und Pfeffer abgeschmeckt

Zum Ende des Sommers noch schnell das hier: βλήτα heisst die leckere Pflanzengattung, die schon mal vorgestellt worden ist, um mit Gemüse zu glänzen, das hier kaum jemand als Gegenstand der Kenntnis für sich verbuchen kann. Die Pflanze ist geschmacklich eine Mischung aus Spinat und Löwenzahn und eine sehr delikate Beilage besonders im südlichen Griechenland, die als eine von vielen Schälchen auf dem Tisch das kulinarische Esserlebnis auf Hochtouren bringt (Vorkommen sind schon bis Hessen gesichtet worden). Die Planze wird ca. 30-40 cm groß und wächst wie nix. Beim nächsten Griechenlandurlaub also unbedingt die nächstbeste Person anbetteln, doch ein paar Samen zu spendieren. Subsumieren lässt sich die Pflanze wohl unter Horta (worunter alles fällt was grün und verzehrbar zu sein scheint ;-) ).
Das Foto ist noch aus etwas mehr dem sommerlich zugeneigten Wetterzeiten und wartete seitdem auf Publizität. Da aber seit Rückkehr aus dem hohen Norden und zeitweiligen Aufenthalte in weniger nördlicheren Gegenden noch nicht so groß der Kochlöffel geschwungen worden ist, bot es sich einfach an, dies doch einfach mal nachzuholen und zur Ergötzung hier in den Blog reinzustellen. Vielleicht kennte EineR ja den botanischen oder hiesige Namen – lasst es uns wissen.

horta
Vlita

Die Zubereitungsvielfalt kennt keine Grenzen und mit anderen Zutaten wird es noch famoser. Zuerst werden Zwiebeln in erstklassigen Bio-Olivenöl glasig angedünstet, um sodann Vlita und ein bissl Borretsch (die Planze mit den lustigen blauen Blüten und den dazugehörigen Bienen) hinzuzugeben, den Deckel daraufzulassen und alles wenige Minuten anzudünsten. Bedeckung zwischendurch ab und Zucchiniblüten (die überhaupt zu gedünsteten Gemüse immer einzigartig sind), etwas Pfeffer und Salz hinzugeben; zwischendurch paar mal umrühren – fertig ist die Köstlichkeit.
καλή όρεξη

horta mit zucchiniblüten
Vlita mit äußerst leckeren Zucchiniblüten

Kaum wieder allzeit bereit – muss dem Fische mit einer Darbietung im Mehlmantel und Rosmarin-Beigabe gefrönt werden

Kaum, dass es gelungen war, sich den umtriebigen Verlockungen der Lakritzformationen in allen erdenklichen Formen, Farben und Geschmäckern zu entziehen (bevor ernsthafte Suchterscheinungen dem befindlichen Genusssehnsüchten allzuviel Schaden zuzufügen gedachten), war es an der Zeit den Blog mit mal wieder leckerem Inhalt anzureichern und auf die Schnelle gab es also, um es mal wieder kurz zu machen, in schöner Oliven-Sonnenblumenöl-Mischung gebratenen Fisch (Seelachs war im Gefrierfach noch zu finden), der seine besondere Geschmacksanreicherung dem beigefügtem Rosmarin am Stiel verdankte, der schon beim Bratvorgang die wunderbarsten Nuancen erahnen liess, die dann alsbaldig zu unserer allgemeinen und befriedigenden Sättigung beitrugen. Dazu noch Reste einer angeknabberten Gurke, die in Scheiben geschnippelt und mit Joghurt und dunklem Balsamico (heller Essig war irgendwie ganz unbedachterweise dem Ende zugeneigt) angereichert, geeignet waren, den mit einem Hauch Butter versehenen weißen Reiskörnern Gesellschaft zu leisten. Dazu geradezu obligatorisch Weißwein mittlerer Art und Güte, der schnell noch (ja,ja Todsünde) im Gefrierfach angekühlt wurde und frisch zubereiteter Rabarber-Saft (ihr wisst schon).

Seelachs mit Rosmarinzweigen
Klassisches Fischformat: Bestäubtes Filet mit grüner Optikbeigabe, die auch geschmacklich sehr überzeugend zu überraschen wusste.

Lebensmittelskandal

Der Schock sitzt noch immer tief: Läkerol Black ist nicht mehr im exklusiven Handel und war auch nach nervenaufreibenden Suchen in diversen klein-mittel-mittelgroßen-groß-riesigen Schleckereilebensmittelbedarfslädchen nicht mehr aufzutreiben – ein Skandal unendlicher Güte, der nun nicht unbedingt des Glückes Kind Blicke produziert und uns vor die heikle Frage stellt, wie dieses Suchtmittel den nun kompensiert zu werden gedenkt. Irgendwie ist das jetzt so wie für die yellow press-LeserInnenschaft wie England ohne Königin…. wie…..wie…..

läkerol black lakritz
Läkerol – die letzte Packung (die verbleibenden 7 Läkerols werden nun streng rationiert) – fortan verbleibt nur eine verschwommene Erinnerung

Ach ja, wir sind gerade in urlaublichen Gefilden und machen demnächst mit tagesaktuellen Fressalien Euch den schmackhaften Hof. Nicht traurig sein ;-)

p.s. wer uns ein ev. noch entdecktes Riesenpacket davon liefert wird ordentlich bekocht.