Archiv für Oktober 2006

Katastrophen I und II, die pink daherkommenden Umgarnungsschnüre und unerfüllte Erwartungen


Es ist Halloween — da muss alles schief gehen !!! Wir waren mal wieder von lauter lustigen Ideen besessen, wie das eine oder andere Gericht denn am besten geeignet erschiene für einen der zur Zeit laufenden Blogevents Maronen bzw. Esskastanien und Kürbis. Unser Beitrag für den heute endenden Blogevent Kürbisgerichte steht zwar schon fest: Es sind unsere wunderbaren Bunten Kürbisfrikadellen mit frischem Minze-Agavendicksaft-Joghurt-Dip, die ganz klar jede vefügbare Stimme verdient haben (großer Wink mit dem Zaunpfahl) ;-) und andererseits hatten wir für die kastanige Angelegenheit noch rein gar nix gemacht mit dieser Frucht, außer sie ab und an mal zu rösten. Tolle Ideen waren irgendwie auch schon alle vergeben wie eine kurze Recherche ergab. Also was neues kreieren.

Wir dachten da an Gefüllten Rotbarsch mit frisch gerösteten Maronen, angebratenen Tamarillo und Granatapfelkernen in karamelisierter Sauce aus dem Backofen. Das waren zumindest gestern die zur Verfügung stehenden Zutaten — zumal der Fisch dringend verspeist zu werden wünschte.
Die Esskastanien waren auch kein Problem (eher unsere hungrigen Mäuler, die das Naschen nicht sein lassen konnten), die Granatapfelkerne noch etwas sauer waren auch nicht unbedingt ungeeignet und die Tamarillo erwiesen sich als schon halbwegs reif. Und da sowieso noch selbstgemachter Vanillezucker hinzu sollte war das auch kein Problem — die Soße sehr lecker beim Probieren.
Später kam dann allerdings doch ein etwas zu sauer daherkommender Ton dazu (waren wohl die Kerne aus dem Granatapfel). Der Fisch wurde gefüllt und mit unseren neu erworbenen pinken Schnüren aus dem Hause the foodloop, sogenannten silicone trussing tools umbunden. Die Teile sehen einmal sehr chic aus und sind auch sehr praktisch da sie sich rasch zuziehen bzw. erweitern lassen und natürlich wiederverwendbar sind. Die Premiere hat auch gleich geklappt, die Schnüre nicht geschmolzen ;-)
Nach 45 Minuten also den Fisch, der zuvor in geschlossener Backform mit etwas Weißwein vor sich hin gebacken hatte, rausgeholt und aufgetischt. War aber die totale Katastrophe: Die Füllung zwar noch an dem vorgesehenen Platze – aber unansehnlich und nicht gut schmeckend geworden. Der Fisch war nicht der optimale Geschmacksverstärker. Der dazu gemachte Bulgur wurde dann mit den Resten der ungebackenen Füllung pünktlich zu Halloween ganz früh in den ersten Minuten verspeist.

Au�en hui, innen pfui
Außen hui — innen pfui

Schon zuvor war ein kulinarischer Versuch zwar nicht gerade gescheitert — aber doch nicht den hohen Erwartungen, die wir an uns legen, gerecht geworden. Zur Rettung unser Kochkünste muss natürlich hinzugefügt werden, dass das Rezept von J.O. stammt (und zwar aus seinem Kochbuch Genial italienisch, Seiten 112-115). Das soll angeblich das Beste Rezept des Buches sein und wurde von dem Autor so überschwänglich gelobt, dass wir das dich mal ausprobieren mussten.
langwierige Vorbereitung
Pastavorbereitung

Pustekuchen — das ganze Brimborium umsonst für ein nicht mal annähernd an andere gute Rezepte des Buches herankommendes Gericht. Die gefüllte Kürbis-Nudelteig-Rolle mit Spinat, Kürbis und Ricotta in Salbeibutter erwies sich als unverdaulicher Klumpen im Magen — so ganz ohne die feinen der Kombination eigenen Geschmacksverstärkungen, die das Aroma in den unvergesslichen kulinarischen MIttelpunkt des Abends zu stellen belieben.

Wir haben den Verdacht, dass der Herr unbedingt noch ein umständliches Gericht brauchte, das gut aussieht und viel hermacht. Vielleicht waren unsere Zutaten aber auch nicht in der Qualität wie sie für die perfekte Zubereitung vonnöten sind. Wir wissens nicht. Vielleicht gibts ja Leute, die das schon mal zur vollsten Zufriedenheit gekocht haben.

Und da sowieso grad kulinarisch nix klappt — servieren wir einfach mal einen trashigen pinken link zu sarah tv neinneinneinneinneinneinneinnein…..

Kabeljau so zwischendurch

Endivien- und Eisberg-Salat und eine einzige rote Zwiebel waren noch da — was jetzt dazu machen? Ganz hinten im Gefrierfach noch Kabeljau entdeckt. Leicht überschrittene Deponierungsrichtlinien fielen nicht so schlimm wie erwartet aus und so war der Fisch schnell in Öl gebraten — nachdem er ausgiebig in Mehl gebadet hatte. Wir bedienen uns dabei immer der sogenannten Tüten-Methode: Mehl rein, Dorsch dazu und alles hübsch durchschütteln. Danach ist auch der letzte Zipfel bedeckt und schützt die Ware vor Austrocknungserscheinungen beim Bratvorgang. Zitrone und Bratkartoffeln gabs obligatorisch dazu. Lecker!

Kabeljau im Mehlmantel zu Bratkartoffel und Zitrone
Kabeljau mal wieder

Fremde Küchen, Utensilien, Unbrauchbares und allerlei Witziges

Barcomi`s, Pfefferkuchengewürz und weiteres
Barcomi`s Espresso war sehr lecker – anderes wartet noch auf Begutachtung

Schon mal gefragt warum die eigene Küche immer so vollgestellt daherkommt? Zumindest wenn dieses und jenes eigentlich dem Gebrauch unterliegen sollte? Da stauben tagein tagaus die witzigsten Sachen herum und sind ob des täglichen Anblicks in Vergessenheit geraten (nicht der Abwasch ;-) ). Ziehen Food-Bloggerinnen um — dann wird Erstaunliches zutage gefördert: Schnuppensuppe fand beispielsweise eine Haufen interessante Sachen dabei. Aber auch Einblicke in fremde Küchen (der Abwasch bei Kochbuch ist gerade erledigt) sind nicht uninteressant – immerhin kann in Erfahrung gebracht werden, dass Ché Guevara in der Küche hängt. Bei uns verweilen hingegen mahnende Hinweise an den Wänden.

schippe und besen
Nicht zu verachtendes Utensil, welchem täglich gehuldigt wird

Aber nicht nur der voyeuristische Anspruch bei Begutachtung dessen was die anderen Essenblogs so die Tage verspeist haben ist ausschlaggebend für den Besuch des ein oder anderen Blog; In 80 Essen um die Welt ist beispielsweise eine Inauguration zu betrachten, auch mal was. Spannende Kochduelle mit vorgegebenen Zutaten gibts nicht nur in langweiligen Fernsehsendungen, sondern auch in der IOFF Lounge ganz ohne überflüssiges Herumgelaber. Im Übrigen sind Spontankoch-Sendungen alles andere als spontan (aber wir wollen mal nicht aus dem Nähkästchen plaudern).
Apropos Medien und Essenszubereitung durch BlogbetreiberInnen. France2 hat eine Reportage über Foodblogs gebracht. Vor laufender Kamera konnte so richtig in die Vollen gegriffen werden.
Utensilia, die in den siebziger Jahren weitverbreitet waren, wie der Römertopf, sind eigentlich ausgestorben, dachten wir ;-) – trotzdem bestückt Chaosküche die hauseigene Badewanne damit. Küchenfensterexperimente gibts bei learning by cooking — wenn das mal nicht schimmelt.

Stifado, die Verleugnung und die späte Köstlichkeitsverzehrzeremonie genau 3 Minuten nach mitternächtlicher Stunde

Nicht nur das leckere Essen ließ zusammenkommende kulinarisch Begeisterte (mit entdeckter Präferenz zu heimlichen Hauptstädten in Nicht-Weinbau-Gegenden) wieder den Vorwand für den Konsum alkoholischer Getränke ausnutzend suchen – nein, auch die harte Probe der Wartezeit während Auftischung von kleinen nicht weiter erwähnenswerten Vorspeisen (frittierte Peperoni, Schafskäse, Baguette) muss ja einmal im Jahr ausgekostet werden, um den anschließenden Genuss als das zu zelebrieren, was er einmal, als in aller Munde geführt, an Bekanntheit für sich verbuchen konnte.
Zwar sollte vorgekochte Spezialität bereits am Nachmittage zubereitet werden – schlaflose und arbeitsame Nächte und Frondienste verhinderten diesen Plan jedoch auf Eifrigste.
Gelegenheit, die Fertigkeiten von zu spät antanzenden ExpertInnen im Kartoffelwettschälen zu testen. Extrembedingungen wie „nur ein Kartoffelschäler?„,“was — kein Bier im Haus?“ und verständnisloses „das Essen ist noch nicht fertig?“ waren zu bewältigen. Dafür konnten neugierige Blicke den Zubereitungsakt von der Wiege bis fast zum Ende nachverfolgen – und das ist ja auch mal was.

Kartoffelnschälen
Kartoffelwettschälen zur Überbrückung der Wartezeit

Für den Kochakt war diesmal das bekannte griechische Eintopfgericht Stifado zu bewältigten, was mittels einer halben Bio-Kuh, einer Riesenflasche Wein, die auch noch durch Alternativware ersetzt werden musste (Mavrodaphne war nicht zu erwerben) auch bald lecker vor sich hinbrutzelte. Leider passten nur drei Kilo Zwiebeln in den Topf, so dass für JedeN nur 6 Zwiebeln zur Verfügung standen, die zumal auch noch nicht den eigentlich erhofften teilweisen roten Ton aufwiesen, da rote Zwiebeln wohl zur Zeit aus einem unerfindlichen Grunde Mangelware zu sein scheinen (zumindest in der erwünschten Größe). Auch die vorher zu kochende und beizufügende Fleischbrühe fiel aus gegebenen Anlass weg, was aber niemanden weiter aufzufallen schien.

Stifado
Rindfleisch (Bio) und Zwiebeln an Hauch von Zimt, Wacholderbeeren und Lorbeer nach mehrstündiger Zubereitung in Weinsoße.

Geschickt wurde die lange Kochzeit und der fortgeschrittene Abend dafür genutzt, den schon vom ungewohnten Weine umgarnten Teil-Publikum, das von Hunger geschwächt und vom Essensduft demoralisiert war, eine Abschwörung von ideologischem Ballast vornehmen zu lassen. Und schlussendlich war das Stifado dann auch fast fertig gen Mitternacht und bevor alle sich anschickten hungrig zu gehen wurde beschlossen aufzutischen. Unflätige Kommentare, dass die Zwiebeln noch nicht richtig durch waren, waren zwar wissenschaftlich richtig analysiert-- wurden aber einfach wegdiskutiert.

Erfrischendes Dessert gabs auch noch.

Bunte Kürbisfrikadellen mit frischem Minze-Agavendicksaft-Joghurt-Dip

Das Innere einer Kürbisfrikadelle
Auch auf dem eher kühlerem Ambiente des Luxus-Empfangs sind Kürbisbratlinge (hier im angeschnittenen Detail) die Show und belieben dem Ausdruck luxeriösen Lebensstils den richtigen Aspekt zu verleihen.

Der Herbst bringt mit dem typischen orange-gelb-gemusterten Kürbissen den Anlass für den nächsten Blogevent Kürbis. Gelegenheit doch mal wieder auf eine der zahlreich vorhandenen Varianten zurückzugreifen, die unser aller Herz zu erfreuen wissen mit verspielten Zucchiniwürfeln und hintergründiger trockener Minzbeimischung und die — auch dies sei bemerkt – hervorragend für Massenverköstigung, sei es auf dem Kindergeburtstage oder bei der Vokü, bei der Großdemonstration oder beim Dance-Event geeignet erscheinen für den Blickfang und nachfolgende Lobeshymnen. Überall also kommen die gut an. Liegen tut dies nicht nur an den normalen fleischhaltigen Klöpsen nicht unähnlichen Umfang in Größe und Farbgebung, die seit Kindestagen konditionierte Vielfrasse so schätzen gelernt haben, sondern vor allem an der den nussigen Geschmack so delikat unterstreichenden Füllung.
Deshalb nun unser Beitrag zum Blogevent, der einer etwas festeren Form gewidmet ist, die alle schön satt bekommt (die etwas weichere Variante mit höherem Kürbis- und Bio-Öl-Anteil gibt es demnächst auch mal wieder) und auch noch an den nächsten Tagen, ob des vielfach vorhandenen Zustandes der Rohmasse, zu erfreuen weiß.

So gelingts am Besten:

Zutaten

Für die Kürbisfrikadellen:

2 Teile schmackhafter nussiger Kürbis (eine Reibe oder Mixer zum vorherigen Zerkleinern ist auch nicht schlecht),
1 Teil Parboiled Reis,
Bund Blattpetersilie,
Bund Dill, Fenchelgrün
Weiß- und Mais-Mehl,
Salz, Pfeffer, Minze,
ca. 200 Gr. Erbsen,
1 Zucchini (in kleinen Würfelchen),
4 Zwiebeln (in kleine Würfelchen gehackt),
viel Öl
und große Pfannen

Für den Dip:

Söbbeke-Joghurt (schmeckt am Besten)
frische Minze
Agavendicksaft

I. Die Vorbereitungsphase:

Ganz viel Kürbis, der zuvor mittels Geschmackstest den hohen Ansprüchen durch Hervorhebung der verlangten nussig-schmeckenden-festen Konsistenz Genüge getan wurde, wird eifrig dem Raspeln zur Verfügung gestellt. Fein Mixen ist bei dieser Variante nicht so angesagt, da es dann zu matschig wird (für ganz Eilige darf aber der Kürbis ganz kurz auch in den Mixer). Der Kürbis muss unbedingt ausgedrückt werden – da ansonsten die zuviel vorhandene Flüssigkeit das anschließende Bratergebniss zu verfäschen droht (nicht gut).
Parboiledreis wird währenddessen bis zu einem Stadium gekocht, der als kurz vor bissfest-fertig am besten zu charakterisieren wäre. In einer Pfanne werden nebenbei ganz kleingehackte Dill- und Fenchelstiele mit den kleinen Zwiebelstücken angebraten. Die Zucchinistückchen kommen dann ganz kurz noch hinzu, um sie ein bißchen weniger hart werden zu lassen; aber wirklich nur ganz kurz — sonst ist die Frische, die der Zucchini eigen ist, verpufft. Mit Salz, Pfeffer und Würzminze wird mit dem abschmeckenden Teil diese Kochphase beendet.

II. Die zweite Phase erfordert Geschick im Augenmaß

Nun sind nämlich Kürbisstreifen und Reis im Verhältnis 2 zu 1 unter Zuhilfenahme zartbesaiteter Hände in Einklang zu bringen. Während also ohne festes Zupacken Alles vorsichtig vermengt wird, werden noch die aus der Pfanne stammenden Dill-Fenchel-Zwiebel-Mischungen beigefügt. Dazwischen kommt etwas helles Mehl für die Festigkeit und ein ordentlicher Schuß gutes Bioolivenöl. Dann beginnt auch hier der abschmeckende Teil – vorsichtig wird sich mit Salz und schwarzen Pfeffer an die richtige Geschmacksnote angenähert. Wenn das Resultat stimmig erscheint werden nun Erbsen, grob gehackte Blattpetersilie-Blätter und Dillgrün ebenso vorsichtig hinzugegeben (die Erbsen sollen ja nicht matschig werden).

III. Das Formen

Nun wird auf einem Teller ein 60/40-Gemisch aus Weißmehl und Maismehl (damit werden die Freakadellen etwas dunkler) drapiert. Geschickterweise sind vier Hände für diese Phase für die Bewerkstelligung am Besten (oder es wird in zwei Arbeitsschritten vorgegangen).

Während also auf einer Seite des Tisches versucht wird, aus dem Gemisch einigermaßen akzeptable runde Freakadellen zu formen werden sie auf den anderen Seite auf dem Mehlteller in Empfang genommen und erstmal vorsichtig eingemehlt, um sie dann schön in die richtige ovale Frikadellenform zu bringen, die doch erstrebt wird, auf dass das Braten dem versuchten Gelingenswunsch keinen Abbruch antut (die Bratlinge dürfen für den Vorgang des Bratens nicht zu groß und nicht zu kugelig werden). Vorsicht ist angebracht, weil die immer noch vorhandene Flüssigkeit eifrig versucht, die Vollendung zu sabotieren indem sie nach außen dringt. Schnell mit trockenen Händen arbeiten ist also angesagt (sonst bilden sich an den Händen dicke Krusten und das sieht nicht schön aus).
Auch Beachtung finden sollte der Hinweis, dass die fertig geformten Frikadellen nun nicht einfach achtlos übereinander gestapelt werden — die pappen nämlich sonst aneinander und Essig ist es mit dem mühsam zustandegebrachten formvollendeten Abschluß dieser Zubereitungsphase.

delikate Kürbisfrikadellen
Schon äußerlich dem Grünkernbartling und der Fleischbulette nicht unähnlich: Die Kulinaria-Katastrophalia-Kürbisfrikadellen-Show

IV. Der Bratvorgang

Normales Bratöl (also keine absolute Billigware, die alles regelmäßig verdirbt) ist hier absolut ausreichend, ein bissl Olivenöl schadet aber auch nicht. Ausgesucht werden sollten auch gut zu belüftende Räumlichkeiten – denn das Braten beliebt einen aufgrund des nässenden Bratgutes doch durchaus unangenehmen Bratgeruch zu hinterlassen, der nicht unbdingt überall auf allgemeine Zustimmung hoffen lässt.
Wenn eine erstmal hohe Brattemperatur erreicht ist wird schnell Kürbis-Frikadelle nach Kürbisfrikadelle in die Pfanne gereicht. Wenn sich unten nach ca. 1-2 Minuten bereist eine feste Kruste gebildet hat, darf bei Bedarf auch einmal vorischtig die Frikadelle in eine etwas flachere Form gebracht werden. Temperatur etwas runter und weiterbraten lassen. Nach 5 Minuten die Frikadellen vorsichtig umdrehen und von der anderen Seite erst mit hoher Temperatur und dann mit niedrigerer weiterbraten. Nach 15 Minuten müsste auch die widerspenstigste Mischung durch sein.
Und keine Angst vor zerplatzenden Erbsen, die das Fett in empfindliche Augen spritzen lassen – das ist ganz normal ;-)

V. Der Haupt-ACT!

Die ganz vegan daherkommende Kulinaria-Katastrophalia-Kürbis-Frikadelle ist dann entweder kalt oder auch warmgestellt oder auch ganz frisch zu verkonsumieren. Dazu passt hervorragend Salat und ein vegetarisch anheimelnder Dip aus Joghurt und frischer Minze, der mit einem Löffel Agavendicksaft und etwas Salz abgeschmeckt ist.

Bon Appétit!

Immer wieder gut: die Resteverwertung und Verdammt, warum ist das nicht da!

Auch schon mal gefragt, wie in den diversen Kochbüchern diese merkwürdigen Zutaten zustandekommen, wenn es dort bisweilen raffiniert beschrieben steht, nun seien 2 Teelöffel von dieser bspw. Gemüse-Rindfleisch-Austern-Soße mit Pfeffer aus den peruanischen Hochebenen hinzuzugeben. Hat natürlich niemand gerade im Haus — klingt aber selbstverständlich so exklusiv, dass gleich das schlechte Gewissen sich meldet und der bleibende Eindruck „Nie wird im Koch-Olymp dein Namensschildchen stehen“ bleibt. Wer natürlich ein mehr oder minder florierendes Restaurantgewerbe betreibt, hat ja so allerlei in den Kochtöpfen zur Verfügung für seine Kreationen. Da wird dann halt mal schnell das genommen, was gerade da ist – und seinen es nur zwei Kochlöffel ;-)

Wir machen das jetzt mal genauso:

Also haben wir Basmati-Reis genommen, der zuvor (ganz wichtig!) ausgiebig ca. zwei Teelöffeln einer Shaohsing-Ingwer-rote-Peproni-Sauce, die mit braunem Rohrzucker angereichert war, in sich aufgenommen hat. Zusammen mit Broccoliröschen wurde das Gemisch nun angebraten und mit Korinthen und Mandelsplittern verfeinert. Zur Geschmacksverfeinerung kam gut gelagerte Blattpetersilie hinzu und mit extra frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer kam ein wunderbares Restessen heraus, das an Salat mit Apfelscheiben und Mandelplättchen ausgerichtet nun auch unseren Blog erfreut. Mal wieder ganz famos lecker.

exclusive resteverwertung
Exclusive Resteverwertung

Und morgen gibt es dann unseren Wettbewerbsbeitrag für den Blogeevent Kürbis mit noch delikateren Zutaten. Auch zum Nachkochen geeignet!

Delikat in Shaohsing-Ingwer-Sauce angemachter Zander, Tilapia-Filet und die relativ spontane Entscheidung doch den vielfach vorhandenen Shiitake-Pilzen eine Chance auf einen nicht zu verachtenden Auftritt bei diesem Delicatessen-Menü zu geben

Der Ingwer hatte die entscheiden Rolle, die er gekonnt auszuspielen gedachte, als er in Kombination mit scharfen roten Pepperoni in der Pfanne in Erdnuß-Sesam-Öl vor sich hinbrutzelte und schon die scharfen Geschmacksnuancen lecker erahnen liess auf den gespannten Gesichtern drumherumstehender gieriger — dem fischigen Essen durchaus nicht abgeneigter — Kulinaria-Katastrophalia-begeisterter Personen. Das Rezept war bekannt, erprobt und gepostet und selbstredend der Eignung der verzückten Emporhebung für zugänglich erklärt worden — und dies zu Recht, wie auch der Abend hinlänglich zu beweisen in der Lage war. Dazu wurden in Erprobung getrocknete Shiitake-Pilze hinzugefügt, die zwar etwas zu wenig der angeratenen Bewässerung angetan waren – aber mit etwas höherer Temperatur schon noch weich zu kriegen waren, als dass sie zu munden wussten, um zum Resultat zu gelangen dass die Wahl auch die perfekte Kombination war — wenngleich es der alternativ daneben zur Sicherheit zubereiteten klassischen Form gelang den Fisch mehr in den Vordergrund zu rücken. Dazu gereicht Broccoli, Basmatireis und frischer Weißwein. Äußerst lecker!

shiitake mit zander tilapia ingwer reiswein
Shiitake in brutzelnder Shaohsing-Soja-brauner Rohrzucker-Raffinesse zu Zander und Tilapia mit braunen Ingwerstreifen und scharfen Peperoni in der etwas zu vollen Pfanne

Schnell, schnell — die letzten Zucchini, Bohnen, Fenchelspitzen und Tomaten aus dem Garten verarbeiten (Rezept)

Vehement wurde in Kommentaren ein zum Nachkochen geeignetes vegetarisches Menue eingefordert. Da Selbstmordparty so nett darum gebeten hat, haben wir schnell mal in unserem Archiv gekramt und ein veganes Backgericht hervorgezaubert. Das gelingt immer und erfreute in den sommerlichen Monaten auch unser strahlendes Antlitz des Öfteren.
Die Zutaten quälen sich aber zur Zeit auch immer noch in den Gärten (oder sind problemlos im einschlägigen Fachhandel zu erwerben)-- während wir gestern beschlossen haben, endlich mal die Heizung in Betrieb zu nehmen.

Zucchini-Bohnen-Wilder Dill-Kartoffel-Auflauf
Zucchini-Bohnen-Wilder Dill-Kartoffel-Auflauf

Zutaten (nur so ungefähre Angaben, ob nun von einigen Zutaten mehr oder weniger genommen wird isr relativ egal):

4 Zuchini
4 große Zwiebeln (rote und weiße)
6 Tomaten
800 gr Bohnen (lange dünne und lange breite)
ein Bund Wildes Fenchelgrün (alternativ Dill und Fenchelsamen)
2 Kilo Kartoffeln
200 Gramm Erbsen oder Zuckererbsenschoten
Olivenöl, Meersalz. Pfeffer, Würzminze (auf gar keinen Fall Pfefferminze!)
ev. 1 rote Paprika, frischer Oregano und Zucchiniblüten

So wirds gemacht:

Bohnen putzen und zusammen mit den grob geschnittenen Zwiebeln und den ganz klein gehackten Fenchelstielen (nicht die feinen Spitzen!) in Olivenöl anbraten (muss nicht sein — dauert aber sonst länger bis es gar wird); wenn rote Paprika vorhanden ist, darf die auch in Streifen geschnitten rein. Den Backofen in der Zwischenzeit auf 220 Grad aufheizen. Benötigt wird außerdem eine große Backform (in einem großen Topf geht es zur Not auch – gelingt aber nicht so gut und ist dann mehr ein Eintopfgericht).
Kartoffeln und Zuchini in Scheiben schneiden und zusammen mit Erbsen, Fenchelspitzen (alternativ Dillspitzen und im Mörser feingeriebenen Fenchelsamen) den angebratenen Bohnen, Zwiebeln etc. vermischen. Ordentlich Olivenöl, Meersalz, Pfeffer, Würz(!)-Minze und etwas Wasser kommen auch noch hinzu. Die in Viertel oder dicke Scheiben geschnittenen Tomaten werden dazwischengesteckt. Alles in den Ofen schieben und hungrig vor dem Backofen warten und nach 20 Minuten mal Alles ein bissl umschichten/umrühren und wieder (wenn vorhanden) mit Zucchiniblüten versehen reinschieben. Nach 10 Minuten kann geschaut werden, obs durch ist. Vielleicht ein bissl Farbe annehmen lassen. Serviert wird das schmackhafte Essen mit Maisbrot.

Guten Appetit! ;-)

Nächtliche vegetarische Kost für rückkehrende Genusssüchtige

Reste waren mitten in der Nacht noch da und wurden von zu später Stunde eintreffenden, nördlichen Gegenden den Rücken kehrenden, WG-Inhalt nur zu gerne verspeist. Vorher waren rote Bio-Zwiebeln, Blattpetersilie mit Zucchinistreifen, gnubbeligen Tomaten und Spinatblättern schnell gedünstet; mit Bioolivenöl und Gewürzen versehen und mit Blattpetersilie dekoriert worden. Darauf frisch gemahlener Pfeffer. Darunter Linguine.

Liguini zu später Stunde
Vegane Gemüsepfanne aus den Tiefen der Vorräte zusammengekocht