Bio-Huhn in Martini-Rosé-Tomaten-dreierlei Sorten Thymian-Sauce an Rucola und Kartöffelchen (Knoblauch war auch dabei)

Das Wochenende war nicht zuletzt auf Grund von Besuch (der auch der Grund für Blogabsitinenz war) in die vorwiegend dem späteren Abend zugeschriebenen Stunden verlegt worden was zumindest den Teil des Nicht-mit-Regenerierungs-Übungen-Verbringens angeht und war — dies sei zugestanden — auch gar nicht so schlecht, da dann das lange erwartete und noch länger anstehende Spezialitätengericht, welches uns doch immer wieder in wunderbares Entzücken zu versetzen weiß, anstand, um des Fabrizierens und Geniessens willen.
Zuvor musste die bittere Wahrheit erkundet werden, dass es keinerlei den normalen Anforderungen entsprechende Tomaten, die unabkömmlich für das Gericht sind, zu fnden waren. Selbst der nahegelegene Bio-Supermarkt wusste nur mit unaromatischer und grüner (keineswegs absichtlichen Färbung) der Tomaten aufzuwarten. Wenigstens gelang es nach drei Versuchen doch noch einigermaßen akzeptable rote Früchte zu organisieren. Dann aber gings auch schon los und es wurde erstmal Martin Rosé mit Eiswürfel und Limonenstückchen genossen und — der Abend war noch jung-- es wurde dann auch gleich zu einem Rotwein aus kontrolliert ökologischem Anbau gegriffen, Domain de Clairac stand auf dem Ettiket samt ansprechendem Hinweis „Vin issu de raisins de L`Agriculture Biologique“, kbA also. Darauf stehen wir doch allemal.
Der Wein war einen ganz kleinen Tick etwas zu sehr der mit einem sauren Ton vorliebnehmenden Note verbunden aber wurde erstaunlicherweise mit zunehmendem Konsum immer beliebter und wusste nach dem tollen Dessert, welches unter Aaahhh und Ooooohh vor den entflammten Augen der Belegschaft entzündet wurde, zu vortrefflicher Hochform aufzulaufen. Das war nämlich sauer und ist eine unserer wertgeschätzten nachtischlichen Begebenheiten, die doch immer wieder für unseren guten Ruf zuständig sind. Gefüllte eisige Himbeeren gabs auch noch ein paar, wir gönnen uns halt auch mal was Gutes ;-)

Hühnchen am Brutzeln

Hahn in tomatiger Martini-Rosé-Soße, die lecker mit ganz viel Thymian (drei Sorten) und Knoblauch daherkam.

Wie koch ich das denn?

Ganz einfach — und mit guten Zutaten gelingt das im Handumdrehen und wie schon unsere anderen Gerichte auch immer überzeugend zu berichten wissen, ist das die Grundlage guten Kochens. Es muss einfach ein Biohuhn sein und kein geschundenes Käfigtier, die schmecken nämlich garstig und dann ist es nur der halbe Genuss (das muss ja nich sein). Mit einem richtig fetten Teil sollte dann auch der getätigte Einkauf abgeschlossen werden (2 Kilo wären optimal), das Fleisch bleibt dann nämlich schön saftig und sättigt tausendmal mehr als die kümmerlichen anderen Teile, die bisweilen ihr Dasein im Imbiss zu fristen pflegen.
Wenn es dann nach Hause geschafft wurde, kommt die große Stunde toller Küchenmesser: Das Huhn muss nämlich zerlegt werden. In der großen Pfanne brutzeln derweil in Bio-Olivenöl 1-2 kleine Zwiebeln und warten auf die Einzelteile, die nun scharf angebraten, mit Salz, Pfeffer, Paprika und getrockneten Thymian gewürzt werden. Martini kommt kurz mit einem Schwubs zum Ablöschen darüber und --Vorsicht-- das spritzt ganz schön und wird dann ein paar mal umgedreht. Tomaten, geachtelte ohne Strunk, noch hinzu, mit frischem Thymian versehen und nochmal — diesmal mit mehr Martini Rose hinzu (Rosé muss es sein und nicht Rosso, der ist zu süß und drückt das Händerl zu sehr in den geschmacklichen Hintergrund). Deckel drauf und Knoblauch, geschnitten, vorher noch rein und sich wieder mal dem Weine hingeben.

Fertiges fettes Huhn

Irgendwann sich dann wieder ans Essen erinnern, reingucken und Martini zugegeben und noch ordentlich Thymian hinzupacken. Nach 30-40 Minuten, die auf klein-mittlerer Flamme dem Inhalt nun gegönnt war, kommt die große Stunde, die das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.
Hähnchenstücke raus und Soße unter mehrmaligem Hinzugeben von Martini-Rosé schön einkochen lassen bis sie ordentlich sämig-tomatig-dicklich ist. Frisch gepressten Knoblauch hinzu, Umrühren & Auftragen!
Dieser Zeitpunkt ist immer der härteste. Eigentlich müssten wir uns nun wie wild draufstürzen und die Welt um uns herum vergessen. Aber nein, wir müssen andere Leute noch neidisch machen und das Ganze ablichten. Unser Leid steigert sich förmlich ins Unermessliche. Nach gut drei Dutzend Fotos, von denen wir die Hälfte verfluchen, da sie des späten Abends wegen nur die zaghaften Strahlen vorhandener Lampenbestrahlung als zum Gelingen beitragend für sich verbuchen können, ist die Vorbereitung zum Blogbeitrag auch schon zu Ende wie dieser letzte Satz übrigens auch noch unterstreicht; leckerlecker!!


4 Antworten auf “Bio-Huhn in Martini-Rosé-Tomaten-dreierlei Sorten Thymian-Sauce an Rucola und Kartöffelchen (Knoblauch war auch dabei)”


  1. Gravatar Icon 1 zorra 07. Januar 2007 um 10:48 Uhr

    Sieht sehr lecker aus! Martini rosé habe ich noch nie gehört. Neu? Oder meint ihr damit Martini rosso?

  2. Gravatar Icon 2 kulinariakatastrophalia 07. Januar 2007 um 14:50 Uhr

    Nein, nein – Martini Rosé ist schon richtig! Mit Rosso haben wir es auch schon mal gefertigt – das war aber dann deutlich zu süß. Den Rosé gibt es schon ganz lange und leider ist der schwierig zu bekommen, da die meisten Läden immer nur die üblichen drei Varianten Dry, Bianco und Rosso vorrätig haben.
    Zum Kochen eignet sich der Martini Rosé wegen der den Thymiangeschmack hervorragend zur Geltung bringenden Zurückhaltung. In gut sortierten Einkaufsstätten kann der bestimmt geordert werden.
    Schmeckt übrigens auch super als kleiner Aperitif mit Eiswürfeln vorweg.

  1. 1 Seelachs auf Kartoffel-Tomaten-Ragout aus dem Ofen // kulinaria katastrophalia Pingback am 27. September 2006 um 20:24 Uhr
  2. 2 Der Frische hingegeben sich darbietende allerköstlichste die feinen Geschmacksnerven auf den letzten Punkt ausreizende passable Saucenaufhäufung (darunter dies und das — darob Drapierung) « kulinaria katastrophalia Pingback am 25. Oktober 2009 um 20:37 Uhr
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