Archiv für September 2006

Seelachs auf Kartoffel-Tomaten-Ragout aus dem Ofen

Heute war es unsere Aufgabe aus den wenigen in der Küche zurückgebliebenen und unverdorbenen Zutaten ein wohlig den Magen fühlendes Ganzes zu zaubern. Doch auch wenn wir sonst gern aus dem Vollen schöpfen, konnten uns diese Voraussetzungen ganz und gar nicht entmutigen. Also wurden fleißig Kartoffeln geschält und die fürs Martini-Rosé Hühnchen verschähmten Tomaten geschnippelt, rote und weiße Zwieblen gehackt und das ganze in einer Ofenform mit ordentlich Rotwein und etwas Olivenöl übergossen. Schnell noch die Reste des frischen Thymians dazwischen drappiert, ein paar Hände voll Oliven darüber gestreut und ab in den Ofen. Schon war kein übertriebener Aktionismus, zu dem wir sonst doch gerne tendieren, mehr gefragt und nur darauf gewartet, dass die Kartoffeln fast die erwünschten Konsistenz erreichten. Just zu diesem Zeitpunkt wurde das ganze mit schmackhaft gewürzten Seelachs-Filets belegt und nochmals in den Ofen geschoben. Heraus kam ein köstlich geschmortes Ragout - Fast-food-a-la-Kulinaria-Katastrophalia!

Fisch aus dem Ofen

Fisch auf Rotwein-Kartoffel-Tomaten-Ragout

Reiche-Männer-Back-Anleitung

Nicht nur den eifrigen Bemühungen, sich die Natur schönzureden war ein Bericht von Mlle Différentielle gewidmet, sondern auch die notwendig gewordene Entsorgung zwecks Platzschaffung war unmittelbarer Bestandteil des beschriebenen Vorgangs dessen Resultat schmeckte wie….

….aber lest selber weiter ;-)

Die Grenzen guten Geschmacks auskosten ist toller als jede Antifa-Techno-Demo, die zwar auch zu entzücken weiß mit trashigem Faktor aber nicht bleibenden Eindruck zu hinterlassen beliebt (Test, Tipp und Heiterkeit)

Apropos Wein-Tipp im letzten Wochenendbeitrag! Die Gelegenheit war gekommen die nette kleine Spielerei, von der wir neulich unsere Abscheu im Besonderen herleiten konnten, an einer unbedarften und sich unvorsichtigerweise bei uns aufhaltenden nicht näher zu beschreibenden Person zu testen. Kaum war sie beim Martini-Huhn-Essen draußen, wurde das Pulverzeugs mit extra aus französischen Landen importiertem Mineralwassers edelster Güte gemäß dem aufgedrucktem Rezepte vermischt und dann schnell versteckt, da wir den Hinweis zu spät gelesen hatten, der uns kundtat das Zeug doch nun geschlagene 5 Minuten oder so stehen und gehen zu lassen. In der Zwischenzeit war natürlich der unbeobachtete Moment dem Ende zugeneigt und wir mussten auf die nächste dann aber schön wahrgenommene Gelegenheit warten, die alsbald uns in unbekümmerter Form gegenübersaß und förmlich kein Wässerchen trüben konnte, als der Blick zuerst auf unvorsichtigerweise auftretende weiße Pulverrestchen fiel, die wir aber gekonnt als Weinreste aus der Flasche ausgeben konnten. Leider war der nicht zu überriechende Gestank nach frischem Zahnarztzimmer nicht mehr wegzupalavern und das Mißtrauen sähte alsbald seinen zu erwartenden Gewinn in Form eines skeptischen Blickes zu uns herüber.
pervers Wein Pulver im Ausschnitt
pervers: Wein Pulver im Ausschnitt

Gespannt warteten wir die erste Schluckphase ab und — warum haben wir es nicht auf Video gebannt?? — war ein gar nicht mehr so unbekümmerlicher, wir sind versucht zu sagen freigeistiger Moment bissiger Gesichtsstudien, zu erkennen, der zugegebenermaßen nun für ordentlich Heiterkeit zu sorgen wusste, die wir in kollegialer Solidarität nachzuahmen wussten — wozu selbstredend auch eine unsererseitige Weinprobe, nicht unnötig zu erwähnen, vonstatten ging.
Das Resultat schmeckte schal und war übrigens mit Roter Bete versetzt, die uns wieder die Erinnerung an unseren Beitrag zum Blog-Event Rote Bete wachwerden liess (aber das nur nebenbei) und uns außerdem ente wieder in Erinnerung rief, der nun nach seinem Scheitern bei blogsport sich einem ungefährlicherem Gewässer widmet.
Aber zurück zum „Weine“, der schmeckte wie vorgesehen scheußlich und hatte angeblich 8 Prozent Alkohol aufzuweisen, die dezent herauszuschmecken waren und ist ein originelles Mitbringgeschenk für Leute, die noch nie in den engeren Kreis der öfters zu Besuchenden aufgenommen worden sind (deshalb: Geschenktipp!), vegan ist das Zeug übrigens auch noch (also nix mit Rinderbestandteilen wie manchem Weine dies im Gegensatz nachgesagt wird).
Wir haben es übrigens wider Erwarten alle überlebt und ein deutlich hervorzuhebender Rest harrt in unserem Kühlschranke auf neugierige Münder, die durch die Tiefen und Untiefen des kulinarischen Grauens schreiten wollen. Auf Anfrage nennen wir auch gerne die genaue Bezugsquelle (vielleicht kriegen wir da ja jetzt für unsere anheimelnde Test-Beschreibung Prozente).

Bio-Huhn in Martini-Rosé-Tomaten-dreierlei Sorten Thymian-Sauce an Rucola und Kartöffelchen (Knoblauch war auch dabei)

Das Wochenende war nicht zuletzt auf Grund von Besuch (der auch der Grund für Blogabsitinenz war) in die vorwiegend dem späteren Abend zugeschriebenen Stunden verlegt worden was zumindest den Teil des Nicht-mit-Regenerierungs-Übungen-Verbringens angeht und war — dies sei zugestanden — auch gar nicht so schlecht, da dann das lange erwartete und noch länger anstehende Spezialitätengericht, welches uns doch immer wieder in wunderbares Entzücken zu versetzen weiß, anstand, um des Fabrizierens und Geniessens willen.
Zuvor musste die bittere Wahrheit erkundet werden, dass es keinerlei den normalen Anforderungen entsprechende Tomaten, die unabkömmlich für das Gericht sind, zu fnden waren. Selbst der nahegelegene Bio-Supermarkt wusste nur mit unaromatischer und grüner (keineswegs absichtlichen Färbung) der Tomaten aufzuwarten. Wenigstens gelang es nach drei Versuchen doch noch einigermaßen akzeptable rote Früchte zu organisieren. Dann aber gings auch schon los und es wurde erstmal Martin Rosé mit Eiswürfel und Limonenstückchen genossen und — der Abend war noch jung-- es wurde dann auch gleich zu einem Rotwein aus kontrolliert ökologischem Anbau gegriffen, Domain de Clairac stand auf dem Ettiket samt ansprechendem Hinweis „Vin issu de raisins de L`Agriculture Biologique“, kbA also. Darauf stehen wir doch allemal.
Der Wein war einen ganz kleinen Tick etwas zu sehr der mit einem sauren Ton vorliebnehmenden Note verbunden aber wurde erstaunlicherweise mit zunehmendem Konsum immer beliebter und wusste nach dem tollen Dessert, welches unter Aaahhh und Ooooohh vor den entflammten Augen der Belegschaft entzündet wurde, zu vortrefflicher Hochform aufzulaufen. Das war nämlich sauer und ist eine unserer wertgeschätzten nachtischlichen Begebenheiten, die doch immer wieder für unseren guten Ruf zuständig sind. Gefüllte eisige Himbeeren gabs auch noch ein paar, wir gönnen uns halt auch mal was Gutes ;-)

Hühnchen am Brutzeln

Hahn in tomatiger Martini-Rosé-Soße, die lecker mit ganz viel Thymian (drei Sorten) und Knoblauch daherkam.

Wie koch ich das denn?

Ganz einfach — und mit guten Zutaten gelingt das im Handumdrehen und wie schon unsere anderen Gerichte auch immer überzeugend zu berichten wissen, ist das die Grundlage guten Kochens. Es muss einfach ein Biohuhn sein und kein geschundenes Käfigtier, die schmecken nämlich garstig und dann ist es nur der halbe Genuss (das muss ja nich sein). Mit einem richtig fetten Teil sollte dann auch der getätigte Einkauf abgeschlossen werden (2 Kilo wären optimal), das Fleisch bleibt dann nämlich schön saftig und sättigt tausendmal mehr als die kümmerlichen anderen Teile, die bisweilen ihr Dasein im Imbiss zu fristen pflegen.
Wenn es dann nach Hause geschafft wurde, kommt die große Stunde toller Küchenmesser: Das Huhn muss nämlich zerlegt werden. In der großen Pfanne brutzeln derweil in Bio-Olivenöl 1-2 kleine Zwiebeln und warten auf die Einzelteile, die nun scharf angebraten, mit Salz, Pfeffer, Paprika und getrockneten Thymian gewürzt werden. Martini kommt kurz mit einem Schwubs zum Ablöschen darüber und --Vorsicht-- das spritzt ganz schön und wird dann ein paar mal umgedreht. Tomaten, geachtelte ohne Strunk, noch hinzu, mit frischem Thymian versehen und nochmal — diesmal mit mehr Martini Rose hinzu (Rosé muss es sein und nicht Rosso, der ist zu süß und drückt das Händerl zu sehr in den geschmacklichen Hintergrund). Deckel drauf und Knoblauch, geschnitten, vorher noch rein und sich wieder mal dem Weine hingeben.

Fertiges fettes Huhn

Irgendwann sich dann wieder ans Essen erinnern, reingucken und Martini zugegeben und noch ordentlich Thymian hinzupacken. Nach 30-40 Minuten, die auf klein-mittlerer Flamme dem Inhalt nun gegönnt war, kommt die große Stunde, die das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.
Hähnchenstücke raus und Soße unter mehrmaligem Hinzugeben von Martini-Rosé schön einkochen lassen bis sie ordentlich sämig-tomatig-dicklich ist. Frisch gepressten Knoblauch hinzu, Umrühren & Auftragen!
Dieser Zeitpunkt ist immer der härteste. Eigentlich müssten wir uns nun wie wild draufstürzen und die Welt um uns herum vergessen. Aber nein, wir müssen andere Leute noch neidisch machen und das Ganze ablichten. Unser Leid steigert sich förmlich ins Unermessliche. Nach gut drei Dutzend Fotos, von denen wir die Hälfte verfluchen, da sie des späten Abends wegen nur die zaghaften Strahlen vorhandener Lampenbestrahlung als zum Gelingen beitragend für sich verbuchen können, ist die Vorbereitung zum Blogbeitrag auch schon zu Ende wie dieser letzte Satz übrigens auch noch unterstreicht; leckerlecker!!

Schnell und eifrig belegter Yufka-Teig mit roter Paprika in schwurbeligen Zwiebeln – als da wären rote und weiße Exemplare und natürlich Crème fraîche mit Oregano-Muskatnote und als Beigetränk Federweißer (Rezept)

Irgendwas was superschnell geht und wir deshalb ganz viel Zeit haben, um den eigens erworbenen Federweißer – jenes sagenumwobene Getränk mit fortsetzender Gärung, lustigem Geblubber, aufsteigenden Perlen und manchmal trüber Aussicht – entsprechend würdigen zu können. Aber leider wieder mal zu lange gewartet, um endlich die Maronen der Verarbeitung anheim stellen zu können, die nun den Weg allen Vergessens auf Grund fortschreitender Schlechtigkeit gehen mussten. Verdammt! Was nun?!? Zwiebelkuchen kam in den Kreis der näheren Betrachtung und erwies sich angesichts eines immensen Vorrats an allerlei Sorten als erfolgversprechende schmackhaft daherkommende Spezialität, die wir schon ganz lange nicht mehr herbeigezaubert hatten. Den Teig waren wir absolut zu faul, um ihn selber zu machen und so wurde nach Ausschickung und froher Heimkehr aus dem mitgebrachtem Yuftateig (so eine Art Phyllo-Teig) als Grundlage was ganz Zwiebeliges fabriziert, das durchaus (wie fast immer) uns wieder mal die Bestätigung zu bringen vermochte, dass die Welt wohl doch nicht morgigen Tages dem Untergange geweiht sei.
Das Rezept ist so simpel wie einfach nachzumachen weshalb wir das hier mal kurz beschreiben:

Zwiebelig belegter Yuftateig
Zwiebelig belegter Yufkateig

Reste von roter Paprika zusammen mit ganz viel Zwiebelringen (mal größer — mal kleiner) anbraten in ein wenig Öl und mit ordentlich Peffer aus der Mühle würzen, Salz kommt auch noch mit rein und etwas Muskat. Während das brutzelt wird im vorgeheitzten Ofen schon mal der vorher schön fein für jede Lage gölte Yufta-Teig in vierfacher festgedrücker Übereinanderstapelung knusprig gebacken (so ca. 10 Min). Die Zwiebeln dürften dann schon so langsam ins Braune tendieren und das ist dann der Augenblick um das kalorienstrotzende (das Wort bringt uns doch wieder Diät-Anzeigen) Crème fraîche ins Spiel zu bringen, welches ja auch ganz famos zu allerlei zu passen pflegt. Während das dann kurz einköchelt bietet sich hier dann nochmal die Gelegenheit die Pfeffermühle in Gang zu bringen und Alles dann mit ein Schwubs auf den Yufkateig zu verteilen, kurz oh rufen, und dann ab für 5 Minuten zum Weiterbacken in den Backofen. Guuuttt!
Drauf kam noch frischer Oregano und verfeinerte den zum dritten Mal in Anschlag gebrachten Pfefferbestreuungsauftrag. Grünes Dekoeinerlei gabs extra für tolle Fotos auch noch dazu.

Bio-Limonaden-Potpourrie und Blubber-Bauchige-Bewertungen (Contest)

bio-limo

Der gestrige Test ging bis ins Heute hinein und förderte wieder einmal interessante Untersuchungsergebniss zu Tage, die auch den hier zu konsumierenden Zwecken Vorbeiflanierenden nicht vorenthalten werden sollen zwecks Abnahme schwerer Kaufentscheidungen bzw. Nichtkäuflicher Tätigkeitsfaulenzerei. Bekannt wie ein bunter Hund sind inzwischen die in vielfältigster Art auf dem Markt befindlichen Bionade-Limonaden (Bio), die mittlerweile den Kultstatus hinter sich lassend zu einem ordentlichen Nicht-Markt-Nischen-Produkt heraufkonsumiert worden sind (nicht zuletzt durch eine in der Mediengesellschaft nicht untückische Berichtmassenerstattung), die auch wohl nicht mehr in ihr Gegenteil verkehrt werden wird in den nächsten Jahren.
Da auf den fahrenden Zug gerne aufgeprungen wird, hat es die Biolimo von Voelkel auch in peppiger Form gewusst sich im Bioladen-Regal zu platzieren in einem bunten Kleidchen in der gleichen sogenannten Longneck-Flasche, die selbstredend furchtbar szenisch ist wie auch diverse Braueren verkünden, die das junge Publikum auch noch mit Detailinfowisssen mittels aufregender Presserklärungen, die sich zuhauf auf den öd-flott-biederen Werbewebsite finden, zu versorgen wissen. Aber schmeckt die denn gleich bei etwas teurerem Preis?!?
Dies in Erfahrung zu bringen gelang uns also in zwei Etappen, die hier mal ausnahmsweise ganz kurz in komprimierter Form dargestellt werden:

Zur näheren Auswahl haben wir auf drei mal drei Flaschen zurückgegriffen, die der Namenswahl wegen interessant erschienen. Zuerst haben wir uns den Durst durch eine frohe Probierstunde querbeet gestillt und dann minutiös Buch geführt und den Rechtsweg ausschließend eine zweite Runde mit verschlossenen Augen eingelegt.

Bionade und Zisch

1. Runde

Bionade — Ingwer-Orange (Fermentation nach dem Brauprinzip offeriert die kleine BIONADE GmbH, Zucker wird ausnahmsweise statt in Alkohol in Gluconsäure „analog zur Honigproduktion der Bienen“ umgewandelt. Glucoseoxydase, ein Enzym im Speichel der Biene, soll eine zentrale Rolle spielen).

Der Ingwergeschmack ist nicht wirklich im Vordergrund, ein feines Prickeln hebt sich aber wohltuend im Mundbereich bei der Konsumierung ab, der Orangenton bleibt allerdings auch nur ein Ton. Dennoch dies war schon mal eine gute Wahl.

Zisch Biolimo — Cranberry-Ginkgo (ohne Kristallzucker – aber natürlich mit anderen Süßungsmitteln)

Leicht prickelnd — aber nicht so angenehm harmonisch wie bei der Bionade; die Kohlensäure entstammt auch nicht aus einem Brauprozess, sondern wird aus natürlicher Quelle stammend zugesetzt. Auch nicht so schlecht, aber irgendwie bleibt ein Kunstgeschmackserlebnis in Erinnerung.

Bionade — Kräuter (mit Calzium + Magnesium)

Erinnert an eine Mischung aus Club-Mate und Almdudler (die Limo aus Österreich, die in der typischen klaren Glasflasche dort längst zum allgemeinen Ausstattungsinventar im Supermarkt gehört, sozusagen die Fassbrause Austrias); die Kräuter haben jedoch einen gewöhnungsbedürftigen Geschmackston, der ein bissl an Zitronensäure erinnert, ein ganz kleines aber nur.

Bionade — Holunder (ganz rot in Erscheinung tretend).

Unser Top-Favorit beim Umhergeziehe im nächtlichen Leben, eisgekühlt und rot schmiegt sich die Flasche locker-lässig in der Hand während cool in der Gegend herumgesuppelt wird. Holunder wird auch noch rausgeschmeckt. Das Grauen, als wir mal auf eine 0,5 Flasche im Freiluftkino zurückgriffen und feststellen mussten, dass das gar nicht mehr so gut schmeckte in Plastik. Das Auge trinkt mit.

Zisch Biolimo — Limone-Ingwer (Nicht nur frei von Aromazusätzen, sondern auch noch eifrei, erdnussfrei, glutenfrei, haselnussfrei, hefefrei, kuhmilcheiweißfrei, lactosefrei, mandelfrei, milcheiweißfrei, nussfrei, pfefferfrei, selleriefrei, senffrei, sesamfrei, sojafrei, vegan, vegetarisch, weizenfrei – dafür aber mit lecker Traubenzucker für gierige DiabetikerInnen ;-) )


uaäh – schmeckt wie gegärter Almdudler, wirklich nur was für Leute, die gegen irgendwas von den oben aufgeführten Dingen allergisch sind.

Zisch Biolimo — Holunder-Chilli (mit immerhin 2 % Holunderblüten-Extrakt und wohl etwas weniger H-Saft, aber auch ganz rot)

Chilli klingt spannend im Getränk und weckte Erwartungen, die leider absolut nicht erfüllt werden konnten. Ein schaler Nachgeschmack legt sich auf die Zungengeschmacksknospen und erwirkte spontan die Reaktion: „Schmeckt wie Hare Krishna“; wie die Sekte nun genau schmeckt wissen wir natürlich auch nicht — aber auf jeden Fall war da Rosenwasser-ähnliche Perversität drin. So was gibts sonst nur noch in Skandinavien und bei alten Omas in Südosteuropa. Finger davon lassen!

Biolimo im crazy test

Dann die 2.Runde

Mit verschlossenen Augen wurden die Flaschen herumgereicht und es gab die große Überraschung.
Vielleicht waren wir schon zu voll und (was ist eigentlich das Gegenteil von durstig?) durstfrei — aber wir hatten Schwierigkeiten die Unterschiede klar herauszufinden. Gerade noch die Differenzierung in Bionade und Zisch Biolimo gelang und dann wurde es mit vereinzelten Ausnahmen aber auch schon schwierig! Können wir sonst jeden Wein und die unterschiedlichsten Mineralwasser fein herausschmecken, versagte hier dieser Sinn, der ja nun mal nicht so unwichtig ist. Wir waren etwas geschockt als sogar mal Zisch Biolomo als Bionade Holunder rauskam (da hatten wir aber auch schon einen dermaßenen Blubberbauch).

Fazit:

Crazy-Limo und auch nicht zu verachten war die Selbstmischung, die wir uns anschickten selbst aus den Resten in den Flaschen (aller!) zusammenzuschütten und dann erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht fanden.

Es war aber auch schon spät….

Nachtrag: Zisch statt Biolimo geschrieben und jetzt rasch korrigiert mittels durchgestrichener Kennzeichnung; tenpounds wies uns liebenswerterweise darauf hin und hat natürlich Recht in dieser Hinsicht ;-)

Dinkelkaffee-Espresso, die Freude am Abend und die Genussprobe

Erst mal sind wir natürlich stolz wie drei dutzend wilde Schneeköniginnen, dass unser kleiner nicht der Rede werter Blogeventbeerebeitrag den Sieg errungen hat, der uns — dies sei nebei bemerkt — v.a. wohl deshalb gelang, weil unter Androhung schlimmer Konsequenzen wie nie mehr Essenseinladungen zu ergattern diversen uns näher stehenden Personen auf charmanten Wege so ganz nebenbei die Mitteilung und überlegenswerte Option anheimgestellt wurde, doch für uns ihr Kreuzchen von sich zu geben.
Der arbeitsreiche Tag, den hinter uns zu bringen uns nun vergönnt war, musste erstmal mit einem kleinen Test beendet werden. Besuch hatte jenen hier abgebildeten Bio-Dinkelkaffee-Espresso aus dem Hause Naturata mit dem zu beachtenden Vermerk „Das müsst ihr probieren“ auf den Tisch gestellt und wartete nun, dass die ebengleiche Zubereitungsweise, die wir ansonsten dem durchaus nicht zu verachtenden Bio-Lupinenkaffee (guuut!) zukommen lasssen nun auch dieser Varianate aus dem biologischem Sektor unserere Aufwartung machen; nun wir sind neugierig und gleich wurde ein kleiner Test gestartet, der nach der Zubereitung in jenen kleinen Espressokannen aus metallischer Substanz, in trashigen Kaffeetäschen unsere Zunge auf eine erwartungsfrohe Perfektionierung der Aufmerksamkeitsknospen hoffen lies.

Dinkelkaffee-Dose
Dinkelkaffee in Pulverformat von angepriesener Espresso-Qualität

Da stand er nun versehen mit aufgeschäumter Milch und einem Hauch feingemahlenem Zimt vor uns und verbreitete ein wenig den kaum zu bemerkenden Geruch von Getreidekaffee-Pulver, das wohl von den beigefügten Spuren von Zichorie zu entstammen scheint. Während aber z.Bsp. der tolle Lupinenkaffee (der nur richtig gut aus den Espressokannen schmeckt) im Rohzustand eher nicht ganz so appetitliche Aromawolken verbreitet, war dies hier nicht der Fall. Allerdings war die dann folgende geschmackliche Komponente dann nicht in den höchsten Tönen zu loben. Schmeckte eben immer noch nach Getreidekaffee. Gar nicht! wurde etwas trotzig entgegnet und, um das gesellige Zusammensein keiner allzu harten Probe auszuliefern, wurden extra kaltgestellte Limonade-Flaschen bekannter Bio-Getränke-Herstellungs-und-Vertriebs-Firmen kredenzt, die hier einzustellen wir uns für morgen vorgenommen haben.

Dinkelkaffee-Tassen
Mit Milchschaum und Zimt versehen war die geschmackliche Note ganz nett; Gebäck wurde auch gereicht.

Traumhaft gefüllte Teigtaschen mit allerlei-Beeren als da wären Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Rote Johannisbeeren und schokoladige-metaxierte Barbarie-Entenbrust-Würfelchen an pfirsich-himbeeriger-Sauce mit köstlicher Pfirsich-Sahne-Sektschaum-Creme an Feldsalat und Cassis-Balsamico-Spritzer oder der Beeren-Event und unsere Bestrebungungen alle Register der formvollendeten Werbung zu ziehen, um den Ruhm des Sieges erheischen zu können bei der (Achtung Hinweis!) nun anstehenden Abstimmung

Teigtaschen gefüllt mit köstlichen Beeren und Schokolade
Teigtaschen gefüllt mit Entenbrustwürfelchen und köstlichen Beeren und feinschmelziger Schokolade

Allen Glückes Schmiedin sind doch die Einfälle in allerletzter Minute — da haben wir in den letzten Wochen, von der irren Idee ergriffen, was für den Blog-Event-Beere an noch nie dagewesen zu kreieren (wir wiesen hier im Kochblog gelegentlich darauf hin), so Allerlei ausprobiert, um die favorisierte Traumkomposition von Beere und polnischem Wodka in kulinarische Taten umzusetzen; dennoch, wir müssen hinsichtlich des noch nicht vollendeten Schöpfungsprozesses hier erst mal einen kleinen Riegel vorschieben, während weiterhin selbstredend an der köstlichen Vollendung ganz, ganz schwer gearbeitet wird (Wodka-Kompositionen fordern einen schweren Tribut ;-) ).

Teigtaschen Beeren Vorstufe klein
Teigtaschen mit Beeren, Pfirsichstückchen und Wodka — Vorstufen-Arbeit zu höherem Genuss

Aber auch das zeitigt das tolle Ergebnis: Die spontane Eingebung ist doch das Beste, aus Resten herbeigezauberte Spezialitäten sind — jedeR weiß dies, der die Zubereitung essbarer Künste zelebriert, das was erst das noch nie Dagewesene in den entzückenden Stand des Wahnsinn-Rufens hinaufbefördert. Kleine Dinge, die ansonsten nie so angerichtet aufgetischt worden wären, erfreuen das Herz usw. usf.

Nach dem schweren Kampf der Entscheidung zwischen himmlischer Erdbeer-Kiwi-Joghurt-Torte und gefüllten Teigtaschen mit Beeren und Wodka und und und…. haben wir folgendes mittelschwer nachzuvollziehendes Gericht geschaffen. Eine Köstlichkeit schlechthin:

Zurückgegriffen haben wir auf unsere letztens nicht nur so lecker daherkommende, sondern auch so delikat schmeckende Barbarie-Ente, die wir einfach (weil sie so super gelungen war) nochmal gemacht haben (wobei wir die Entenbrust diesmal etwas länger gebraten haben, damit sie für die Füllung optimal geeignet ist).
Hier noch mal zur kleinen Erinnerung eine kleine Gedächnisstütze in Form eines doch immer wieder nett in Erscheinung tretenden Pfannenzwischenstadiumdokumentationsfotos.
Barbarie Ente Zwischenstation klein
Barbarie Entebrust mit Metaxaspritzer in Pfirsich-Weißwein-Himbeer-Orangenmarmeladen-Sauce

Nochmal in der gebotenen Kürze die Zubereitung: Entenbrust an der Hautseite anritzen, pfeffern, mit Thymian versehen, ohne Öl anbraten, mit Metaxa kurz ablöschen, braten, mit geachtelten Pfirsichen und leicht bitterer Orangenmarmelade versehen, etwas Weißwein fruchtiger Komponente hinzu und nach zwanzig Minuten noch Himbeeren hinzufügen, kurz aufköcheln lassen und in Jubelschreie ausbrechen. (Genaues Rezept hier).

Dann wurde die Ente gewürfelt und ein Teil geschnitten als Vorspeise für unsere inzwischen ordentlich hungrigen Mäuler bedacht, die — das Auge isst bekanntlich mit — an Feldsalat und blauen Trauben mit leckerer Cassis-Balsamico-Creme serviert wurde (essen mussten wir zwangsläufig nicht am arbeitstechnisch bedingt vollgestellten Tisch, sondern ausserhalb des vorgesehen Raumes, was sich an Abwasch auftat ist eigentlich einen weiteren Blogeintrag wert).

entig-beerige Vorspeise
entig-beerige Vorspeise an Cassis-Spritzer mit Feldsalat-Trauben-Deco

Derart schon in freudiger Erwartung des nun Kommenden war unserer Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt; nun wurde fleissig gewerkelt und ausprobiert bis die endgültige perfekte Lösung auf dem hübsch dekoriertem Teller so lecker drapiert werden konnte.

Es wurden super viele Beeren-Sorten verwendet — nämlich als da wären Himbeeren (wir lieben sie), Heidelbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und lecker Rote Johannisbeeren (wir gestehens: wir haben einfach eine Gefrier-Beeren-Packung käuflich erworben und die ebenfalls enthaltenen nicht minder uninteressanteren Kirschen der Einfachheit halber schnell weggeluscht). Alles wurde grob kleingemixt und dann rasch in den Gefrierschrank zum wieder härter werden gestellt.

Sodann wurde eifrig ein Behältnis und irgendwie auch die nähere Umgebung mit geraspelter Schokolade bedacht, die alsdann in einem Verhälnis von 1 zu 2 mit der in der Zwischenzeit im Gefrierfach hart aber nicht steinhart gewordenen Beerenmasse vermischt wurde.

Dazu kamen dann die gewürfelten Entenbruststücke, die es sich inzwischen in der traumhaften Pfirsich-Himbeeren-Sauce (von der auch ein bissl hinzukam) aus der Zubereitung bequem gemacht hatten. Nun wurde der schon vorbereitete frische Nudelteig hervorgeholt, der ganz schnell aus Mehl, Eiern,Wasser und Olivenöl zubereitet worden war von eigens in Kampfsport als auch Knet-und Würgetechniken erfahrenen Personal, und es wurden mittels einer runden Form ebenso schöne runde Teigformen herausklamausert, die dann mit der beerig-schokoladig-entigen Mischung gefüllt werden konnten.
Hübsch noch den Rand mit einer Gabel (wie schon im Nudelteig-Herstellungs-Beitrag beschrieben) verziert und dann in kochendes Wasser, das schon den ganzen Abend über ein nettes Blubbern als angenehme Hintergrundkulisse akustischer Art hervorbrachte, getaucht und drei lange Minuten gewartet bis sie an der Oberfläche schwimmend um Aufnahme in ein Sieb bettelten, dem gerne nachgekommen wurde, um die schon jetzt goldig aussehenden Taschen nach kurzer Abtropfzeit auf die schon mit Entenbrustscheiben, gesottenen Pfirsichstück und Feldsalat an Cassis-Balsamico-Riserva-Spritzer-Trauben-Dekor versehenen Designteller als Gesellschaft teilhaben zu lassen.

Metaxierte Ente in Schokoladen-Beeren-Creme gefüllt in Teigtasche an Pfirsichtraumcreme
Metaxierte Ente in Schokoladen-Beeren-Creme gefüllt in Teigtasche an Pfirsichtraumcreme

Dazu gab es eine phantastische Sauce, die auch für vielfältigste Cocktails gerne zum nicht unwesentlichen Bestandteil erkoren wird. Schnell pürierte reife (!) Pfirsiche, die mit Sahne und einem Schuß Sekt verfeinert, das frisch-fruchtig-sahnige berühmte I-Tüppfelchen brachte.

Ein beeriges Geschmackserlebnis also, welches mit diesem schokoladigen Hintergrundgeschmack, der sich aber nie aufdringlich, sondern die etwas herbere Barbarie-Ente hervorragend unterstützend, hervortat, eine vorzügliche Kombination einging. Lecker! Einfach mal nachkochen, gelingt garantiert. Nur keine Hemmungen ;-)

Hier nochmal auf die Schnelle die notwendigen Beigaben:

Für die Metaxierte Ente in Pfirsich-Himbeer-Sauce:

Barbarie-Entenbrust,
ordentlich Pfirsische
leicht bittere Orangenmarmelade
ein Schuß Metaxa, etwas fruchtiger Weißwein
eine Schale Himbeeren
Schwarzer Pfeffer, Thymian

Für den Nudelteig:

Vierhundert Gramm Mehl
3-4 Eier,
etwas Wasser, etwas Öl,
viel Kraft, Geduld und Geschick beim Ausnudeln

Für die Beeren-Mischung:

Ganz, ganz viele Beeren
geraspelte Blockschokolade
Gefriergelegenheit

Für die Cassis-Balsamico-Mischung:

Balsamico-Riserva
Cassislikör -oder Sirup
Spritztüte

und als Abschluss für die Pfirsich-Creme:

ganz, ganz viele frische Pfirsiche, püriert
Sahne und ein kleiner Schuß Sekt

Blog-Event XVI: Beeren
Alle tollen Beeren-Beiträge für den Event sind hier zu finden

Wir wollen gar nicht so genau wissen, was das ist…..

Der Schrecken kommt nicht immer in Gestalt des Horrorfilmes daher — ganz alltägliche Spaziergänge führen (wenngleich mit Umwegen) oftmals auch dahin: In einem Outdoor-Laden gab es dieses perverse Mitbringsel käuflich zu erwerben:

pulverisiertes Etwas

Rotwein in pulverisierter Form…… Aaaahhhhhh, klingt das eklig, ein leichtes Schaudern wird bemerkbar und während diese Zeilen noch munter heruntergetippt werden, scheint es, als wenn diese Packung lebt, ja förmlich den WG-Inhalt, der wieder nach Ausflügen in nördliche aber dafür geruhsame Einöden komplett ist, in sich aufsaugen will. Wenn wir das wider Erwarten noch verkonsumieren sollten, melden wir uns mit den Testergebnissen aus der Notaufnahme.
Wo wir grad beim Thema sind. Bei Blogsport gibt es einen neuen Blog von Ente, der mit Tiefkühlpommes und rein veganer Matschepampe aufwartet. Und weil dann noch Platz ist, können wir für neugierige Personen noch auf unseren Beitrag zur Beantwortung der taz-Erdbeerfrage hinweisen, die die langweilige Redaktionsverantwortlichkeit, im Gegensatz zu zahlreichen öden Antworten, sich nicht in der Lage sah zu veröffentlichen (wir habens mal als Kommentar reingepackt).