Archiv für August 2006

Orange-Grün-Gelb-Rot-Weiß an dünn-länglicher Basis mit Fisch-Einlage

Fast wie ein politisches Potpourri kam die letzte Errungenschaft aus den Kochtöpfen daher, die noch mit Pfanneninhalt angereichert war. Und das nachdem schon einige Tage keine Einträge erfolgten.
Was war geschehen? Nicht die von eifrigen DirektkandidatINNen verabreichten Werbebroschüren waren schuld, die vor wahlzeitigen Ergüssen nur so strotzten und eigentlich wenig geeignet waren Ablenkung hinsichtlich des Nahrungsaufnahmeprozesses zu bringen. Vielmehr dies war der Grund:
Nach tagelangen ;-) fehlgeschlagenen Installationsbemühungen eines neuen Treibers für die neue Camera Obscura war erst mal Entspannung (auch von sinnlosen Einübungsversuchen in der Kosten-intensiven Arbeitsgemeinschaft) angesagt. Also Kühlschrank geplündert, nebenbei fortgeschrittene Vermehrungsversuche hübsch anzuschauender Pflänzchen beseitigt samt inzwischen weniger schöner Grundlage, und dankenswerterweise wunderbare Garnelen, Schinkenwürfelchen und Kirsch-Tomaten entdeckt, die nun den knurrenden Magen in durchaus ansprechender Weise dazu animierten folgendes kreatives und obendrein schnell herzustellendes Mahl zu präsentieren, welches kurzerhand per MMS vom Handy verschickt wurde (was ja auch als ganz passabel begutachtet wurde).

Garnelen in grün-gepunkteter Rot-Wei�-Gelb-Fisch-Sauce
Garnelen in grün-gepunkteter Rot-Weiß-Gelb-Fisch-Sauce

So wirds gemacht:
Schinkenwürfelchen in Öl mit roten, weißen und grünen Zwiebeln anbraten und dann die bei den umfangreichen Suchaktionen wieder zu Tage geförderte milde Mango-Sauce (anstatt des gesuchten scharfen Mango-Chutney) hinzu und alles ein bissl einziehen lassen. Der sich entwickelnde süß-karamellige Geschmack wurde rasch mit reingeriebenen getrocknetem Ingwer, Salz, Schwarzem Pfeffer und sehr scharfem Curry bekämpft. Die Kirschtomaten machten sich auch noch ganz gut dazu und dann noch etwas Reiswein. Um das Gericht zu verkomplettieren drei Filets von Fisch aus dem Meere (tiefgefroren) in die Mischung geschoben. Viel Flüssigkeit war nach ein paar kurzen Minuten zwar nicht mehr da – das machte aber nix, weil jetzt die Garnelen hinzukamen, die noch mit einem weiteren Schuß Reiswein und gefrorenen Erbsen beglückt werden konnten. Sahne rein und alleine einköcheln lassen auf kurzer Flamme um nebenbei noch schnell den bedrohlich gewordenen Abwaschberg zu minimieren. Delikat lags dann auf einem tiefen Teller und rettete den Tag.

Mal so zwischendurch: Rezept für zitronenschalige Garnelen an Rucola & Spaghetti

Wie neulich schon mal (bei unserem etwas den hohen Kulinaria-Katastrophalia-Ansprüchen nicht ganz gerecht werdenden Speisenzubereitungsverfahren für dieses Gericht) angekündigt folgt nun das leicht abgewandelte Originalrezept — als es uns mal formidabel gelang — und zwar mit genauen Zubereitungs-Anweisungen. Das schmeckt Alles ganz lecker-locker-Sommer-leicht und ist übrigens aus dem Kochbuch von Jamie Oliver „Genial italienisch“, welches wir im Übrigen nur empfehlen können (auch wenn der Herr leider überproportional häufig persönlich in Erscheinung zu treten pflegt auf den dokumentarisch anheimelnden Landschaftsaufnahmen), entnommen, der es aber auch nur zusammengeklaut hat aus einer italienischen Essensschmiede namens „La Gondola“ in Palermo.

Garnelen mit Rucola und geriebener Zitronenschale
Bekanntes Bild aus einem unserer ersten Blogeinträge, um Euch am Anfang der superben kulinarischen Blogwelt den Mund zu wässern

Zubereitungsverfahren zum einfachen Nachkochen:

Ordentlich Olivenöl in einer großen Pfanne mit ca. 3 kleinen roten Chilis (kleingehackt) erhitzen; dann Knoblauch (auch kleingehackt — nicht zu fein!) hinzufügen und große Garnelen (Tipp: Olivenöl mit ganzen Knoblauchzehen ansetzen, das sieht nicht nur gut aus, sondern lässt auch die geschmackliche Komponente nicht zu kurz kommen; funktioniert auch mit Kräutern wie hier gesehen werden kann bei 1x umrühren bitte, sollten aber besser getrocknete Kräuter genommen werden wegen der Schimmelgefahr). Wirklich nur kurz anbraten damit die Garnelen nicht zu sehr austrocknen.
Fruchtigen nicht zu trockenen Weißwein (ein Glas reicht) mit gutem Tomatenmark aus sonnengetrockneten Tomaten vermengen und in angerührtem Zustand hinzugeben, um es dann auf kleiner Flamme kochend zu bestaunen. Das Rühren nicht vergessen und bei Bedarf (wenn die Sauce zu schnell dick wird) noch etwas(!) heißes Wasser in die Pfanne. Wenn die in der Zwischenzeit gekochten Spaghetti sich fast dem Ende der vorgesehen Kochzeit für den bissigen Charakter zuneigen kommt noch der Saft von zwei Bio-Limonen und Rucola hinzu. Alles mit den Nudeln vermischen und dann kurz vorm Auftischen mit der geriebenen Schale der Limonen oder auch Zitronen (nur die Schale nicht das bittere Weiße! verwenden) und noch etwas Rucola vermengen. Fertig! Dazu ein natürlich ein Wein je nach Geschmack und während des Essens nicht zu laut schmatzen ;-)

Ultra-Lustig: Kartoffel-Schälen auf japanisch! (Handlungsanleitung)

Was es nicht Alles gibt, um die berüchtigte Kartoffel ihrer Schale zu berauben kann in einem lustigen Video von akekure betrachtet werden, das damianvila entdeckt hat. Wird ausprobiert und dann Bericht erstattet ;-)

kulinaria praktikablia

Die ultimative Beantwortung der Erdbeerfrage wurde nun an die tageszeitung übermittelt, die uns dann am Samstag wissen lässt, ob die Antwort genehm war.

Eine neue Kategorie ist mit diesem Beitrag eingeführt (kulinaria praktikablia) und wird durch Fortschreibung mittels effektivem Vokabular etabliert werden. Der Grund ist folgender minimalistischer Beitrag von svenja im Gemeinschafts-“Kochblog“ Fast Foodblogging, den wir neulich fanden.

Wird da doch allen Ernstes die haltlose Behauptung aufgestellt, dass ein (Achtung kein Tippfehler! wir wiederholen EIN) japanisches Schneide-Messer ausreichen würde für die vielfältigen in Bezug auf nicht nur dem normalen Nahrungsaufnahmeprozeß dienende ausübende Tätigkeiten im Rahmen der Vorbereitung.
Lustig sich das vorzustellen, wie mit diesem Riesenteil von japanischer Schmiedekunst versucht wird Kartoffeln zu schälen ;-)

Apropos: Vorgestern hatte eine Person die Idee bei google auf den Nr. 1 Hit für „kartoffeln richtig gekocht“ zu klicken. Gratulation zu soviel forschem Erkundungsinteresse, das hoffentlich nicht enttäuscht wurde.

Wir haben da jetzt übrigens eine neuartige Kreation entdeckt, die eigentlich der Ideenschmiede Zyliss entsprungen ist, die auch unsere tolle Knoblauchpresse entwickelt hat, bei der nicht mehr der Knoblauch einem Häutungsvorgang unterzogen werden muss, sehr praktisch so was und nur durch den simplen Einfall zu bewältigen gewesen, dass das Drückteil beweglicher gemacht worden ist (DAS ist nebenbei geschribbelt unverzichtbar!).

Knoblauchpresse SUSI
Schleichwerbung: Knoblauchpresse SUSI von Zyliss (inzwischen ist schon SUSI 2 auf dem Markt)

Tomatenschäler heisst das erwähnte Teil und stammt aus dem Hause WMF, kommt knallrot daher und sieht eigentlich wie ein Gurkenschäler, Kartoffelschäler etc. pp. aus. Im Gegensatz zu dem Original, welches wirklich hauchdünn Tomatenhaut entfernen kann aber sonst auch weiter nix richtig, kann das kleiner ausgefallene Plagiat super-toll fast alles Andere sehr praktisch rauf- und runter schälen in einer Zeitspanne bei der sonst noch nicht mal ein Streifen von der Möhre weggewesen wäre (ausgerechnet Tomaten kann er hingegen gar nicht so gut schälen).
Liegen tut das nur daran, dass die Schneidklingen geriffelt sind und so zu diesem Effekt beitragen. Simpel, gut und nur empfehlenswert!

Tomatenschäler
Tomatenschäler als Alles-Entferner

Was für eine exclusive Zig-Sterne-Küche unverzichtbar ist, wurde in einem Artikel im Wochenendmagazin der Frankfurter Rundschau vom letzten Juli-Wochenende deutlich, die den in Chicago beheimateten Spitzenkoch Cantu mitsamt seiner ausgefallenen Küche im Restaurant Moto vorzustellen gedachte.
Der Herr hat nämlich u.a. sich der Herstellung von Heiß-Gefrorenem verpflichtet gefühlt und stellt Glacekugeln, die an der Oberfläche 80 Grad Minus kalt sind, im Kern hingegen flüssig und 20 Grad warm mittels flüssigem Stickstoff her. Auch weitere Zubereitungstipps z. Bsp. für heiße Glace liefert der Artikel: „Dank Carrageenan, einem Verdickungsmittel, das aus rotem Seetang gewonnen wird. Im Ruhezustand verfestigt Carrageenan sich – so wird der Vorgang des Gefrierens simuliert. Erst durch die Berührungen mit Zunge und Gaumen werden die fragilen Wasserstoffbrücken gesprengt. Das Eis «schmilzt»“.
Flambierte Kaffeebohnen für nasale Empfindungen, mit Schokolade servierter Seebarsch und flüssiges Gebäck gehören ebenso zum Sortiment, das ständig wechselt und angeblich nicht noch einmal in der Speisekarte zu finden sei.

Der ganze Artikel müsste nächstes Wochenende als Umsonst-Probe-Ausgabe-PDF-Datei auf der Seite der FR runterzuladen sein (das geht übrigens bei allen Ausgaben so, die jeweils zwei Wochen später einsehbar sind; AbonnentINNen dürfens gar gratis). Für ganz Eilige gibts einen ähnlichen Artikel vom gleichen Autor Till Hein in der Schweizer Weltwoche.

Im Restaurant kann übrigens (wo wir schon beim Thema Gedrucktes sind) bestaunt werden, wie essbares Papier mittels ausgedienter Drucker schön mit Gemüsegeschmack beschriftet wird. Sehr originell so was!

Das Urteil trifft auch auf den Neuköllner küchenblog Schnuppensuppe zu, welcher konzentriert semi-vegan Apfelstückchen aus Müsli heraussucht. „Schnuppensuppe“ entstammt übrigens einer Übersetzungsinterpretation der unvergessenen Carl Barks-Übersetzerin Frau Dr. Erika Fuchs, die uns Comic-Verrückte damit zu beglücken wußte; näheres im besagten Koch-Blog, der übrigens ebenfalls an dem erwähnten Gemeinschaftskoch-Blog beteiligt ist, der auch „neuere“ Beiträge von Sascha zu Alaska-Seelachsfilet mit “italienischer Gemüsepfanne” und “Rice”; kwalle mit nicht minder uninteressanteren gezuckerten Erdbeeren mit Milch sowie von Stitch Jones
zu WM-Mini-Würstchen enthält.
Sehr spannend so was; mal schaun, ob da in der nächsten Zeit noch mehr kommt…

Zum Ende hin verbleibt noch der Hinweis auf eine in Schweden in jeder persönlich inspizierten Küche zu findende vorhandene Gerätschaft, die billig zu erwerben auch dementsprechend 99 Prozent aller Haushalte erobert hat (was den Erfinder vermutlich zum Millionär hat werden lassen). Ein dünnes mit Luftspalten versehenes Werkzeug, welches biegsam den in der Spüle liegenden Gemüsedreck mit einem Wisch auf den konstruktionsbedingt flach einfallenden Boden befördert um sodann für den zwischenzeitlichen Gast im Abfalleimer seine weitere Heimstatt als Aufenthaltsort zu wählen.

Gemüse-Reste-Entsorgungs-Hilfe blau
Gibts bei uns (noch) nicht: praktisches Plastikteil aus Skandinavien zum Gemüsereste entfernen.

Summa Summarum also einige unverzichtbare Gerätschaften, die das kulinarische Eßerlebnis in sowohl vorbereitender, als auch nach- und zwischenzubewerkstelligender Hinsicht unabkömmlich erscheinen lässt.
Sollte uns doch jemand das Gegenteil beweisen, darf an einem Kulinaria Katastrophalia-Menü teilgenommen werden.

Gute Nacht!

Frisch-scharfe Curry-Nudeln an Thymian-Feta mit Tomaten

Schnell musste es heute mal wieder mit der Essenszubereitung gehen: Also die Tomaten einer kritischen Begutachtung unterzogen und für extrem zubereitungswürdig befunden; der Thymian müsste auch mal wieder in Gebrauch genommen werden und so wurde in Kombination mit dem äußerst wohlschmeckenden griechischen Feta (den bessseren bulgarischen Schafskäse gibt es leider seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr seitdem Kapitalismus-kompatible Produktionsverhältnisse Einzug gehalten haben), von welchem wir noch drei Kilo zur Verfügung haben, die klassische Schnellkoch-Variante hergestellt.
Rote Zwiebeln und rote Paprika in Olivenöl angebraten mit den Thymian-Zweigen (wobei bei dem Gericht eigentlich getrockneter Thymian ob der Kürze der Garzeit angebracht gewesen wäre). Dann Tomaten hinzu und mit etwas trockenem Rotwein abgelöscht; Salz, frischer gemahlener Schwarzer Pfeffer, Minze und Frühlingszwiebeln kamen auch noch rein. Kurz vor dem Ende der Kochzeit der frischen gelben Nudeln mit Scharfer Curry-Mischung noch etwas gewürfelter Schafskäse (Feta) hinzu und dann noch mal Alles kurz mit den Bandnudeln vermengen und ab auf den mit Pfefferrand dekorierten Teller.
curry nudeln mit thymian-tomaten-feta

Dazu einen Mizuna-Rucola-Salat mit Gurkenstückchen, Limonensaft, Balsamico und Kristallsalz. Ein Tee passte formidabel zum Gericht.

Mizuna Rucola Salat
Mizuna Rucola Salat

Südliche Gefilde, Brunch und die Urlaubsfreude

Der Brunch wurde ausgiebig mit Sekt und Milchkaffee eröffnet — ein Teil der WG hat sich zum Urlaub ab in die südlichen Gefilde, so am Meer und so, verabschiedet. Natürlich (fast) nur, um neue Kreationen, Ideen und Bräune en masse zu sammeln… Neidvoll werden hier deshalb jetzt die leckersten Kreationen kredenzt.

Urlaubs-Brunch
Urlaubs-Brunch

Übrigens gibts noch keine Kommentare zur Erdbeer-Frage im letzten Beitrag ;-)

Grünes Pistazien-Pesto mit Hindernislauf über selbstgemachte Tomaten-Nudeln (Roter Nudelteig mit Tomaten), Eier-Kauf und Überwindung von Entzugserscheinungen (Rezept)

Nun war es des gestrigen Tages soweit, dass das Abernten des Basilikum-Gewächses anstand, wobei darauf geachtet wurde die ganz kleinen Blätter am Zweig zu lassen, um auch noch einen dritten und vierten Erntegang bewerkstelligen zu können. Ein paar Spitzen wurden auch abgeschnitten damit die heranwachsenden Miniblätter, die gerade so herauslugten, auch noch schön zur Seite neue Triebe entwickeln können (warum die Information? Heute hat jemand nach „Basilikum richtig pflücken“ gegoogelt; da wollen wir nun tatkräftig helfen Nutzinformationen bereitzustellen.

Nachdem nun ein ganzer großer Berg von Blättern vor uns lag kam noch grob geriebener Pecorino Negro hinzu (so ca. 200 Gramm — jeder andere trockene und harte Käse wie insbesondere Ziegenkäse und natürlich der berühmte italienische Parmesan sind auch geeignet ), die Pistazien (so 180 Gr. mit Schale; was die ohne Schalen wiegen? Keine Ahnung — haben wir nicht gewogen) zu entkleiden oblag herbeizitierter Person mit mangelnder Motivation im Kochen, die aber alsbald und nur durch gelegentliche — dem eigentlich Abstinenz hinsichtlich Nikotin-haltiger Genussmittel (Drogen!) unterstellt worden war — Ausfälle unterbrochen wurde. Das war aber auch gar nicht so schlimm, weil auch die Ursprungskochbelegschaft hinsichtlich der Verknappung von kostbaren Tiefschlafstunden aufgrund mangelnder Zeit- und Alkoholeinteilungsfähigkeiten, ein zwischenzeitliches Päuschen einzulegen wünschte.
Am besten wären für das Pesto übrigens ungesalzene grüne Pistazien gewesen, die aber grad nicht aufzutreiben waren ohne ein riesiges Loch in unser Kosten- und Zeit-Budget zu reißen. Mit Pinienkernen oder Mandeln wurde das Pesto übrigens auch schon aufgetischt, auch ganz famos. Nun waren aber Pistazien da und das ist ja auch mal was anderes.

Und wie wird es nun genau gemacht?

Genau können wir auch nicht — nur so ungefähr, hängt ja immer davon ab, ob die Zutaten die geschmacklichen Eigenheiten, die sie eigentlich besitzen müssten auch wirklich als Auszeichung mit sich herumtragen. Zwischendurch Abschmecken ist sowieso Pflicht.
Genommen haben wir diesmal z.Bsp. nur zwei Knoblauchzehen (die waren wirklich scharf), sonst sind mindestens vier drin. Dann kam ein ordentlicher Schuß unseres tollen Bio-Olivenöls hinzu (aber eines von denen, welches nicht ein zu intensives Olivenaroma hat, was ansonsten den Geschmack von frischem Basilikum leicht hätte untergehen lassen können). Ein paar Pistazien, Käse(stücke) und Basilikumblätter noch rein und dann mittels eines Pürierstabs (wie heisst das Teil eigentlich genau?) alles kurz anmixen. So nach und nach kommt dann auch noch der Rest von allem hinzu, zwischendurch immer noch Olivenöl nachgießen. Wer es etwas feiner mag mixt halt länger, welche es Basilikum-intensiv knackig bevorzugt, wie wir, die lässt es etwas gröber (auch ruhig die Nüsse oder den Käse im Pesto). Das dauert nur ein paar Minuten und wird dann am besten in Gläser abgefüllt und mit Öl aufgefüllt damit es nicht schlecht wird. Im Sommer können so ganze Riesengläser von Pesto fabriziert und für den Winter und lauschige Herbstabende kühl gebunkert werden. Frisch schmeckt es aber besonders gut.

Grünes leckeresPistazien-Pesto
Grünes leckeres Pistazien-Pesto

Aber was wären die ganzen Mühen ohne die dazugehörige — unverzichtbare!! — Mehlspeise:
Wir haben deshalb die zwischengelagerte Nudelmaschine in Betrieb genommen und schnell einen Teig hergestellt. Dazu benötigt werden Mehl, Eier (die extra noch eingekauft werden mussten von sichtlich geschwächten WG-Inhalt), Olivenöl, unsere delikat eingelegten Tomaten und eine ordentliche Prise Kristallsalz. Kräftige Oberarme sind auch nicht schlecht bei der Herstellung der tomatigen Bandnudeln, die wir nun anschickten zu nudeln. Auf 100 Gr. Mehl kommt ein Ei (geht auch ohne, wird aber nicht so geschmeidig), Salz hinzu und alles gut vermischen. Tröpfchenweise kommt Wasser oder Olivenöl hinzu (aber Obacht! Wird es zu glitschig, gelingt es nicht so gut). Dann haben wir auf vierhundert Gramm Mehl noch sechs feinpürierte Tomaten mit etwas Öl hinzugefügt und dann wurde geknetet was das Zeug hält (das Klischee von der großen italienischen Mama mit der Großfamilie muss daher kommen). Aber mittels aufmunternder Zwischenrufe und etwas Hinzufügung von Mehlstaub war die Motivation ungebrochen und der Teig schließlich fertig, um sich dann eine Stunde im Kühlschrank auszuruhen.

Nudelmaschine in Betrieb
Mehrmals übereinandergelegt und plattgewalzt (mit Holz solls angeblich am besten gehen) in der stählernen Nudelmaschine gelangten die roten Nudeln dann in reichlich gesalzenes kochendes Wasser und nach 5 Minuten (dünne Nudeln nur ca. drei Minuten) auf die bereitgestellten Teller, die (so kurz nach Mittrenacht) alsbald ratzeputz leergefegt waren. Dazu passend ein leichter Salat aus mehreren Salatsorten von einem Öko-Wald und Wiesen-Hof wie Rauke, Eisbergsalat und Mizuna, der dem Frisée nicht unähnlich ist aber besser schmeckt, mit weißem Balsamico, Salz und Öl und frischem feingemahlenem schwarzen Pfeffer. Sekt und Chianti wurden auch gereicht. Als Dessert gefüllte Himbeeren.

Tomaten-Nudeln mit Pistazien-Pesto

Ach ja — fast vergessen — am Freitag gab es auch noch Perciatellini (so lange dünne Maccaroni) von De Cecco mit zwei verschiedenen Garnelen-Arten in Wein-Tomatensauce, Rucola, Schafskäse und Zitronensaft , war gar nicht schlecht, aber erreichte auch keine Höchstnoten; das konnten wir schon mal besser. Das Rezept, als dies so war, posten wir die Woche mal so zwischendurch in den Blog rein. Inzwischen gibt es ja leckeres Nachzukochen.

Apropos Essen: In der taz vom Wochende war neben der Beschreibung des Bio-Boom oder Niedergangs, je nachdem, eine interessante Letzte Frage der Beantwortung feilgeboten worden:

Warum schmeckt Erdbeereis nie richtig nach Erdbeere?. Wir werden das originell beantworten! Vorhandenes Nichtwissen darf auch uns vorab mitgeteilt werden. Aber jetzt nicht Zeugs wie dass da Baumrinde als natürliches Erdbeeraroma reinkommt, das wissen wir auch und ist sowieso nicht gefragt — nur mal so als Nebenbeiinformation. Und nun hurtig, hurtig…

Später WG-Zugang mit folgender Verköstigung an erlesenen Pilzen

Kaum war die Sonne hinter romantisch erscheinenden Häuserfronten, die einst besseren Zeiten entgegenstrebten, verschwunden da war undefiniertes Geächze zu vernehmen — profaner Grund war ein wandelnder Rucksack, der im Übrigen mit der langersehnten Nudelmaschine gefüllt war (wobei Nudelteig ja besser gelingen soll mit einem hölzernen Werkzeug, was für Erfahrungen habt ihr eigentlich damit?), der sich die Treppen nach oben im Haus heraufarbeitete. Mit tatkräftiger Unterstützung war die Geräuschquelle alsbald auf den Status normaler Atemgeräusche gebracht und nun musste natürlich ganz schnell eine Verköstigungs-Variante her. Entschieden haben wir uns der Einfachheit halber für Linguini mit erlesenen Champignons. Zuvor waren kleine Schinkenwürfel angebraten worden, dann schnell die Pilze und dann als die Linguini fast fertig waren noch ein paar Frühlingszwiebeln, kleingeschnitten hinzu. Ganz schnell noch ein wenig mit den Nudeln verrührt und mit Pecorino bestreut erfreute unsere hungrigen Mägen eine Portion jenes beschriebenen kleinen Gerichtes.

Spaghetti mit erlesenen Pilzen

Der Erfolg war beim Blog-Event Minze nicht mit uns; nur ein magerer zweiter Platz war unseren Eisigen Juli-Perlen (super-leckere gefüllte Himbeeren) beschert. Der Siegerbeitrag „Schokolade-Pfefferminz-Dessert vom Kochblog L´Escargot Gourmand, der aber auch nicht ohne war, erreicht mit nur zwei Stimmen Vorsprung den Minze-Oskar. Beim näxten Mal also mal für uns stimmen, gell.
Richtig inspiriert wurde jedoch CorumBlog der für den Sommerdrink-Kochtopf-Wettbewerb (irgendwann kriegen wir das auch noch hin, das Banner zu verlinken) den Himbeer Lime fertigte, der richtig lecker klingt!

Was soll übrigens mit ein paar Kilo leckerem Schafskäse der Marke Mevgal fabriziert werden? Wir sind noch am Überlegen und werden morgen die Antwort liefern. Seid gespannt!

griechischer Schafskäse!
Griechischer Schafskäse

Red Snapper mit Rigani-Limonen-Salz an Minz-Balsamico-Deco

Dem Wunsch, das Pistazien-Pesto erst zum nächsten Wochenende hin auf den Tisch zu servieren, um auch fehlende WG-Reste damit zu beglücken, wurde mittels des Austauschgerichtes, das aus frischem Fischfilet mit schmackhafter Mehlkruste an intensiven Gewürzen bestand, nachgekommen. Grund war auch eigentlich eher, dass die erworbenen Pistazien nicht den Qualitätsansprüchen an dieses leckere Pesto standhielten.
Red Snaper war diesmal die bevorzugte Wahl an der Fischtheke — gerade zum Grillen ein hervorragender Fisch, wie aus langjähriger Erfahrung die Weisheit spricht. Besonders gut gelingt er in diesem aus den USA modemäßig herübergeschwappten Kugelgrill, weil da Alles schön saftig bleibt — zumindest bei ausreichender Befeuerung mit zwischenzeitlichen Bestreichen mit einer Olivenöl-Pfeffer-Limone-Mischung mit getrockneten Rigani (Oregano), der selbst in den griechischen Bergen beim letzten Aufenthalte dort gesammelt worden ist.
Mangels Grillmöglichkeit im Haus wurde der Fisch deshalb kurzerhand gesalzen, gesäuert und gemehlt in die Olivenöl-Sonnenblumenkernöl-Mischung dem Erhitzungsvorgang übergegeben, um nach 10 Minuten auf dem Teller — neben Salzkartoffeln — auch unsere schnell aus den Resten unseres Blog-Event-Minze hervorgezauberte Deko mit Balsamico als Mittelpunkt zu beglücken.
Darauf dann der Rigani und Limonensaft mit Meersalz. Dazu ein vom letzten Besuch gesponsterter portugiesischer Wein namens Rosalinda (Vinho Verde Branco), der mit seinen 9,5 % zwar ein wenig zu sauer — aber zum Fischessen frisch-perlig-leicht durchaus zupass kam.

Red Snaper an Minz-Balsamico-Deco