Schmackhafter Oranger-Hokkaido-Kürbis-Auflauf mit allerlei Zutaten wie Zucchini, Erbsen, Reis, Dill, Zwiebeln und Minze mit tendierender Farbgebung ins Grüne, die auch schon als Aperitif zu munden wussten

Der Kürbis lag seit dem Marktgang vorletzten Wochenendes nun herum in der Küche und alle sangen im Einklange dazu, dass der ja wohl ganz lecker aussehe so schön orange – und das stimmte, schließlich handelte es sich um einen in die Mode gekommenen kleinen Hokkaido-Kürbis (eigentlich ein Riesenkürbis), der da das Auge erfreute. Da nun die Komplettbelegschaft wieder vorhanden war, wurde kurzerhand beschlossen das Stilleben nicht mehr als solches zu genießen, sondern zur Tat zu schreiten. Mit lauten Haiiii-Rufen wurde die kostbare Frucht mit einer nicht dem japanischem Sprachraum entstammenden schmiedeeisernen Gerätschaft entzweit, um anschließend feststellen zu müssen, dass der Inhalt zu doch etwas magerer Ausstattung hintendierte (wohl nicht genug Wasser abgekriegt).
Nachdem aber nun das eigentlich favorisierte Rezept mit Kürbis, Spinat und Ricotta an letzterem gescheitert war sollte uns dieser Umstand nicht als Trauerkinder enden lassen. Musste es halt auch mit weniger Kürbis gehen.
Während also Parboildreis aufgesetzt wurde und die Zwiebeln geschnitten und ihr Ende jämmerlich beweint worden war, kam der große Auftritt der drei Dill-Bündel, die so lecker aussahen und für unseren Geschmack zu wenig nach dem eigentlich vorgesehenen Aroma schmeckten (das ist nebenbei bemerkt ein interessantes Phänomen: egal wo wir in der letzten Zeit Dill kaufen — immer schmeckt er etwas zu nicht-dillig), die Stiele wurden kleingeschnitten und mit den zuvor erwähnten Zwiebeln in ordentlich Olivenöl angedünstet; Erbsen und Zucchinistückechen kamen auch noch hinzu und etwas Dillgrün. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann noch feingeriebene Würzminze (keine Pfefferminze!) hinzu. Ein Teil davon war ein netter kleiner Appetit-Anreger. Dann den Kürbis (ohne die Schale, Kerne, Gewusel) hinzu und nach kurzem Anbraten mit heißem Wasser auffüllen, so dass immer noch etwas rausschaut. Dann wurde das Ganze eine halbe Stunde geköchelt, zwischendurch mit frisch gemahlenem Pfeffer, Salz und etwas scharfem Curry verfeinert. Dann der große Auftritt des Mix-Pürier-oder-wie-auch-immer-Stabes, mit welchem der Zerkleinerungsvorgang vorgenommen wurde bis eine sämige Struktur den Ton angab. Dann wieder das große Bejammern, Bedauren und so, dass nun auch noch der Kürbis nicht mehr so nach Kürbis schmecke, das alte Lied…
Mit dem fast gar gekochten Reis vermischt wurde eine Backform zur Hälfte damit bestückt. Da wir außerdem auch noch Platz im Kühlschrank benötigten wurden kurzerhand braune Champignons mit Pfeffer, Öl, Muskat angebraten und draufgeschichtet. Darüber dann nochmal Kürbisreis und zum Abschluß nur das pürierte Kürbisallerlei. Ab in den Backofen und so zwanzig Minuten gebacken. In den letzten 10 Minuten kam dann noch Pecorrino Negro drauf, der aber schon ziemlich harten Struktureigenschaften zuneigte und den Eindruck hinterliess, dass ein mittelalter Gouda oder ähnliches auch gut geeignet gewesen wäre. Zuvor waren auch noch ein paar Dillspitzen auf die schon fest gewordenen Oberfläche des tollen Kürbisauflaufes gestreut worden (gehackte grüne Pistazien sind auch nicht das Schlechteste). Voilà wurde noch gerufen und zu Tisch gebeten. Ein ganz ähnliches Rezept (von den Zutaten her) sind auch gebratene Kürbisfrikadellen, die eigentlich demnächst auch mal wieder gemacht werden müssten.
Gut gelingen tut der Kürbisauflauf auch wenn der Reis vorher nicht gekocht, sondern mit geriebenen Kürbis vermengt zu bereitet wird — das ist aber ein anderes Rezept.

Kürbis-Reis-Auflauf mit Dill und Käse
Leckerer Kürbis-Reis-Auflauf mit Dill, Champignons und Käse

Übrigens haben wir wunderbarerweise einen Berg von griechischen Bergtee (zwei Sorten), der die nun wieder vollständige WG beglückte, der aus dem sonnigen Süden mitgebracht wurde, den wir euch nicht vorenthalten wollen; merkwürdig ist eigentlich nur der Umstand, den zu bekritteln wir immer Zeit finden, dass der fast gar nicht hier im Handel erwerbbar ist und wenn, dann nur zu horrenden Preisen, die die griechischen BergteepflückerInnen zu wütenden Flüchen ob des entgangenen Gewinnes, verleiten würden, wenn sie denn von eben diesem Umstand überhaupt jemals Kenntnis erlangen wollen und sich nicht ihrem Schicksal fügen.
Zwei Sorten leckerer Griechischer Bergtee
Zwei Sorten leckerer griechischer Bergtee


1 Antwort auf “Schmackhafter Oranger-Hokkaido-Kürbis-Auflauf mit allerlei Zutaten wie Zucchini, Erbsen, Reis, Dill, Zwiebeln und Minze mit tendierender Farbgebung ins Grüne, die auch schon als Aperitif zu munden wussten”


  1. 1 Den köstlich zu erschnuppernden Duft förmlich vor Augen, war die Raspelarbeit ein umfänglich schnell zu bewerkstelligendes Zwischenstadium, das dann zwar viel Kerne übrigließ, aber ansonsten wenig Kürbis, was nicht weiter schlimm zu sein Pingback am 26. September 2008 um 2:51 Uhr
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