kulinaria praktikablia

Die ultimative Beantwortung der Erdbeerfrage wurde nun an die tageszeitung übermittelt, die uns dann am Samstag wissen lässt, ob die Antwort genehm war.

Eine neue Kategorie ist mit diesem Beitrag eingeführt (kulinaria praktikablia) und wird durch Fortschreibung mittels effektivem Vokabular etabliert werden. Der Grund ist folgender minimalistischer Beitrag von svenja im Gemeinschafts-“Kochblog“ Fast Foodblogging, den wir neulich fanden.

Wird da doch allen Ernstes die haltlose Behauptung aufgestellt, dass ein (Achtung kein Tippfehler! wir wiederholen EIN) japanisches Schneide-Messer ausreichen würde für die vielfältigen in Bezug auf nicht nur dem normalen Nahrungsaufnahmeprozeß dienende ausübende Tätigkeiten im Rahmen der Vorbereitung.
Lustig sich das vorzustellen, wie mit diesem Riesenteil von japanischer Schmiedekunst versucht wird Kartoffeln zu schälen ;-)

Apropos: Vorgestern hatte eine Person die Idee bei google auf den Nr. 1 Hit für „kartoffeln richtig gekocht“ zu klicken. Gratulation zu soviel forschem Erkundungsinteresse, das hoffentlich nicht enttäuscht wurde.

Wir haben da jetzt übrigens eine neuartige Kreation entdeckt, die eigentlich der Ideenschmiede Zyliss entsprungen ist, die auch unsere tolle Knoblauchpresse entwickelt hat, bei der nicht mehr der Knoblauch einem Häutungsvorgang unterzogen werden muss, sehr praktisch so was und nur durch den simplen Einfall zu bewältigen gewesen, dass das Drückteil beweglicher gemacht worden ist (DAS ist nebenbei geschribbelt unverzichtbar!).

Knoblauchpresse SUSI
Schleichwerbung: Knoblauchpresse SUSI von Zyliss (inzwischen ist schon SUSI 2 auf dem Markt)

Tomatenschäler heisst das erwähnte Teil und stammt aus dem Hause WMF, kommt knallrot daher und sieht eigentlich wie ein Gurkenschäler, Kartoffelschäler etc. pp. aus. Im Gegensatz zu dem Original, welches wirklich hauchdünn Tomatenhaut entfernen kann aber sonst auch weiter nix richtig, kann das kleiner ausgefallene Plagiat super-toll fast alles Andere sehr praktisch rauf- und runter schälen in einer Zeitspanne bei der sonst noch nicht mal ein Streifen von der Möhre weggewesen wäre (ausgerechnet Tomaten kann er hingegen gar nicht so gut schälen).
Liegen tut das nur daran, dass die Schneidklingen geriffelt sind und so zu diesem Effekt beitragen. Simpel, gut und nur empfehlenswert!

Tomatenschäler
Tomatenschäler als Alles-Entferner

Was für eine exclusive Zig-Sterne-Küche unverzichtbar ist, wurde in einem Artikel im Wochenendmagazin der Frankfurter Rundschau vom letzten Juli-Wochenende deutlich, die den in Chicago beheimateten Spitzenkoch Cantu mitsamt seiner ausgefallenen Küche im Restaurant Moto vorzustellen gedachte.
Der Herr hat nämlich u.a. sich der Herstellung von Heiß-Gefrorenem verpflichtet gefühlt und stellt Glacekugeln, die an der Oberfläche 80 Grad Minus kalt sind, im Kern hingegen flüssig und 20 Grad warm mittels flüssigem Stickstoff her. Auch weitere Zubereitungstipps z. Bsp. für heiße Glace liefert der Artikel: „Dank Carrageenan, einem Verdickungsmittel, das aus rotem Seetang gewonnen wird. Im Ruhezustand verfestigt Carrageenan sich – so wird der Vorgang des Gefrierens simuliert. Erst durch die Berührungen mit Zunge und Gaumen werden die fragilen Wasserstoffbrücken gesprengt. Das Eis «schmilzt»“.
Flambierte Kaffeebohnen für nasale Empfindungen, mit Schokolade servierter Seebarsch und flüssiges Gebäck gehören ebenso zum Sortiment, das ständig wechselt und angeblich nicht noch einmal in der Speisekarte zu finden sei.

Der ganze Artikel müsste nächstes Wochenende als Umsonst-Probe-Ausgabe-PDF-Datei auf der Seite der FR runterzuladen sein (das geht übrigens bei allen Ausgaben so, die jeweils zwei Wochen später einsehbar sind; AbonnentINNen dürfens gar gratis). Für ganz Eilige gibts einen ähnlichen Artikel vom gleichen Autor Till Hein in der Schweizer Weltwoche.

Im Restaurant kann übrigens (wo wir schon beim Thema Gedrucktes sind) bestaunt werden, wie essbares Papier mittels ausgedienter Drucker schön mit Gemüsegeschmack beschriftet wird. Sehr originell so was!

Das Urteil trifft auch auf den Neuköllner küchenblog Schnuppensuppe zu, welcher konzentriert semi-vegan Apfelstückchen aus Müsli heraussucht. „Schnuppensuppe“ entstammt übrigens einer Übersetzungsinterpretation der unvergessenen Carl Barks-Übersetzerin Frau Dr. Erika Fuchs, die uns Comic-Verrückte damit zu beglücken wußte; näheres im besagten Koch-Blog, der übrigens ebenfalls an dem erwähnten Gemeinschaftskoch-Blog beteiligt ist, der auch „neuere“ Beiträge von Sascha zu Alaska-Seelachsfilet mit “italienischer Gemüsepfanne” und “Rice”; kwalle mit nicht minder uninteressanteren gezuckerten Erdbeeren mit Milch sowie von Stitch Jones
zu WM-Mini-Würstchen enthält.
Sehr spannend so was; mal schaun, ob da in der nächsten Zeit noch mehr kommt…

Zum Ende hin verbleibt noch der Hinweis auf eine in Schweden in jeder persönlich inspizierten Küche zu findende vorhandene Gerätschaft, die billig zu erwerben auch dementsprechend 99 Prozent aller Haushalte erobert hat (was den Erfinder vermutlich zum Millionär hat werden lassen). Ein dünnes mit Luftspalten versehenes Werkzeug, welches biegsam den in der Spüle liegenden Gemüsedreck mit einem Wisch auf den konstruktionsbedingt flach einfallenden Boden befördert um sodann für den zwischenzeitlichen Gast im Abfalleimer seine weitere Heimstatt als Aufenthaltsort zu wählen.

Gemüse-Reste-Entsorgungs-Hilfe blau
Gibts bei uns (noch) nicht: praktisches Plastikteil aus Skandinavien zum Gemüsereste entfernen.

Summa Summarum also einige unverzichtbare Gerätschaften, die das kulinarische Eßerlebnis in sowohl vorbereitender, als auch nach- und zwischenzubewerkstelligender Hinsicht unabkömmlich erscheinen lässt.
Sollte uns doch jemand das Gegenteil beweisen, darf an einem Kulinaria Katastrophalia-Menü teilgenommen werden.

Gute Nacht!


3 Antworten auf “kulinaria praktikablia”


  1. Gravatar Icon 1 zorra 12. August 2006 um 15:46 Uhr

    Susi möchte ich auch nicht mehr missen. Ist natürlich eine Schweizerin. ;-) http://kochtopf.twoday.net/stories/490045/

  2. Gravatar Icon 2 kulinariakatastrophalia 13. August 2006 um 17:48 Uhr

    Es gab da auch mal so eine blaue Plastikrolle von Zyliss mit der Knoblauchzehen geschält werden konnten; funktionierte damals aber beim Ausprobieren nicht so richtig, weil der Knoblauch zu frisch war und die Schale noch zu sehr haftete. Musste einfach in die Rolle reingelegt und dann kräftig gerollt werden, eigentlich.

  3. Gravatar Icon 3 zorra 14. August 2006 um 15:49 Uhr

    Ja, das habe ich auch schon mal gesehen. Ich besitze jedoch kein solches Teil.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.