Eisige Juli-Perlen als erfrischender Höhepunkt des Tages, um Gluthitze und Resignation den Tribut zu zollen

Nach eigentlich gar nicht so langen Überlegungen, was sich mit Himbeeren so Alles anstellen lässt, fiel der Gedanke an den Garten-Koch-Event Minze der auf einigen „Food-Blogs“ beworben wird und an welchem wir eigentlich schon vor Wochen erstmals teilnehmen wollten. Warum nicht mit neuartigen Kreationen einen fulminanten Auftritt zum Blog-Event Minze hinlegen und zwei-drei kochwütige Stunden bei der Zubereitung eines warmen Spitzenmahls verbringen? Die entsetzliche Hitze sprach aus lähmenden Gesichtern, als der Gedanke an was Eisiges mit den aufkommenden Temperaturen in Einklang zu bringen schien, was auf frenetische Zustimmung hoffen ließ. Gedacht, gesagt, getan wurde sich ans Werk gemacht und die vorhandenen Zutaten, die möglicherweise ins Spiel zu bringen waren, gesichtet.
Minze musste rein, klar — dann noch was Kaltes! Vielleicht Eis, Sahne oder so was? Nein, zu profan. Joghurt mit Minze — wenngleich sehr lecker — schien zu banal und außerdem schon gebloggt.

Minze Blog Event
Noch Zeit bis heute zu mitternächtlicher Stunde

Da kam die fantastische Idee! Der lobgepriesene Agaven-Dicksaft, der schon so manches Mahl bereicherte, wurde aus dem übervollen Essens-Regal entnommen, um sich wieder mal seiner vorzüglichen, leicht süßlichen, aber dennoch äußerst fein schmeckenden Fähigkeiten zu bedienen. Ein Genuss sondergleichen ist der Agavendicksaft (hier Bio von Allos) schon allein, wenn er zu drapierten Früchten mit fein gemahlenen Zimt gereicht wird; wobei darauf geachtet werden sollte, dass der Zimt nicht zu intensiv in den Vordergrund rückt wie manche zweifelhafte Sorte. Wir empfehlen so nebenbei den Fair Trade (das sollte schon sein) gehandelten Zimt aus Sri Lanka von El Puente, der sich auch zu Cappuccino hervorragend als bestreuter Zusatz eignet.

Aber Zimt passte hier nicht zu den köstlichen feinen Himbeeren, nein hier musste ganz klar Minze ran. Erste Versuche wurden gestartet und nach einigen Eskapaden war klar, was rein musste: Pfeffer-Minze, Zitronenmelisse (alternativ ein Spritzer Lemon) und Agavendicksaft — dazu in jede siebte Himbeere ein wenig frischer und fein geriebener Ingwer (Galgant wäre wohl zu scharf und war sowieso grad nicht vorhanden). Gleich wurde mit dem tollen neuen Küchenmesser von WMF die geschmiedete Natur weidlich ausgenutzt, als die Minze fein bis leicht grob zerkleinert wurde. Dann kamen in ein Rührgefäß ein paar Löffel (5) Agavendicksaft und das Ganze wurde verrührt bis sich der Agavendicksaft mit der Minze schön verbunden hatte und dann kamen noch ein bis zwei Eßlöffel davon hinzu damit es nicht zu pampig wurde. Für die Ingwerfassung wurde noch mal das Gleiche ohne Melisse bewerkstelligt und ein kleines Stück (ca. 3 Gramm) in geriebenen Zustand kam hinzu.
Für die Himbeeren war dies nämlich die leckere Füllung, die mit kleinem Aufwand, der extra unter einem Vorwand geladenen lieben Besuch überlassen worden war, hineinzufrimmeln war (mit einem dünnen Stab oder Spicker klappte es ganz gut). Sodann wurden die gefüllten Himbeeren ins Gefrierfach hineinkomplementiert und nach einem eisigen Aufenthalt, den wir uns auch herbeisehnten, wieder hervorgeholt, um im frischen Minzbett serviert unseren Gaumen als Eisige Juliperlen zu erfreuen.

Eisige Juli-Perlen im Minzbett
Eisige Juli-Perlen im Minzbett

Seeeehr kalt und seeehr gut zu diesen heißen Saunatemperaturen; eine Erfrischung, die uns schon Wochen vorher sehr glücklich hätte machen können war geboren. Das langsame Lutschen hatte den erfrischenden Charakter eines Himbeereises, aber viel besser und länger anhaltend. Nach dem süßsauren Himbeerumhüllungsbruch kam der frische Minz-Melissengeschmack, der nun — mit dem Agavenendprodukt wetteifernd — zum Tragen kam. Die Überraschung dann die Himbeeren mit Ingwerfüllung, die einen leichten scharfen Hintergrundgeschmack lieferten, der jedoch die Minze voll zum Tragen kommen ließ. Zusammen eine leckere Dessert-Idee. Für den Winter werden wir diese Spezialität noch zusätzlich karamelisieren und/oder mit cubanischen Rum flambieren! Für diesen Hochsommer war dies nicht nötig, da schon eindeutig super-perlig perfect!

Und nochmal zum Mitschreiben auf die Schnelle:

Zutatenliste
10 Gramm Pfefferminzblätter
4 Gramm Zitronenmelisse (alternativ Limonen-Spritzer)
ca. 6 Eßlöffel Bio-Agavendicksaft
ca. 3 Gramm Ingwer, feingerieben
Ganz, ganz viele frische Himbeeren
1 Gefrierfach/truhe (mind. ***)
etwas Geduld

So wirds zubereitet
feingehackte Minze- und Melisseblätter (im Verhältnis 70/30) mit dem Agavendicksaft vermischen
1/7 nur mit Minze und Ingwer vermischen
in die Himbeeren rein damit, in jede siebte die zweite Füllung
Frieren lassen, Rausholen, Dekorieren oder gleich Genießen


4 Antworten auf “Eisige Juli-Perlen als erfrischender Höhepunkt des Tages, um Gluthitze und Resignation den Tribut zu zollen”


  1. Gravatar Icon 1 EKa 22. Juni 2007 um 11:45 Uhr

    HAb mir grad mal wieder die Juliperlen angeschaut und werde sie für meinen Geburtstag präparieren. Das ist so ziemlich das leckerste was ich je gegessen habe.. Gut dass ich alles dafür im Garten habe (außer dem Agavendicksaft natürlich.
    Die Anleitung zur homepage hat mir nicht wirklich geholfen. Bin mir nicht sicher, ob dies nun als Kommentar erscheint..
    Eka

  1. 1 Später WG-Zugang mit folgender Verköstigung an erlesenen Pilzen // kulinaria katastrophalia Pingback am 05. August 2006 um 1:53 Uhr
  2. 2 Raureifige rote Naturperlen als köstliches Resultat füllungshalber zu versehender Jahresbedarfsdeckung überaus leckerer Naturbonbons (eisig-himbeeraromatisch-süß) | kulinaria katastrophalia Pingback am 23. September 2008 um 19:13 Uhr
  3. 3 Letzte Chance — gefüllte Herbstperlen (rot-grüne Knuspereisbonbons) « kulinaria katastrophalia Pingback am 30. September 2009 um 0:47 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.