Weinkeller-Probierstunde zur lauen Nacht

Des Nächtens als die Temperaturen gerade so einen Anklang an gesittete Umgangsformen der Wetterfeen erahnen liessen, wurde der Wunsch nach dem Leeren des Weinkellers laut und nach einigen Stöbern in einer der hinteren Ecken wurde ein italienischer Chardonnay zu Tage gefördert. Schnell kalt gestellt versprach dieser Wein aus kbA doch eine gelungene Erfrischung zu werden, die auch dringend notwendig war nach den letzten Stunden, die allem Anschein nach ein neues Sonneninferno zementierten.

schaler Wein mit Stich

Piave Denominazione Origine Controllata verhieß die Aufschrift und entpuppte sich alsbald als schales Etwas mit einem deutlich spürbaren Stich, der zwar noch nicht edlen Weinessig hervorgebracht, aber dennoch die Erinnerung daran wachzuhalten gedachte. Nun war der Wein zwar aus dem Jahre 2001 aber eigentlich auch nicht schlecht gelagert und natürlich kann es immer mal vorkommen, dass die eine oder andere Flasche nicht top ist – hier schien aber schon die Grundsubstanz guten Geschmackes von Anfang an nicht gegeben zu sein. Wie so oft bei Bioweinen also ein Griff daneben (demnächst wie schon angekündigt mehr zu diesem von der Bio-Industrie totgeschwiegenen und höchst heiklen Thema). Lieber die Finger von lassen heisst deshalb die Empfehlung bis eine Flasche neueren Jahrgangs verkostet und für gut befunden worden ist.