Die schwere Auswahl der zart-bitteren Schokocreme-Versuchung zum Brunch und die fein-herbe Pusteblumen-Vorstufen-Überraschung zum Nachmittage + Extra-Bonus: Ernte-Tipp

Nicht wegzudenken vom früh-mittäglichen Verköstigungsgenuss — kurz vor dem Konzentrateinfall von Sonnenstrahlen — ist die berühmte Schokokreme, die meist (als Gör) genossen in Form von Nutella auf dem Tisch oder dem Pausenbrot (dann recht pappig in der Plastikbox durchgesogen) zu finden war. Aber was früher nicht süß genug sein konnte (Fanta, Chokolade), erscheint mit dem immer größer werdenden Abstand zu diesen Zeiten als doch dem feineren Geschmack etwas abhold, so dass es Zeit war der Einfachheit halber was Neues auszuprobieren, um dem nur entfernt an Süße erinnernden Trend, um wieder halbwegs normal zu konsumieren, etwas entgegenzusetzen.

Als da wären dreierlei Cremes aus Schokolade oder genauer Schokoladenpulver etwas herberer Natur — spezieller: Zartbitter heisst der neue Trend im Schokoladenbusiness. Natürlich aus ökologischer Landwirtschaft, um des besseren Naturverhältnisses wegen und natürlich, weil Öko in der Regel auch besser schmeckt (die unrühmlichen Öko-Weine, die hingegen zu 80 % reiner Ausschuss sind mal ausgenommen; aber dazu demnächst mehr) und mit dem Keywort Bio die Google-Treffer in die Höhe schnellen (aber dazu in gar nicht so ferner Zeit auch Näheres zur Information für die wissbegierige von Neugier geplagte aber hoffentlich nicht minder aufgeschlossene Kulinaria-Katastrophalia-Gemeinde).

Zart-Bitter-Trend-Schokoladen-Creme-Modenschau
Zart-Bitter-Trend-Schokoladen-Creme-Modenschau

Als Auswahl Nr. 1 war eine Rapunzelcreme am Start, die zugleich auch die hellste unter den Sorten war. Negativ war zu bemerken, dass nicht die Plantage (wir sagen nur Plantagen-Schoki!) benannt worden war. Der Vermerk „vegan“ entpuppte sich als Irreführung par exellence weil im Kleingedruckten der Hinweis zu lesen war, dass Spuren von Milch (Hallo?) vorhanden sein könnten. Wer so sträflich mit den Endkunden umgeht muss halt in den sauren Apfel beissen und ausscheiden aus dem Contest (ausserdem war sie einfach zu süß und zu teuer).

Nummero 2 (Choco Chocoreale Bio) hingegen frischte die Erinnerung an herben Geschmack etwas auf — wenngleich doch auch hier noch die aufdringliche Grundsüße zu finden war. Aber schon deutlich besser. Auf der Suche nach dem Anbaugebiet der Kakaobohnen stießen wir bei dem Hersteller wieder auf internationale Gewandheit, die wir so sehr schätzen. Pâte à tortiner au chocolat stand doch da – uns tränten die Augen; Rapunzel wusste mit Créme de chocolat noir zu bezaubern. Immerhin ist Natudis, der zweite Anbieter aus den Niederlanden — während Rapunzel nur aus bedingt deutschsprachigen Raume entstammt.

Wir hatten erst schon einen aufkeimenden Verdacht, als wir auf auf das gleiche Logo (Nein, nicht das dürftige Bio-Siegel) dieser niederländischen Firma, das schon die Rapunzelcreme geziert hatte, stiessen: Sollte hier eine gewiefte Firma ihr Zartbitter-Schokoladen-Creme-Monopol zu vertuschen versucht haben (außer uns studiert doch kein Mensch die Verpackung nach der Herkunftsplantage — außer für edlen Caffee vielleicht, aber um Kaffeebohnen ging es hier ja auch gar nicht, apropos Kaffebohne: Da steht schon wieder eine Ankündigung an: Welche Espresso-Sorte, die es allgemein im Einzelhandel zu erwerben gibt, die Beste ist, wird unser bald veröffentlicher Test-Bericht offenbaren (Stiftung Warentest und Ökotest drücken sich bisher um das heikle Thema herum und überlassen es uns, das Terrain zu beackern; da müssen wir ob mancher Qualität im wahrsten Sinne des Wortes zuschlagen). Schließlich war nur der Deckel genormt und passte auf beide Glasbehälter; wieder eine Verschwörungstheorie weniger — Mist!

Nun aber rasch, rasch zurück zur letzten Kandidatin Nummera Tria, die von so reiner Konsistenz zu sein schien, dass sie dem Herben den Vorzug geben wollte — wenn da nicht auf den letzten Zungengeschmacksnervenknospen doch noch ein leicht überschwängliches Gefühl von nicht ganz passend komponierter Süße hervortrat. Hmmm — also zwar Testsieger, die Alnatura-Creme, aber trotzdem nicht ganz ganz hervorragender Platz auf dem Podest. Aber die Konkurrenz schläft ja nicht und wird nun eifrig auf unseren Blogeintrag hin die an Kreativität knapp gesäten ErfinderInnengehirne in ihren teuren Forschungslabors anschmeißen und uns ein zufriedenstellendes Resultat präsentieren.

Sensationell was ein heißer Tag so vermag. Da brutzelt das Gehirn schon zum Brunch so dahin, um dann nach einer Matschkonstitutionsphase kombiniert mit Aufenthalt in viel zu warm-kalt durchmischten Bade-“Seen“ zum Abend hin lauter Wichtiges an Nutzinfo von sich zu geben. Das lag ganz klar am aufputschenden Gericht zum Tage:

Leicht locker flockig wurde nämlich Löwenzahn geerntet (Ja – Pusteblume nennt sich das auch) und erfrischendermaßen mit einer Bio-Rapsöl--Bio-Olivenöl Mischung im Verhältnis 80/20 angemacht, wobei ein bissl Himalaya-Salz (nicht lachen, gibts wirklich) und ein Lemonenspritzer hinzukam. Voilá fertig war der an feinen nicht ganz so scharfen Rucula erinnernde Salat, der hier dekorativ mit Zucchiniblüten zur Schau gestellt ist. Sehr gut, leicht herb und lustig!

Exclusiver Löwenzahn -- ordinäres Pusteblumen-Vorprodukt -- in Limonespritzer an Raps-Olivenöl (80/20) gewürzt mit Himalajasalz
Exclusiver Löwenzahn — ordinäres Pusteblumen-Vorprodukt — in Limonespritzer an Raps-Olivenöl (80/20) gewürzt mit Himalaja-Salz

Und damit wären wir beim Anbautipp bzw. Erntetipp. Das Zeug steht bekanntlich überall am Wegrand rum und dient unseren Vier- oder manchmal auch weniger-beinigen Freunden als willkommene Abwechslung zu diversen Hauswänden. Davon also die Finger lassend wird fernab des Weges oder im eigenen Gartensegment geschaut wo er sich prächtig entwickelt hat. Abschneiden und — STOP HALT VORSICHT — nicht essen, sondern an das saublöde Kaninchen von der Nachbarin verfüttern. DANN nämlich können die eigentlich den Genuss ausmachenden jungen Blätter schnell nachwachsen; die können und sollten dann auch geerntet werden. Das Ganze funktioniert übrigens auch im Topf daheim. Wer übrigens spießige Kleingärtner und Raseneckkantenschneider etwas ärgern will, pustet einfach mal ein paar Pusteblumen auf das Objekt der Begierde und genießt die Flüche, die alsbald aus dem Boden schießen. Nicht minder lustig ist übrigens auch die Variante Borretsch-Samen in frisch gesäte Flächen zu entsenden. Der Dank wird Euch sicher sein!


1 Antwort auf “Die schwere Auswahl der zart-bitteren Schokocreme-Versuchung zum Brunch und die fein-herbe Pusteblumen-Vorstufen-Überraschung zum Nachmittage + Extra-Bonus: Ernte-Tipp”


  1. 1 Diesmal in der Dämmerung dem Löwenzahn in riesiger Ausformung mit klitzekleinen Tomatenwürfelchen zugetan, wurde auch noch Natur-Langkornreis mit angebratenen Zwiebel-Minz-Stückchen gefrönt und als Beilage gabs mal wieder gemehlten Rotbarsc Pingback am 19. März 2007 um 23:34 Uhr
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